Holz- und Bautenschützer
Holz- und Bautenschützer schützen Gebäude, Bauteile und Holzkonstruktionen vor Feuchtigkeit, Schimmel, Schädlingsbefall und chemischen Einflüssen. Die Ausbildung vereint handwerkliches Geschick mit Fachwissen über Baustoffe, Chemie und Schädlingsbiologie. Besonders geeignet ist der Beruf für Menschen, die gerne praktisch arbeiten, technische Zusammenhänge verstehen wollen und Interesse an Gebäudeerhaltung sowie Umweltschutz mitbringen.
Ausbildungsdauer
3 Jahre
Azubi-Gehalt
650–950 €
pro Monat
Einstiegsgehalt
ab 2.200 €
nach der Ausbildung
Prüfung
IHK-Abschluss
Was machst du als Holz- und Bautenschützer?
Morgens beginnt der Arbeitstag mit der Sichtung der Tagesaufträge und der Vorbereitung von Materialien wie Injektionsharzen, Holzschutzmitteln, Abdichtungsfolien und Sanierputzen. Auf Baustellen oder in Bestandsgebäuden wird zunächst eine gründliche Schadensdiagnose durchgeführt: Mit Feuchtigkeitsmessgeräten, Endoskopen und Holzhärtetestern werden Feuchteschäden, Hausschwamm, Holzbock- oder Hausbocklarvenbefall lokalisiert. Anschließend werden befallene Holzbalken oder Dachstuhlkonstruktionen mit Heißluftgeräten, Mikrowellengeräten oder durch chemische Behandlung mit bioziden Mitteln saniert. Nachmittags stehen häufig Abdichtungsarbeiten an: Kelleraußenwände werden mit Bitumendickbeschichtungen und Noppenbahnen gesichert, Rissverpressungen mit Epoxidharz oder Polyurethangel durchgeführt. Zusammengearbeitet wird eng mit Maurern, Zimmerern und Gutachtern. Typische Aufgaben sind das Erstellen von Sanierungsplänen nach WTA-Merkblättern sowie die Dokumentation der Maßnahmen für Bauherren und Versicherungen.
Wo arbeitest du?
Holz- und Bautenschützer arbeiten überwiegend in spezialisierten Handwerksbetrieben für Bautenschutz, Holzschutz und Schimmelsanierung sowie bei Gebäuderestaurierungsunternehmen. Weitere Arbeitgeber sind Schädlingsbekämpfungsunternehmen, kommunale Bauverwaltungen und Wohnungsbaugesellschaften. Bekannte Unternehmen aus dem Umfeld sind Avenarius-Agro, Peter Greven Organics oder spezialisierte Trocknungs- und Sanierungsbetriebe. Aufgrund des steigenden Sanierungsbedarfs im deutschen Gebäudebestand herrscht deutlicher Fachkräftemangel in diesem Berufsfeld.
Voraussetzungen
Mindestens ein Hauptschulabschluss ist Voraussetzung, idealerweise bringt man einen Realschulabschluss mit, da chemische und biologische Zusammenhänge sowie technische Dokumentation ein gutes Grundverständnis erfordern. Chemie, Biologie, Physik und Mathematik zählen zu den wichtigen Schulfächern. Handwerkliches Geschick und Sorgfalt im Umgang mit Gefahrstoffen sind unverzichtbar, ebenso körperliche Belastbarkeit, da die Arbeit oft in staubigen, feuchten oder beengten Bausituationen stattfindet. Interesse an Gebäudediagnose, technisches Verständnis und ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen vervollständigen das Anforderungsprofil.
Was lernst du in der Ausbildung?
Im ersten Lehrjahr werden Grundlagen der Baukonstruktion, Werkstoffkunde (Holz, Mauerwerk, Beton) und der sichere Umgang mit Werkzeugen wie Stemmhämmern, Bohrmaschinen und Messgeräten vermittelt. Auch Arbeitssicherheit beim Umgang mit chemischen Holzschutzmitteln und persönlicher Schutzausrüstung steht früh auf dem Lehrplan. Im zweiten Lehrjahr folgen Vertiefungen in Feuchtigkeitsschutz, Rissverpressung, Schimmelpilzsanierung sowie der Einsatz von Injektions- und Abdichtungsverfahren. Im dritten Lehrjahr spezialisieren sich Auszubildende auf Holzschadensdiagnose, biologischen Holzschutz, Trockenlegungsverfahren und das Erstellen von Sanierungskonzepten. Im Vergleich zu Zimmerern liegt der Fokus nicht auf der Konstruktion, sondern auf Diagnose, Konservierung und Sanierung bestehender Bausubstanz. Zentral sind die Lernfelder Bauwerksabdichtung, chemischer und konstruktiver Holzschutz sowie Schädlingsbekämpfung.
IHK-Prüfung & Abschluss
Zum Ende des zweiten Lehrjahres, etwa im Frühjahr zwischen Monat 18 und 20, findet die Zwischenprüfung statt: ein schriftlicher Teil von 90 Minuten zu Grundlagen des Holz- und Bautenschutzes sowie eine rund dreistündige praktische Arbeitsaufgabe. Die Abschlussprüfung, Teil 2, folgt am Ende des dritten Lehrjahres und besteht aus vier Bereichen: Die praktische Arbeitsaufgabe, eine vollständige Sanierungsmaßnahme inklusive Diagnose und Ausführung, dauert etwa sieben Stunden und zählt 50 Prozent. Schriftlich werden Holz- und Bautenschutz mit 90 Minuten und 20 Prozent sowie Bauwerksabdichtung und Schädlingsbekämpfung mit ebenfalls 90 Minuten und 20 Prozent geprüft, dazu Wirtschafts- und Sozialkunde mit 60 Minuten und 10 Prozent. Ein Fachgespräch von 15 bis 20 Minuten schließt sich an die praktische Aufgabe an. Für das Bestehen sind in allen Bereichen mindestens 50 Punkte nötig, die praktische Aufgabe darf dabei nicht unter 30 Punkte fallen.
Prüfungsthemen
- Holzschädlinge erkennen und bestimmen (Insekten, Pilze, Bakterien)
- Inspektions- und Diagnoseverfahren durchführen
- Behandlungsmethoden und Schutzchemikalien sachgerecht anwenden
- Sicherheit, Gesundheitsschutz und Umweltschutz bei Holzschutzmaßnahmen
- Kundenberatung, Dokumentation und behördliche Regelungen
Karriere nach der Ausbildung
Nach der Ausbildung bieten sich folgende Weiterbildungswege an: Geprüfter Restaurator im Handwerk, Holzschutzfachmann nach DIN 68800, Bautenschutzmeister (HwO) oder staatlich geprüfter Techniker Fachrichtung Bautechnik. Mit einem Meisterbrief ist die Selbstständigkeit und Betriebsgründung möglich. Für akademisch orientierte Fachkräfte bieten sich Studiengänge wie Bauingenieurwesen oder Holztechnik (B.Eng.) an. Nach 5–10 Jahren Berufserfahrung sind Positionen als Bauleiter, Gutachter für Holz- und Bautenschäden oder Projektleiter bei Sanierungsunternehmen realistisch. Das Monatsgehalt steigt auf 2.800–3.600 € brutto. Spezialisierungen auf Denkmalschutz, Schimmelpilzsanierung oder Industriebodenbeschichtung eröffnen zusätzliche Nischenmärkte.
Bewerbungstipps
Bewerbungen sollten 12 bis 18 Monate vor dem angestrebten Start im August oder September verschickt werden. Ein Anschreiben mit konkretem Bezug zu Handwerksinteresse und naturwissenschaftlichen Fächern, ein Lebenslauf sowie aktuelle Schulzeugnisse bilden die Mappe. Im Vorstellungsgespräch wird häufig handwerkliches Grundverständnis abgefragt; eigene Erfahrungen aus Praktika, Renovierungsarbeiten oder dem Umgang mit Werkzeug wirken sich positiv aus. Manche Betriebe nutzen den IHK-Einstellungstest oder eigene technische Eignungstests. Besonders überzeugend ist, wer Kenntnisse über typische Feuchteschäden oder Holzschädlinge vorweisen kann, pünktlich und zuverlässig auftritt und keine Berührungsängste gegenüber Gefahrstoffen oder körperlicher Arbeit in engen Räumen zeigt.
Ratgeber
Ob Feuchtigkeitsmessgerät, Endoskop oder Heißluftgerät – Holz- und Bautenschützer spüren Schäden wie Hausschwamm oder Holzbockbefall auf und sanieren sie mit Bioziden, Injektionsharz oder Bitumenabdichtung nach WTA-Merkblättern. Die dreijährige BBiG-Ausbildung wird mit 650 bis 950 Euro vergütet, der Einstieg liegt bei rund 2.200 Euro.
Häufige Fragen
Wie viel verdient man als Holz- und Bautenschützer in der Ausbildung?
Wie lange dauert die Ausbildung zum Holz- und Bautenschützer?
Gibt es Fachrichtungen oder Spezialisierungen beim Holz- und Bautenschützer?
Welcher Schulabschluss ist für die Ausbildung zum Holz- und Bautenschützer erforderlich?
In welchen Branchen und bei welchen Arbeitgebern arbeiten Holz- und Bautenschützer?
Welche Weiterbildungs- und Studienmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung?
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