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Maskenbildner

Maskenbildner gestalten das äußere Erscheinungsbild von Darstellern für Theater, Film, Fernsehen und Fotografie durch Make-up, Frisuren, Perücken und Spezialeffekte. Der Beruf verbindet künstlerisches Talent mit handwerklicher Präzision und fundiertem Wissen über Haut, Haare und historische Stile. Er eignet sich für kreative Menschen mit einem Gespür für Ästhetik, Geduld und Interesse an darstellender Kunst.

Ausbildungsdauer

3 Jahre

Azubi-Gehalt

400–700 €

pro Monat

Einstiegsgehalt

ab 2.200 €

nach der Ausbildung

Prüfung

IHK-Abschluss

Was machst du als Maskenbildner?

Der Arbeitsalltag eines Maskenbildners ist eng an Proben- und Drehpläne gebunden. Morgens beginnt die Arbeit oft bereits Stunden vor Drehbeginn oder Vorstellungsbeginn: Schminktische werden vorbereitet, Produkte wie Grimas-Theaterschminken, Airbrush-Farben, Kleber (z.B. Mastix), Latexmassen und Haarlacke werden bereitgestellt. Daraufhin werden Darsteller nach vorher erarbeiteten Maskenkonzepten geschminkt, Perücken aufgesetzt und fixiert sowie Bärte oder Koteletten mit Echthaar angeklebt. Nachmittags oder zwischen Szenen werden Masken aufgefrischt (sogenanntes Touch-up), beschädigte Perücken repariert und Spezialmasken aus Silikon oder Schaumlatex angelegt. Maskenbildner arbeiten eng mit Kostüm-, Bühnen- und Regisseure zusammen. Zu konkreten Beispielaufgaben gehören das Herstellen von Wunden und Narben mit Wachsmasse und Airbrush-Technik für eine Filmproduktion sowie das Anfertigen und Stylen einer historischen Perücke für eine Theaterinszenierung. Gearbeitet wird in Maske-Abteilungen, Filmstudios, Theatern oder auf Außendrehs.

Wo arbeitest du?

Maskenbildner arbeiten an Stadt- und Staatstheatern, Opernhäusern, privaten Theatern und Musical-Bühnen sowie bei Film- und Fernsehproduktionsfirmen, öffentlich-rechtlichen Sendern (ARD, ZDF, Landesrundfunkanstalten) und Streaming-Produktionen. Auch Modefotografie-Studios, Werbeagenturen, Filmhochschulen und Event-Agenturen beschäftigen Maskenbildner. Freiberuflichkeit ist verbreitet. Aufgrund des begrenzten Ausbildungsplatzangebots und steigender Nachfrage durch Streamingdienste besteht ein spürbarer Fachkräftemangel, besonders im SFX-Bereich.

Voraussetzungen

Ein mittlerer Schulabschluss wird empfohlen, da das Verfassen von Maskenkonzepten, Kalkulationen und Fachtheorie solide Deutschkenntnisse sowie mathematisches Grundverständnis voraussetzen. Biologie liefert Wissen zu Haut- und Haarkunde, Chemie zu Materialien und Allergenen, dazu kommen Kunst und Deutsch. Künstlerisches Talent, ein gutes Auge für Farben und Proportionen sowie Fingerfertigkeit sind unverzichtbar. Empathie im Umgang mit Darstellern, Belastbarkeit an langen Drehtagen und Teamfähigkeit runden das Profil ab, und Interesse an Geschichte und Kostümkunde ist von großem Vorteil.

Was lernst du in der Ausbildung?

Im ersten Lehrjahr stehen Grundlagen im Vordergrund: Haut- und Haarkunde, Grundtechniken des Schminkens (Tages-, Korrektiv- und Charakterschminken), Hygienevorschriften sowie der sichere Umgang mit Kosmetika und Klebestoffen. Außerdem werden Grundkenntnisse im Perückenbau und Frisieren vermittelt. Im zweiten Lehrjahr vertiefen Auszubildende Spezialgebiete wie das Herstellen von Spezialeffekten (SFX), das Erarbeiten historischer Frisuren und Maskenkonzepte sowie das Schreiben von Maskenprotokollen. Im dritten Lehrjahr folgen Spezialisierungen: Anfertigung von Prothesen aus Silikon und Schaumlatex, Airbrush-Techniken, Perückenherstellung und -pflege sowie selbstständige Entwicklung von Maskenkonzepten anhand von Rollenanalysen. Im Vergleich zu Friseur-Ausbildungen liegt der Schwerpunkt nicht auf alltäglichem Kundenfrisieren, sondern auf künstlerisch-dramaturgischer Gestaltung für Bühne und Kamera.

Maskengestaltung und -technikFachkunde (Haut-, Haar- und Farbenlehre)Wirtschafts- und SozialkundeFachzeichnen und MaskenprotokollWerkstoffkunde (Kosmetika, Kleber, Latexmassen)

IHK-Prüfung & Abschluss

Die Ausbildung schließt mit einer Abschlussprüfung vor der zuständigen IHK ab. Eine formale Zwischenprüfung findet in der Regel zur Mitte des zweiten Ausbildungsjahres statt und umfasst schriftliche Aufgaben zu Fachtheorie von rund 120 Minuten sowie eine praktische Aufgabe aus dem Grundlagenbereich. Die Abschlussprüfung selbst besteht zur Hälfte aus einem praktischen Teil: einer mehrstündigen Arbeitsaufgabe von etwa 7 Stunden, bei der eine vollständige Maskengestaltung von der Konzeption über die Herstellung bis zur Präsentation realisiert wird, gefolgt von einem rund 15-minütigen Fachgespräch. Die andere Hälfte bildet der schriftliche Teil mit den Bereichen Maskengestaltung und -technik (etwa 120 Minuten), Wirtschafts- und Sozialkunde (etwa 60 Minuten) sowie Fachrechnen und Fachkunde (etwa 90 Minuten). Zum Bestehen müssen alle Prüfungsbereiche mit mindestens 50 Punkten bewertet sein, wobei ein schwacher Bereich durch starke Leistungen in anderen Bereichen ausgeglichen werden kann.

Prüfungsthemen

  • Maskengestaltung und Maskenkonzeption (Rollenanalyse, Stilkunde)
  • Spezialeffekte und Prothesenbau (Silikon, Schaumlatex, Wunden)
  • Perückenbau, -pflege und -styling
  • Haut- und Haarkunde sowie Hygiene und Allergenkunde
  • Historische Frisuren und Stilepochen
  • Fachrechnen und Materialkalkulation
  • Wirtschafts- und Sozialkunde

Karriere nach der Ausbildung

Nach der Ausbildung können Maskenbildner den staatlich geprüften Maskenbildnermeister (HwK/IHK, je nach Bundesland) ablegen und damit eigene Betriebe oder Abteilungen leiten. Eine weitere Option ist der Chefmaskenbildner an einem festen Theater- oder Filmhaus. Im Filmbereich spezialisieren sich viele auf SFX-Make-up (Special-Effects-Make-up) oder Prothesenbau und arbeiten für internationale Produktionen. Weiterbildungen im Bereich Make-up-Artist für Mode und Werbung oder Kosmetikfachwirt erweitern das Tätigkeitsfeld. Passende Studiengänge sind Bühnen- und Kostümbild oder Design. Nach 5–10 Jahren sind Positionen als Maskenbildnerleiter, Lehrender an Fachschulen oder selbstständiger Spezialist mit Tagessätzen von 300–700 EUR realistisch.

Bewerbungstipps

Da Ausbildungsplätze sehr begehrt und selten sind, sollte die Bewerbung 12–18 Monate vor dem meist im September liegenden Start erfolgen. Zur Mappe gehören ein aussagekräftiges Anschreiben mit Bezug auf konkrete Vorbilder oder eigene Make-up-Projekte, ein Lebenslauf sowie ein Portfolio mit eigenen Schmink- oder Gestaltungsarbeiten, gerne auch als digitale Mappe oder Instagram-Link. Im Vorstellungsgespräch werden häufig Farbkenntnisse, kunsthistorisches Interesse und Belastbarkeit thematisiert, und mitunter kommen praktische Eignungstests zur Farbwahrnehmung oder zu einfachen Schminkanwendungen zum Einsatz. Besonders überzeugend wirkt, wer bereits Erfahrung aus einem Theaterpraktikum oder einer Film-AG mitbringt, ein gepflegtes Portfolio vorlegt und Begeisterung für die darstellende Kunst glaubhaft vermittelt.

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Ratgeber

Vor Dreh- oder Vorstellungsbeginn schminken Maskenbildner Darsteller nach vorgegebenen Konzepten mit Produkten wie Grimas-Theaterschminke, setzen Perücken auf und fertigen Spezialeffekte wie Wunden und Narben aus Wachsmasse oder Silikon an. Die dreijährige BBiG-Ausbildung ist mit 400 bis 700 Euro vergütet, der Berufseinstieg liegt bei etwa 2.200 Euro.

Häufige Fragen

Wie viel verdient man als Maskenbildner in der Ausbildung?
Das Ausbildungsgehalt als Maskenbildner liegt bei etwa 400–700 Euro pro Monat. Nach der Ausbildung liegt das Einstiegsgehalt bei etwa 2.200 Euro monatlich.
Wie lange dauert die Ausbildung zum Maskenbildner?
Die duale Ausbildung zum Maskenbildner dauert regulär 3 Jahre. In dieser Zeit wechselst du zwischen Berufsschule und Ausbildungsbetrieb.
Gibt es Spezialisierungen im Beruf des Maskenbildners?
Maskenbildner können sich auf verschiedene Bereiche spezialisieren, darunter Film und Fernsehen, Theater, Oper oder den Eventbereich. Darüber hinaus gibt es Nischen wie Spezialeffekt-Make-up, historische Masken oder Perückenherstellung. Eine formale Fachrichtung innerhalb der Ausbildung ist jedoch nicht vorgesehen.
Welcher Schulabschluss wird für die Ausbildung zum Maskenbildner benötigt?
Gesetzlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben, jedoch bevorzugen die meisten Ausbildungsbetriebe Bewerber mit einem mittleren Schulabschluss (Realschule). Praktische Kenntnisse in Kunst, Biologie oder Chemie sowie kreatives Geschick können den Einstieg erleichtern. In der Praxis bewerben sich auch Abiturienten erfolgreich um Ausbildungsplätze.
In welchen Branchen und bei welchen Arbeitgebern arbeiten Maskenbildner?
Maskenbildner arbeiten vor allem in Theater- und Opernhäusern, bei Film- und Fernsehproduktionen sowie in der Werbebranche. Auch Freizeitparks, Eventdienstleister, Museen und Bestattungsunternehmen beschäftigen gelegentlich Maskenbildner. Viele arbeiten nach einiger Berufserfahrung freiberuflich und sind projektweise tätig.
Welche Weiterbildungs- und Studienmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung?
Nach der Ausbildung ist eine Weiterbildung zum Meister im Maskenbildnerhandwerk möglich, die zur selbstständigen Betriebsführung berechtigt. Darüber hinaus bieten Hochschulen und Kunstakademien Studiengänge in Fachbereichen wie Bühnen- und Kostümbild oder Mediendesign an. Wer die Hochschulzugangsberechtigung besitzt, kann auch ein Studium im künstlerischen oder gestalterischen Bereich aufnehmen.

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