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FachwirtWirtschaft & VerwaltungBBiG §53,54

Wirtschaftsfachwirt

Der Wirtschaftsfachwirt (IHK) ist eine Aufstiegsfortbildung für kaufmännisch ausgebildete Fachkräfte, die sich umfassendes betriebswirtschaftliches und strategisches Wissen aneignen. Sie befähigt zur Übernahme von Führungs- und Managementaufgaben in Unternehmen verschiedener Branchen und Größen.

Aufbauend auf: Industriekaufmann

Dauer

3 Monate

oder 12 Mon. Teilzeit

Lehrgangskosten

2.500–5.900 €

Gehalt danach

ab 2.500 €

nach Abschluss

Prüfung

Fachwirtprüfung

Was machst du als Wirtschaftsfachwirt?

Als Wirtschaftsfachwirt bist du für die Planung, Steuerung und Überwachung von Geschäftsprozessen, die Kostenverantwortung und strategische Entscheidungen zuständig. Du leitest Teams und Abteilungen, optimierst Geschäftsabläufe und berichtest dem Management. Du arbeitest an Projekten mit, entwickelst betriebliche Konzepte und trägst zur Unternehmensrentabilität bei.

Wo arbeitest du?

Industrie- und Handelsunternehmen, Finanzdienstleister, Versicherungen, öffentliche Verwaltung, Logistik- und Handelskonzerne, Mittelständische Betriebe, Beratungsunternehmen und Großhandelsbetriebe verschiedenster Branchen wie Maschinenbau, Einzelhandel, Fahrzeugindustrie oder Dienstleistungssektor.

Voraussetzungen

Erforderlich ist ein anerkannter Berufsabschluss in einem kaufmännischen oder verwaltenden Beruf (z.B. Kaufmann im Einzelhandel, Industriekaufmann, Bankfachwirt) sowie in der Regel mindestens ein Jahr einschlägige Berufspraxis. Alternativ können Lehrgangsteilnehmer ohne anerkannten Berufsabschluss mit mindestens fünf Jahren Berufserfahrung zugelassen werden.

Was lernst du in der Fortbildung?

Du erwirbst vertiefte Kenntnisse in Betriebswirtschaftslehre, Rechnungswesen, Controlling, Personalmanagement und Unternehmensführung. Weitere Inhalte sind Volks- und Marktlehre, Recht, Marketing, Supply-Chain-Management sowie strategisches und operatives Management. Die Fortbildung vermittelt Handlungskompetenzen für komplexe Managementaufgaben.

Fachwirtprüfung & Abschluss

Die Wirtschaftsfachwirt-Prüfung wird von der IHK durchgeführt und besteht aus vier schriftlichen Prüfungsbereichen (je 120 Minuten) und einer mündlichen Prüfung (60 Minuten). Die schriftlichen Prüfungsbereiche sind: Volks- und Betriebswirtschaft, Rechnungswesen, Recht und Steuern, sowie Wirtschaftsbezogene Qualifikationen. Die mündliche Prüfung besteht aus einer Präsentation und Fachgespräch zu einem betrieblichen Projekt.

Prüfungsthemen

  • Betriebswirtschaftslehre und Unternehmensführung
  • Rechnungswesen, Controlling und Finanzmanagement
  • Volkswirtschaftslehre, Marktlehre und Wettbewerb
  • Personalwirtschaft, Recht und Steuern

Karriere nach der Fortbildung

Nach Abschluss eröffnen sich Wege in Führungspositionen wie Abteilungsleiter, Projektmanager oder Geschäftsführer. Du kannst dich selbstständig machen, bist berechtigt, Auszubildende zu betreuen und zu prüfen, und hast Zugang zu akademischen Weiterbildungen. Der Wirtschaftsfachwirt ist auch Anrechnung für betriebswirtschaftliche Studiengänge möglich.

Förderung

Der Wirtschaftsfachwirt (IHK) ist nach dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG, "Meister-BAföG") förderungsfähig. Förderfähig sind Lehrgang und Prüfung mit bis zu 75% der Kosten, zinslose Darlehen sind ebenfalls möglich.

Ratgeber

Der Wirtschaftsfachwirt ist eine Aufstiegsfortbildung nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG, §§ 53–54) und wird von der IHK angeboten. Der Vollzeitlehrgang dauert etwa 3 Monate, in Teilzeit rund 12 Monate, die Lehrgangskosten liegen zwischen 2.500 und 5.900 Euro. Nach bestandener Prüfung verdienen Wirtschaftsfachwirte durchschnittlich zwischen 2.500 und 3.500 Euro brutto monatlich.

Häufige Fragen

Welche Voraussetzungen muss ich für die Fortbildung zum Wirtschaftsfachwirt erfüllen?
Voraussetzung ist in der Regel ein anerkannter Berufsabschluss in einem kaufmännischen oder verwaltenden Beruf, beispielsweise als Kaufmann im Einzelhandel, Industriekaufmann oder Bankkaufmann, sowie mindestens ein Jahr einschlägige Berufspraxis. Alternativ können Bewerber ohne formalen Berufsabschluss zur Prüfung zugelassen werden, wenn sie eine ausreichend lange einschlägige Berufstätigkeit – üblicherweise fünf Jahre – nachweisen können.
Kann die Fortbildung zum Wirtschaftsfachwirt finanziell gefördert werden?
Ja, die Fortbildung wird durch das Aufstiegs-BAföG (früher: Meister-BAföG) nach dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG) gefördert. Dabei können bis zu 50 % der Lehrgangs- und Prüfungskosten als Zuschuss gewährt werden, der nicht zurückgezahlt werden muss. Den verbleibenden Anteil kann man als zinsgünstiges Darlehen erhalten, das bei bestandener Prüfung teilweise erlassen wird.
Welche Karrieremöglichkeiten bietet der Abschluss als Wirtschaftsfachwirt?
Mit dem Abschluss qualifizieren sich Absolventen für Führungspositionen wie Abteilungsleiter, Projektmanager oder Geschäftsführer in kaufmännischen und verwaltenden Bereichen. Darüber hinaus berechtigt der Abschluss zur Ausbildung von Auszubildenden im Betrieb und eröffnet die Möglichkeit zur Selbstständigkeit. Der Wirtschaftsfachwirt wird zudem als Anrechnungsvoraussetzung für weiterführende IHK-Fortbildungen wie den Geprüften Betriebswirt anerkannt.
Berechtigt der Wirtschaftsfachwirt zum Studium an einer Hochschule?
Ja, der Abschluss als Wirtschaftsfachwirt eröffnet in Deutschland den Zugang zu einem Hochschulstudium. Absolventen mit bestandener IHK-Fortbildungsprüfung auf dieser Ebene erhalten gemäß der Kultusministerkonferenz eine allgemeine Hochschulzugangsberechtigung für ein fachlich einschlägiges Studium. Viele Hochschulen rechnen zudem bereits erbrachte Prüfungsleistungen auf das Studium an, was die Studiendauer verkürzen kann.