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Metallverformer

Metallverformer formen Metalle durch Hämmern, Drücken, Schmieden und Treiben in gewünschte Formen – ohne das Material zu trennen. Der Beruf verbindet traditionelles Handwerk mit modernen Fertigungsverfahren und erfordert ein hohes Maß an technischem Verständnis und Fingerspitzengefühl. Er eignet sich für Menschen mit Interesse an Werkstofftechnik, räumlichem Denkvermögen und handwerklichem Geschick.

Ausbildungsdauer

3 Jahre

Azubi-Gehalt

700–950 €

pro Monat

Einstiegsgehalt

ab 2.400 €

nach der Ausbildung

Prüfung

IHK-Abschluss

Was machst du als Metallverformer?

Morgens beginnt der Arbeitstag mit der Vorbereitung von Werkzeugen und Maschinen: Drückwerkzeuge werden auf der Drückbank eingespannt, Schmiedegesenke für die Gesenkschmiedemaschine vorbereitet und Halbzeuge wie Ronden, Bleche oder Stangen bereitgelegt. Anschließend werden Bauteile auf Hydraulikpressen, Drückbänken, Exzenterpressen oder Hämmern umgeformt – etwa Schalen, Kegel, Rohre oder Formteile für die Automobil-, Luft- und Raumfahrtindustrie. Zwischendurch werden Werkstücke auf Maß- und Formgenauigkeit mit Messschiebern, Bügelmessschrauben und Lehren geprüft. Nachmittags stehen häufig Nacharbeiten an: Grate werden entfernt, Oberflächen mit Schleifmitteln nachbearbeitet und Wärmebehandlungen wie Glühen zur Entspannung des Werkstoffs eingeleitet. Außerdem pflegen Metallverformer ihre Maschinen, führen Wartungsarbeiten durch und dokumentieren Fertigungsdaten. Die Zusammenarbeit erfolgt eng mit Qualitätsprüfern, Konstrukteuren und Maschinenbedienern. Ein typisches Praxisbeispiel: Drücken einer Aluminiumronde auf der Drückbank zu einem Rotationskörper nach technischer Zeichnung – oder das Gesenkschmieden eines Pleuelrohlings auf einem 400-Tonnen-Hammer.

Wo arbeitest du?

Metallverformer arbeiten überwiegend in Industrieunternehmen der Umformtechnik: Schmiedewerke (z. B. Schuler, Saarschmiede, ThyssenKrupp Forged Components), Drückwalzbetriebe sowie Zulieferer der Automobil-, Luftfahrt-, Energie- und Maschinenbauindustrie. Auch Haushaltswarenhersteller und Unternehmen der Medizintechnik beschäftigen Metallverformer. In Deutschland besteht ein spürbarer Fachkräftemangel in diesem spezialisierten Metallberuf, da die Ausbildungszahlen gering sind.

Voraussetzungen

Empfohlen wird mindestens die Mittlere Reife, da fundierte Kenntnisse in Mathematik mit Geometrie, Trigonometrie und Kräfteberechnungen sowie in Physik mit Werkstoffverhalten und Wärmelehre gefragt sind - mit gutem Hauptschulzeugnis ist eine Bewerbung aber ebenfalls möglich. Wichtige Fächer sind Mathematik, Physik und technisches Zeichnen. Räumliches Vorstellungsvermögen, technisches Interesse, Sorgfalt und Konzentrationsfähigkeit sollten Bewerber mitbringen; körperliche Belastbarkeit ist von Vorteil, da die Arbeit an Maschinen und mit schweren Werkstücken anstrengend sein kann.

Was lernst du in der Ausbildung?

Im ersten Lehrjahr erwerben Auszubildende grundlegende Kenntnisse in der Werkstoffkunde (Stähle, Aluminium, Kupfer, Titan), lernen das Lesen technischer Zeichnungen und werden in grundlegende Fertigungsverfahren wie Feilen, Sägen, Bohren und Anreißen eingeführt. Arbeitssicherheit, Unfallverhütung und Maschinengrundlagen stehen ebenfalls auf dem Lehrplan. Im zweiten und dritten Lehrjahr vertiefen die Auszubildenden die speziellen Umformverfahren: Drücken, Drückwalzen, Schmieden (Freiform- und Gesenkschmieden), Tiefziehen, Prägen und Treiben. Sie lernen, Umformmaschinen eigenständig einzurichten und zu programmieren, Werkzeuge auszuwählen und anzupassen sowie Qualitätsprüfungen durchzuführen. Auch Wärmebehandlungsverfahren und Oberflächenbehandlung werden vertieft. Im Gegensatz zu Zerspanungsberufen wie dem Zerspanungsmechaniker wird bei Metallverformern das Material nicht abgetragen, sondern in seiner Form verändert – Werkstoffeigenschaften und Umformgrenzen sind daher zentrale Lerninhalte.

FertigungstechnikWerkstoff- und ArbeitskundeTechnische MathematikTechnisches ZeichnenWirtschafts- und Sozialkunde

IHK-Prüfung & Abschluss

Die Prüfung läuft als gestrecktes Verfahren. Teil 1 findet am Ende des zweiten Ausbildungsjahres, meist im April oder Mai, statt: schriftlich 120 Minuten zu Grundlagen der Metallbearbeitung, Werkstoffkunde und Fertigungstechnik sowie eine rund vierstündige praktische Arbeitsaufgabe zur Herstellung eines einfachen Werkstücks. Teil 2 am Ende des dritten Lehrjahres besteht aus der praktischen Arbeitsaufgabe - Herstellen eines umgeformten Werkstücks nach Zeichnung mit Arbeitsplanung und Qualitätskontrolle in etwa sieben Stunden (50 Prozent) - sowie den schriftlichen Prüfungen Fertigungstechnik (120 Minuten, 20 Prozent), Werkstoff- und Arbeitskunde (90 Minuten, 20 Prozent) und Wirtschafts- und Sozialkunde (60 Minuten, 10 Prozent). Im Gesamtergebnis und in der praktischen Arbeit sind jeweils mindestens 50 von 100 Punkten nötig; ein Fachgespräch zur praktischen Aufgabe ist fester Bestandteil der Prüfung.

Prüfungsthemen

  • Umformverfahren (Drücken, Drückwalzen, Gesenkschmieden, Tiefziehen)
  • Werkstoffkunde (Stähle, Aluminium, Titan, Kupfer, Umformgrenzen)
  • Fertigungstechnik und Maschineneinrichtung
  • Qualitätsprüfung und Messtechnik
  • Wärmebehandlungsverfahren und Werkzeugkunde
  • Technische Zeichnungen und Arbeitspläne
  • Wirtschafts- und Sozialkunde

Karriere nach der Ausbildung

Nach der Ausbildung bieten sich mehrere Weiterbildungswege an: Der Industriemeister Fachrichtung Metall (IHK) qualifiziert für Führungsaufgaben in der Produktion und ist nach 2–3 Jahren Berufserfahrung erreichbar. Alternativ kann der staatlich geprüfte Techniker (Fachrichtung Umformtechnik oder Maschinentechnik) an Fachschulen erworben werden. Mit Fachabitur oder über den Techniker ist auch ein Studium zum Bachelor of Engineering in Maschinenbau oder Produktionstechnik möglich. Nach 5–10 Jahren Berufserfahrung sind Positionen als Schichtführer, Fertigungsleiter oder Prozessplaner realistisch. Spezialisierungen in Schmiedetechnik, Drückwalztechnik oder der Luft- und Raumfahrtfertigung bieten besondere Karrierechancen. Das Gehalt steigt von ca. 2.400 EUR auf bis zu 4.500 EUR brutto monatlich in Führungspositionen.

Bewerbungstipps

Im Herbst des Vorjahres, also 12 bis 18 Monate vor dem meist im August oder September liegenden Start, sollte die Bewerbung eingehen. Ein individuelles Anschreiben mit konkretem Bezug auf Umformtechnik oder Metallbearbeitung, ein tabellarischer Lebenslauf sowie aktuelle Schulzeugnisse gehören in die Mappe. Im Vorstellungsgespräch werden häufig technisches Grundverständnis, Interesse an Werkstoffen und handwerkliche Erfahrungen etwa aus Schülerpraktika abgefragt, manche Unternehmen nutzen zusätzlich einen technischen Eignungstest zu Mathematik, räumlichem Denken und physikalischen Grundlagen. Besonders überzeugend wirkt, wer bereits ein Betriebspraktikum im Metallbereich absolviert hat, Interesse an Werkstofftechnik zeigt und handwerkliches Geschick unter Beweis stellen kann.

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Mehr Tipps: Bewerbung für die Ausbildung schreiben →

Ratgeber

Zu den Aufgaben eines Metallverformers gehört das Umformen von Ronden, Blechen und Stangen auf Drückbänken, Hydraulikpressen oder Gesenkschmiedemaschinen zu Schalen, Rohren oder Bauteilen für die Automobil- und Luftfahrtindustrie, gefolgt von Nacharbeit und Wärmebehandlung. Die dreijährige BBiG-Ausbildung wird mit 700 bis 950 Euro vergütet, der Berufseinstieg liegt bei etwa 2.400 Euro.

Häufige Fragen

Wie viel verdient man als Metallverformer in der Ausbildung?
Das Ausbildungsgehalt als Metallverformer liegt bei etwa 700–950 Euro pro Monat. Nach der Ausbildung liegt das Einstiegsgehalt bei etwa 2.400 Euro monatlich.
Wie lange dauert die Ausbildung zum Metallverformer?
Die duale Ausbildung zum Metallverformer dauert regulär 3 Jahre. In dieser Zeit wechselst du zwischen Berufsschule und Ausbildungsbetrieb.
Welcher Schulabschluss wird für die Ausbildung zum Metallverformer benötigt?
Gesetzlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben, jedoch bevorzugen viele Ausbildungsbetriebe Bewerber mit einem Hauptschul- oder Realschulabschluss. Grundkenntnisse in Mathematik und Physik sind von Vorteil, da technische Berechnungen und das Verständnis von Materialeigenschaften zum Berufsalltag gehören. Handwerkliches Geschick und technisches Interesse erleichtern den Einstieg erheblich.
In welchen Branchen und bei welchen Arbeitgebern kann man als Metallverformer arbeiten?
Metallverformer sind vor allem in der metallverarbeitenden Industrie tätig, beispielsweise in Betrieben der Automobilzulieferung, im Maschinenbau sowie in der Luft- und Raumfahrtindustrie. Auch Schmieden, Presswerke und spezialisierte Metallbaubetriebe beschäftigen ausgebildete Metallverformer. Die Nachfrage konzentriert sich auf industriereiche Regionen in Deutschland.
Welche Weiterbildungs- oder Studienmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung zum Metallverformer?
Nach der Ausbildung können Metallverformer verschiedene Weiterbildungen absolvieren, etwa zum Industriemeister Metall oder zum Techniker im Bereich Umformtechnik. Mit dem Meisterbrief oder Technikerabschluss ist auch ein Studium an einer Fachhochschule möglich, da dieser in vielen Bundesländern als Hochschulzugangsberechtigung anerkannt wird. Darüber hinaus bieten sich Fortbildungen in den Bereichen Qualitätssicherung oder CNC-Technik an.

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