Präparator
Präparatoren konservieren, präparieren und restaurieren biologische und naturkundliche Objekte wie Tierpräparate, Skelette, Herbarsätze oder geologische Exponate für Museen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Der Beruf verbindet handwerkliche Präzision mit naturwissenschaftlichem Fachwissen in Anatomie, Chemie und Ökologie. Er eignet sich für Menschen mit Interesse an Naturkunde, Biologie und kunsthandwerklicher Arbeit.
Ausbildungsdauer
3 Jahre
Azubi-Gehalt
500–850 €
pro Monat
Einstiegsgehalt
ab 2.400 €
nach der Ausbildung
Prüfung
Staatliche Prüfung
Was machst du als Präparator?
Präparatoren arbeiten in Labors, Werkstätten und Präparationsräumen von Naturkundemuseen, zoologischen Sammlungen oder universitären Instituten. Der Arbeitsalltag beginnt morgens häufig mit der Vorbereitung von Tierkörpern oder Skeletten: Häute werden mit Skalpellen und Präparierbesteck abgezogen, Knochen mit Wasserstoffperoxid gebleicht und entfettet, Weichteile mit Formalinlösungen oder durch Lyophilisierung (Gefriertrocknung) konserviert. Spezialsoftware und Messinstrumente helfen bei der maßgenauen Dokumentation von Präparaten. Nachmittags steht häufig das Modellieren und Montieren im Vordergrund: Kunstaugen werden eingesetzt, Tierhäute auf Schaumstoff- oder Polyurethan-Träger aufgezogen und mit Taxidermie-Klebstoffen befestigt. Zwei konkrete Beispielaufgaben sind das Dermoplastikpräparat eines Greifvogels (Balg aufbereiten, Körper modellieren, Pose rekonstruieren) oder die Mazerierung eines Fischskeletts im Wasserbad. Die Zusammenarbeit erfolgt eng mit Biologen, Kuratoren und Restauratoren.
Wo arbeitest du?
Präparatoren arbeiten überwiegend in Naturkundemuseen (z. B. Museum für Naturkunde Berlin, Senckenberg Frankfurt, Naturalis Leiden), zoologischen und botanischen Sammlungen, Universitätsinstituten für Zoologie und Anatomie sowie in zoologischen Gärten und veterinärmedizinischen Hochschulen. Freiberufliche Tätigkeit für private Sammler oder Jagdpräparatoren ist ebenfalls möglich. Der Beruf ist sehr nischig mit nur wenigen hundert Auszubildenden bundesweit; qualifizierte Fachkräfte sind gefragt.
Voraussetzungen
Wer als Präparator arbeiten möchte, bringt im Idealfall einen Realschulabschluss mit, weil chemische und biologische Fachkenntnisse sowie präzises Arbeiten nach wissenschaftlichen Standards zum Berufsbild gehören. Biologie, Chemie und Kunst zählen zu den relevanten Schulfächern. Fingerfertigkeit, Geduld und Detailgenauigkeit sind unverzichtbar, ebenso wie ein grundlegendes Interesse an Naturkunde, Tieren und wissenschaftlichem Arbeiten. Da der Umgang mit Tierkadavern und Chemikalien zum Alltag gehört, sollten Bewerber belastbar sein und eine gewisse Geruchstoleranz mitbringen.
Was lernst du in der Ausbildung?
Im ersten Lehrjahr stehen anatomische Grundlagen im Vordergrund: Tieranatomie, Grundkenntnisse in Zoologie und Botanik, Arbeitssicherheit beim Umgang mit Chemikalien (Formalin, Azeton, Bleichmittel), Werkzeugkunde (Skalpelle, Sägen, Sprühpistolen) sowie erste einfache Konservierungstechniken wie das Trockenpräparieren von Insekten und Herbarpflanzen. Im zweiten und dritten Lehrjahr vertiefen Auszubildende die Dermoplastik (Säugetiere, Vögel, Reptilien), Skelettierungsverfahren (Mazerierung, Mazeration mit Käfern), Restaurierung beschädigter Präparate, das Gießen von Abgüssen mit Silikon und Gips sowie Präparation botanischer und geologischer Sammlungsobjekte. Anders als Tierpfleger oder Biologielaboranten beherrschen Präparatoren das vollständige handwerkliche und chemische Konservierungshandwerk für dauerhafte Sammlungsobjekte.
Staatliche Prüfung & Abschluss
Etwa im 18. Monat, zur Mitte des zweiten Lehrjahres, findet die Zwischenprüfung statt: schriftlich 120 Minuten zu Grundlagen der Konservierung, Anatomie und Arbeitssicherheit, ergänzt durch eine rund dreistündige praktische Aufgabe wie das einfache Präparieren eines Kleintierpräparats oder das Herbarisieren von Pflanzen. Am Ende des dritten Lehrjahres folgt die Abschlussprüfung (Teil 2) mit vier Bausteinen: Die praktische Arbeitsaufgabe, etwa ein Dermoplastikpräparat oder eine Skelettierung, nimmt rund zwei Arbeitstage in Anspruch und macht 50 % der Note aus. Hinzu kommen die schriftliche Prüfung Fachkunde und Technologie mit 150 Minuten (25 %), die schriftliche Prüfung Wirtschafts- und Sozialkunde mit 60 Minuten (10 %) sowie ein 20-minütiges Fachgespräch zur praktischen Aufgabe (15 %). Zum Bestehen sind in jedem Prüfungsbereich mindestens 30 Punkte und insgesamt mindestens 50 von 100 Punkten erforderlich.
Prüfungsthemen
- Dermoplastik und Taxidermie (Säugetiere, Vögel, Reptilien)
- Skelettierungsverfahren (Mazerierung, Mazeration, Käfermazerierung)
- Konservierungschemikalien und Arbeitssicherheit (Formalin, Azeton, H2O2)
- Tieranatomie und Morphologie
- Restaurierung und Pflege naturkundlicher Sammlungsobjekte
- Botanische und geologische Präparation
- Wirtschafts- und Sozialkunde
Karriere nach der Ausbildung
Nach der Ausbildung können Präparatoren den staatlich geprüften Techniker in der Fachrichtung Biologie oder eine Weiterbildung zum Restaurator für naturkundliche Sammlungen (Studium an Kunsthochschulen, z. B. HfBK Dresden) anstreben. Ein Biologiestudium (B.Sc. Biologie) oder ein Studium der Museologie an der HTW Berlin ergänzt die praktische Ausbildung ideal. Nach 5–10 Jahren sind Positionen als Sammlungsleiter, leitender Präparator oder Ausbilder in Museen und Instituten realistisch. Spezialisierungen bestehen in Paläontologie (Fossilienpräparation), botanischer Präparation, forensischer Entomologie oder der Restaurierung historischer Sammlungsobjekte. Das Gehalt steigt mit Führungsverantwortung auf 3.000–4.500 EUR brutto.
Bewerbungstipps
Weil Stellen in Naturkundemuseen und Instituten sehr rar sind, sollte die Bewerbung schon 12–18 Monate vor dem Start im September vorbereitet werden. Neben Anschreiben, Lebenslauf und Schulzeugnissen zählt ein Motivationsschreiben mit Bezug zur Biologie oder zu eigenen naturkundlichen Erfahrungen wie Insektensammlungen oder Vogelberingung. Im Vorstellungsgespräch werden Kenntnisse in Biologie und Chemie sowie praktische Erfahrungen geprüft, und manche Einrichtungen verlangen vorab ein Praktikum. Konkrete Eigenprojekte wie eine Insektenpräparation oder ein selbst angelegtes Herbarium wirken besonders überzeugend, ebenso Belastbarkeit im Umgang mit tierischen Materialien und echte Begeisterung für naturwissenschaftliche Sammlungen. Ein Schnupperpraktikum in einem Naturkundemuseum wird dringend empfohlen.
Ratgeber
In Museum, Labor oder universitärem Institut konservieren Präparatorinnen und Präparatoren Tierkörper und Skelette, bleichen Knochen, modellieren Dermoplastiken und montieren Präparate für Sammlungen. Die dreijährige, landesrechtlich geregelte Ausbildung wird mit 500 bis 850 Euro vergütet, der Einstieg liegt bei rund 2.400 Euro.
Häufige Fragen
Wie viel verdient man als Präparator in der Ausbildung?
Wie lange dauert die Ausbildung zum Präparator?
Welche Fachrichtungen gibt es in der Ausbildung zum Präparator?
Welcher Schulabschluss wird für die Ausbildung zum Präparator benötigt?
In welchen Branchen und bei welchen Arbeitgebern arbeiten Präparatoren?
Welche Weiterbildungs- und Studienmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung?
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