🧭AG
AusbildungsberufeWeiterbildungBerufs-CheckRatgeber★ Merkliste
← Alle Weiterbildungen
MeisterHandwerk & BauHwO

Glasveredlermeister

Der Glasveredlermeister ist eine Handwerksmeister-Fortbildung für qualifizierte Fachkräfte aus dem Glashandwerk. Sie befähigt zur Führung eines Glasveredlungsbetriebs, zur Ausbildung von Lehrlingen und zur Selbstständigkeit im Handwerk. Der Abschluss ist bundesweit anerkannt und eröffnet Karrierewege in Betriebsleitung und Unternehmertum.

Dauer

24 Monate

oder 48 Mon. Teilzeit

Lehrgangskosten

3.500–7.000 €

Gehalt danach

ab 2.800 €

nach Abschluss

Prüfung

Meisterprüfung

Was machst du als Glasveredlermeister?

Als Glasveredlermeister leitest du einen Handwerksbetrieb oder eine Abteilung und trägst Verantwortung für Qualität, Produktion und wirtschaftlichen Erfolg. Du planst Projekte, führst Mitarbeiter an, bildest Lehrlinge aus und setzt technische sowie gestalterische Standards um. Zudem berätst du Kunden in Fragen der Glasveredelung und stellst sicher, dass handwerkliche und sicherheitstechnische Normen eingehalten werden.

Wo arbeitest du?

Glasveredlungsbetriebe im Handwerk, spezialisierte Glaskünstler-Werkstätten, Glaserei- und Glasverarbeitungsbetriebe, Kristallglashersteller, Betriebe der Glasherstellung und -veredlung, Interior-Design-Unternehmen mit Glasspezialisierung, sowie selbstständige Meisterbetriebe.

Voraussetzungen

Erforderlich ist ein anerkannter Berufsabschluss als Glasveredler oder eine vergleichbare einschlägige Berufsausbildung im Glashandwerk, mindestens 3 Jahre Berufspraxis (mit bestandener Gesellenprüfung). Bei abweichenden Vorqualifikationen können Berufserfahrung und Eignungsprüfung als Ersatz gelten. Die Anmeldung erfolgt bei der zuständigen Handwerkskammer.

Was lernst du in der Fortbildung?

Die Fortbildung vermittelt spezialisierte Kenntnisse in Glasveredelungstechniken wie Schleifen, Gravieren, Ätzarbeiten und Oberflächenbehandlung. Du erlernst Betriebsführung, Geschäftskalkulation, Personalmanagement und Ausbilderpädagogik. Darüber hinaus werden dir aktuelle Materialwissenschaften, Qualitätskontrolle und CAD-gestützte Planung nahegebracht.

Meisterprüfung & Abschluss

Die Meisterprüfung im Glasveredlerhandwerk wird von der zuständigen Handwerkskammer durchgeführt und besteht aus vier Prüfungsteilen: Prüfungsteil I (Betriebsführung) und II (Betriebsleitung) erfolgen schriftlich, Prüfungsteil III (Meisterstück/Projektarbeit) praktisch und Prüfungsteil IV (Fachtheorie) schriftlich und ggf. praktisch.

Prüfungsthemen

  • Technologie und Gestaltung der Glasveredlung (Schleifen, Gravieren, Ätzen, Oberflächenbehandlung)
  • Materialwissenschaft, Glasarten und Werkstoffeigenschaften
  • Betriebswirtschaft, Kalkulation, Geschäftsprozesse und Qualitätsmanagementsysteme
  • Arbeits- und Sicherheitsschutz, Umweltschutz und berufliche Ausbildung

Karriere nach der Fortbildung

Nach dem Abschluss kannst du einen Handwerksbetrieb führen oder in Selbstständigkeit gehen. Die Meisterqualifikation ermöglicht dir die Anstellung in leitender Position bei größeren Betrieben oder in der Industrie. Du erhältst die Ausbilderberechtigung und kannst Fachkräfte und Lehrlinge anleiten. Zudem eröffnen sich Wege in Beratung, Qualitätssicherung und technische Leitung.

Förderung

Die Meisterfortbildung ist nach dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG, "Meister-BAföG") förderungsfähig. Je nach Einkommensvoraussetzungen können Lehrgangsgebühren und Prüfungsgebühren bezuschusst und Lebensunterhalt gefördert werden.

Ratgeber

Der Glasveredlermeister ist eine Aufstiegsfortbildung nach der Handwerksordnung (HwO). Der Vollzeitlehrgang dauert etwa 24 Monate, in Teilzeit rund 48 Monate, die Lehrgangskosten liegen bei 3.500 bis 7.000 Euro. Nach bestandener Meisterprüfung verdienen Glasveredlermeister durchschnittlich zwischen 2.800 und 3.500 Euro brutto monatlich.

Häufige Fragen

Welche Voraussetzungen muss ich für die Glasveredlermeister-Prüfung erfüllen?
Voraussetzung ist in der Regel ein anerkannter Berufsabschluss als Glasveredler oder eine vergleichbare einschlägige Ausbildung im Glashandwerk sowie mindestens drei Jahre Berufspraxis nach der Gesellenprüfung. Bei abweichender Vorqualifikation kann unter bestimmten Umständen eine Kombination aus nachgewiesener Berufserfahrung und einer Eignungsprüfung als gleichwertig anerkannt werden. Die genauen Zulassungsvoraussetzungen regelt die zuständige Handwerkskammer.
Welche Fördermöglichkeiten gibt es für die Glasveredlermeister-Fortbildung?
Die Fortbildung zum Glasveredlermeister ist über das Aufstiegs-BAföG (früher Meister-BAföG) nach dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG) förderungsfähig. Gefördert werden bis zu 15.000 Euro der Lehrgangs- und Prüfungskosten, davon werden 50 Prozent als Zuschuss und der Rest als zinsgünstiges Darlehen gewährt. Bei erfolgreichem Abschluss werden zusätzlich 50 Prozent des noch ausstehenden Darlehens erlassen.
Welche Karrieremöglichkeiten eröffnet der Glasveredlermeister?
Mit dem Meisterbrief kann man einen eigenen Handwerksbetrieb im zulassungspflichtigen Glasveredlerhandwerk selbstständig führen oder eine leitende Position in größeren Betrieben und der Industrie übernehmen. Die Meisterqualifikation schließt die Ausbildereignung nach der Ausbilder-Eignungsverordnung (AEVO) ein, sodass man berechtigt ist, Auszubildende eigenverantwortlich anzuleiten. Damit verbessern sich sowohl die Einkommensperspektiven als auch die beruflichen Aufstiegschancen erheblich.
Kann ich mit dem Glasveredlermeister studieren?
Ja, der Meisterabschluss verleiht in allen Bundesländern eine allgemeine Hochschulzugangsberechtigung, die zum Studium an Fachhochschulen und Universitäten berechtigt – ohne zusätzliches Abitur. An vielen Hochschulen können darüber hinaus Teile der Berufspraxis auf das Studium angerechnet werden, was die Studiendauer verkürzen kann. Besonders relevant sind Studiengänge wie Betriebswirtschaft, Ingenieurwesen oder Werkstofftechnik.