Schädlingsbekämpfer
Schädlingsbekämpfer bekämpfen und verhüten das Auftreten von tierischen Schädlingen wie Ratten, Kakerlaken, Bettwanzen oder Tauben sowie Holzschädlingen und Schimmelpilzen in Gebäuden. Der Beruf verbindet biologisches Fachwissen, Chemikalienkunde und handwerkliches Geschick. Er eignet sich für Menschen mit naturwissenschaftlichem Interesse, die gerne selbstständig arbeiten und auch in unangenehmen Umgebungen professionell vorgehen können.
Ausbildungsdauer
3 Jahre
Azubi-Gehalt
550–850 €
pro Monat
Einstiegsgehalt
ab 2.400 €
nach der Ausbildung
Prüfung
IHK-Abschluss
Was machst du als Schädlingsbekämpfer?
Der Arbeitstag beginnt meist im Betriebsfahrzeug, das gleichzeitig Werkzeug- und Materiallager ist. Morgens werden Befallsstellen in Lebensmittelbetrieben, Wohngebäuden, Krankenhäusern oder Kanalisation inspiziert. Dazu werden Kontrollleuchten, UV-Lampen, Endoskope und Köderboxen eingesetzt. Kot-, Fraß- und Nagespuren werden dokumentiert, digitale Befallskarten mit Spezialsoftware wie SchädlingsprofiPlus oder Xpest erstellt. Nachmittags stehen Bekämpfungsmaßnahmen auf dem Plan: das Auslegen von Rodentizidködern gegen Wanderratten, das Aufstellen von Insektizid-Sprühautomaten oder das Einspritzen von Bioziden in Fugen bei Kakerlachenbefall. Bei Bettwanzenbefall kommen Wärmebehandlungsgeräte (Heißluftanlagen bis 60 °C) oder Tiefkühlmethoden zum Einsatz. Holzschutzmaßnahmen erfolgen mit Injektionsnadeln und Imprägnierungsmitteln. Eng zusammengearbeitet wird mit Hausverwaltungen, Gesundheitsämtern und Lebensmittelkontrolleuren. Zu den konkreten Aufgaben gehören außerdem das Erstellen von Schädlingsbekämpfungsprotokollen nach DIN 10523 und die Beratung von Kunden zur Prävention.
Wo arbeitest du?
Schädlingsbekämpfer arbeiten überwiegend in kleinen und mittelständischen Fachbetrieben des Schädlingsbekämpferhandwerks sowie bei großen Facility-Management-Unternehmen wie Rentokil Initial, Anticimex oder Sauter. Weitere Arbeitgeber sind Kommunen, Gesundheitsämter, Bundeswehr und Lebensmittelkonzerne mit eigenem Hygienedienst. In der Lebensmittel-, Hotel- und Krankenhausbranche ist der Bedarf besonders hoch. Es besteht deutlicher Fachkräftemangel, da der Beruf wenig bekannt ist und Nachwuchs fehlt.
Voraussetzungen
Wer als Schädlingsbekämpfer arbeiten möchte, sollte wenigstens einen Hauptschulabschluss mitbringen, vorzugsweise einen mittleren Bildungsabschluss, da das Verständnis chemischer und biologischer Sachverhalte sowie das Erstellen von Dokumentationen solide Grundkenntnisse erfordern. Biologie, Chemie und Deutsch zählen zu den wichtigen Schulfächern. Wer diesen Beruf ergreifen möchte, sollte keine Berührungsängste mit Tieren oder unhygienischen Umgebungen haben, verlässlich und genau bei der Dokumentation arbeiten sowie handwerkliches Geschick und die Fähigkeit zum selbstständigen Arbeiten mitbringen. Zuverlässigkeit im Umgang mit giftigen Substanzen ist unverzichtbar, und ein Führerschein der Klasse B ist zwingend erforderlich.
Was lernst du in der Ausbildung?
Im ersten Lehrjahr werden Grundlagen der Biologie und Ökologie von Schädlingen vermittelt: Bestimmung von Insekten, Nagetieren und Vorratsschädlingen, Lebenszyklen und Verhaltensweisen. Dazu kommen Grundkenntnisse im Umgang mit Bioziden, persönliche Schutzausrüstung (PSA) und Arbeitssicherheit nach TRGS 523. Im zweiten und dritten Lehrjahr folgt die Vertiefung: chemische, physikalische und biologische Bekämpfungsverfahren, Köder- und Fallentechnik, baulicher Schädlingsschutz sowie Holz- und Bautenschutz. Schüler lernen die Erstellung von Befallsprotokollen, den Umgang mit Biozidgesetzen (EU-Biozidverordnung) und Kundenkommunikation. Pflanzenschutz und Taubenabwehr runden das Bild ab. Im Vergleich zu ähnlichen Berufen wie Desinfektoren ist die Ausbildung umfassender und schließt auch Bautenschutz, Vorratsschutz und Pflanzenschutz ein.
IHK-Prüfung & Abschluss
Etwa 18 Monate nach Ausbildungsbeginn, zur Mitte des zweiten Lehrjahres, findet die Zwischenprüfung statt: schriftlich 120 Minuten zu Grundkenntnissen der Schädlingsbiologie, Arbeitssicherheit und den Grundlagen der Bekämpfungsverfahren. Die Abschlussprüfung (Teil 2) am Ende des dritten Lehrjahres gliedert sich in vier Bereiche: "Schädlingsbekämpfung durchführen" als praktische Arbeitsaufgabe von rund 7 Stunden mit Planung und Durchführung einer Befallsanalyse samt Bekämpfungsmaßnahme und einem 20-minütigen Fachgespräch (50 % Gewichtung), "Schädlinge und Bekämpfungsverfahren" schriftlich mit 120 Minuten (20 %), "Wirtschafts- und Sozialkunde" schriftlich mit 60 Minuten (10 %) sowie "Arbeitsorganisation und Kundenkommunikation" schriftlich mit 90 Minuten (20 %). Zum Bestehen sind in jedem Bereich mindestens 50 von 100 Punkten erforderlich, wobei ein begrenzter Ausgleich zwischen den Bereichen möglich ist.
Prüfungsthemen
- Biologie und Bestimmung von Schädlingen (Insekten, Nagetiere, Vorratsschädlinge)
- Chemische, biologische und physikalische Bekämpfungsverfahren
- Biozidrecht und EU-Biozidverordnung
- Arbeitssicherheit, PSA und Umgang mit Gefahrstoffen (TRGS 523)
- Dokumentation und Befallsprotokoll nach DIN 10523
- Holz- und Bautenschutz
- Wirtschafts- und Sozialkunde
Karriere nach der Ausbildung
Nach der Ausbildung ist eine Weiterbildung zum Geprüften Schädlingsbekämpfer (IHK-Meisteräquivalent) möglich, der zur Betriebsleitung und Ausbildungsbefugnis berechtigt. Alternativ bietet sich die Weiterbildung zum Desinfektor (staatlich anerkannt) oder zum Techniker für Umweltschutz an. Für Führungspositionen im Management eignet sich der Fachwirt für Gebäudemanagement (IHK). Studiengänge wie Angewandte Biologie, Umweltschutz oder Facility Management (B.Sc.) ermöglichen den akademischen Aufstieg. Nach 5–10 Jahren sind Positionen als Niederlassungsleiter, technischer Leiter oder selbstständiger Betriebsinhaber realistisch. Das Gehalt steigt dann von ca. 2.400 EUR auf 3.500–5.000 EUR brutto monatlich.
Bewerbungstipps
Ab Herbst des Vorjahres, also rund 12–18 Monate vor dem meist am 1. September liegenden Start, sollte die Bewerbung eingereicht werden. Zur Mappe gehören Anschreiben, tabellarischer Lebenslauf sowie die letzten beiden Schulzeugnisse. Im Vorstellungsgespräch werden Belastbarkeit, Tieraffinität und Verlässlichkeit abgefragt, und ein kurzes Praktikum vorab wird dringend empfohlen. Manche Betriebe führen einen einfachen Einstellungstest zu Grundrechenarten und Leseverständnis durch. Ausbilder überzeugt man durch glaubhaftes Interesse an Biologie und Natur, Offenheit für ungewöhnliche Arbeitsorte, Pünktlichkeit, einen vorhandenen Führerschein sowie die Bereitschaft zu wechselnden Einsatzorten; in international tätigen Betrieben sind zusätzlich Englischkenntnisse von Vorteil.
Ratgeber
Wer als Schädlingsbekämpfer arbeitet, inspiziert Befallsstellen in Gebäuden und Kanalisation, dokumentiert Spuren digital und setzt Bekämpfungsmaßnahmen wie Köder, Wärmebehandlung oder Injektionen gegen Insekten und Nagetiere ein. Die dreijährige BBiG-Ausbildung wird mit 550 bis 850 Euro vergütet, der Einstieg danach liegt bei etwa 2.400 Euro.
Häufige Fragen
Wie viel verdient man als Schädlingsbekämpfer in der Ausbildung?
Wie lange dauert die Ausbildung zum Schädlingsbekämpfer?
Gibt es Spezialisierungen im Beruf des Schädlingsbekämpfers?
Welcher Schulabschluss wird für die Ausbildung zum Schädlingsbekämpfer benötigt?
In welchen Branchen und bei welchen Arbeitgebern sind Schädlingsbekämpfer tätig?
Welche Weiterbildungs- und Studienmöglichkeiten bestehen nach der Ausbildung?
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