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Augenoptiker

Augenoptiker fertigen und passen Sehhilfen individuell an – von der Refraktionsbestimmung über die Brillenglasauswahl bis zur Kontaktlinsenanpassung. Der Beruf verbindet handwerkliche Präzision mit medizinischem Fachwissen und intensiver Kundenberatung. Er eignet sich für Menschen, die technisches Geschick, ein Auge für Design und echtes Interesse an Gesundheitsthemen mitbringen.

Ausbildungsdauer

3 Jahre

Azubi-Gehalt

500–900 €

pro Monat

Einstiegsgehalt

ab 2.200 €

nach der Ausbildung

Prüfung

IHK-Abschluss

Was machst du als Augenoptiker?

Der Arbeitsalltag spielt sich im Augenoptikfachgeschäft ab – am Beratungstresen, in der Werkstatt und am Messplatz. Morgens beginnt der Tag häufig mit der Vorbereitung der Messgeräte wie Autorefraktometer, Spaltlampe oder Hornhautradius-Messgerät. Dann folgen Kundenberatungen: Du ermittelst den Visus (Sehschärfe) und führst eine subjektive Refraktion durch, um Fehlsichtigkeiten wie Myopie, Hyperopie oder Astigmatismus zu bestimmen. Anschließend berätst du Kunden bei der Brillenfassungsauswahl und erklärst die Unterschiede zwischen Einstärken-, Gleitsicht- oder Sondergläsern. Nachmittags liegt der Fokus häufig auf Werkstattarbeit: Du schliffst Brillengläser mit CNC-Schleifautomaten (z. B. Schneider oder Huvitz), zentrumst Gläser mithilfe des Zentriergeräts und fassst sie in Brillenfassungen ein. Ein weiterer wichtiger Teil ist die Kontaktlinsenanpassung: Du misst Hornhautradien aus und wählst geeignete formstabile oder weiche Kontaktlinsen aus. Du arbeitest eng mit Augenärzten zusammen und kommunizierst regelmäßig mit Brillenglas- und Fassungslieferanten.

Wo arbeitest du?

Augenoptiker arbeiten überwiegend in inhabergeführten Augenoptikfachgeschäften sowie bei Filialketten wie Fielmann, Apollo-Optik, Pro Optik oder Pearle. Weitere Arbeitgeber sind Kliniken mit augenoptischen Abteilungen, Rehabilitationszentren für Sehbehinderte sowie Industrieunternehmen im Bereich Brillenglasherstellung (z. B. Zeiss, Rodenstock, Essilor). In Deutschland herrscht ein spürbarer Fachkräftemangel – besonders qualifizierte Optometristen und Meister sind sehr gefragt.

Voraussetzungen

Ein guter Realschulabschluss wird empfohlen, da die Ausbildung mathematische und naturwissenschaftliche Kenntnisse in Physik, Optik und Geometrie voraussetzt. Mathematik, Physik und Biologie zählen entsprechend zu den wichtigen Schulfächern. Für die präzise Glasbearbeitung sind handwerkliches Geschick und feine Fingerfertigkeit unerlässlich. Ein ausgeprägtes Farbempfinden, Stilbewusstsein und Freude an der Kundenberatung gehören ebenso dazu wie Einfühlungsvermögen im Umgang mit Kunden, insbesondere älteren oder sehbehinderten Menschen.

Was lernst du in der Ausbildung?

Im ersten Lehrjahr stehen Grundlagen der Optik im Vordergrund: Strahlenoptik, Linsenberechnung, Brechungsgesetze sowie die Anatomie und Physiologie des Auges. Du lernst den Umgang mit Werkzeugen der Brillenglasbearbeitung und übst das Einschleifen einfacher Gläser. Außerdem werden Grundkenntnisse in Kundenberatung und Warenkunde (Fassungsmaterialien, Glastypen) vermittelt. Im zweiten Lehrjahr vertiefen sich die Refraktionstechniken – sowohl objektiv (Autorefraktometer) als auch subjektiv. Die Kontaktlinsenanpassung wird eingeführt, ebenso die Verarbeitung von Gleitsichtgläsern und Sondergläsern. Im dritten Lehrjahr folgen Spezialisierungen: Vergrößernde Sehhilfen für Sehbehinderte, Low-Vision-Versorgung, Sportoptik und betriebswirtschaftliche Themen wie Kalkulation, Einkauf und Reklamationsmanagement. Diese Ausbildung unterscheidet sich vom Optiker durch den starken Fokus auf individuelle Anpassung und medizinisches Grundwissen statt auf rein kaufmännische Tätigkeiten.

Augenoptik und OptometrieTechnologie der BrillenanfertigungKundenberatung und VerkaufWirtschafts- und BetriebslehreMathematik und Physik

IHK-Prüfung & Abschluss

Die Abschlussprüfung besteht aus zwei Teilen. Teil 1 findet etwa im 18. Monat, zur Mitte des zweiten Ausbildungsjahres, statt: eine rund dreistündige praktische Werkstückaufgabe, bei der ein Brillenglas eingeschliffen und gefasst wird, sowie ein 90-minütiger schriftlicher Teil zu Optik und Technologie. Teil 2 folgt am Ende des dritten Lehrjahres und umfasst vier Bereiche: die praktische "Augenoptische Versorgungs- und Beratungssituation" mit Kundenberatung und Refraktion von 60 Minuten samt anschließendem Fachgespräch von rund 15 Minuten (50 % Gewichtung), den schriftlichen Bereich "Augenoptik und Optometrie" mit 150 Minuten (25 %), "Brillenanfertigung" schriftlich mit 90 Minuten (15 %) sowie "Wirtschafts- und Sozialkunde" schriftlich mit 60 Minuten (10 %). Zum Bestehen muss jeder Bereich mit mindestens 50 von 100 Punkten abschließen.

Prüfungsthemen

  • Refraktionsbestimmung und Optometrie
  • Brillenglasberechnung und Zentrierung
  • Kontaktlinsenanpassung und -pflege
  • Anatomie und Physiologie des Auges
  • Brillenanfertigung und Glasbearbeitung
  • Werkstoffkunde (Fassungen und Gläser)
  • Wirtschafts- und Sozialkunde

Karriere nach der Ausbildung

Nach der Ausbildung bieten sich zahlreiche Weiterbildungen: Der staatlich geprüfte Augenoptikermeister (HwK) ermöglicht die Betriebseröffnung und Ausbildereignung. Alternativ kann der Abschluss als Staatlich geprüfter Optometrist (z. B. an der Höheren Berufsfachschule) angestrebt werden. Weitere Optionen sind ein Bachelorstudium in Augenoptik/Optometrie an der Hochschule Aalen, Jena oder Berlin (FHWS) oder ein Studium der Orthoptik. Nach 5–10 Jahren sind Positionen als Filialleiter, Werkstattleiter oder selbstständiger Augenoptikermeister realistisch. Spezialisierungen in Low-Vision-Versorgung, Kontaktlinsenanpassung oder Kinderoptometrie sind gefragt. Das Gehalt steigt nach Meisterabschluss auf 2.800–3.800 EUR brutto monatlich.

Aufstiegsfortbildung nach der Ausbildung

Bewerbungstipps

Da der Ausbildungsstart meist am 1. August oder 1. September liegt, sollte die Bewerbung zwischen Oktober und Januar, also etwa 9–12 Monate vorher, eingereicht werden. Zur Mappe gehören Anschreiben, Lebenslauf, letztes Schulzeugnis und gegebenenfalls Praktikumsnachweise. Im Vorstellungsgespräch wird häufig nach räumlichem Vorstellungsvermögen, Interesse an Physik und Affinität zur Modebranche gefragt, und manche Betriebe oder die Handwerkskammer setzen einen Einstellungstest mit Aufgaben zu Mathematik, Physik und Logik ein. Ein vorheriges Praktikum im Augenoptikbetrieb verschafft klare Vorteile. Wer zusätzlich Grundkenntnisse zu Fassungsformen und Marken zeigt oder sich bereits mit Sehkorrektur-Apps beschäftigt hat, demonstriert echtes Interesse und überzeugt Ausbilder nachhaltig.

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Mehr Tipps: Bewerbung für die Ausbildung schreiben →

Ratgeber

Am Messplatz und in der Werkstatt dreht sich der Alltag von Augenoptikern um Sehschärfe, Refraktion und Brillenanpassung: Sie ermitteln Fehlsichtigkeiten mit Autorefraktometer und Spaltlampe, schleifen Gläser an CNC-Automaten und passen Kontaktlinsen an. Die dreijährige BBiG-Ausbildung wird mit 500 bis 900 Euro vergütet, der Einstieg danach liegt bei rund 2200 Euro.

Häufige Fragen

Wie viel verdient man als Augenoptiker in der Ausbildung?
Das Ausbildungsgehalt als Augenoptiker liegt bei etwa 500–900 Euro pro Monat. Nach der Ausbildung liegt das Einstiegsgehalt bei etwa 2.200 Euro monatlich.
Wie lange dauert die Ausbildung zum Augenoptiker?
Die duale Ausbildung zum Augenoptiker dauert regulär 3 Jahre. In dieser Zeit wechselst du zwischen Berufsschule und Ausbildungsbetrieb.
Gibt es Spezialisierungen im Bereich Augenoptik?
Im Beruf des Augenoptikers gibt es keine formal getrennte Fachrichtungen, jedoch können sich Fachkräfte auf bestimmte Bereiche konzentrieren, etwa Kontaktlinsenanpassung, Sportoptik oder Low-Vision-Versorgung für sehbeeinträchtigte Menschen. Zusatzqualifikationen, beispielsweise als Kontaktlinsenspezialist, lassen sich bereits während oder kurz nach der Ausbildung erwerben.
Welcher Schulabschluss wird für die Ausbildung zum Augenoptiker benötigt?
Formal ist kein bestimmter Schulabschluss gesetzlich vorgeschrieben, in der Praxis stellen die meisten Ausbildungsbetriebe jedoch Bewerber mit mittlerem Schulabschluss (Realschule) oder Abitur ein. Bewerber mit Hauptschulabschluss haben grundsätzlich ebenfalls eine Chance, da handwerkliches Geschick und Interesse an Naturwissenschaften oft wichtiger sind als die Schulform.
In welchen Branchen und bei welchen Arbeitgebern arbeiten Augenoptiker?
Augenoptiker arbeiten überwiegend in Augenoptikfachgeschäften, die von kleinen Inhaberbetrieben bis zu großen Filialketten wie Fielmann, Apollo oder Mister Spex reichen. Darüber hinaus sind Einsätze in Kliniken, bei Augenärzten oder in der optischen Industrie möglich.
Welche Weiterbildungs- und Studienmöglichkeiten bestehen nach der Ausbildung?
Nach der Ausbildung kann die Meisterprüfung zum Augenoptikermeister abgelegt werden, die zur selbstständigen Betriebsführung und Ausbildung berechtigt. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, ein Studium der Augenoptik oder Optometrie (B.Sc.) an einer Fachhochschule aufzunehmen, wobei die Ausbildung häufig angerechnet wird. Eine Meisterqualifikation kann zudem den Zugang zu bestimmten Hochschulstudiengängen ermöglichen.

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