🧭AG
← Alle Berufe

Fachkraft für Zahnmedizinische Angelegenheiten

Die Fachkraft für Zahnmedizinische Angelegenheiten unterstützt Zahnärzte und Kieferorthopäden beim Praxisbetrieb, bei der Patientenbetreuung und bei administrativen Aufgaben. Der Beruf verbindet medizinisches Fachwissen mit Kommunikationsstärke und Organisationstalent. Er eignet sich besonders für Menschen, die einerseits Freude an direktem Patientenkontakt haben und andererseits strukturierte Verwaltungs- und Abrechnungsaufgaben schätzen.

Diese Berufsbezeichnung ist offiziell nicht mehr aktuell — der Ausbildungsberuf heißt heute Zahnmedizinischer Fachangestellter

Ausbildungsdauer

3 Jahre

Azubi-Gehalt

620–900 €

pro Monat

Einstiegsgehalt

ab 2.400 €

nach der Ausbildung

Prüfung

IHK-Abschluss

Was machst du als Fachkraft für Zahnmedizinische Angelegenheiten?

Morgens bereiten Fachkräfte für Zahnmedizinische Angelegenheiten die Behandlungsräume vor: Sie legen sterile Instrumente wie Spiegel, Sonden und Bohrer auf, füllen Verbrauchsmaterialien wie Watterollen, Absaugkanülen und Polierpaste auf und aktivieren Geräte wie den Röntgenapparat oder die Behandlungseinheit. Anschließend werden Patientenakten im Praxisverwaltungssystem (z. B. Dampsoft, Evident oder z1) aufgerufen und Tagesabläufe koordiniert. Beim Empfang begrüßen sie Patienten, erfassen Versicherungsdaten und erklären Behandlungsabläufe. Am Behandlungsstuhl assistieren sie dem Zahnarzt durch Absaugen, Anmischen von Alginat oder Kompositmaterialien sowie durch das Anreichen von Instrumenten. Nachmittags übernehmen sie Abrechnungsaufgaben: Sie codieren Leistungen nach BEMA (gesetzlich Versicherte) oder GOZ (Privatzahner), erstellen Heil- und Kostenpläne und kommunizieren mit Krankenkassen. Zudem kümmern sie sich um die Aufbereitung von Instrumenten im Autoklav gemäß Hygieneplan und dokumentieren Sterilisationschargen. Die Arbeit findet überwiegend in der Zahnarztpraxis statt; enger Kontakt besteht zum Praxisteam, Dentallaboren und Krankenkassen.

Wo arbeitest du?

Fachkräfte für Zahnmedizinische Angelegenheiten arbeiten überwiegend in niedergelassenen Zahnarztpraxen und kieferorthopädischen Praxen. Zunehmend werden sie in Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) mit zahnmedizinischem Schwerpunkt eingesetzt, bei denen Ketten wie Dental21, Zahnarzt direkt oder regionale MVZ-Verbünde als Arbeitgeber auftreten. Vereinzelt bieten auch Kassenzahnärztliche Vereinigungen (KZV) und Dentaldepots Tätigkeitsfelder. Im Bereich Fachkräftemangel ist die Branche deutlich angespannt; gut ausgebildete Fachkräfte werden bundesweit gesucht.

Voraussetzungen

Ein mittlerer Schulabschluss wird empfohlen, da umfangreiche Abrechnungskenntnisse und das Verständnis medizinischer Zusammenhänge ein solides Allgemeinbildungsniveau voraussetzen. Zu den wichtigen Fächern zählen Deutsch für Patientenkommunikation und Dokumentation, Mathematik für Abrechnungsberechnungen und Kostenpläne, Biologie für die Anatomie des Mundraums sowie Sozialkunde. Persönlich gefragt sind Einfühlungsvermögen und Geduld im Umgang mit Angstpatienten, Genauigkeit bei Dokumentation und Abrechnung sowie Teamfähigkeit und ein gepflegtes Erscheinungsbild. Berührungsängste mit Blut oder dentalen Materialien sollten nicht vorhanden sein.

Was lernst du in der Ausbildung?

Im 1. Lehrjahr werden Grundlagen der Anatomie und Physiologie des Mundraums, der Zahnaufbau sowie grundlegende Hygienevorschriften nach dem Infektionsschutzgesetz vermittelt. Azubis lernen den Umgang mit zahnärztlichen Instrumenten, Grundkenntnisse in der Abrechnung (BEMA-Systematik) und die Bedienung von Praxisverwaltungssoftware. Im 2. Lehrjahr vertieft sich die Assistenz am Behandlungsstuhl: Abdrucknahme, Anmischen von Zementmaterialien, Röntgenassistenz und Strahlenschutzkunde stehen im Vordergrund. Dazu kommen GOZ-Abrechnung und Privatrechnungsstellung. Im 3. Lehrjahr spezialisieren sich Azubis auf Qualitätsmanagement, Praxisorganisation und erweiterte Abrechnungskenntnisse inklusive kieferorthopädischer Leistungspositionen. Diese Ausbildung unterscheidet sich von der Zahnmedizinischen Fachangestellten (ZFA) durch den stärkeren Fokus auf administrative, betriebswirtschaftliche und verwaltungsseitige Aspekte des Praxisbetriebs.

Zahnmedizinische Grundlagen und HygienelehreAbrechnungslehre (BEMA/GOZ)Praxisorganisation und VerwaltungWirtschafts- und SozialkundeDeutsch/Kommunikation

IHK-Prüfung & Abschluss

Die Abschlussprüfung besteht aus zwei Teilen. Teil 1, die Zwischenprüfung, findet etwa im 18. Monat, zur Mitte des zweiten Lehrjahres, statt und prüft schriftlich in 90 Minuten Grundlagen der Hygiene, Anatomie, Instrumentenkunde und einfache BEMA-Abrechnung. Teil 2 folgt am Ende des dritten Lehrjahres mit vier Prüfungsbereichen: Zahnmedizinische Assistenz und Hygiene schriftlich mit 90 Minuten (30 %), Abrechnung und Verwaltung schriftlich mit 120 Minuten (35 %), Praxisorganisation und Qualitätsmanagement schriftlich mit 60 Minuten (20 %) sowie eine praktische Arbeitsaufgabe inklusive Fachgespräch von rund 30 Minuten (15 %). Zum Bestehen sind in jedem Bereich mindestens 50 von 100 Punkten erforderlich, und kein Prüfungsbereich darf unter 30 Punkte fallen.

Prüfungsthemen

  • BEMA- und GOZ-Abrechnung sowie Heil- und Kostenpläne
  • Hygiene, Sterilisation und Infektionsschutz in der Zahnarztpraxis
  • Anatomie und Physiologie des Kausystems und der Mundschleimhaut
  • Praxisverwaltungssoftware und Patientendatenverwaltung
  • Qualitätsmanagement und Praxisorganisation
  • Röntgenkunde und Strahlenschutz
  • Patientenkommunikation und Beschwerdemanagement

Karriere nach der Ausbildung

Nach der Ausbildung bieten sich mehrere Weiterbildungswege an: Die Aufstiegsfortbildung zur Zahnmedizinischen Verwaltungsassistentin (ZMV) der Kassenzahnärztlichen Vereinigung (KZV) qualifiziert für Leitungsaufgaben in Verwaltung und Abrechnung. Eine Weiterbildung zur Praxismanagerin ermöglicht die eigenverantwortliche Leitung größerer Praxen oder MVZ-Strukturen. Alternativ können Fachkräfte über den zweiten Bildungsweg ein Studium in Gesundheitsmanagement (B.A.), Health Care Management (B.Sc.) oder Betriebswirtschaft im Gesundheitswesen anschließen. Nach 5–10 Jahren Berufserfahrung sind Positionen wie Praxismanagerin, Teamleiterin in einem medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) oder Referentin bei Krankenkassen realistisch. Das Monatsbrutto steigt mit Zusatzqualifikation auf 2.800–3.500 EUR.

Bewerbungstipps

Der ideale Bewerbungszeitraum liegt zwischen Oktober und Januar für einen Ausbildungsbeginn im folgenden Herbst, also rund 12–18 Monate vor dem Start. Zur Mappe gehören Anschreiben, tabellarischer Lebenslauf, die Schulzeugnisse der letzten zwei Jahre sowie gegebenenfalls Nachweise über Praktika in einer Zahnarztpraxis. Im Vorstellungsgespräch werden Kenntnisse über den Praxisablauf, die Motivation zur Patientenbetreuung und Grundkenntnisse in Hygiene erwartet, und einige Praxen setzen einen Einstellungstest zu Deutsch und Mathematik ein. Praktikumserfahrung in einer Zahnarztpraxis ist ein starkes Auswahlkriterium, denn sie zeigt Ausbildern, dass der Bewerber mit dem Berufsalltag vertraut ist und keine Berührungsängste gegenüber zahnmedizinischen Materialien oder Behandlungssituationen hat.

Werbung
Professionelle Bewerbungsunterlagen erstellen lassen -- Die Bewerbungsschreiber

Mehr Tipps: Bewerbung für die Ausbildung schreiben →

Ratgeber

Am Behandlungsstuhl assistieren Fachkräfte für Zahnmedizinische Angelegenheiten beim Absaugen und Anmischen von Materialien wie Alginat, erfassen Patientendaten in Systemen wie Dampsoft und rechnen zahnärztliche Leistungen nach BEMA oder GOZ ab. Die dreijährige Ausbildung nach BBiG wird mit 620 bis 900 Euro vergütet, der Einstieg danach liegt bei etwa 2.400 Euro. Zudem bereiten sie Instrumente im Autoklav gemäß Hygieneplan auf.

Häufige Fragen

Wie viel verdient man als Fachkraft für Zahnmedizinische Angelegenheiten in der Ausbildung?
Das Ausbildungsgehalt als Fachkraft für Zahnmedizinische Angelegenheiten liegt bei etwa 620–900 Euro pro Monat. Nach der Ausbildung liegt das Einstiegsgehalt bei etwa 2.400 Euro monatlich.
Wie lange dauert die Ausbildung zum Fachkraft für Zahnmedizinische Angelegenheiten?
Die duale Ausbildung zum Fachkraft für Zahnmedizinische Angelegenheiten dauert regulär 3 Jahre. In dieser Zeit wechselst du zwischen Berufsschule und Ausbildungsbetrieb.
Gibt es Spezialisierungen oder Fachrichtungen in diesem Beruf?
Die Ausbildung zur Fachkraft für Zahnmedizinische Angelegenheiten ist nicht in offizielle Fachrichtungen unterteilt. Allerdings können sich Fachkräfte im Berufsalltag auf bestimmte Bereiche wie Abrechnung, Prophylaxe oder Praxisorganisation spezialisieren, je nach Schwerpunkt des Ausbildungsbetriebs.
Welcher Schulabschluss wird für die Ausbildung benötigt?
Formal ist kein bestimmter Schulabschluss gesetzlich vorgeschrieben. In der Praxis bevorzugen viele Ausbildungsbetriebe Bewerber mit einem mittleren Schulabschluss (Realschulabschluss), jedoch haben auch Hauptschulabsolventen mit guten Noten gute Chancen auf einen Ausbildungsplatz.
Bei welchen Arbeitgebern und in welchen Branchen ist man als Fachkraft für Zahnmedizinische Angelegenheiten tätig?
Die Mehrheit der Fachkräfte arbeitet in Zahnarztpraxen, kieferorthopädischen Praxen oder zahnmedizinischen Versorgungszentren. Darüber hinaus kommen auch Einsatzorte in Kliniken mit zahnmedizinischen Abteilungen, Krankenkassen oder im Dentalhandel infrage.
Welche Weiterbildungs- und Studienmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung?
Nach der Ausbildung stehen verschiedene Weiterbildungswege offen, etwa zur Dentalhygienikerin, zur zahnmedizinischen Verwaltungsassistenz oder zur geprüften Praxismanagerin. Wer ein Studium anstrebt, kann über die Berufserfahrung und bestimmte Zugangsvoraussetzungen ein Studium im Bereich Gesundheitsmanagement oder Public Health aufnehmen.

Ähnliche Berufe in Gesundheit, Körperpflege, Soziales

Orthoptist

Orthoptisten sind spezialisierte Fachkräfte im Bereich der Augenheilkunde, die Sehstörungen, Schielerkrankungen und Störungen der Augenbeweglichkeit diagnostizieren und behandeln. Die Ausbildung verbindet medizinisches Fachwissen mit therapeutischer Arbeit an Patienten aller Altersgruppen – von Säuglingen bis zu Senioren. Besonders geeignet ist der Beruf für Menschen mit hohem Einfühlungsvermögen, handwerklichem Geschick und naturwissenschaftlichem Interesse.

3 Jahre →

Augenoptiker

Augenoptiker fertigen und passen Sehhilfen individuell an – von der Refraktionsbestimmung über die Brillenglasauswahl bis zur Kontaktlinsenanpassung. Der Beruf verbindet handwerkliche Präzision mit medizinischem Fachwissen und intensiver Kundenberatung. Er eignet sich für Menschen, die technisches Geschick, ein Auge für Design und echtes Interesse an Gesundheitsthemen mitbringen.

3 Jahre →

Logopäde

Logopäden diagnostizieren und behandeln Sprach-, Sprech-, Stimm- und Schluckstörungen bei Kindern, Erwachsenen und älteren Menschen. Die Ausbildung verbindet medizinisches Fachwissen mit therapeutischen Kompetenzen und pädagogischem Geschick. Der Beruf eignet sich für Menschen, die kommunikativ, einfühlsam und wissenschaftlich interessiert sind und direkt mit Menschen arbeiten möchten.

3 Jahre →

Präparator

Präparatoren konservieren, präparieren und restaurieren biologische und naturkundliche Objekte wie Tierpräparate, Skelette, Herbarsätze oder geologische Exponate für Museen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Der Beruf verbindet handwerkliche Präzision mit naturwissenschaftlichem Fachwissen in Anatomie, Chemie und Ökologie. Er eignet sich für Menschen mit Interesse an Naturkunde, Biologie und kunsthandwerklicher Arbeit.

3 Jahre →