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Schornsteinfeger

Schornsteinfeger prüfen, reinigen und überwachen Feuerungsanlagen, Heizkessel, Lüftungssysteme und Abgaswege in Wohn- und Gewerbegebäuden. Der Beruf verbindet handwerkliches Geschick mit Umwelt- und Brandschutzaufgaben sowie gesetzlich geregelter Messpflicht. Er eignet sich besonders für Menschen mit Interesse an Haustechnik, Energie und Umweltschutz, die gerne eigenverantwortlich und körperlich arbeiten.

Ausbildungsdauer

3 Jahre

Azubi-Gehalt

600–900 €

pro Monat

Einstiegsgehalt

ab 2.600 €

nach der Ausbildung

Prüfung

IHK-Abschluss

Was machst du als Schornsteinfeger?

Morgens beginnt der Arbeitstag mit der Tourenplanung und dem Beladen des Dienstfahrzeugs mit Reinigungsgeräten wie Besen, Kehrgarnituren, Kugelstoßkettenmotoren sowie Messgeräten (z. B. Abgasmessgerät KANE, Testo 320 oder Wöhler A 550). Auf den Kehrbezirken werden Schornsteine, Kaminöfen, Heizkessel und Lüftungsanlagen auf Dächern und in Kellern kontrolliert und gereinigt. Typische Tätigkeiten: Messung der Abgaswerte von Öl-, Gas- und Festbrennstoffheizungen gemäß 1. BImSchV sowie Überprüfung der Betriebssicherheit von Feuerstätten. Nachmittags werden die Ergebnisse im Kehrbuch (heute digital über Software wie KSM oder Schornsteinfeger-Manager) dokumentiert, Mängel schriftlich erfasst und Kunden beraten. Hinzu kommen Feuerstättenschauen, bei denen Feuerungsanlagen auf Brandsicherheit und ordnungsgemäßen Betrieb geprüft werden. Die Arbeit findet auf Dächern (Absturzsicherung, Steigeisen), in Heizungskellern und Dachböden statt. Zusammengearbeitet wird mit Heizungsinstallateuren, Schornsteinbauern und Bauherren.

Wo arbeitest du?

Schornsteinfeger arbeiten überwiegend in selbstständigen Handwerksbetrieben, häufig in kleinen und mittelständischen Schornsteinfegerbetrieben mit eigenem Kehrbezirk. Daneben gibt es Stellen bei kommunalen Versorgungsunternehmen, Immobilienverwaltungen sowie in der Industrie (Anlagenprüfung, Emissionsschutz). Bekannte Handwerksketten wie Schornsteinfeger-Innungen und Landesinnungsverbände bündeln die Branche. Es besteht ein spürbarer Fachkräftemangel, da die Zahl der Auszubildenden bundesweit rückläufig ist, der gesetzliche Kehrbedarf aber konstant bleibt.

Voraussetzungen

Weil Messprotokolle, die Berechnung von Abgaswerten und Dokumentationspflichten ein gutes Verständnis in Mathematik, Physik und Chemie voraussetzen, sollte wenigstens ein Hauptschulabschluss, besser ein mittlerer Bildungsabschluss, vorhanden sein. Mathematik ist wichtig für Heizlastmengen und Querschnittsberechnungen, Physik für Thermodynamik und Strömungslehre, Chemie für Verbrennungsprozesse. Schwindelfreiheit und körperliche Belastbarkeit sind für die Arbeit auf Dächern unverzichtbar, ebenso Sorgfalt bei der Dokumentation und technisches Interesse an Heizungssystemen. Zuverlässigkeit beim eigenverantwortlichen Arbeiten im direkten Kundenkontakt rundet das Profil ab.

Was lernst du in der Ausbildung?

Im ersten Lehrjahr stehen Grundlagen des Handwerks im Vordergrund: Bau und Funktion von Schornsteinen, Feuerungsanlagen und Lüftungssystemen, Werkzeugkunde, Arbeitssicherheit (PSA, Absturzsicherung) sowie erste Kehrtechniken. Außerdem werden Grundlagen des Brandschutzes und der einschlägigen Normen (z. B. DIN 18160, TRÖV) vermittelt. Im zweiten und dritten Lehrjahr erfolgt die Vertiefung in Abgasmessung und Auswertung nach 1. BImSchV, Feuerstättenschau, Energieberatung sowie Überprüfung von raumlufttechnischen Anlagen. Die Ausbildung unterscheidet sich von vergleichbaren Berufen wie dem Anlagenmechaniker durch den starken Fokus auf hoheitliche Aufgaben (behördlich geregelte Kehrpflicht) sowie auf Umwelt- und Brandschutz. Das Kehrbuch und digitale Dokumentationssysteme sind fester Ausbildungsbestandteil.

Anlagentechnik und VerbrennungslehreBrandschutz und UmwelttechnikMess- und PrüftechnikBetriebswirtschaft und RechtDeutsch und Kommunikation

IHK-Prüfung & Abschluss

Die Gesellenprüfung Teil 1, die Zwischenprüfung, findet zum Ende des zweiten Ausbildungsjahres statt, etwa im 18. Ausbildungsmonat: ein praktischer Teil mit der Reinigung einer Feuerungsanlage und einer Schornsteinbegehung von rund 180 Minuten sowie ein schriftlicher Teil zu Kehrtechnik und Grundlagen von etwa 90 Minuten. Dieser Teil geht mit 30 % in die Gesamtbewertung ein. Die Gesellenprüfung Teil 2 findet im dritten Lehrjahr, um den 36. Monat herum, statt und besteht aus einer praktischen Arbeitsaufgabe mit der Durchführung einer Feuerstättenschau inklusive Abgasmessung und Mängelprotokoll von rund 240 Minuten (35 % Gewichtung innerhalb von Teil 2), den schriftlichen Bereichen Anlagen- und Betriebstechnik mit 90 Minuten (20 %) sowie Umwelt- und Brandschutz mit 60 Minuten (15 %) und einem etwa 20-minütigen Fachgespräch zu Kundengespräch und Ergebnispräsentation, das gemeinsam mit den übrigen Elementen 70 % des Gesamtanteils von Teil 2 ausmacht. Zum Bestehen müssen in allen Bereichen mindestens 50 von 100 Punkten erreicht werden.

Prüfungsthemen

  • Feuerungsanlagen und Heizkessel (Aufbau, Funktion, Betrieb)
  • Abgasmessung und Auswertung nach 1. BImSchV
  • Brandschutz und Feuerstättenschau
  • Schornsteinsysteme und Lüftungsanlagen (DIN 18160)
  • Umweltschutz und Energieeffizienz
  • Kehrtechnik und Reinigungsverfahren
  • Dokumentation und rechtliche Grundlagen (Kehr- und Überprüfungsordnung)

Karriere nach der Ausbildung

Nach der Gesellenprüfung ist der klassische Weiterbildungsweg der Meister im Schornsteinfegerhandwerk (HwK-Meisterprüfung), der nach mindestens drei Jahren Berufserfahrung abgelegt werden kann. Der Meistertitel berechtigt zur Führung eines eigenen Betriebs als bevollmächtigter Bezirksschornsteinfeger. Alternativ bietet sich der staatlich geprüfte Techniker (Fachrichtung Heizungs-, Lüftungs- und Sanitärtechnik) oder ein Bachelorstudium Energie- und Gebäudetechnik an. Nach 5–10 Jahren sind Positionen als Bezirksschornsteinfegermeister, Betriebsleiter oder Energieberater realistisch. Spezialisierungen existieren in der Energieberatung (z. B. als KfW-Energieeffizienzexperte) oder im industriellen Anlagenschutz. Das Gehalt steigt mit dem Meistertitel deutlich auf 3.500–4.500 EUR brutto monatlich.

Aufstiegsfortbildung nach der Ausbildung

Bewerbungstipps

Weil viele Kleinbetriebe frühzeitig planen, sollte die Bewerbung 12–18 Monate vor dem meist im August oder September liegenden Start beim Wunschbetrieb eingehen. Zur Mappe gehören Anschreiben, tabellarischer Lebenslauf, aktuelles Schulzeugnis und gegebenenfalls Praktikumsnachweise. Im Vorstellungsgespräch werden häufig Fragen zu Schwindelfreiheit, körperlicher Fitness und Motivation für den Beruf gestellt, und einige Betriebe oder Innungen setzen einen Einstellungstest zu Mathematik- und Deutschkenntnissen ein. Besonders überzeugend wirken Bewerber, die ein Schülerpraktikum bei einem Schornsteinfegerbetrieb absolviert haben, technisches Grundinteresse nachweisen und bereit sind, eigenverantwortlich auf Dächern und in Heizungskellern zu arbeiten.

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Ratgeber

Auf Dächern und in Heizungskellern kontrollieren Schornsteinfegerinnen und Schornsteinfeger Feuerstätten und Abgaswerte nach der 1. BImSchV und prüfen bei Feuerstättenschauen die Brandsicherheit von Heizungsanlagen. Die dreijährige BBiG-Ausbildung wird mit 600 bis 900 Euro vergütet, der Einstieg liegt bei rund 2.600 Euro.

Häufige Fragen

Wie viel verdient man als Schornsteinfeger in der Ausbildung?
Das Ausbildungsgehalt als Schornsteinfeger liegt bei etwa 600–900 Euro pro Monat. Nach der Ausbildung liegt das Einstiegsgehalt bei etwa 2.600 Euro monatlich.
Wie lange dauert die Ausbildung zum Schornsteinfeger?
Die duale Ausbildung zum Schornsteinfeger dauert regulär 3 Jahre. In dieser Zeit wechselst du zwischen Berufsschule und Ausbildungsbetrieb.
Gibt es Spezialisierungen im Schornsteinfegerhandwerk?
Im Schornsteinfegerhandwerk gibt es keine formalen Fachrichtungen während der Ausbildung, jedoch können sich Fachkräfte später auf bestimmte Bereiche spezialisieren, etwa Umweltschutz und Emissionsmessung, Energieberatung oder den Bereich Brandschutz. Zusatzqualifikationen in diesen Feldern sind durch Weiterbildungen erreichbar.
Welcher Schulabschluss wird für die Ausbildung zum Schornsteinfeger benötigt?
Gesetzlich vorgeschrieben ist kein bestimmter Schulabschluss, jedoch bevorzugen viele Ausbildungsbetriebe Bewerber mit einem Hauptschulabschluss oder Realschulabschluss. Gute Noten in Mathematik, Physik und Chemie sind von Vorteil, da technisches Verständnis im Berufsalltag wichtig ist.
In welchen Branchen und bei welchen Arbeitgebern arbeiten Schornsteinfeger?
Schornsteinfeger sind überwiegend in Handwerksbetrieben des Schornsteinfegerhandwerks tätig, die bestimmte Kehrbezirke betreuen. Arbeitgeber sind sowohl selbstständige Schornsteinfegerbetriebe als auch bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger, die hoheitliche Aufgaben wie Feuerstättenschau und Emissionsmessungen wahrnehmen. Einsatzorte sind Wohngebäude, Industrieanlagen und gewerbliche Gebäude.
Welche Weiterbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung?
Nach der Ausbildung kann die Meisterprüfung im Schornsteinfegerhandwerk abgelegt werden, die Voraussetzung für die Führung eines eigenen Betriebs und die Übernahme eines Kehrbezirks ist. Darüber hinaus ist über den Meisterabschluss ein Hochschulstudium möglich, etwa in Versorgungstechnik oder Gebäudetechnik. Auch Weiterbildungen zum Energieberater oder Brandschutzbeauftragten sind verbreitet.

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