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Fachinformatiker

Fachinformatiker planen, entwickeln und betreuen IT-Systeme und Softwarelösungen. Der Beruf existiert in vier Fachrichtungen: Anwendungsentwicklung, Systemintegration, Daten- und Prozessanalyse sowie Digitale Vernetzung. Er eignet sich für Menschen mit ausgeprägtem logischen Denkvermögen, Freude am Programmieren oder Netzwerktechnik und Interesse an ständig wechselnden technologischen Herausforderungen.

Ausbildungsdauer

3 Jahre

Azubi-Gehalt

620–1.100 €

pro Monat

Einstiegsgehalt

ab 3.200 €

nach der Ausbildung

Prüfung

IHK-Abschluss

Was machst du als Fachinformatiker?

Morgens beginnt der Arbeitsalltag meist mit dem Überprüfen offener Tickets im Helpdesk-System (z. B. Jira oder ServiceNow), dem Lesen von Team-Updates in Slack oder Microsoft Teams und der Abstimmung im Daily-Stand-up-Meeting. Anwendungsentwickler starten dann mit der Arbeit an Softwareprojekten: Sie schreiben Code in Python, Java, C# oder JavaScript, führen Code-Reviews in GitLab oder GitHub durch und testen neue Funktionen mit Unit-Tests. Systemintegratoren konfigurieren Server und Netzwerkkomponenten (Router, Switches von Cisco oder HPE), richten virtuelle Maschinen unter VMware oder Hyper-V ein und pflegen Active-Directory-Strukturen. Nachmittags werden Kundenprojekte dokumentiert, IT-Sicherheitskonzepte überarbeitet oder Kollegen bei technischen Problemen unterstützt. Konkrete Beispielaufgaben: Einrichtung eines VPN-Tunnels für einen Außendienstmitarbeiter oder Entwicklung eines automatisierten Deployment-Skripts mit Docker und CI/CD-Pipeline. Die Arbeit findet überwiegend im Büro oder Rechenzentrum statt, gelegentlich auch remote. Enge Zusammenarbeit besteht mit Projektleitern, Fachabteilungen und externen Kunden.

Wo arbeitest du?

Fachinformatiker arbeiten in nahezu allen Branchen: bei IT-Dienstleistern und Systemhäusern (z. B. Bechtle, Cancom, Computacenter), bei Softwareunternehmen (SAP, TeamViewer, DATEV), in IT-Abteilungen von Industriekonzernen (Siemens, BMW, Bosch), Banken und Versicherungen sowie im öffentlichen Sektor. Sowohl kleine IT-Betriebe als auch DAX-Konzerne bilden aus. Der Fachkräftemangel ist massiv: Laut Bitkom fehlen in Deutschland jährlich über 150.000 IT-Fachkräfte.

Voraussetzungen

Formal reicht ein mittlerer Schulabschluss, in der Praxis stellen viele Betriebe aber lieber Bewerber mit Fachabitur oder Abitur ein, da die Ausbildungsinhalte mathematisch und abstrakt anspruchsvoll sind. Mathematik, Informatik und Englisch, letzteres wegen Dokumentationen und internationaler Fachliteratur, zählen zu den wichtigen Schulfächern. Logisch-analytisches Denken, Problemlösungsfähigkeit und Konzentrationsvermögen sind zentrale persönliche Stärken. Wer sich für neue Technologien begeistert, Eigeninitiative beim Selbstlernen zeigt und im Kundenkontakt teamfähig und kommunikativ auftritt, bringt ein passendes Profil mit.

Was lernst du in der Ausbildung?

Im ersten Lehrjahr stehen IT-Grundlagen im Vordergrund: Aufbau und Funktionsweise von Computerhardware, Betriebssysteme (Windows Server, Linux), Netzwerkgrundlagen (TCP/IP, OSI-Modell) sowie erste Programmierkenntnisse in Python oder Java. Außerdem werden kaufmännische Grundlagen wie Angebotserstellung und Projektplanung vermittelt. Im zweiten Lehrjahr vertiefen angehende Anwendungsentwickler objektorientierte Programmierung, Datenbankabfragen mit SQL und Versionsverwaltung mit Git. Systemintegratoren konfigurieren komplexere Netzwerktopologien und beschäftigen sich mit Virtualisierung und Cloud-Diensten (Azure, AWS). Im dritten Lehrjahr folgen Spezialisierungen: IT-Sicherheitskonzepte, agile Projektmethoden (Scrum), komplexe Systemarchitekturen und die Vorbereitung auf das Abschlussprojekt. Im Vergleich zu IT-Systemkaufleuten liegt der Fokus deutlich stärker auf technisch-praktischen Fertigkeiten statt auf vertrieblichen oder kaufmännischen Inhalten.

Systemtechnik und NetzwerktechnikAnwendungsentwicklung / SoftwareentwicklungIT-Sicherheit und DatenschutzWirtschafts- und GeschäftsprozesseEnglisch für IT-Berufe

IHK-Prüfung & Abschluss

Teil 1 der Abschlussprüfung liegt am Ende des zweiten Ausbildungsjahres, etwa im 18. Monat, und besteht aus einer 90-minütigen schriftlichen Prüfung zu IT-Grundlagen, Netzwerktechnik und Projektmethodik, die mit 20 Prozent in die Gesamtnote einfließt. Im vierten Ausbildungshalbjahr folgt Teil 2 mit dem betrieblichen Abschlussprojekt von 70 Stunden Bearbeitungszeit inklusive Dokumentation (50 Prozent), einem anschließenden 30-minütigen Fachgespräch über das Projekt (10 Prozent), der schriftlichen Prüfung Planen und Umsetzen (90 Minuten, 10 Prozent) sowie Wirtschaft und Soziales (60 Minuten, 10 Prozent). Zum Bestehen sind im Gesamtergebnis mindestens 50 Punkte notwendig, und kein einzelner gewichteter Prüfungsbereich darf unter 30 Punkte fallen.

Prüfungsthemen

  • Netzwerktechnik und Systemadministration (TCP/IP, VLANs, DNS, DHCP)
  • Softwareentwicklung und Programmierung (OOP, Algorithmen, Datenbankanbindung)
  • IT-Sicherheit und Datenschutz (BSI-Grundschutz, DSGVO)
  • Projektplanung und -management (Lastenheft, Pflichtenheft, Scrum, Gantt-Chart)
  • Betriebssysteme und Virtualisierung (Linux, Windows Server, VMware)
  • Wirtschafts- und Sozialkunde (Arbeitsrecht, Betriebswirtschaft)

Karriere nach der Ausbildung

Nach der Ausbildung sind folgende Weiterbildungen besonders verbreitet: Geprüfter IT-Entwickler IHK, Techniker Fachrichtung Informatik oder Systemtechnik an Fachschulen sowie der berufsbegleitende Bachelor of Science Informatik oder Wirtschaftsinformatik an Fachhochschulen. Wer in Führungsrichtungen strebt, kann den Fachwirt für Informationstechnik IHK oder den IT-Projektleiter (PMI, IPMA) erwerben. Nach fünf bis zehn Jahren sind Positionen wie IT-Projektleiter, Teamleiter Softwareentwicklung, IT-Architect oder Head of IT realistisch. Gehälter steigen typischerweise von ca. 35.000–45.000 EUR brutto/Jahr beim Einstieg auf 60.000–90.000 EUR bei erfahrenen Spezialisten oder in Führungsrollen. Spezialisierungen in Cloud-Architekturen, Cybersecurity, KI/Machine Learning oder DevOps sind besonders nachgefragt.

Aufstiegsfortbildung nach der Ausbildung

Bewerbungstipps

Da beliebte Betriebe früh zusagen, sollte die Bewerbung mindestens 12 Monate vorher, also bereits im Herbst des Vorjahres, verschickt werden. Die Mappe umfasst Anschreiben, tabellarischen Lebenslauf, Schulzeugnisse und gegebenenfalls Nachweise über Praktika oder eigene Programmierprojekte, ein GitHub-Link ist dabei ein echter Pluspunkt. Viele Unternehmen setzen einen IHK-Einstellungstest oder eigene Online-Tests zu Mathematik, Logik und IT-Grundkenntnissen ein. Im Vorstellungsgespräch werden oft technische Einstiegsfragen gestellt, etwa zur Erklärung des OSI-Modells oder zum Unterschied zwischen TCP und UDP. Wer nachweislich eigene Projekte programmiert, mit Raspberry-Pi-Experimenten gearbeitet oder sich in Coding-Communitys engagiert hat, überzeugt Ausbilder besonders, ebenso zählen Begeisterung für Technologie und strukturiertes Denken.

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Ratgeber

Je nach Fachrichtung entwickeln Fachinformatiker Software in Sprachen wie Python, Java oder JavaScript, konfigurieren Server und Netzwerkkomponenten oder richten VPN-Tunnel und automatisierte CI/CD-Pipelines mit Docker ein. Die BBiG-Ausbildung dauert 3 Jahre und wird mit 620 bis 1.100 Euro vergütet, Berufseinsteiger erzielen anschließend rund 3.200 Euro monatlich. Die Arbeit findet überwiegend im Büro oder Rechenzentrum statt, gelegentlich auch remote.

Häufige Fragen

Wie viel verdient man als Fachinformatiker in der Ausbildung?
Das Ausbildungsgehalt als Fachinformatiker liegt bei etwa 620–1.100 Euro pro Monat. Nach der Ausbildung liegt das Einstiegsgehalt bei etwa 3.200 Euro monatlich.
Wie lange dauert die Ausbildung zum Fachinformatiker?
Die duale Ausbildung zum Fachinformatiker dauert regulär 3 Jahre. In dieser Zeit wechselst du zwischen Berufsschule und Ausbildungsbetrieb.
Welche Fachrichtungen gibt es beim Fachinformatiker?
Der Ausbildungsberuf Fachinformatiker ist in vier Fachrichtungen unterteilt: Anwendungsentwicklung, Systemintegration, Daten- und Prozessanalyse sowie Digitale Vernetzung. Die Fachrichtung wird zu Beginn der Ausbildung festgelegt und bestimmt den inhaltlichen Schwerpunkt im dritten Ausbildungsjahr sowie die Abschlussprüfung.
Welchen Schulabschluss braucht man für eine Ausbildung zum Fachinformatiker?
Gesetzlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. In der Praxis stellen die meisten Betriebe jedoch Bewerber mit mittlerem Schulabschluss oder Abitur ein, da Kenntnisse in Mathematik und Logik wichtig sind. Bewerbungen mit Hauptschulabschluss sind möglich, wenn entsprechende technische Vorkenntnisse oder IT-Interessen nachgewiesen werden können.
In welchen Branchen und bei welchen Arbeitgebern arbeiten Fachinformatiker?
Fachinformatiker sind in nahezu allen Wirtschaftsbereichen gefragt, da IT-Infrastruktur branchenübergreifend benötigt wird. Typische Arbeitgeber sind IT-Dienstleister, Softwareunternehmen, Banken und Versicherungen, Industriebetriebe sowie Behörden und öffentliche Verwaltungen. Besonders groß ist die Nachfrage bei IT-Beratungsunternehmen und in der Automobilindustrie.
Welche Weiterbildungs- und Studienmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung?
Nach der Ausbildung stehen zahlreiche Wege offen: Über die IHK kann man sich zum Geprüften IT-Kaufmann, IT-System-Elektroniker oder Technischen Fachwirt weiterqualifizieren. Mit der Ausbildung und Berufserfahrung ist auch ein Studium möglich – viele Hochschulen ermöglichen den Hochschulzugang über eine abgeschlossene Berufsausbildung, etwa in Informatik oder Wirtschaftsinformatik.

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