🧭AG
AusbildungsberufeWeiterbildungBerufs-CheckRatgeber★ Merkliste
← Alle Weiterbildungen
MeisterHandwerk & BauHwO

Steinmetz- und Steinbildhauermeister

Der Steinmetz- und Steinbildhauermeister ist eine handwerkliche Aufstiegsfortbildung, die Fachleute befähigt, Betriebe zu leiten und Mitarbeiter auszubilden. Sie vermittelt umfassendes Wissen in Gestaltung, Konstruktion, Materialbearbeitung und Betriebswirtschaft im Stein- und Bildhauerhandwerk.

Dauer

6 Monate

oder 24 Mon. Teilzeit

Lehrgangskosten

5.500–8.265 €

Gehalt danach

ab 4.100 €

nach Abschluss

Prüfung

Meisterprüfung

Was machst du als Steinmetz- und Steinbildhauermeister?

Als Meister leitest du einen Steinmetz- und Steinbildhauerbetrieb, planst und überwachst komplexe Projekte von der Entwurfsphase bis zur Fertigstellung. Du verantwortest die Qualität von Grab- und Denkmälern, Fassadenelementen, Kunstwerken und Restaurierungsarbeiten. Du bildest Gesellen und Lehrlinge aus und bist Ansprechpartner für Kunden und Behörden.

Wo arbeitest du?

Selbstständige Steinmetzbetriebe, Restaurierungsfachbetriebe, Friedhofsverwaltungen, Denkmalbehörden, Architektur- und Planungsbüros, Steinbruchbetriebe, Baustoffhandel, Denkmalamtsabteilungen, größere Handwerksbetriebe in Architektur und Innenausstattung

Voraussetzungen

Abgeschlossene Berufsausbildung zum Steinmetz und Steinbildhauer oder in einem anerkannten verwandten Beruf des Steinhandwerks. Drei Jahre Berufspraxis im Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerk nach Ausbildungsende erforderlich (oder sechs Jahre bei fachfremder Ausbildung). Handwerkskammer-Zulassung.

Was lernst du in der Fortbildung?

Du erwirbst tiefes Wissen in künstlerischer Gestaltung, technischer Konstruktion und Materialkunde (Naturstein, Kunststein, Keramik). Du lernst moderne Bearbeitungstechniken, CAD-Anwendung, Denkmalpflege, Restaurierungstechniken sowie Betriebswirtschaft, Kalkulation, Marketing und Arbeitsrecht für Betriebsführung.

Meisterprüfung & Abschluss

Die Prüfung wird von der zuständigen Handwerkskammer durchgeführt und besteht aus vier Teilen: Teil I (Fachpraxis: Gesellenstück/Meisterstück), Teil II (Fachtheorie schriftlich), Teil III (Betriebswirtschaft/Unternehmensführung schriftlich), Teil IV (Berufsausbildung und Mitarbeiterführung schriftlich).

Prüfungsthemen

  • Künstlerische Gestaltung und Entwurfstechniken
  • Stein- und Materialbearbeitung, Oberflächenbearbeitung
  • Restaurierung und Denkmalpflege
  • Betriebswirtschaft, Kalkulation und Unternehmensmanagement
  • Arbeitssicherheit und Umweltschutz
  • Ausbildungspädagogik und Mitarbeiterführung

Karriere nach der Fortbildung

Nach Abschluss kannst du einen eigenen Betrieb gründen oder übernehmen und bist eintragungsfähig in die Handwerksrolle. Du erhältst die Berechtigung zur Ausbildung von Lehrlingen und zur Führung von Gesellen. Leitungspositionen in größeren Steinmetzbetrieben, Restaurierungsfachbetrieben oder bei Behörden (Denkmalbehörden) sind möglich. Weitere Qualifikationen wie Restaurator oder technischer Betriebswirt sind anschließbar.

Förderung

Die Fortbildung ist nach dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG, Meister-BAföG) förderungsfähig. Lehrgangsgebühren und Prüfungsgebühren können bezuschusst werden; zusätzlich kann ein Unterhaltsdarlehen gewährt werden.

Ratgeber

Der Steinmetz- und Steinbildhauermeister ist eine Aufstiegsfortbildung nach der Handwerksordnung (HwO). Der Vollzeitlehrgang dauert etwa 6 Monate, in Teilzeit rund 24 Monate; die Lehrgangskosten liegen zwischen 5.500 und 8.265 Euro. Nach bestandener Meisterprüfung verdienen Steinmetz- und Steinbildhauermeister durchschnittlich zwischen 4.100 und 4.600 Euro brutto monatlich.

Häufige Fragen

Welche Voraussetzungen muss ich für die Steinmetz- und Steinbildhauermeister-Prüfung erfüllen?
Voraussetzung ist eine abgeschlossene Berufsausbildung zum Steinmetz und Steinbildhauer oder in einem anerkannten verwandten Beruf des Steinhandwerks. Zusätzlich sind mindestens drei Jahre Berufspraxis im Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerk nach der Ausbildung erforderlich; bei einer fachfremden Ausbildung verlängert sich diese Frist auf sechs Jahre. Die Zulassung zur Prüfung erteilt die zuständige Handwerkskammer.
Gibt es finanzielle Förderung für die Meisterfortbildung im Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerk?
Die Fortbildung ist über das Aufstiegs-BAföG (früher Meister-BAföG) förderungsfähig. Dabei können bis zu 15.000 Euro der Lehrgangs- und Prüfungskosten bezuschusst werden, wovon ein Teil als Zuschuss (nicht rückzahlungspflichtig) und ein Teil als zinsgünstiges Darlehen gewährt wird. Bei erfolgreichem Abschluss werden zusätzlich 50 Prozent des noch offenen Darlehens erlassen.
Welche Karrieremöglichkeiten eröffnet der Steinmetz- und Steinbildhauermeister?
Mit dem Meistertitel bist du zur Eintragung in die Handwerksrolle berechtigt und kannst einen eigenen Betrieb gründen oder übernehmen. Du erhältst die Ausbildungsberechtigung und darfst Lehrlinge sowie Gesellen eigenverantwortlich führen. Darüber hinaus stehen Leitungspositionen in größeren Steinmetzbetrieben, Restaurierungsfachbetrieben oder bei Behörden und Denkmalpflegeeinrichtungen offen.
Kann ich mit dem Steinmetz- und Steinbildhauermeister studieren?
Ja, der Meisterabschluss gilt in allen Bundesländern als allgemeine Hochschulzugangsberechtigung und ermöglicht ein Studium an Fachhochschulen und Universitäten ohne zusätzliche Aufnahmeprüfung. Besonders relevant sind Studiengänge wie Architektur, Restaurierung, Denkmalpflege oder Ingenieurwesen. Einige Hochschulen bieten zudem verkürzte oder berufsbegleitende Studiengänge speziell für Meisterabsolventen an.