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MeisterHandwerk & BauHwO

Orgel- und Harmoniumbauermeister

Der Orgel- und Harmoniumbauermeister ist eine Handwerksmeister-Fortbildung für qualifizierte Fachkräfte im Orgel- und Harmoniumbauerhandwerk. Sie befähigt zur Betriebsführung, Ausbildung von Lehrlingen und zur Selbstständigkeit in diesem spezialisierten Handwerk.

Dauer

24 Monate

oder 48 Mon. Teilzeit

Lehrgangskosten

3.500–7.000 €

Gehalt danach

ab 2.500 €

nach Abschluss

Prüfung

Meisterprüfung

Was machst du als Orgel- und Harmoniumbauermeister?

Als Orgel- und Harmoniumbauermeister leitest du einen Handwerksbetrieb, planst und überwachst die Herstellung sowie Restaurierung von Orgeln und Harmoniums mit hohem handwerklichem und musikalischem Anspruch. Du führst Betriebsverwaltung durch, bindest Auszubildende an und bist verantwortlich für Qualitätssicherung, Kundenberatung und technische Innovationen im Bereich des Instrumentenbaus.

Wo arbeitest du?

Spezialisierte Orgelbaubetriebe, Instrumentenmanufakturen, Kirchen und Kultureinrichtungen mit Restaurierungsbedarf, Museen, Theater und Konzertsäle, Selbstständigkeit als Meisterbetrieb oder freiberuflicher Restaurator

Voraussetzungen

Abgeschlossene Berufsausbildung im Orgel- und Harmoniumbauerhandwerk sowie mindestens drei Jahre Berufserfahrung in dieser Tätigkeit. Alternativ können Absolventen mit vergleichbarer Vorbildung und entsprechender Berufspraxis zur Prüfung zugelassen werden.

Was lernst du in der Fortbildung?

Du vertiefst dein Fachwissen in Konstruktion, Bau und Restaurierung von Orgeln und Harmoniums, einschließlich Windanlage, Pfeifenwerk und Traktur. Die Ausbildung vermittelt auch Betriebswirtschaft, Kalkulation, Personalführung, Ausbildungspädagogik und moderne Fertigungstechniken sowie Materialkunde für spezialisierte Holzarten und Metalle.

Meisterprüfung & Abschluss

Die Meisterprüfung wird von der zuständigen Handwerkskammer durchgeführt und besteht aus vier Teilen: Betriebswirtschaft und Finanzierung (schriftlich), Designentwicklung und Konstruktion (praktisch), Unternehmensführung und Personalmanagement (schriftlich) sowie ein Unterweisungsprojekt für die Ausbildungsberechtigung.

Prüfungsthemen

  • Konstruktion, Entwurf und Restaurierung von Orgeln und Harmoniums
  • Windanlage, Pfeifenbau und Traktursysteme
  • Materialkunde und historische Bauweisen
  • Betriebswirtschaft, Kalkulation und Personalführung
  • Ausbildungspädagogik und Didaktik
  • Akustik und musikalische Stimmung

Karriere nach der Fortbildung

Nach Abschluss kannst du deinen eigenen Handwerksbetrieb gründen und führen, erhältst die Berechtigung zur Ausbildung von Lehrlingen und kannst in Betriebsleitung aufsteigen. Du kannst auch als Sachverständiger, Restaurator oder spezialisierter Berater für Kulturinstitutionen tätig werden.

Förderung

Diese Fortbildung ist grundsätzlich Aufstiegs-BAföG (Meister-BAföG) förderfähig, sofern die persönlichen Voraussetzungen erfüllt sind.

Ratgeber

Der Orgel- und Harmoniumbauermeister ist eine Aufstiegsfortbildung nach der Handwerksordnung (HwO). Der Vollzeitlehrgang dauert etwa 24 Monate, in Teilzeit rund 48 Monate, die Lehrgangskosten liegen bei 3.500 bis 7.000 Euro. Nach bestandener Meisterprüfung verdienen Orgel- und Harmoniumbauermeister durchschnittlich zwischen 2.500 und 4.000 Euro brutto monatlich.

Häufige Fragen

Welche Voraussetzungen muss ich für die Meisterprüfung im Orgel- und Harmoniumbauerhandwerk erfüllen?
Vorausgesetzt wird in der Regel eine abgeschlossene Berufsausbildung im Orgel- und Harmoniumbauerhandwerk sowie mindestens drei Jahre einschlägige Berufserfahrung. Alternativ können Bewerber mit vergleichbarer Vorbildung und nachgewiesener Berufspraxis zur Prüfung zugelassen werden. Die genauen Zulassungsvoraussetzungen regelt die zuständige Handwerkskammer.
Gibt es finanzielle Förderung für die Meisterausbildung im Orgel- und Harmoniumbauerhandwerk?
Die Fortbildung kann über das Aufstiegs-BAföG (früher Meister-BAföG) nach dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG) gefördert werden. Dabei sind bis zu 15.000 Euro als Maßnahmebeitrag möglich, wovon ein Teil als Zuschuss und ein Teil als zinsgünstiges Darlehen gewährt wird. Zusätzlich besteht bei bestandener Prüfung ein Erlass von 50 Prozent des verbleibenden Darlehens.
Welche Karrieremöglichkeiten eröffnet der Meistertitel im Orgel- und Harmoniumbauerhandwerk?
Mit der Meisterprüfung ist die Eintragung in die Handwerksrolle und damit die selbstständige Führung eines eigenen Betriebs möglich. Zudem berechtigt der Abschluss zur Ausbildung von Lehrlingen und qualifiziert für leitende Positionen in Handwerksbetrieben. Darüber hinaus bestehen spezialisierte Tätigkeitsfelder als Sachverständiger, Restaurator historischer Instrumente oder Berater für Kulturinstitutionen und Kirchen.
Ermöglicht der Meisterabschluss im Orgel- und Harmoniumbauerhandwerk den Zugang zu einem Hochschulstudium?
Ja, der Meisterabschluss wird in allen Bundesländern als allgemeine Hochschulzugangsberechtigung anerkannt und ermöglicht damit ein Studium an Fachhochschulen und Universitäten ohne zusätzliche Aufnahmeprüfung. Besonders relevant sind Studiengänge in Musikinstrumentenbau, Restaurierung, Kulturmanagement oder Ingenieurwissenschaften. Einige Hochschulen bieten zudem spezielle Beratungen für beruflich Qualifizierte an.