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Fahrzeuglackierer

Fahrzeuglackierer bereiten Fahrzeugoberflächen vor, tragen Lacksysteme auf und führen Karosserie-Reparaturlackierungen durch. Der Beruf verbindet handwerkliches Geschick mit chemisch-technischem Verständnis für Lacksysteme, Farbmischung und Oberflächenbehandlung. Er eignet sich für Menschen mit Auge für Details, Farbgefühl und Interesse an Automobilen oder anderen Fahrzeugen.

Ausbildungsdauer

3 Jahre

Azubi-Gehalt

550–800 €

pro Monat

Einstiegsgehalt

ab 2.200 €

nach der Ausbildung

Prüfung

IHK-Abschluss

Was machst du als Fahrzeuglackierer?

Morgens beginnt der Arbeitstag in der Lackierwerkstatt mit der Vorbereitung der Fahrzeuge: Schadstellen an Karosserien werden mit Schleifpapier (Körnung 80 bis 2000) und Exzenterschleifern egalisiert, Dellen ausgespachtelt und Roststellen mit Korrosionsschutzprimer behandelt. Anschließend werden Anbauteile wie Türgriffe, Scheiben und Dichtungen mit Abdeckfolie und Kreppband abgeklebt. Mithilfe von Spektralphotometern oder computergestützten Farbmischsystemen (z. B. Sikkens Autowave, BASF Glasurit 90-Line) wird der exakte Farbton gemischt. Nachmittags erfolgt der eigentliche Lackierauftrag in der Druckluft-Spritzkabine: Grundierung, Füller, Basislack und Klarlack werden mit Druckluftpistolen (HVLP-Technik) schichtweise aufgetragen. Zwischentrocknung findet bei 60 °C im Einbrennkabinenofen statt. Nach dem Aushärten wird die Oberfläche poliert und auf Verarbeitungsfehler wie Läufer, Einschlüsse oder Farbabweichungen geprüft. Fahrzeuglackierer arbeiten eng mit Karosseriebauern und Kunden zusammen und müssen Farbabnahmeprotokolle sowie Arbeitszeitnachweise dokumentieren.

Wo arbeitest du?

Fahrzeuglackierer arbeiten überwiegend in Karosserie- und Lackierbetrieben des Kraftfahrzeughandwerks, Kfz-Werkstätten mit Karosseriefachabteilung sowie bei Autoherstellern und deren Zulieferern. Bekannte Arbeitgeber sind DEKRA-zertifizierte Meisterbetriebe, Volkswagen Group, BMW, Daimler sowie Carrosserie-Fachbetriebe. Auch Nutzfahrzeug-, Landmaschinen- und Schienenfahrzeughersteller beschäftigen Fahrzeuglackierer. Es besteht ein deutlicher Fachkräftemangel, besonders im ländlichen Raum.

Voraussetzungen

Ein Hauptschulabschluss reicht formal, in der Praxis bevorzugen viele Betriebe aber einen Realschulabschluss. Wichtig sind Chemie für Lackreaktionen und Gefahrstoffe, Physik für Drucklufttechnik und Trocknungsprozesse sowie Kunst beziehungsweise Werken für Farbgefühl und Formverständnis; Mathematik wird für Mischungsverhältnisse und Flächenberechnungen gebraucht. Ein ausgeprägtes Auge für Farbnuancen und Oberflächenqualität, eine sorgfältige und saubere Arbeitsweise sowie Geduld bei der Oberflächenvorbereitung zählen zu den wichtigsten Eigenschaften, dazu körperliche Belastbarkeit beim Stehen, Arbeiten über Kopf und im Umgang mit Lösemitteln. Eine Farbenblindheit ist ausgeschlossen, da der Farbtonabgleich zentral zur Tätigkeit gehört.

Was lernst du in der Ausbildung?

Im 1. Lehrjahr stehen Grundlagen der Werkzeug- und Maschinenkunde im Vordergrund: Umgang mit Schleifmaschinen, Spachtelwerkzeugen, Druckluftsystemen sowie Grundkenntnisse in Chemie (Lackhärter, Verdünner, Bindemittel). Arbeitssicherheit, Unfallverhütung und der Umgang mit Gefahrstoffen gemäß GHS-System sind Pflichtinhalte. Im 2. Lehrjahr vertiefen Azubis die Lacktechnik: Schichtenaufbau von Uni-, Metallic- und Perleffektlacken, Grundierung und Korrosionsschutz, Farbtonbestimmung per Spektralphotometer. Hinzu kommen Kunststofflackierung und Klebearbeiten an Fahrzeugteilen. Im 3. Lehrjahr folgen Spezialisierungen: Reparatur-Spot-Lackierung, Fahrzeugveredelung, Lackfehleranalyse und Qualitätssicherung. Im Unterschied zu Malern und Lackierern konzentriert sich die Ausbildung ausschließlich auf Fahrzeuge, Karosseriematerialien und automotive Lacksysteme.

Lacktechnik und WerkstoffkundeFahrzeugtechnik und KarosseriebauFarb- und GestaltungslehreWirtschafts- und SozialkundeChemie und Umweltschutz

IHK-Prüfung & Abschluss

Teil 1 findet am Ende des zweiten Ausbildungsjahres statt, in der Regel im April oder Mai: schriftlich 60 Minuten zu Lacktechnik und Werkstoffkunde sowie eine rund dreistündige praktische Aufgabe zum Spachteln, Schleifen und Grundieren einer Karosseriefläche. Teil 2 im dritten Lehrjahr, im Januar/Februar und April/Mai, umfasst die praktische Arbeitsaufgabe - eine Reparaturlackierung inklusive Farbmischung und Finish, rund 7,5 Stunden, 50 Prozent - sowie die schriftlichen Prüfungen Gestaltung und Fertigung (90 Minuten, 15 Prozent), Fahrzeugtechnik und Lackierprozesse (90 Minuten, 15 Prozent) und Wirtschafts- und Sozialkunde (60 Minuten, 10 Prozent), dazu ein Fachgespräch zur praktischen Arbeitsaufgabe (rund 15 Minuten, 10 Prozent). In jedem Bereich sind mindestens 30 Punkte, insgesamt mindestens 50 Punkte nötig; die Gesamtnote setzt sich gewichtet aus Teil 1 (40 Prozent) und Teil 2 (60 Prozent) zusammen.

Prüfungsthemen

  • Lacksysteme und Schichtenaufbau (Grundierung, Füller, Basislack, Klarlack)
  • Farbtonbestimmung und computergestützte Farbmischung
  • Oberflächenvorbereitung (Schleifen, Spachteln, Entfetten)
  • Korrosionsschutz und Grundierungsverfahren
  • Kunststofflackierung und Klebeverbindungen
  • Lackfehleranalyse und Qualitätssicherung
  • Arbeitssicherheit und Gefahrstoffhandling (GHS, TRGS)

Karriere nach der Ausbildung

Nach der Ausbildung bieten sich folgende Weiterbildungswege an: Lackierermeister HwK (Vorbereitung ca. 1 Jahr, Vollzeit), Fahrzeuglackierertechniker (staatlich geprüft, 2 Jahre), oder ein berufsbegleitendes Studium wie B. Eng. Fahrzeugtechnik oder Oberflächentechnik. Mit dem Meistertitel können Fachkräfte einen eigenen Betrieb führen oder als Werkstattleiter arbeiten. Spezialisierungsrichtungen umfassen Custom-Lackierungen/Airbrush, Fahrzeugveredelung (Folierung, Keramikversiegelung), Oldtimer-Restaurierung oder Industrielackierung für Nutzfahrzeuge. Nach 5–10 Jahren Berufserfahrung sind Positionen als Schichtleiter, Betriebsleiter oder technischer Einkäufer bei Lackherstellern (BASF, Sikkens, Glasurit) realistisch. Das Gehalt steigt von ca. 2.200 EUR auf bis zu 3.800 EUR brutto als Meister.

Bewerbungstipps

Spätestens bis Herbst oder Winter des Vorjahres, also 12 bis 18 Monate vor dem meist im September liegenden Start, sollte die Bewerbung erfolgen. In die Mappe gehören ein Anschreiben mit Bezug auf Fahrzeugtechnik und handwerkliches Interesse, Lebenslauf, letztes Schulzeugnis sowie gegebenenfalls Nachweise über Praktika in Kfz-Betrieben. Ausbilder fragen im Vorstellungsgespräch nach Kenntnissen über Lackierprozesse, Farbwahrnehmung und Sicherheitsvorschriften, viele Betriebe führen einen kurzen Praxistest durch, etwa Schleifen einer Probeoberfläche oder einen Farbtonvergleich. Wer ein Schulpraktikum im Karosseriebetrieb vorweisen kann, überzeugt besonders - Kenntnisse in Fahrzeugtechnik, ein sauberes und ordentliches Erscheinungsbild sowie Motivation zum handwerklichen Arbeiten sind ausschlaggebend.

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Mehr Tipps: Bewerbung für die Ausbildung schreiben →

Ratgeber

Im Mittelpunkt der Tätigkeit als Fahrzeuglackierer stehen das Egalisieren von Schadstellen an Karosserien, das computergestützte Mischen von Farbtönen und das schichtweise Auftragen von Grundierung, Basislack und Klarlack in der Spritzkabine. Die dreijährige BBiG-Ausbildung wird mit 550 bis 800 Euro vergütet, Berufseinsteiger verdienen anschließend rund 2.200 Euro monatlich. Abschließend wird die Oberfläche poliert und auf Verarbeitungsfehler geprüft.

Häufige Fragen

Wie viel verdient man als Fahrzeuglackierer in der Ausbildung?
Das Ausbildungsgehalt als Fahrzeuglackierer liegt bei etwa 550–800 Euro pro Monat. Nach der Ausbildung liegt das Einstiegsgehalt bei etwa 2.200 Euro monatlich.
Wie lange dauert die Ausbildung zum Fahrzeuglackierer?
Die duale Ausbildung zum Fahrzeuglackierer dauert regulär 3 Jahre. In dieser Zeit wechselst du zwischen Berufsschule und Ausbildungsbetrieb.
Gibt es Spezialisierungen im Beruf des Fahrzeuglackierers?
Im Rahmen der Ausbildung gibt es keine formalen Fachrichtungen, jedoch können sich Fahrzeuglackierer in der Praxis auf bestimmte Bereiche spezialisieren, zum Beispiel auf Oldtimer-Restaurierung, Unfallschadenreparatur oder individuelle Fahrzeuggestaltung wie Airbrush und Folierung. Zusatzqualifikationen können im Laufe der Berufstätigkeit erworben werden.
Welcher Schulabschluss ist für die Ausbildung zum Fahrzeuglackierer erforderlich?
Gesetzlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. In der Praxis stellen viele Ausbildungsbetriebe Bewerber mit einem Hauptschulabschluss oder Realschulabschluss ein. Gute Noten in Chemie, Physik und Mathematik sowie handwerkliches Geschick sind von Vorteil.
In welchen Branchen und bei welchen Arbeitgebern arbeiten Fahrzeuglackierer?
Fahrzeuglackierer arbeiten hauptsächlich in Karosserie- und Lackierbetrieben, bei Kfz-Werkstätten sowie in Fahrzeugherstellungsbetrieben und bei Zulieferern der Automobilindustrie. Auch Schienenfahrzeug- und Nutzfahrzeughersteller sowie spezialisierte Restaurierungswerkstätten beschäftigen Fahrzeuglackierer.
Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung zum Fahrzeuglackierer?
Nach der Ausbildung ist die Weiterbildung zum Lackierermeister eine gängige Option, die auch den Weg zur Selbstständigkeit eröffnet. Darüber hinaus ist über den zweiten Bildungsweg oder ein Meisterzeugnis auch ein Studium, etwa im Bereich Fahrzeugtechnik oder Werkstofftechnik, möglich. Weitere Fortbildungen zum Restaurator oder Sachverständigen sind ebenfalls denkbar.

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