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MeisterHandwerk & BauHwO

Maler- und Lackierermeister

Der Maler- und Lackierermeister ist eine handwerkliche Aufstiegsfortbildung, die Fachkräfte befähigt, einen Betrieb zu leiten, Mitarbeiter auszubilden und komplexe Projekte im Maler- und Lackierhandwerk zu verantworten. Mit dieser Qualifikation können Absolventen eigenverantwortlich ein Handwerksunternehmen gründen und führen.

Aufbauend auf: Maler und Lackierer

Dauer

8 Monate

oder 27 Mon. Teilzeit

Lehrgangskosten

6.000–10.000 €

Gehalt danach

ab 3.400 €

nach Abschluss

Prüfung

Meisterprüfung

Was machst du als Maler- und Lackierermeister?

Als Maler- und Lackierermeister leitest du deinen eigenen Betrieb oder übernimmst Führungsverantwortung in größeren Unternehmen. Du planst und organisierst Maler- und Lackierarbeiten, führst Mitarbeiter an, bildest Lehrlinge aus und stellst Qualitätsstandards sicher. Darüber hinaus akquirierst du Aufträge, kalkulierst Projekte und verantwortest die kaufmännische Betriebsführung.

Wo arbeitest du?

Malerbetriebe (Innen- und Außenanstrich), Lackiererei- und Industriebetriebe, Fassadengestalter, Restaurierungsbetriebe, Kunsthandwerksbetriebe, Bauplaner und Architekturunternehmen, Bauträger, Facility-Management-Unternehmen und Handwerkskammern als Ausbilder.

Voraussetzungen

Erforderlich ist eine abgeschlossene Berufsausbildung zum Maler und Lackierer mit anschließend mindestens drei Jahren Berufspraxis. Die Zulassung zur Meisterprüfung setzt zudem den Nachweis der erforderlichen persönliche Eignung und fachlichen Qualifikation voraus.

Was lernst du in der Fortbildung?

Du vertiefst dein Wissen in modernen Lacktechnologien, Oberflächenvorbehandlung, Farbenlehre und Beschichtungssystemen. Daneben erlernst du Betriebswirtschaft, Personalführung, Arbeitsschutz und rechtliche Grundlagen des Handwerks. Ein Fokus liegt auf Projektmanagement, Kundenkommunikation und der Ausbildung von Lehrlingen nach pädagogischen Grundlagen.

Meisterprüfung & Abschluss

Die Meisterprüfung wird von der Handwerkskammer durchgeführt und besteht aus vier Teilen: Meisterstückprüfung (praktische Prüfung am Objekt), schriftliche Prüfung (Fachkompetenz), Prüfung der Betriebsführung und Betriebsleitung sowie Prüfung der Berufsausbildung und Arbeitspädagogik.

Prüfungsthemen

  • Meisterstück und praktische Prüfung (Farbgestaltung, Beschichtungstechniken, Oberflächenvorbereitung)
  • Fachtheorie (Lackchemie, Beschichtungssysteme, Handwerkstechniken, Bauphysik)
  • Betriebswirtschaft und Betriebsleitung (Buchhaltung, Kalkulation, Personalwesen, Marketeting)
  • Berufsausbildung und Pädagogik (Ausbildungsmethoden, Arbeitsschutz, Lernpsychologie)

Karriere nach der Fortbildung

Nach dem Abschluss kannst du dich als Maler- und Lackierbetrieb selbstständig machen und hast freie Unternehmerwahl ohne Meisterzwang. Du erhältst die Berechtigung zur Ausbildung von Lehrlingen und kannst Fachkräfte anleiten. In großen Betrieben stehen dir Positionen als Betriebsleiter oder Schichtleiter offen, ebenso Tätigkeiten in Industrie und Handelsvertretung mit höherer Verantwortung.

Förderung

Die Meisterfortbildung ist förderfähig nach dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG, sog. Meister-BAföG) mit Zuschüssen und zinsgünstigen Darlehen für Lehrgang und Prüfung.

Ratgeber

Der Maler- und Lackierermeister ist eine Aufstiegsfortbildung nach der Handwerksordnung (HwO). Der Vollzeitlehrgang dauert etwa 8 Monate, in Teilzeit rund 27 Monate, die Lehrgangskosten liegen bei 6.000 bis 10.000 Euro. Nach bestandener Meisterprüfung verdienen Maler- und Lackierermeister durchschnittlich zwischen 3.400 und 4.600 Euro brutto monatlich.

Häufige Fragen

Welche Voraussetzungen muss ich erfüllen, um den Maler- und Lackierermeister ablegen zu dürfen?
Voraussetzung ist eine abgeschlossene Berufsausbildung zum Maler und Lackierer sowie anschließend mindestens drei Jahre Berufspraxis im Fach. Zusätzlich sind die persönliche Eignung und die fachliche Qualifikation nachzuweisen. In bestimmten Fällen kann auch eine einschlägige Berufserfahrung ohne formalen Ausbildungsabschluss zur Zulassung führen, dies entscheidet die zuständige Handwerkskammer.
Welche Fördermöglichkeiten gibt es für die Meisterausbildung im Maler- und Lackiererhandwerk?
Die Fortbildung kann über das Aufstiegs-BAföG (ehemals Meister-BAföG) nach dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG) gefördert werden. Dabei sind bis zu 15.000 Euro als Maßnahmekosten förderbar, von denen 50 Prozent als Zuschuss und der Rest als zinsgünstiges Darlehen gewährt werden. Bei bestandener Prüfung werden zudem 50 Prozent des verbleibenden Darlehens erlassen. Die Förderung ist unabhängig vom Einkommen und Alter und gilt sowohl für Vollzeit- als auch Teilzeitlehrgänge.
Welche Karrieremöglichkeiten eröffnet der Maler- und Lackierermeister?
Mit dem Meistertitel kannst du einen eigenen Maler- und Lackierbetrieb gründen und bist berechtigt, Auszubildende selbst auszubilden. In größeren Unternehmen stehen Positionen als Betriebsleiter, Schichtleiter oder Oberbauleiter offen. Darüber hinaus ist eine Tätigkeit als Sachverständiger oder Dozent an Berufsschulen und Bildungszentren möglich.
Berechtigt der Maler- und Lackierermeister zum Studium an einer Hochschule?
Ja, der Meisterabschluss gilt in allen Bundesländern als Hochschulzugangsberechtigung und ermöglicht ein Studium an Fachhochschulen und Universitäten ohne vorherige Hochschulreife. Besonders naheliegend sind Studiengänge wie Bauingenieurwesen, Innenarchitektur oder Betriebswirtschaftslehre. Einige Hochschulen bieten zudem verkürzte Studiengänge speziell für Meisterabsolventen an, bei denen Teile der Berufsausbildung angerechnet werden.