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Gesundheit, Körperpflege, SozialesMT-Berufe-Gesetz (MTBG)

Medizinischer Technologe für Funktionsdiagnostik

Medizinische Technologen für Funktionsdiagnostik untersuchen Patienten mit Hilfe medizinischer Geräte in den vier Hauptgebieten Neurologie, Kardiologie, Audiometrie und Pulmologie. Der Beruf ist einer von vier Nachfolgeberufen des früheren medizinisch-technischen Assistenten (MTA) und eignet sich für Menschen mit Interesse an Medizintechnik, Präzision und direktem Patientenkontakt.

Ausbildungsdauer

3 Jahre

Azubi-Gehalt

1.065–1.222 €

pro Monat

Einstiegsgehalt

ab 2.900 €

nach der Ausbildung

Prüfung

Staatliche Prüfung

Was machst du als Medizinischer Technologe für Funktionsdiagnostik?

Je nach Fachbereich untersuchst du Patienten mit unterschiedlichen Diagnosegeräten: in der Neurologie leitest du Elektroenzephalogramme (EEG) und Nervenleitgeschwindig­keitsmessungen ab, in der Kardiologie führst du Belastungs-EKGs, Langzeit-EKGs und Echokardiographien durch, in der Audiometrie prüfst du Hör- und Gleichgewichtsfunktion mit Audiometern und Vestibularisprüfungen, in der Pulmologie misst du Lungenfunktion per Spirometrie und Bodyplethysmographie. Du bereitest Patienten auf die Untersuchung vor, erklärst den Ablauf, führst die Messung durch, wertest die Rohdaten aus und dokumentierst die Ergebnisse für die ärztliche Befundung. Die Arbeit findet in Funktionsabteilungen von Kliniken, in Facharztpraxen (Neurologie, Kardiologie, HNO, Pneumologie) und in spezialisierten Diagnosezentren statt.

Wo arbeitest du?

Medizinische Technologen für Funktionsdiagnostik arbeiten in Funktionsabteilungen von Krankenhäusern und Unikliniken sowie in Facharztpraxen für Neurologie, Kardiologie, HNO und Pneumologie. Weitere Arbeitgeber sind spezialisierte Diagnosezentren und Reha-Kliniken.

Voraussetzungen

Vorausgesetzt wird in der Regel mindestens ein mittlerer Bildungsabschluss (Realschulabschluss), da die naturwissenschaftlichen und medizinisch-technischen Ausbildungsinhalte anspruchsvoll sind. Wichtige Schulfächer sind Biologie, Chemie und Physik. Persönlich wichtig sind technisches Verständnis, Sorgfalt, Verantwortungsbewusstsein im Umgang mit medizinischen Geräten sowie – je nach Fachrichtung – Einfühlungsvermögen im direkten Patientenkontakt oder Präzision bei der Laborarbeit.

Was lernst du in der Ausbildung?

Die dreijährige schulische Ausbildung an einer Berufsfachschule für medizinische Technologie vermittelt in den ersten beiden Jahren die Grundlagen aller vier Fachrichtungen (Anatomie, Physiologie, Gerätekunde, Hygiene, Patientenkommunikation), bevor im dritten Jahr die Vertiefung auf die Funktionsdiagnostik erfolgt: EEG- und EKG-Auswertung, Lungenfunktionsprüfung, Hör- und Gleichgewichtsdiagnostik sowie der sichere Umgang mit den jeweiligen Messgeräten. Praxisphasen in Kliniken und Facharztpraxen ergänzen den schulischen Unterricht durchgehend.

Fachrichtungsspezifische Diagnostik/AnalytikAnatomie, Physiologie und KrankheitslehreGerätetechnik und QualitätssicherungRechts- und Berufskunde

Staatliche Prüfung & Abschluss

Die Ausbildung schließt mit einer staatlichen Prüfung nach der MT-Ausbildungs- und -Prüfungsverordnung (MTAPrV) ab, die theoretische, praktische und mündliche Prüfungsteile umfasst. Die praktische Ausbildung findet in Kliniken, Praxen und Laboren statt und wird von der ausbildenden Berufsfachschule koordiniert; 2023 wurde das Ausbildungsziel modernisiert, um den praktischen Anteil zu erweitern.

Prüfungsthemen

  • Fachspezifische Diagnose- bzw. Analysetechnik
  • Anatomie und Physiologie
  • Gerätekunde und Qualitätssicherung
  • Hygiene und Arbeitsschutz
  • Rechtliche Grundlagen (MTBG, Dokumentationspflicht)

Karriere nach der Ausbildung

Nach der Ausbildung sind Fachweiterbildungen in spezialisierten Bereichen sowie ein Studium (z. B. Medizintechnik, Biomedizinische Technik oder Gesundheitswissenschaften, B. Sc.) möglich. Mit Berufserfahrung sind Positionen als leitende Fachkraft, Praxisanleiter oder Qualitätsbeauftragter erreichbar. Das Gehalt steigt mit Berufserfahrung und Spezialisierung auf 3.200–3.800 Euro brutto monatlich.

Bewerbungstipps

Bewerbungen sollten mehrere Monate vor Ausbildungsbeginn bei staatlichen oder privaten Berufsfachschulen für medizinische Technologie eingereicht werden, da Plätze begrenzt sind. Die Bewerbungsmappe enthält Anschreiben, Lebenslauf und Schulzeugnisse; manche Schulen führen zusätzlich Eignungstests oder Aufnahmegespräche durch. Praktische Erfahrung durch ein Praktikum im Krankenhaus oder Labor wirkt überzeugend.

Ratgeber

Der Medizinischer Technologe für Funktionsdiagnostik ist ein 3-jähriger anerkannter Ausbildungsberuf nach dem MT-Berufe-Gesetz. Das Ausbildungsgehalt liegt nach TVAöD/TVAL zwischen 1.065 und 1.222 Euro monatlich. Nach der Ausbildung verdienen Berufseinsteiger durchschnittlich 2.700 bis 3.200 Euro brutto monatlich.

Häufige Fragen

Was macht ein Medizinischer Technologe für Funktionsdiagnostik?
Die Fachrichtung Funktionsdiagnostik umfasst vier Hauptgebiete: Neurologie (EEG, Nervenleitgeschwindigkeit), Kardiologie (EKG, Echokardiographie), Audiometrie (Hör- und Gleichgewichtsprüfung) sowie Pulmologie (Lungenfunktion). Die genaue Schwerpunktsetzung hängt von der ausbildenden Einrichtung ab.
Welcher Schulabschluss wird für die Ausbildung benötigt?
In der Regel wird mindestens ein mittlerer Bildungsabschluss (Realschulabschluss) vorausgesetzt, da die naturwissenschaftlichen Ausbildungsinhalte anspruchsvoll sind. Genaue Zulassungsvoraussetzungen unterscheiden sich regional je nach Berufsfachschule.
Wie hoch ist die Ausbildungsvergütung?
Seit 2019 zahlen staatliche Schulen ein Ausbildungsgehalt nach TVAöD/TVAL: etwa 1.065 Euro im ersten und 1.222 Euro im dritten Ausbildungsjahr. An privaten Schulen kann die Ausbildung dagegen unvergütet oder sogar kostenpflichtig sein.
Welche Weiterbildungs- und Studienmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung?
Nach der Ausbildung sind Fachweiterbildungen sowie ein Studium, etwa im Bereich Medizintechnik oder Gesundheitswissenschaften, möglich. Mit Berufserfahrung sind Positionen als leitende Fachkraft oder Praxisanleiter erreichbar.

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