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Naturwerksteinmechaniker

Naturwerksteinmechaniker fertigen Bau- und Dekorationselemente aus Granit, Marmor, Sandstein, Kalkstein und anderen Natursteinen maschinell und handwerklich. Die Ausbildung verbindet traditionelles Steinhandwerk mit moderner CNC-Technologie und ist ideal für Menschen mit Interesse an Materialien, Präzision und gestalterischer Arbeit. Der Beruf bietet ein breites Einsatzfeld von der Grabmalherstellung über Fassadenverkleidungen bis hin zu Treppen- und Bodenbelägen.

Ausbildungsdauer

3 Jahre

Azubi-Gehalt

550–850 €

pro Monat

Einstiegsgehalt

ab 2.300 €

nach der Ausbildung

Prüfung

IHK-Abschluss

Was machst du als Naturwerksteinmechaniker?

Morgens beginnt der Arbeitstag in der Produktionshalle mit der Sichtung von Arbeitsaufträgen und dem Einrichten von CNC-Bearbeitungszentren sowie Brücken- und Portalsägen. Natursteinplatten aus Marmor oder Granit werden nach technischen Zeichnungen zugeschnitten, gefräst, geschliffen und poliert. Dafür kommen Diamantsägen, Schleifmaschinen mit unterschiedlichen Körnungen, Wasserstrahlschneidanlagen sowie Handwinkelschleifer zum Einsatz. Nachmittags stehen häufig Oberflächenbearbeitungen wie Flammstrahlen, Bossieren oder Sandstrahlen auf dem Programm. Zwei typische Aufgaben sind das Anfertigen einer Granit-Küchenarbeitsplatte mit Ausschnitt für Spüle und Herd nach Kundenmaß sowie die Vorbereitung von Sandsteinblöcken für eine Fassadenverkleidung. Die Arbeit findet in einer Werkshalle statt, gelegentlich auch auf Baustellen bei der Verlegung von Bodenbelägen oder Treppenanlagen. Enge Zusammenarbeit besteht mit Maschinenführern, Steinbildhauern, Bauleitern und Kunden beim Aufmaß.

Wo arbeitest du?

Naturwerksteinmechaniker arbeiten überwiegend in mittelständischen Natursteinbetrieben und -werken, die Grabmale, Küchen- und Treppenplatten sowie Fassadenelemente herstellen. Große Unternehmen wie Rinn, Penter oder regionale Natursteinwerke beschäftigen diese Fachkräfte ebenso wie Steinmetzbetriebe im Handwerk. Weitere Arbeitgeber sind Baustoffhändler mit eigener Bearbeitungswerkstatt und Fliesengroßbetriebe. Im Bereich Denkmalpflege gibt es spezialisierte Fachbetriebe. Fachkräftemangel ist in dieser Branche deutlich spürbar, die Ausbildungszahlen sind bundesweit niedrig.

Voraussetzungen

Formal genügt ein Hauptschulabschluss, in der Praxis bevorzugen viele Betriebe jedoch Bewerber mit Realschulabschluss. Mathematik mit Schwerpunkt Geometrie sowie Flächen- und Volumenberechnung, Physik für Materialeigenschaften und das Fach Werken beziehungsweise Technik zählen zu den wichtigen Schulfächern. Handwerkliches Geschick, räumliches Vorstellungsvermögen und Sorgfalt im Umgang mit teuren Natursteinmaterialien sind entscheidende Stärken. Wer Freude an der Arbeit mit Maschinen hat, sich für Gesteine interessiert und beim präzisen Fertigen Ausdauer beweist, findet sich in diesem Beruf gut zurecht. Körperliche Belastbarkeit und eine gewisse Lärmtoleranz für die Produktionshalle runden das Profil ab.

Was lernst du in der Ausbildung?

Im ersten Lehrjahr erwerben Auszubildende grundlegende Kenntnisse der Steinkunde: Gesteinsarten, Eigenschaften und Verwendungsmöglichkeiten von Granit, Marmor, Travertin, Basalt und Sandstein. Sie lernen den sicheren Umgang mit Handsägen, Winkelschleifern und einfachen Schleifmaschinen sowie das Lesen technischer Zeichnungen und das Aufmaß mit Maßband und Messschieber. Im zweiten und dritten Lehrjahr vertiefen die Auszubildenden die CNC-Programmierung und -Bedienung von Bearbeitungszentren (z. B. Fanuc- oder Siemens-Steuerungen), die Durchführung verschiedener Oberflächenbearbeitungen (polieren, scharrieren, sandstrahlen, flammen) sowie Verlegetechniken für Boden- und Wandplatten. Besonderes Augenmerk liegt auf Qualitätskontrolle, dem Kalkulieren von Materialmengen und Arbeitssicherheit. Im Unterschied zu Steinmetzen und Steinbildhauern liegt der Fokus stärker auf industrieller Serienproduktion und maschineller Fertigung als auf individueller künstlerischer Gestaltung.

Steinkunde und WerkstofftechnologieFertigungstechnik und MaschinenkundeTechnisches Zeichnen und CADKalkulation und BetriebswirtschaftWirtschafts- und Sozialkunde

IHK-Prüfung & Abschluss

Teil 1 der Abschlussprüfung liegt am Ende des zweiten Ausbildungsjahres, meist im Frühjahr, mit einer 120-minütigen praktischen Arbeitsprobe an einer Maschine sowie einer 90-minütigen schriftlichen Prüfung zu Grundlagen der Steinkunde und Maschinentechnik; er zählt 30 Prozent zur Gesamtbewertung. Teil 2 findet im vierten Ausbildungshalbjahr statt, im Frühjahr oder Herbst: Der praktische Prüfungsauftrag, bei dem ein Werkstück aus Naturstein eigenständig geplant und gefertigt wird, dauert 480 Minuten inklusive eines 15-minütigen Fachgesprächs und wiegt mit 50 Prozent am stärksten. Dazu kommen die schriftlichen Bereiche Fertigungstechnik (120 Minuten, 20 Prozent), Werkstoffkunde und Kalkulation (90 Minuten, 20 Prozent) sowie Wirtschafts- und Sozialkunde (60 Minuten, 10 Prozent). Zum Bestehen sind in jedem Prüfungsbereich mindestens 30 Punkte und im Gesamtergebnis mindestens 50 Punkte erforderlich.

Prüfungsthemen

  • Steinkunde und Gesteinsarten (Granit, Marmor, Sandstein, Kalkstein, Schiefer)
  • CNC-Maschinenbedienung und -programmierung (Fanuc, Siemens)
  • Fertigungsverfahren: Sägen, Schleifen, Fräsen, Polieren, Flammen, Sandstrahlen
  • Technisches Zeichnen, Aufmaß und Kalkulation von Natursteinprodukten
  • Verlegetechniken für Boden-, Wand- und Fassadenplatten
  • Arbeitssicherheit und Unfallverhütung in der Steinbearbeitung
  • Wirtschafts- und Sozialkunde

Karriere nach der Ausbildung

Nach der Ausbildung bieten sich Weiterbildungen zum Steinmetz- und Steinbildhauermeister (HwK) an, der zur selbstständigen Betriebsführung und Ausbildung berechtigt. Alternativ ist der staatlich geprüfte Techniker Fachrichtung Naturstein oder Bautechnik möglich. Mit Fachabitur oder Abitur ist ein Studium im Bereich Naturstein- und Mineralstofftechnik, Bauingenieurwesen oder Werkstoffwissenschaften anschlussfähig. Nach fünf bis zehn Jahren Berufserfahrung sind Positionen als Werkstattleiter, Produktionsleiter oder Kalkulator in Natursteinbetrieben realistisch. Spezialisierungen sind möglich in der Denkmalpflege, im Fassadenbau, in der CNC-Programmierung oder im Vertrieb. Das Gehalt steigt von rund 2.300 EUR brutto nach Ausbildung auf 3.000–3.800 EUR in Führungspositionen.

Bewerbungstipps

Da viele Betriebe früh planen, sollte die Bewerbung zwölf bis achtzehn Monate vor dem meist am 1. August oder 1. September liegenden Ausbildungsstart eingereicht werden. Zur Mappe gehören ein Anschreiben mit konkretem Bezug auf Naturstein oder Maschinentechnik, Lebenslauf, aktuelles Zeugnis und gegebenenfalls Praktikumsnachweise. Ein Vorpraktikum in einem Steinmetzbetrieb oder Natursteinwerk ist ein echter Pluspunkt und sollte aktiv erwähnt werden. Im Vorstellungsgespräch werden häufig technisches Grundverständnis, handwerkliches Interesse und Kenntnisse über gängige Gesteinsarten abgefragt, teils ergänzt durch einfache Eignungstests in Mathematik und räumlichem Denken. Wer Eigeninitiative zeigt und konkrete Beispiele eigener handwerklicher Erfahrungen nennen kann, überzeugt Ausbilder am meisten.

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Ratgeber

Zuschneiden, Fräsen, Schleifen und Polieren von Marmor- und Granitplatten an CNC-Bearbeitungszentren prägen den Alltag von Naturwerksteinmechanikern, die daraus etwa Küchenarbeitsplatten oder Fassadenverkleidungen nach Kundenmaß fertigen. Gearbeitet wird in der Werkshalle und gelegentlich auf der Baustelle bei der Verlegung von Boden- und Treppenbelägen. Die dreijährige BBiG-Ausbildung bringt 550 bis 850 Euro monatlich, der Berufseinstieg liegt bei etwa 2.300 Euro.

Häufige Fragen

Wie viel verdient man als Naturwerksteinmechaniker in der Ausbildung?
Das Ausbildungsgehalt als Naturwerksteinmechaniker liegt bei etwa 550–850 Euro pro Monat. Nach der Ausbildung liegt das Einstiegsgehalt bei etwa 2.300 Euro monatlich.
Wie lange dauert die Ausbildung zum Naturwerksteinmechaniker?
Die duale Ausbildung zum Naturwerksteinmechaniker dauert regulär 3 Jahre. In dieser Zeit wechselst du zwischen Berufsschule und Ausbildungsbetrieb.
Welche Fachrichtungen gibt es in der Ausbildung zum Naturwerksteinmechaniker?
Die Ausbildung zum Naturwerksteinmechaniker gliedert sich in verschiedene Fachrichtungen, darunter Restaurierung, Steinmetzarbeiten sowie Maschinenbearbeitung. Je nach Betrieb und Schwerpunkt erlernen Auszubildende entweder die maschinelle Bearbeitung von Natursteinen oder handwerklich-restauratorische Techniken. Die genaue Spezialisierung richtet sich nach dem Betriebsprofil des Ausbildungsunternehmens.
Welchen Schulabschluss braucht man für die Ausbildung zum Naturwerksteinmechaniker?
Gesetzlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. In der Praxis stellen viele Betriebe Bewerber mit einem Hauptschulabschluss oder Realschulabschluss ein. Handwerkliches Geschick, räumliches Vorstellungsvermögen und Interesse an Materialkunde sind wichtiger als ein hoher formaler Bildungsabschluss.
In welchen Branchen und bei welchen Arbeitgebern arbeiten Naturwerksteinmechaniker?
Naturwerksteinmechaniker finden Beschäftigung in Steinmetzbetrieben, Natursteinbau-Unternehmen und spezialisierten Baufirmen. Auch Denkmalpflege-Betriebe, Bildhauereien sowie kommunale und kirchliche Einrichtungen beschäftigen Fachkräfte dieses Berufs. Tätigkeitsorte sind Baustellen, Werkstätten sowie historische Gebäude bei Restaurierungsmaßnahmen.
Welche Weiterbildungs- und Studienmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung?
Nach der Ausbildung kann man sich zum Naturwerksteinmeister weiterbilden oder die Ausbildereignungsprüfung ablegen. Auch ein Studium im Bereich Architektur, Bauingenieurwesen oder Denkmalpflege ist möglich, teilweise über die Meisterqualifikation auch ohne Abitur. Darüber hinaus bieten Fachverbände spezifische Fortbildungen in Restaurierung und Steinbearbeitung an.

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