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Zimmerermeister

Der Zimmerermeister ist eine Aufstiegsfortbildung im Handwerk, die Zimmerern eine umfassende Qualifikation für Führungsaufgaben vermittelt. Mit diesem Abschluss darf man Betriebe leiten, Auszubildende ausbilden und ist berechtigt, sich selbstständig zu machen.

Aufbauend auf: Zimmerer

Dauer

12 Monate

oder 24 Mon. Teilzeit

Lehrgangskosten

7.500–10.000 €

Gehalt danach

ab 4.100 €

nach Abschluss

Prüfung

Meisterprüfung

Was machst du als Zimmerermeister?

Als Zimmerermeister leitest du einen Handwerksbetrieb oder Betriebsabteilung, planst und kalkulierst komplexe Bauprojekte im Holzbau, koordinierst Arbeitsteams und Fachkräfte, und trägst Verantwortung für Qualität und Termineinhaltung. Du berätst Kunden, verhandelt mit Lieferanten und Behörden, und übernimmst Aufgaben in Arbeitssicherheit und Personalentwicklung.

Wo arbeitest du?

Zimmerei- und Holzbaubetriebe, Bauunternehmen mit Holzbau-Sparten, Dachdeckerei-Betriebe, Fertighausunternehmen, Restaurierungs- und Denkmalsanierungsfirmen, große Bauträger und Projektentwickler mit eigenen Bauleistungen

Voraussetzungen

Abgeschlossene Berufsausbildung zum Zimmerer und mindestens 3 Jahre Berufserfahrung (oder 5 Jahre ohne abgeschlossene Ausbildung mit einschlägiger Tätigkeit) sind erforderlich. Teilweise wird auch ein Hauptschulabschluss oder gleichwertiger Schulabschluss verlangt.

Was lernst du in der Fortbildung?

Du erlernst tiefgreifende Kenntnisse in Konstruktion, Statik und Bautechnik des Holzbaus, Projektmanagement und Kalkulation, betriebswirtschaftliche Grundlagen sowie Unternehmensführung. Zusätzlich werden dir Qualitätssicherung, Sicherheitsstandards und pädagogische Kompetenzen für die Ausbildung vermittelt.

Meisterprüfung & Abschluss

Die Prüfung wird von der Handwerkskammer (HWK) durchgeführt und besteht aus vier Teilen: Praktische Meisterprüfung (Meisterstück), Fachtheorie, Betriebswirtschaft sowie Berufs- und Arbeitspädagogik. Die Prüfung dauert mehrere Wochen und ist modular aufgebaut.

Prüfungsthemen

  • Meisterstück: Entwurf und Ausführung eines komplexen Holzbauwerks
  • Fachtheorie: Konstruktion, Statik, Baustoffe, Technische Zeichnungen
  • Betriebswirtschaft und Unternehmensführung: Kalkulation, Buchführung, Betriebsorganisation
  • Berufs- und Arbeitspädagogik: Ausbildungsfähigkeit, Personalführung, Arbeitsschutz und Unfallverhütung

Karriere nach der Fortbildung

Nach dem Abschluss kannst du deinen eigenen Handwerksbetrieb gründen und leiten, wirst Betriebsleiter oder Bauleiter in größeren Unternehmen, übernimmst Positionen als Ausbilder oder Betriebsrat, oder spezialisierst dich weiter durch Zusatzqualifikationen in Energiebau oder Denkmalsanierung.

Förderung

Über das Aufstiegs-BAföG (AFBG) werden Lehrgangs- und Prüfungsgebühren einkommensunabhängig gefördert: 50% Zuschuss plus zinsgünstiges KfW-Darlehen, davon nochmals 50% Erlass bei bestandener Prüfung; regional zusätzlich Meisterboni (z.B. Bayern 3.000 €).

Ratgeber

Der Zimmerermeister ist eine Aufstiegsfortbildung nach der Handwerksordnung (HwO). Der Vollzeitlehrgang dauert etwa 12 Monate, in Teilzeit rund 24 Monate; die Lehrgangskosten liegen bei 7.500 bis 10.000 Euro. Nach bestandener Meisterprüfung verdienen Zimmerermeister durchschnittlich zwischen 4.100 und 4.700 Euro brutto monatlich.

Häufige Fragen

Welche Voraussetzungen muss ich für die Zimmerermeister-Fortbildung erfüllen?
In der Regel ist eine abgeschlossene Berufsausbildung zum Zimmerer sowie mindestens drei Jahre einschlägige Berufserfahrung erforderlich. Wer keine abgeschlossene Ausbildung vorweisen kann, muss in der Regel fünf Jahre nachgewiesene Tätigkeit im Zimmererhandwerk mitbringen. Viele Bildungsträger verlangen zudem einen Hauptschulabschluss oder einen gleichwertigen Schulabschluss.
Gibt es finanzielle Förderung für die Zimmerermeister-Fortbildung?
Ja, die Fortbildung kann über das Aufstiegs-BAföG (ehemals Meister-BAföG) nach dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG) gefördert werden. Dabei sind Zuschüsse von bis zu 50 Prozent der Lehrgangs- und Prüfungskosten möglich; der verbleibende Betrag kann als zinsgünstiges Darlehen beantragt werden. Das Darlehen wird bei Bestehen der Prüfung zusätzlich um 50 Prozent erlassen.
Welche Karrieremöglichkeiten eröffnet der Zimmerermeister-Abschluss?
Mit dem Zimmerermeister darf man einen eigenständigen Handwerksbetrieb im zulassungspflichtigen Zimmererhandwerk gründen und in die Handwerksrolle eintragen lassen. Alternativ stehen Positionen als Betriebs- oder Bauleiter in größeren Bau- und Holzbauunternehmen offen. Darüber hinaus berechtigt der Abschluss zur Ausbildung von Lehrlingen und ermöglicht Spezialisierungen etwa im energieeffizienten Holzbau oder in der Denkmalsanierung.
Kann ich mit dem Zimmerermeister studieren oder einen Hochschulzugang erlangen?
Ja, der Meisterabschluss ist in allen Bundesländern der allgemeinen Hochschulreife gleichgestellt und berechtigt zum Studium an Fachhochschulen und Universitäten ohne zusätzliche Aufnahmeprüfung. Besonders relevant sind Studiengänge wie Bauingenieurwesen, Holztechnik oder Architektur. Einige Hochschulen bieten zudem verkürzte Studiengänge speziell für Meisterabsolventen an.