Mediengestalter Bild und Ton
Früher: Film- und Videoeditor
Mediengestalter Bild und Ton produzieren audiovisuelle Medieninhalte für Fernsehen, Radio, Film, Online-Streaming und Veranstaltungen. Sie bedienen professionelle Kamera-, Ton- und Lichttechnik und sind für Aufnahme, Bearbeitung und Sendung von Bild- und Tonmaterial verantwortlich. Der Beruf eignet sich für technisch versierte Menschen mit ausgeprägtem ästhetischen Gespür, die sowohl kreativ als auch präzise arbeiten möchten.
Ausbildungsdauer
3 Jahre
Azubi-Gehalt
620–1.050 €
pro Monat
Einstiegsgehalt
ab 2.400 €
nach der Ausbildung
Prüfung
IHK-Abschluss
Was machst du als Mediengestalter Bild und Ton?
Morgens beginnt der Arbeitstag häufig mit der Vorbereitung von Aufnahmen: Kameras wie Sony PXW-Z280 oder Canon EOS C300 werden aufgebaut, Lichtanlagen (z. B. Fresnel-Scheinwerfer, LED-Panels) eingerichtet und Mikrofone wie Sennheiser MKH 416-Richtmikrofone positioniert. Bei Außendrehs wird das Fahrzeug mit Technik beladen und Location-Checks durchgeführt. In Redaktionsbesprechungen werden Drehtage geplant und Produktionsabläufe koordiniert. Nachmittags stehen Schnitt und Nachbearbeitung im Fokus: In Schnittprogrammen wie Adobe Premiere Pro oder Avid Media Composer werden Bild- und Tonspuren zusammengeführt, Farbkorrekturen mit DaVinci Resolve vorgenommen und Audiomischungen in Pro Tools erstellt. Bei Live-Sendungen übernehmen Mediengestalter die Bildmischung am Videomixer oder die Tonregie am Digitalmischpult (z. B. Lawo mc²56). Beispielaufgaben aus dem Alltag: Schnitt eines Nachrichtenbeitrags für die Abendschau innerhalb von zwei Stunden oder die tontechnische Betreuung einer Live-Übertragung eines Konzerts inklusive Mikrofonierung der Bühne.
Wo arbeitest du?
Mediengestalter Bild und Ton arbeiten überwiegend bei öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten (ARD, ZDF, Bayerischer Rundfunk, WDR, NDR), privaten TV-Sendern (RTL, ProSieben, Sat.1), Filmproduktionsfirmen, Tonstudios, Veranstaltungsdienstleistern und Online-Streaming-Plattformen. Auch Werbeagenturen, Unternehmenskommunikation und Hochschulen beschäftigen diese Fachkräfte. Der Fachkräftemangel ist insbesondere bei spezialisierten Tonmeistern und erfahrenen Kamerafachleuten deutlich spürbar.
Voraussetzungen
Ein mittlerer Bildungsabschluss ist die formale Voraussetzung, doch Ausbildungsbetriebe wie Rundfunkanstalten oder Filmproduktionen bevorzugen häufig Bewerber mit Abitur oder Fachhochschulreife. Physik mit Optik und Akustik, Mathematik, Informatik sowie Kunst oder Musik sind die wichtigen Schulfächer. Persönlich sind ein ausgeprägtes technisches Verständnis, ein gutes Gehör und Gespür für Bildästhetik entscheidend. Teamfähigkeit ist unverzichtbar, da Produktionen immer in Crews stattfinden, dazu kommen Belastbarkeit bei unregelmäßigen Arbeitszeiten, Schichtdienst und Außeneinsätzen sowie Sorgfalt im Umgang mit teurer Technik.
Was lernst du in der Ausbildung?
Im ersten Lehrjahr werden die technischen Grundlagen der Medienproduktion vermittelt: Funktionsprinzipien von Kamera, Mikrofon und Beleuchtung, Grundlagen der Bildgestaltung (Brennweite, Tiefenschärfe, Kadrierung), Signalflüsse in Studio- und Außenübertragungswagen sowie rechtliche Grundlagen wie Urheberrecht und Datenschutz. Im zweiten Lehrjahr vertiefen Auszubildende das Wissen über Aufnahmetechnik, Audioproduktion, analoge und digitale Übertragungsstandards (SDI, NDI, IP-basierte Übertragung) sowie den Umgang mit Medienarchiven und Metadaten. Im dritten Lehrjahr steht die Spezialisierung im Vordergrund: entweder Bild (Kamera, Licht, Schnitt, Bildmischung) oder Ton (Studioton, Außenübertragung, Audiomischung). Zusätzlich werden Projektmanagement, Produktionskalkulation und die Zusammenarbeit mit Redaktion und Regie intensiv geübt. Im Vergleich zu Mediengestaltern Digital/Print liegt der Fokus ausschließlich auf audiovisuellen Produktionen statt auf Printmedien oder Webdesign.
IHK-Prüfung & Abschluss
Die Zwischenprüfung, also Teil 1 der Abschlussprüfung, findet Mitte des zweiten Lehrjahres statt, in der Regel im April oder Mai: eine praktische Aufgabe von rund 180 Minuten, bei der eine Ton- oder Bildaufnahme unter definierten Bedingungen erstellt wird. Die Abschlussprüfung (Teil 2) am Ende des dritten Lehrjahres gliedert sich in 'Konzeption und Planung' schriftlich (90 Minuten, 20 Prozent), 'Produktion' schriftlich (90 Minuten, 20 Prozent), die praktische Arbeitsaufgabe als vollständige AV-Produktion (rund 420 Minuten, 50 Prozent) sowie Wirtschafts- und Sozialkunde schriftlich (60 Minuten, 10 Prozent). Das Fachgespräch zur praktischen Arbeitsaufgabe dauert etwa 20 Minuten und ist in deren Gewichtung enthalten. Zum Bestehen müssen alle Prüfungsbereiche mit mindestens ausreichend, also 50 von 100 Punkten, bewertet sein; in der praktischen Aufgabe darf kein Prüfungsbereich mit mangelhaft abschließen.
Prüfungsthemen
- Kameratechnik und Bildgestaltung (Optik, Kadrierung, Beleuchtung)
- Tontechnik und Audioproduktion (Mikrofonierung, Mischpult, Audioschnitt)
- Postproduktion und Videoschnitt (Schnittsysteme, Farbkorrektur, Audioabmischung)
- Signalübertragung und Sendetechnik (SDI, IP-basierte Übertragung, Livestreaming)
- Mediendramaturgie und Produktionsplanung
- Rechtliche Grundlagen (Urheberrecht, Persönlichkeitsrechte, Rundfunkrecht)
- Wirtschafts- und Sozialkunde
Karriere nach der Ausbildung
Nach der Ausbildung stehen folgende Weiterbildungswege offen: - **Medienfachwirt IHK** (berufsbegleitend, 18–24 Monate): für Führungsaufgaben in Medienunternehmen - **Meister für Veranstaltungstechnik** oder **Techniker der Fachrichtung Medientechnik** an staatlichen Technikerschulen - **Bachelor-Studiengänge**: Medientechnik, Medienproduktion, Film-/Fernsehproduktion (z. B. HFF München, Filmuniversität Babelsberg, HAW Hamburg) - Spezialisierungen als Kameramann/-frau, Tonmeister, Cutter oder Bildregisseur Nach 5–10 Jahren sind Positionen als Leitender Cutter, Chef vom Dienst Technik, Produktionsleiter oder technischer Redakteur realistisch. Das Gehalt steigt von ca. 2.400 EUR (Einstieg) auf 3.500–5.000 EUR (Führungsebene) brutto monatlich.
Aufstiegsfortbildung nach der Ausbildung
Bewerbungstipps
Öffentlich-rechtliche Sender wie der WDR schreiben ihre Ausbildungsplätze bereits im Herbst des Vorjahres aus, deshalb sollte die Bewerbung zwölf bis achtzehn Monate vor dem Start im September verschickt werden. Ein Anschreiben mit konkreter Bezugnahme auf eigene Medienprojekte wie einen YouTube-Kanal, eigene Kurzfilme oder Schulradio, ein tabellarischer Lebenslauf sowie Zeugnisse gehören in die Mappe - viele Rundfunkanstalten verlangen zusätzlich ein Portfolio mit eigenem Videomaterial oder Tonaufnahmen. Das Vorstellungsgespräch umfasst häufig einen praktischen Eignungstest mit Gehörtests, Farbsehtests sowie Aufgaben zur Bildbeurteilung. Überzeugende Bewerber bringen nachweisliche Eigeninitiative mit, etwa durch Praktika beim lokalen TV-Sender, Mitarbeit in Schulmedienteams oder selbst produzierte audiovisuelle Projekte; Kenntnisse in Adobe Premiere Pro oder DaVinci Resolve heben eine Bewerbung deutlich hervor.
Ratgeber
Kameras und Lichtanlagen für Aufnahmen einrichten, Bild- und Tonspuren in Adobe Premiere Pro oder Pro Tools schneiden und bei Livesendungen die Bildmischung übernehmen – so gestaltet sich der Alltag als Mediengestalter Bild und Ton. Die dreijährige Ausbildung nach BBiG wird mit 620 bis 1.050 Euro vergütet, der Einstieg danach liegt bei rund 2.400 Euro.
Häufige Fragen
Wie viel verdient man als Mediengestalter Bild und Ton in der Ausbildung?
Wie lange dauert die Ausbildung zum Mediengestalter Bild und Ton?
Gibt es Spezialisierungen im Beruf Mediengestalter Bild und Ton?
Welcher Schulabschluss wird für die Ausbildung zum Mediengestalter Bild und Ton benötigt?
In welchen Branchen und bei welchen Arbeitgebern arbeitet man als Mediengestalter Bild und Ton?
Welche Weiterbildungs- und Studienmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung?
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