🧭AG
Alle BerufeBerufs-CheckRatgeber★ Merkliste
← Alle Berufe
Wirtschaft und VerwaltungBBiG

Kaufmann für Büromanagement

Kaufleute für Büromanagement organisieren und koordinieren alle administrativen Abläufe in Unternehmen und Behörden. Sie bearbeiten Schriftverkehr, verwalten Termine, unterstützen die Buchhaltung und kommunizieren mit Kunden und Lieferanten. Der Beruf eignet sich für Menschen mit Organisationstalent, die gerne vielseitige Aufgaben übernehmen und sowohl am Schreibtisch als auch im direkten Kontakt mit Kollegen und Geschäftspartnern arbeiten möchten.

Ausbildungsdauer

3 Jahre

Azubi-Gehalt

550–900 €

pro Monat

Einstiegsgehalt

ab 2400 €

nach der Ausbildung

Prüfung

IHK-Abschluss

Was machst du als Kaufmann für Büromanagement?

Der Arbeitstag beginnt meist mit der Bearbeitung der eingehenden Post und E-Mails über Microsoft Outlook: Anfragen werden gesichtet, weitergeleitet oder direkt beantwortet. Rechnungen werden in SAP oder DATEV erfasst, Angebote in Word oder Excel erstellt und Termine im digitalen Kalender koordiniert. Morgens finden häufig kurze Abstimmungen mit Abteilungsleitern statt, um den Tagesablauf zu planen. Nachmittags steht oft die Bearbeitung von Bestellvorgängen im Warenwirtschaftssystem, die Pflege von Kundenstammdaten in CRM-Systemen wie Salesforce oder Microsoft Dynamics sowie die Vorbereitung von Meetings und Präsentationen mit PowerPoint auf dem Programm. Typische Beispielaufgaben: die vollständige Abwicklung eines Reisekostenberichts gemäß Unternehmensrichtlinien oder die eigenständige Erstellung und Versendung einer Auftragsbestätigung an einen Geschäftskunden. Man arbeitet eng mit der Buchhaltung, dem Vertrieb und der Geschäftsführung zusammen, häufig im Büro, seltener im Homeoffice.

Wo arbeitest du?

Kaufleute für Büromanagement werden in nahezu jeder Branche benötigt: Industrie- und Handelsunternehmen (z. B. Siemens, Bosch, REWE-Gruppe), Versicherungen und Banken, Arzt- und Anwaltspraxen, Steuerberatungskanzleien, Handwerksbetriebe sowie Bundes-, Landes- und Kommunalbehörden. Sowohl Klein- und Mittelständische Unternehmen als auch Konzerne bilden aus. Der Fachkräftebedarf in der allgemeinen Verwaltung ist konstant hoch; gut ausgebildete Bürokaufleute mit SAP- oder DATEV-Kenntnissen sind besonders gefragt.

Voraussetzungen

Empfohlen wird ein mittlerer Schulabschluss (Realschulabschluss), da die kaufmännischen und rechtlichen Inhalte sowie die Textverarbeitung ein gutes Sprachverständnis und logisches Denken voraussetzen. Wichtige Schulfächer sind Deutsch (schriftlicher Ausdruck, DIN 5008), Mathematik (Prozent- und Zinsrechnung, Tabellenkalkulation) und ggf. Englisch für internationale Korrespondenz. Personal sollte Organisationstalent, Sorgfalt und Diskretion mitbringen, da häufig vertrauliche Unternehmensdaten verwaltet werden. Kommunikationsstärke, Serviceorientierung im Umgang mit Kunden und Lieferanten sowie ein sicherer Umgang mit digitalen Medien und Office-Software sind entscheidend.

Was lernst du in der Ausbildung?

Im ersten Lehrjahr stehen Grundlagen der Büroorganisation im Mittelpunkt: Postbearbeitung, professionelle Geschäftskorrespondenz nach DIN 5008, Grundlagen der kaufmännischen Steuerung sowie der Umgang mit Microsoft Office (Word, Excel, Outlook). Außerdem werden rechtliche Grundlagen des Ausbildungsverhältnisses und einfache buchhalterische Buchungssätze eingeführt. Im zweiten und dritten Lehrjahr vertiefen Auszubildende die Inhalte in zwei frei wählbaren Wahlqualifikationen, beispielsweise Auftragssteuerung und -koordination, kaufmännische Steuerung und Kontrolle, Personalwirtschaft, Assistenz und Sekretariat oder Öffentlichkeitsarbeit. Verglichen mit dem Kaufmann für Groß- und Außenhandelsmanagement liegt der Schwerpunkt nicht auf Warenströmen, sondern auf internen Büroprozessen, Kommunikation und Verwaltungsabläufen. Lernfelder umfassen außerdem Datenschutz (DSGVO), Bürowirtschaft sowie Entgeltabrechnung.

Bürowirtschaft und OrganisationKaufmännische Steuerung und KontrolleInformationsverarbeitung / TextverarbeitungWirtschafts- und SozialkundeWahlqualifikationsbezogener Fachunterricht

IHK-Prüfung & Abschluss

Die Ausbildung endet mit einer zweiteiligen gestreckten Abschlussprüfung (GAP) nach BBiG. Teil 1 findet im zweiten Ausbildungsjahr statt (ca. Frühjahr, Mitte des 2. Lehrjahres). Er umfasst einen schriftlichen Prüfungsbereich 'Informationsverarbeitung' (60 Minuten) sowie eine 'Büromanagementprozesse'-Prüfung (90 Minuten schriftlich). Teil 1 zählt mit 25 % zur Gesamtnote. Teil 2 findet am Ende des dritten Lehrjahres statt. Er besteht aus: - 'Kundenbeziehungsprozesse' (schriftlich, 90 Minuten) – 30 % Gewichtung - Wahlqualifikation 1 (schriftlich, 45 Minuten) – 10 % - Wahlqualifikation 2 (mündlich/praktisch als Fachaufgabe mit Fachgespräch, ca. 20 Minuten Vorbereitung + 15 Minuten Gespräch) – 20 % - 'Wirtschafts- und Sozialkunde' (schriftlich, 45 Minuten) – 15 % Zum Bestehen müssen alle Prüfungsbereiche mindestens mit 'ausreichend' (50 Punkte von 100) bewertet werden; kein Bereich darf ungenügend sein.

Prüfungsthemen

  • Büroorganisation und Informationsverarbeitung (MS Office, digitale Kommunikation)
  • Büromanagementprozesse (Postbearbeitung, Terminmanagement, Ablageorganisation)
  • Kundenbeziehungsprozesse (Auftragsabwicklung, Korrespondenz, Reklamationsbearbeitung)
  • Kaufmännische Steuerung und Kontrolle (Buchführung, Kostenrechnung, DATEV)
  • Personalwirtschaft (Entgeltabrechnung, Personalverwaltung)
  • Wirtschafts- und Sozialkunde (Arbeitsrecht, Sozialversicherung, Wirtschaftssystem)
  • Datenschutz und Datensicherheit (DSGVO, betriebliche Compliance)

Karriere nach der Ausbildung

Nach der Ausbildung sind typische Weiterbildungen der Fachwirt für Büro- und Projektorganisation (IHK) oder der Kaufmännische Fachwirt (IHK). Mit etwas Berufserfahrung bieten sich der Verwaltungsfachwirt (für den öffentlichen Dienst) oder der Betriebswirt (IHK) an. Für Führungsambitionen ist der Weg über ein berufsbegleitendes Studium in Betriebswirtschaftslehre (B.A. BWL), Business Administration oder Wirtschaftsrecht sinnvoll. Nach 5–10 Jahren sind Positionen wie Büroleitung, Assistenz der Geschäftsführung, Teamleitung Verwaltung oder Office-Manager realistisch. Spezialisierungen in Personalwirtschaft, Buchhaltung oder Projektmanagement (z. B. Zertifikat PRINCE2 oder PMP) erhöhen das Gehalt auf 2.800–4.200 EUR brutto monatlich.

Bewerbungstipps

Die Bewerbung sollte 12–18 Monate vor Ausbildungsbeginn (August/September) eingereicht werden, also spätestens bis Oktober/November des Vorjahres. Die Bewerbungsmappe enthält Anschreiben, tabellarischen Lebenslauf, aktuelles Schulzeugnis und ggf. Praktikumsbescheinigungen. Viele Unternehmen und Behörden setzen einen IHK-Einstellungstest oder einen internen Eignungstest ein, der Rechtschreibung, Textverständnis, Grundrechenarten und logisches Denken prüft. Im Vorstellungsgespräch werden Fragen zur Motivation, Organisationsfähigkeit und Kenntnissen in Microsoft Office gestellt. Punkten können Bewerber mit nachgewiesenen EDV-Kenntnissen (Word, Excel), erkennbarer Sorgfalt in den Bewerbungsunterlagen (korrekte DIN-5008-Formatierung!), Praktikumserfahrung im Bürobereich und einem überzeugenden Auftreten beim Telefonkontakt oder erstem E-Mail-Austausch.

Ratgeber

Der Kaufmann für Büromanagement ist ein 3-jähriger anerkannter Ausbildungsberuf nach BBiG mit IHK-Abschluss. Das Ausbildungsgehalt liegt je nach Betrieb und Lehrjahr zwischen 550 und 900 Euro monatlich. Berufseinsteiger verdienen nach der Ausbildung durchschnittlich ab 2.400 Euro brutto monatlich.

Häufige Fragen

Welcher Schulabschluss ist für die Ausbildung zum Kaufmann für Büromanagement erforderlich?
Gesetzlich vorgeschrieben ist kein bestimmter Schulabschluss. In der Praxis bevorzugen viele Betriebe Bewerber mit mittlerem Schulabschluss (Realschulabschluss), jedoch werden auch Hauptschulabsolventen mit guten Noten ausgebildet. Abiturienten und Fachabiturenten bewerben sich ebenfalls häufig für diesen Beruf.
In welchen Branchen und bei welchen Arbeitgebern kann man als Kaufmann für Büromanagement arbeiten?
Kaufleute für Büromanagement sind branchenübergreifend einsetzbar und finden Stellen in nahezu allen Wirtschaftsbereichen. Typische Arbeitgeber sind Industrieunternehmen, Handwerksbetriebe, Versicherungen, Behörden, Anwaltskanzleien, Steuerberatungsbüros sowie Non-Profit-Organisationen. Der Beruf gehört damit zu den vielseitigsten kaufmännischen Ausbildungsberufen in Deutschland.
Welche Weiterbildungs- und Studienmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung?
Nach der Ausbildung sind zahlreiche Weiterbildungswege möglich, etwa zum Fachwirt für Büro- und Projektorganisation (IHK) oder zum Betriebswirt (IHK). Mit der Ausbildung und entsprechender Berufserfahrung ist in einigen Bundesländern auch der Zugang zur Fachhochschule möglich. Darüber hinaus bieten viele Hochschulen berufsbegleitende Studiengänge in Betriebswirtschaft oder Verwaltungsmanagement an.

Ähnliche Berufe in Wirtschaft und Verwaltung

Investmentfondskaufmann

Investmentfondskaufleute arbeiten im Herzen der Finanzbranche und verwalten Investmentfonds, betreuen institutionelle sowie private Anleger und wirken an der Portfolioverwaltung mit. Der Beruf verbindet fundiertes Finanzwissen mit gesetzlichem Regulierungswissen (KAGB, MiFID II). Er eignet sich für Menschen mit ausgeprägtem Zahlenverständnis, Interesse an Kapitalmärkten und analytischem Denkvermögen.

3 Jahre →

Kaufmann im Einzelhandel

Kaufleute im Einzelhandel beraten Kunden in Geschäften und Filialen, übernehmen Waren, präsentieren Sortimente und wickeln Kassiervorgänge ab. Der Beruf verbindet direkten Kundenkontakt mit kaufmännischen und organisatorischen Aufgaben wie Bestandsmanagement und Warenpräsentation. Er eignet sich besonders für kommunikationsstarke Menschen, die gerne mit Menschen arbeiten und ein Gespür für Trends, Waren und Verkaufsprozesse mitbringen.

3 Jahre →

Kaufmann für Versicherungen und Finanzen

Kaufleute für Versicherungen und Finanzen beraten Privat- und Geschäftskunden zu Versicherungsprodukten, Vorsorgelösungen und Finanzdienstleistungen. Sie analysieren den Absicherungsbedarf, erstellen Angebote und wickeln Versicherungsverträge sowie Schadenfälle ab. Der Beruf eignet sich für kommunikationsstarke Menschen mit Interesse an Wirtschaft, Mathematik und rechtlichen Zusammenhängen, die gerne beratend tätig sind.

3 Jahre →

Buchhändler

Buchhändlerinnen und Buchhändler verkaufen Bücher, Hörbücher, E-Books und Presseartikel in Buchhandlungen, Verlagen oder im Versandhandel. Der Beruf verbindet Literaturleidenschaft mit kaufmännischem Denken: Sortimentsgestaltung, Kundenberatung und Veranstaltungsorganisation prägen den Alltag. Er eignet sich besonders für Menschen, die gerne lesen, kommunikationsfreudig sind und Freude an Beratung und kreativer Präsentation haben.

3 Jahre →