Die Bewerbung ist für viele die erste echte Hürde auf dem Weg zur Ausbildung. Dabei muss sie gar nicht perfekt sein, sondern klar, ehrlich und gut aufgebaut. Hier findest du Schritt für Schritt, worauf es bei Anschreiben, Lebenslauf und Bewerbungsmappe ankommt.
Die Bewerbungsphase beginnt für viele Ausbildungsberufe früher, als man denkt. Große Unternehmen und beliebte Berufe schreiben ihre Plätze teilweise schon ein Jahr im Voraus aus, bei kleineren Betrieben und im Handwerk geht es dagegen oft kurzfristiger zu. Als Faustregel gilt: Wer im Sommer die Schule beendet, fängt am besten schon im Herbst des Vorjahres mit der Bewerbung an. Trotzdem lohnt sich auch später noch eine Initiativbewerbung, denn viele Plätze werden erst kurzfristig neu besetzt, zum Beispiel weil andere Bewerber wieder abspringen.
Eine vollständige Bewerbung für die Ausbildung besteht normalerweise aus Anschreiben, tabellarischem Lebenslauf und Kopien der wichtigsten Zeugnisse, meist die letzten ein bis zwei aus der Schule. Ein Deckblatt mit Foto ist kein Muss, wird aber in vielen Ratgebern empfohlen, weil es einen ordentlichen ersten Eindruck macht und alle Kontaktdaten übersichtlich zeigt. Ein Bewerbungsfoto selbst ist rechtlich nicht vorgeschrieben, Unternehmen dürfen es also nicht verlangen. Trotzdem entscheiden sich die meisten Bewerber freiwillig dafür.
Ein gutes Anschreiben passt auf eine Seite und hat einen klaren Aufbau: Einleitung, Hauptteil, Schluss. Der größte Fehler dabei ist ein Anschreiben, das für jeden beliebigen Beruf passen würde, weil es zu allgemein bleibt. Viele Personaler entscheiden schon nach den ersten zwei Sätzen, wie aufmerksam sie weiterlesen. Ein konkreter Einstieg zahlt sich deshalb doppelt aus.
Die meisten Ausbildungsbewerber haben noch keine klassische Berufserfahrung, und das ist völlig normal. Im Lebenslauf zählen stattdessen Praktika, Nebenjobs, Ehrenamt und passende Schulfächer, tabellarisch aufgelistet und mit der neuesten Station zuerst. Ein bis zwei Seiten reichen aus. Wichtiger als Vollständigkeit ist, dass alles auf einen Blick verständlich bleibt.
Zu den häufigsten Fehlern zählen austauschbare Standardsätze, eine falsche oder ganz fehlende persönliche Anrede, Rechtschreibfehler und ein Anschreiben, dem man ansieht, dass es unverändert an mehrere Firmen ging. Auch ein Anschreiben über einer Seite oder ein Lebenslauf mit unerklärten Lücken wirkt schnell unvorbereitet. Am besten liest jemand anderes noch einmal gegen, Eltern, Lehrer oder Freunde zum Beispiel, denn Kleinigkeiten übersieht man bei den eigenen Texten fast immer, egal wie oft man selbst drüberliest.
Die meisten Unternehmen bevorzugen heute die Bewerbung per E-Mail oder über ein Online-Portal, das ist mittlerweile Standard und für beide Seiten schneller. Wichtig dabei: alle Dokumente in einem einzigen, klar benannten PDF statt in mehreren Einzeldateien, und die Dateigröße möglichst unter 5 MB halten. Eine klassische Papiermappe wird nur noch selten verlangt, meist von kleineren oder eher traditionellen Betrieben. Am sichersten ist ein Blick in die Stellenausschreibung, dort steht in der Regel, was erwartet wird.
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