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Behälter- und Apparatebauermeister

Der Behälter- und Apparatebauermeister ist eine handwerkliche Aufstiegsfortbildung, die Fachleute befähigt, Betriebe zu leiten und komplexe Behälter- und Apparatebauaufgaben zu planen und umzusetzen. Mit dieser Qualifikation können Absolventen Betriebe gründen, Fachkräfte ausbilden und Führungsverantwortung übernehmen.

Aufbauend auf: Behälter- und Apparatebauer

Dauer

12 Monate

oder 24 Mon. Teilzeit

Lehrgangskosten

4.000–6.000 €

Gehalt danach

ab 3.000 €

nach Abschluss

Prüfung

Meisterprüfung

Was machst du als Behälter- und Apparatebauermeister?

Als Behälter- und Apparatebauermeister leitest du einen Handwerksbetrieb oder eine Abteilung, planst und überwachst die Fertigung von Behältern, Druckbehältern und technischen Apparaten aus Metall. Du bist verantwortlich für Qualitätskontrolle, Arbeitssicherheit, Personalführung und Kundenkommunikation. Du kannst ausbilden, technische Zeichnungen beurteilen und komplexe Projekte von der Kalkulation bis zur Abnahme leiten.

Wo arbeitest du?

Betriebe des Behälter- und Apparatebaus, Betriebe der Metallindustrie mit Schwerpunkt Fertigung von Druckbehältern und technischen Apparaten, Unternehmen der chemischen Industrie und der Energiewirtschaft, Schiffbaubetriebe, Hersteller von Rohren und Rohrsystemen, Betriebe der Heizungs- und Lüftungstechnik, Eisenbahn- und Transportindustrie, Anlagenbau und spezialisierte Handwerksbetriebe

Voraussetzungen

Abgeschlossene Berufsausbildung zum Behälter- und Apparatebauer oder einem anerkannten gleichwertigen Beruf sowie mindestens 3 Jahre Berufspraxis im Handwerk (davon mindestens 2 Jahre in leitender oder ausbildender Tätigkeit). Die Zulassung erfolgt durch die Handwerkskammer.

Was lernst du in der Fortbildung?

Du erwirbst vertieftes Wissen in Konstruktion und Berechnung von Behältern und Apparaten nach einschlägigen Normen und Richtlinien (z.B. AD 2000, PED). Du lernst moderne Fertigungstechniken, CAD-Anwendungen, Qualitätssicherung und Prüfverfahren. Gleichzeitig werden dir betriebswirtschaftliche Kompetenzen (Kalkulation, Personalführung, Betriebsorganisation) und rechtliche Grundlagen vermittelt.

Meisterprüfung & Abschluss

Die Meisterprüfung besteht aus vier Teilen: Teil I (Meisterstückprüfung) umfasst die praktische Anfertigung eines komplexen Behälter- oder Apparatebauwerks, Teil II (Fachtheorie) prüft Konstruktion und Berechnung, Teil III (Betriebswirtschaft und Recht) testet kaufmännische Kompetenzen und Teil IV (Berufs- und Arbeitspädagogik) bescheinigt die Ausbildereignung. Zuständig ist die jeweils örtliche Handwerkskammer.

Prüfungsthemen

  • Konstruktion und Berechnung von Behältern und Apparaten nach technischen Normen
  • Fertigungstechniken, Werkstoffe und Prüfverfahren im Behälter- und Apparatebau
  • Betriebswirtschaft, Kalkulation und Betriebsorganisation
  • Arbeitsschutz, Unfallverhütung und relevante Rechtsvorschriften

Karriere nach der Fortbildung

Nach Abschluss kannst du einen eigenen Handwerksbetrieb gründen und dich selbstständig machen, Betriebsleiter oder Betriebsführer in mittelständischen und größeren Unternehmen werden, Ausbildungsleiter für Fachkräfte sein oder in Führungspositionen wie Schichtleiter oder Werkstattleiter aufsteigen. Du erhältst die notwendige Berechtigung, Lehrlinge auszubilden.

Förderung

Der Behälter- und Apparatebauermeister ist förderfähig nach dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (Aufstiegs-BAföG). Teilnehmende können einen Zuschuss zur Lehrgangsgebühr und Prüfungsgebühr sowie ein zinsloses Darlehen erhalten.

Ratgeber

Der Behälter- und Apparatebauermeister ist eine Aufstiegsfortbildung nach der Handwerksordnung (HwO). Der Vollzeitlehrgang dauert etwa 12 Monate, in Teilzeit rund 24 Monate, die Lehrgangskosten liegen bei 4.000 bis 6.000 Euro. Nach bestandener Meisterprüfung verdienen Behälter- und Apparatebauermeister durchschnittlich zwischen 3.000 und 5.000 Euro brutto monatlich.

Häufige Fragen

Welche Voraussetzungen muss ich für die Zulassung zur Meisterprüfung erfüllen?
Vorausgesetzt wird eine abgeschlossene Berufsausbildung zum Behälter- und Apparatebauer oder einem anerkannten gleichwertigen Ausbildungsberuf. Zusätzlich sind mindestens drei Jahre Berufspraxis im Handwerk nachzuweisen, davon mindestens zwei Jahre in leitender oder ausbildender Tätigkeit. Die formelle Zulassung zur Prüfung erteilt die zuständige Handwerkskammer.
Gibt es finanzielle Förderung für die Meisterausbildung?
Ja, über das Aufstiegs-BAföG (früher Meister-BAföG) nach dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG) können Teilnehmer einen Maßnahmenbeitrag von bis zu 15.000 Euro erhalten, der teils als Zuschuss und teils als zinsgünstiges Darlehen gewährt wird. Bei bestandener Prüfung werden zudem 50 Prozent des noch offenen Darlehens erlassen. Die Förderung ist einkommensabhängig und kann bei der zuständigen Behörde beantragt werden.
Welche Karrieremöglichkeiten eröffnet der Behälter- und Apparatebauermeister?
Mit dem Meistertitel kann man einen eigenen Handwerksbetrieb in die Handwerksrolle eintragen lassen und sich selbstständig machen. Alternativ stehen Positionen als Betriebsleiter, Schichtleiter oder Werkstattleiter in mittelständischen und größeren Unternehmen offen. Darüber hinaus berechtigt der Abschluss zur Ausbildung von Lehrlingen im eigenen Betrieb.
Berechtigt der Meisterabschluss zum Studium an einer Hochschule?
Ja, der Meisterabschluss wird in allen Bundesländern als allgemeine Hochschulzugangsberechtigung anerkannt und ermöglicht damit ein Studium an Fachhochschulen und Universitäten ohne zusätzliche Aufnahmeprüfung. Dies eröffnet etwa Studiengänge in Ingenieurwesen, Betriebswirtschaft oder Technikpädagogik. Einige Hochschulen bieten zudem spezielle Brückenkurse oder Anrechnungsverfahren für beruflich erworbene Kompetenzen an.