Medientechnologe Druck
Früher: Steindrucker
Medientechnologen Druck steuern und überwachen industrielle Druckmaschinen für Offset-, Digital-, Tief- oder Flexodruck. Sie rüsten Maschinen ein, mischen Druckfarben, kontrollieren Druckqualität mit messtechnischen Geräten und sorgen für gleichbleibend hohe Druckergebnisse. Der Beruf eignet sich für technisch interessierte Menschen mit einem guten Auge für Farben und Qualität sowie einem ausgeprägten Sinn für Präzision.
Ausbildungsdauer
3 Jahre
Azubi-Gehalt
620–900 €
pro Monat
Einstiegsgehalt
ab 2.400 €
nach der Ausbildung
Prüfung
IHK-Abschluss
Was machst du als Medientechnologe Druck?
Morgens beginnt der Arbeitstag mit der Übergabe von der Nachtschicht und dem Rüsten der Druckmaschinen – etwa einer Heidelberg Speedmaster oder einer Roland 700. Dazu gehören das Einlegen der Druckplatten, das Einrichten von Papierformat und Druckwerk sowie das Mischen und Einstellen der Druckfarben nach Farbrezepturen. Anschließend werden Andrucke gezogen und mit Densitometern, Spektralfotometern und Farbmessstreifen kontrolliert, um Farbdichte, Tonwertzunahme und Passer zu prüfen. Nachmittags laufen die Maschinen im Produktionsbetrieb, wobei der Medientechnologe kontinuierlich Qualitätskontrollen durchführt, Farb- und Feuchtmittelzufuhr reguliert und Makulatur minimiert. Störungen wie Papierstaus oder Farbprobleme werden eigenständig behoben. Außerdem werden Wartungsarbeiten wie Reinigung der Farbwerke und Wechsel von Gummitüchern durchgeführt. Enge Zusammenarbeit besteht mit Druckvorstufen-Kollegen, Schichtleitern und Qualitätssicherung. Typische Aufgaben sind das Einrichten eines Sonderfarbenauftrags (Pantone) und die Maschinenumrüstung auf ein neues Papierformat.
Wo arbeitest du?
Medientechnologen Druck arbeiten überwiegend in Druckereien und Verlagen, die auf Akzidenzdruck (Broschüren, Kataloge), Zeitungsdruck, Verpackungsdruck oder Etikettendruck spezialisiert sind. Bekannte Arbeitgeber sind Firmen wie Bertelsmann Printing Group, Onlineprinters, Heidelberger Druckmaschinen (Kundenzentren), CEWE oder regionale Mittelstandsdruckereien. Der Beruf ist klar industriell/handwerklich geprägt. Es besteht ein spürbarer Fachkräftemangel, da der Berufsnachwuchs seit Jahren rückläufig ist.
Voraussetzungen
Ein guter Hauptschulabschluss reicht, viele Betriebe bevorzugen aber Bewerber mit Realschulabschluss, da die Ausbildung technisch anspruchsvoll ist. Mathematik für Farbdichte und Flächengewicht, Physik für Licht und Optik, Chemie für Druckfarben und Lösemittel sowie Deutsch für die technische Dokumentation sind die relevanten Fächer. Ein gutes Farbsehvermögen, technisches Verständnis, Sorgfalt und Konzentrationsfähigkeit für die Schichtarbeit gehören zu den wichtigsten persönlichen Voraussetzungen, ebenso echtes Interesse an industriellen Fertigungsprozessen.
Was lernst du in der Ausbildung?
Im ersten Lehrjahr stehen Grundlagen im Vordergrund: Eigenschaften von Bedruckstoffen (Papier, Karton, Folie), Aufbau und Funktion von Druckmaschinen, Farbenlehre sowie Grundlagen der Druckvor- und Drucknachstufe. Die Auszubildenden lernen Sicherheitsvorschriften und den grundlegenden Umgang mit Druckfarben und Druckhilfsmitteln. Im zweiten und dritten Lehrjahr erfolgt die Vertiefung in das jeweilige Druckverfahren (Offset, Tiefdruck, Flexodruck oder Digitaldruck). Themen sind CTP-Plattenherstellung, Farbmanagement, ICC-Profile, Qualitätssicherung nach ISO 12647, Maschinenwartung und -diagnose sowie betriebswirtschaftliche Grundlagen. Im Vergleich zum Medientechnologen Siebdruck liegt der Fokus stärker auf Rollen- und Bogenoffset sowie industriellen Auflagenproduktionen, während der Medientechnologe Druckverarbeitung die Weiterverarbeitung übernimmt.
IHK-Prüfung & Abschluss
Die Abschlussprüfung Teil 1 findet am Ende des zweiten Ausbildungsjahres statt, etwa im 18. bis 21. Monat: eine praktische Arbeitsaufgabe von 150 Minuten, bei der eine Druckmaschine eingerichtet und ein Andruckbogen qualitativ bewertet wird, sowie ein 90-minütiger schriftlicher Test zu drucktechnischen Grundlagen; Teil 1 zählt 30 Prozent. Teil 2 gegen Ende des dritten Lehrjahres besteht aus einer praktischen Arbeitsaufgabe zu Druckproduktion und Qualitätssicherung (7 Stunden, 50 Prozent), dem schriftlichen Bereich Drucktechnologie (90 Minuten, 10 Prozent), Druckvorstufe und Druckverarbeitung (60 Minuten, 5 Prozent) sowie Wirtschafts- und Sozialkunde (60 Minuten, 5 Prozent). Zum Bestehen sind in jedem Bereich mindestens 30 von 100 Punkten nötig, kein Bereich darf ungenügend bewertet werden; ein bis zu 20-minütiges Fachgespräch ergänzt die praktische Arbeitsaufgabe.
Prüfungsthemen
- Druckmaschineneinrichtung und Rüsten (Offset, Flexo, Tiefdruck)
- Farbenlehre, Farbmessung und Farbmanagement (ICC-Profile, ISO 12647)
- Bedruckstoffe: Papiersorten, Grammaturen, Oberflächeneigenschaften
- Qualitätssicherung: Tonwertzunahme, Passer, Farbdichte, Makulatur
- Druckvor- und Drucknachstufe: CTP-Platten, Druckweiterverarbeitung
- Druckhilfsmittel: Druckfarben, Feuchtmittel, Gummitücher, Druckplatten
- Wirtschafts- und Sozialkunde sowie betriebliche Grundlagen
Karriere nach der Ausbildung
Nach der Ausbildung bieten sich Weiterbildungen zum Industriemeister Printmedien (IHK) oder zum Techniker für Druck- und Medientechnik an. Wer ein Studium anstrebt, kann Druck- und Medientechnik (B.Eng.) an Hochschulen wie der Hochschule der Medien Stuttgart oder der TH Köln studieren. Kaufmännische Weiterbildungen zum Medienfachwirt IHK öffnen den Weg in Vertrieb oder Kundenmanagement. Nach fünf bis zehn Jahren sind Positionen als Schichtleiter, Produktionsleiter oder Betriebsleiter realistisch. Das Monatsgehalt steigt von rund 2.400 EUR beim Berufseinstieg auf 3.500–4.500 EUR als erfahrener Fachkraft oder Meister. Spezialisierungen sind möglich in den Bereichen Farbmanagement, Digitaldruck oder Verpackungsdruck.
Aufstiegsfortbildung nach der Ausbildung
Bewerbungstipps
Die Bewerbung sollte mindestens zwölf Monate vor Ausbildungsbeginn eingehen, also ab Herbst des Vorjahres. Anschreiben, Lebenslauf, Zeugnisse der letzten zwei Jahre und mögliche Praktikumsnachweise gehören in die Mappe. Im Vorstellungsgespräch werden technisches Grundverständnis und Farbwahrnehmung thematisiert, ein Farbsehtest mit Ishihara-Tafeln kann durchgeführt werden; einige Betriebe nutzen zusätzlich den IHK-Einstellungstest mit Aufgaben zu Mathematik, Deutsch und technischem Verständnis. Besonders überzeugen Bewerber, die ein Praktikum in einer Druckerei absolviert haben, Interesse an Maschinen und Technik zeigen, präzise und sorgfältig arbeiten und die grundlegenden Druckverfahren kennen - Eigeninitiative und Schichtbereitschaft sind wichtige Pluspunkte.
Ratgeber
An der Druckmaschine – etwa einer Heidelberg Speedmaster – rüsten Medientechnologen Druck Farbwerke und Papierformat ein, ziehen Andrucke und kontrollieren Farbdichte sowie Passer mit Densitometer und Spektralfotometer, bevor die Serienproduktion anläuft. Die dreijährige BBiG-Ausbildung wird mit 620 bis 900 Euro vergütet, der Berufseinstieg liegt bei etwa 2.400 Euro.
Häufige Fragen
Wie viel verdient man als Medientechnologe Druck in der Ausbildung?
Wie lange dauert die Ausbildung zum Medientechnologe Druck?
Gibt es Spezialisierungen oder Fachrichtungen bei Medientechnologen Druck?
Welcher Schulabschluss ist für die Ausbildung zum Medientechnologen Druck erforderlich?
In welchen Branchen und bei welchen Arbeitgebern arbeiten Medientechnologen Druck?
Welche Weiterbildungs- und Studienmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung?
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