Gestaltungs- und medientechnischer Assistent
Der Gestaltungs- und medientechnische Assistent ist ein schulischer Ausbildungsberuf an Berufsfachschulen, der Mediengestaltung mit technischer Medienproduktion verbindet. Absolventinnen und Absolventen beherrschen sowohl kreative Designarbeit als auch die technische Umsetzung in Print, Digital und audiovisuellen Medien. Der Beruf eignet sich für kreative Menschen mit technischem Verständnis, die Layout, Bildbearbeitung und Medienproduktion professionell umsetzen wollen.
Ausbildungsdauer
3 Jahre
Azubi-Gehalt
400–750 €
pro Monat
Einstiegsgehalt
ab 2.400 €
nach der Ausbildung
Prüfung
Staatliche Prüfung
Was machst du als Gestaltungs- und medientechnischer Assistent?
Im Arbeitsalltag wechseln sich gestalterische und technische Aufgaben ab. Morgens werden häufig Kundenbriefings ausgewertet, Layoutentwürfe in Adobe InDesign erstellt und Bildmaterial in Adobe Photoshop freigestellt und farkorrigiert. Mit Vektorgrafiken in Adobe Illustrator werden Logos, Icons und Infografiken entwickelt. Nachmittags stehen oft Druckvorstufen-Arbeiten auf dem Programm: Druckdaten prüfen mit Preflight-Tools, Farbprofile (CMYK, RGB, ICC-Profile) anpassen und Druckbögen ausschießen. Im digitalen Bereich werden HTML/CSS-Grundlagen angewendet, Bewegtbildinhalte in Adobe Premiere Pro oder After Effects geschnitten und animiert. Die Arbeit findet überwiegend am Computer-Arbeitsplatz im Medien- oder Druckstudio statt. Man arbeitet eng mit Art Directors, Drucktechnikern, Fotografen und Kunden zusammen. Typische Aufgaben sind das Erstellen einer 16-seitigen Broschüre druckfertig in InDesign inklusive Bildkorrekturen sowie das Aufbereiten von Social-Media-Grafiken in den richtigen Pixelmaßen und Farbräumen für verschiedene Plattformen.
Wo arbeitest du?
Absolventen finden Stellen in Druckereien und Mediendienstleistern (z. B. Onlineprinters, Flyeralarm, lokale Druckereien), Werbe- und Kommunikationsagenturen, Publishing-Häusern und Verlagen, Marketing-Abteilungen von Industrieunternehmen sowie bei TV-Produktionsfirmen und Online-Medien. Auch öffentliche Einrichtungen wie Stadtmarketing, Museen und Bildungsträger beschäftigen Medientechnikassistenten. Im Bereich digitaler Medien herrscht Fachkräftemangel, insbesondere bei kombinierten Print-Digital-Kompetenzen.
Voraussetzungen
Für diese schulische Ausbildung wird meist ein guter Realschulabschluss verlangt, den viele Bundesländer sogar als formale Zulassungsvoraussetzung festlegen, weil der Unterricht theoretisch anspruchsvoll ist. Wichtig sind Kunst für Gestaltungsgefühl und Farbverständnis, Mathematik für Kalkulationen, Maßeinheiten und Druckformeln, Informatik für das Verständnis digitaler Systeme sowie Deutsch für Textsatz und korrekte Rechtschreibung. Persönlich überzeugen Bewerberinnen und Bewerber mit ausgeprägtem ästhetischem Empfinden, Detailgenauigkeit und technischem Interesse an Software und Produktionsprozessen. Kreativität sollte mit einer strukturierten, sorgfältigen Arbeitsweise einhergehen, und da der Kundenkontakt zum Alltag gehört, sind Teamfähigkeit und Kommunikationsstärke ebenfalls gefragt.
Was lernst du in der Ausbildung?
Im ersten Lehrjahr werden Grundlagen der Gestaltungslehre vermittelt: Farblehre (RGB, CMYK, Farbkontraste), Typografie (Schriftklassifikation, Satzregeln, Lesbarkeit), Kompositionsprinzipien und der sichere Umgang mit den wichtigsten Adobe-Programmen (Photoshop, Illustrator, InDesign). Grundkenntnisse in Drucktechnik (Offsetdruck, Digitaldruck) und Medienrecht (Urheberrecht, Bildrechte) kommen hinzu. Im zweiten und dritten Lehrjahr erfolgt die Vertiefung in Druckvorstufe (Satz, Ausschießen, Preflight, Farbmanagement), Webdesign (HTML5, CSS3, responsive Design), audiovisuelle Medienproduktion (Videobearbeitung, Motion Graphics) und crossmediale Medienplanung. Im Unterschied zum Mediengestalter Bild und Ton liegt der Fokus stärker auf der kombinierten Print- und Digitalkompetenz sowie auf der technisch-handwerklichen Qualitätssicherung in der Medienproduktion.
Staatliche Prüfung & Abschluss
Weil es sich um einen schulischen Ausbildungsberuf handelt, wird die Abschlussprüfung als staatliche Prüfung an der Berufsfachschule nach den Regelungen des jeweiligen Bundeslandes durchgeführt, weshalb sich Details je nach Standort unterscheiden können. Üblich ist eine Zwischenprüfung nach dem ersten Schuljahr mit schriftlichen Leistungsnachweisen zu Gestaltungsgrundlagen und Medientechnik von jeweils rund 60–90 Minuten. Am Ende der Ausbildung gliedert sich die Abschlussprüfung in schriftliche Klausuren zu Mediengestaltung und Medientechnologie von je 90–120 Minuten, die zusammen etwa 40 % ausmachen, eine praktische Prüfungsarbeit von rund 6–8 Stunden, in der ein vollständiges Medienprojekt wie eine druckfertige Broschüre oder ein Webauftritt eigenständig entsteht (ebenfalls etwa 40 %), sowie ein abschließendes Fachgespräch von 15–20 Minuten zur Verteidigung dieser Projektarbeit (etwa 20 %). Bestanden hat, wer in allen Prüfungsteilen mindestens ausreichende Leistungen, also 50 Punkte beziehungsweise die Note 4, erreicht. Je nach Schule kann zusätzlich ein IHK-Zertifikat oder ein ergänzender Berufsschulabschluss erworben werden.
Prüfungsthemen
- Mediengestaltung (Layout, Typografie, Farbgestaltung)
- Druckvorstufe und Drucktechnologie (Preflight, Ausschießen, Farbmanagement)
- Digitale Medienproduktion (Webdesign, HTML/CSS, responsive Design)
- Bildbearbeitung und Bildtechnik (Photoshop, Farbräume, Bildformate)
- Audiovisuelle Medienproduktion (Videoschnitt, Motion Graphics)
- Medienrecht und Urheberrecht
- Crossmediale Medienplanung und Projektmanagement
Karriere nach der Ausbildung
Mit dem Abschluss als Gestaltungs- und medientechnischer Assistent stehen verschiedene Wege offen. Eine direkte Weiterbildung zur IHK-geprüften Mediengestalterin / zum Mediengestalter Digital und Print ist möglich, ebenso der Einstieg in eine reguläre duale Ausbildung mit Anrechnung von Ausbildungszeit. Wer das Fachabitur besitzt, kann Studiengänge wie Mediendesign (B.A.), Kommunikationsdesign (B.A.), Medieninformatik (B.Sc.) oder Medientechnik (B.Eng.) aufnehmen. Nach 5–10 Jahren Berufserfahrung sind Positionen als Art Director, Leiter Medienproduktion, Pre-Press-Manager oder Selbstständigkeit als Freelancer realistisch. Spezialisierungen in UX/UI-Design, Motion Design, 3D-Visualisierung oder Druckmanagement steigern die Gehaltsperspektiven deutlich. Erfahrene Fachkräfte erzielen 3.200–4.500 EUR brutto monatlich.
Aufstiegsfortbildung nach der Ausbildung
Bewerbungstipps
Da der Ausbildungsstart im September liegt und viele Berufsfachschulen nur begrenzte Plätze mit Aufnahmeprüfung vergeben, sollten die Unterlagen spätestens im Januar oder Februar desselben Jahres eingereicht sein. Wichtiger Bestandteil neben Anschreiben, Lebenslauf und aktuellen Zeugnissen ist eine kreative Mappe mit eigenen Arbeiten, seien es Zeichnungen, Fotos, Grafikprojekte oder Ergebnisse aus dem Schulunterricht. Im Auswahlgespräch wird häufig ein kleiner praktischer Eignungstest zu Farbwahrnehmung, Typografie oder einfacher Bildbearbeitung durchgeführt. Wer bereits erste Erfahrung mit Adobe-Programmen mitbringt, und seien es nur Grundkenntnisse, ein klares Interesse an Mediengestaltung und Technik zeigt und eine sorgfältig gestaltete Bewerbungsmappe abliefert, überzeugt Ausbilder und Schulleitung gleichermaßen.
Ratgeber
Ob Layout in InDesign, Bildfreistellung in Photoshop oder Videoschnitt in Premiere Pro – Gestaltungs- und medientechnische Assistenten wechseln zwischen gestalterischen und technischen Aufgaben, inklusive Druckdatenprüfung im Preflight-Verfahren. Auch HTML/CSS-Grundlagen kommen zum Einsatz. Die dreijährige schulische Ausbildung nach Landesrecht wird mit 400 bis 750 Euro vergütet, der Einstieg liegt bei rund 2.400 Euro.
Häufige Fragen
Wie viel verdient man als Gestaltungs- und medientechnischer Assistent in der Ausbildung?
Wie lange dauert die Ausbildung zum Gestaltungs- und medientechnischer Assistent?
Gibt es Spezialisierungen oder Fachrichtungen in dieser Ausbildung?
Welcher Schulabschluss wird für diese Ausbildung benötigt?
In welchen Branchen und bei welchen Arbeitgebern kann man nach der Ausbildung arbeiten?
Welche Weiterbildungs- oder Studienmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung?
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