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Ofen- und Luftheizungsbauer

Früher: Backofenbauer

Ofen- und Luftheizungsbauer installieren, bauen und warten Kaminöfen, Kachelöfen, Herde sowie Warmluftanlagen in Wohn- und Gewerbegebäuden. Der Beruf verbindet traditionelles Handwerk mit moderner Heiztechnik und Energieeffizienz. Er eignet sich für Menschen mit handwerklichem Geschick, Interesse an Feuerstättentechnik und Freude an präziser, saubererer Arbeit in Kundenhäusern.

Ausbildungsdauer

3 Jahre

Azubi-Gehalt

530–800 €

pro Monat

Einstiegsgehalt

ab 2.600 €

nach der Ausbildung

Prüfung

IHK-Abschluss

Was machst du als Ofen- und Luftheizungsbauer?

Morgens beginnt der Arbeitstag in der Werkstatt des Handwerksbetriebs mit der Vorbereitung von Materialien: Schamottesteinen, Ofenkacheln, Vermiculite-Dämmstoffen und Feuerbeton werden für den jeweiligen Baustellen-Einsatz zugeschnitten und verladen. Anschließend fahren Ofen- und Luftheizungsbauer zu Kunden, wo sie Kaminöfen, Kachelöfen oder Pelletöfen nach Bauplan aufmauern und montieren. Sie setzen Feuerraumauskleidungen aus Schamottematerial ein, verlegen Rauchrohre in Edelstahl oder Keramik und schließen Öfen fachgerecht an bestehende Schornsteine an. Nachmittags werden Verbindungen zu Lüftungskanälen hergestellt, Dichtungen geprüft und erste Probeheizungen durchgeführt, um Zugverhältnisse und CO-Werte mit Messgeräten wie dem Abgasmessgerät (z. B. Testo 330) zu kontrollieren. Eine typische Aufgabe ist der vollständige Neuaufbau eines Kachelofens inklusive Grundofen, Sichtfenster und Verkleidung. Eine weitere ist die Wartung und Reinigung von Warmluftöfen sowie das Austauschen defekter Dichtungsschnüre und Brennraumteile. Zusammengearbeitet wird eng mit Schornsteinfegern, Fliesenlegern und Kunden.

Wo arbeitest du?

Ofen- und Luftheizungsbauer arbeiten überwiegend in kleinen und mittelständischen Handwerksbetrieben des Ofenbauer-Handwerks, häufig mit 5–30 Mitarbeitern. Typische Arbeitgeber sind spezialisierte Kachelofenbau-Betriebe, Fliesenleger-Ofenbauer-Kombi-Betriebe und Sanitär-Heizung-Klima-Fachbetriebe mit Ofenbauabteilung. Bundesweit bekannte Unternehmensgruppen wie Rika, Brunner oder Lohberger sind als Hersteller relevant. Es besteht deutlicher Fachkräftemangel, da der Beruf ein Nischenhandwerk ist.

Voraussetzungen

Wer diesen Beruf lernen möchte, sollte mindestens einen Hauptschulabschluss mitbringen, besser einen Realschulabschluss. Mathematik für Maßberechnung und Wärmeleistung, Physik zu Wärmelehre und Strömung sowie Werken beziehungsweise Technik zählen zu den wichtigen Schulfächern. Handwerkliches Geschick und räumliches Vorstellungsvermögen sollten mitgebracht werden, da Ofenpläne dreidimensional umgesetzt werden müssen. Sorgfalt und Präzision beim Mauern und Verfugen sind ebenso wichtig wie Zuverlässigkeit im Kundenkontakt und körperliche Belastbarkeit für das Heben schwerer Schamottesteine.

Was lernst du in der Ausbildung?

Im ersten Lehrjahr stehen handwerkliche Grundlagen im Mittelpunkt: Mauern mit Schamotte- und Mauersteinen, Anrühren und Verarbeiten von Ofenputz und Feuerbeton, Grundlagen der Werkstoffkunde (Keramik, Stahl, Dämmstoffe) sowie das Lesen einfacher technischer Zeichnungen und Grundrisse. Sicherheitsvorschriften und der Umgang mit Winkelschleifer, Steinsäge und Maurerkelle werden eingeübt. Im zweiten und dritten Lehrjahr folgt die Vertiefung: Planung und Aufbau kompletter Kachelofensysteme, Installation von Pellet- und Kaminöfen, Verbindung von Feuerungsanlagen mit Zentralheizungen (Ofenheizkessel), Aufbau und Wartung von Warmluft-Heizungsanlagen sowie die Berechnung von Wärmeleistungen nach DIN-Normen. Außerdem werden Abgasmessungen, Zug- und Druckprüfungen und die Abnahme durch den bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger geübt. Im Vergleich zu Klempnern oder Anlagenmechanikern liegt der Fokus stärker auf keramischen Baustoffen und Feuerstättentechnik.

Feuerstättentechnik und OfenbaukundeTechnische Mathematik und WärmelehreBaustoff- und WerkstoffkundeTechnisches Zeichnen und CAD-GrundlagenWirtschafts- und Sozialkunde

IHK-Prüfung & Abschluss

Die Gesellenprüfung gliedert sich nach der Ausbildungsordnung in zwei Teile. Teil 1 findet am Ende des zweiten Ausbildungsjahres statt, meist im Frühjahr, mit einer rund vierstündigen praktischen Arbeitsprobe, etwa der Aufmauerung eines Ofenteils oder dem Verlegen von Rauchrohrverbindungen, sowie einem 60-minütigen schriftlichen Teil zu Grundlagen der Feuerstätten- und Werkstoffkunde. Teil 2 folgt im Frühjahr oder Sommer des letzten Lehrjahres: Die praktische Arbeitsprobe, der Aufbau oder die Reparatur einer Feuerungsanlage, dauert rund 8 Stunden und zählt 40 Prozent, ergänzt durch ein Fachgespräch von 15 bis 20 Minuten zu Planungsgrundlagen, Abgasmessung und Normen (10 Prozent). Dazu kommen die schriftlichen Prüfungen Technologie (90 Minuten, 25 Prozent), Technische Mathematik und Zeichnen (60 Minuten, 15 Prozent) sowie Wirtschafts- und Sozialkunde (60 Minuten, 10 Prozent). Zum Bestehen sind in jedem Bereich mindestens 50 Punkte erforderlich.

Prüfungsthemen

  • Aufbau und Funktion von Kaminöfen und Kachelöfen
  • Schamotte- und feuerfeste Baustoffe, Werkstoffkunde
  • Rauchrohranlagen und Schornsteinanbindung
  • Abgasmessung und Verbrennungslehre (CO, CO2, Zugmessung)
  • Warmluft-Heizungsanlagen und Luftführungssysteme
  • Technische Zeichnungen, Aufmaß und Wärmeleistungsberechnung
  • Normen, Vorschriften (BImSchV, DIN 18895, Kehrordnungen)

Karriere nach der Ausbildung

Nach der Gesellenprüfung ist der direkte Einstieg in Handwerksbetriebe möglich. Als Weiterbildung bietet sich der Meister im Ofen- und Luftheizungsbauerhandwerk (HwK) an, der zur selbstständigen Betriebsführung und Ausbildereignung berechtigt. Alternativ können staatlich geprüfte Techniker für Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik oder ein Studium zum Bachelor of Engineering Energietechnik absolviert werden. Nach 5–10 Jahren sind Positionen als Werkstattleiter, Obermonteur oder selbstständiger Betriebsinhaber realistisch. Spezialisierungen auf Pellet- und Biomassefeuerung, Solarintegration oder denkmalgeschützte Kachelofenrestaurierung sind gefragte Nischen. Das Gehalt steigt mit Meisterbrief auf 3.200–4.500 EUR brutto monatlich.

Aufstiegsfortbildung nach der Ausbildung

Bewerbungstipps

Da kleine Betriebe früh planen, empfiehlt es sich, die Bewerbung schon 12 bis 18 Monate vor Ausbildungsbeginn im August oder September einzureichen. Die Bewerbungsmappe enthält Anschreiben, Lebenslauf und die letzten zwei Schulzeugnisse. Im Vorstellungsgespräch werden häufig praktisches Geschick und Motivation für Feuerstättentechnik abgefragt, manche Betriebe lassen Bewerber einfache Handgriffe wie Messen oder Anzeichnen demonstrieren. Ein vorheriges Praktikum in einem Ofenbaubetrieb ist ein großer Vorteil und sollte unbedingt erwähnt werden, Kenntnisse aus dem Modellbau oder Fliesenlegen wirken sich ebenfalls positiv aus. Ausbilder überzeugen besonders Bewerber, die Interesse an Kaminöfen oder historischen Kachelöfen zeigen und Ausdauer bei körperlicher Arbeit mitbringen.

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Mehr Tipps: Bewerbung für die Ausbildung schreiben →

Ratgeber

Beim Kunden vor Ort mauern und montieren Ofen- und Luftheizungsbauer Kachel-, Kamin- und Pelletöfen, kleiden Feuerräume mit Schamotte aus und schließen die Anlagen an Schornstein und Lüftung an. Die dreijährige BBiG-Ausbildung wird mit 530 bis 800 Euro vergütet, der Berufseinstieg liegt bei etwa 2.600 Euro monatlich.

Häufige Fragen

Wie viel verdient man als Ofen- und Luftheizungsbauer in der Ausbildung?
Das Ausbildungsgehalt als Ofen- und Luftheizungsbauer liegt bei etwa 530–800 Euro pro Monat. Nach der Ausbildung liegt das Einstiegsgehalt bei etwa 2.600 Euro monatlich.
Wie lange dauert die Ausbildung zum Ofen- und Luftheizungsbauer?
Die duale Ausbildung zum Ofen- und Luftheizungsbauer dauert regulär 3 Jahre. In dieser Zeit wechselst du zwischen Berufsschule und Ausbildungsbetrieb.
Gibt es Spezialisierungen im Beruf Ofen- und Luftheizungsbauer?
Im Rahmen der Ausbildung können Schwerpunkte in der Arbeit mit verschiedenen Ofenarten wie Kachelöfen, Kaminöfen oder Grundöfen gesetzt werden. Zudem gibt es Unterschiede in der Arbeit mit Luftheizungsanlagen und modernen Heizsystemen wie Pellet- oder Hybridöfen. Eine formale Fachrichtungsteilung ist im Ausbildungsrahmenplan nicht vorgesehen.
Welcher Schulabschluss wird für die Ausbildung zum Ofen- und Luftheizungsbauer benötigt?
Es gibt keine gesetzlich vorgeschriebene Mindestschulbildung für diese Ausbildung. In der Praxis stellen viele Betriebe Bewerber mit Hauptschulabschluss oder Realschulabschluss ein. Ein gutes handwerkliches Geschick sowie Grundkenntnisse in Mathematik und Physik sind von Vorteil.
In welchen Branchen und bei welchen Arbeitgebern arbeiten Ofen- und Luftheizungsbauer?
Ofen- und Luftheizungsbauer sind vor allem in Handwerksbetrieben des Ofenbauer- und Fliesenlegerhandwerks tätig. Sie arbeiten sowohl im Neubaubereich als auch in der Sanierung und Renovierung von Bestandsgebäuden. Auftraggeber sind private Haushalte, Wohnungsbaugesellschaften sowie gewerbliche Kunden.
Welche Weiterbildungs- und Studienmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung?
Nach der Ausbildung ist die Weiterbildung zum Meister im Ofen- und Luftheizungsbauerhandwerk möglich, die auch zur Selbstständigkeit berechtigt. Darüber hinaus kann ein Techniker oder Betriebswirt (HWK) angestrebt werden. Mit der Meisterprüfung besteht außerdem die Möglichkeit, ohne Abitur ein Studium an Fachhochschulen aufzunehmen.

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