Gestaltungstechnischer Assistent
Gestaltungstechnische Assistenten entwickeln und realisieren visuelle Kommunikationslösungen für Print- und Digitalmedien. Sie verbinden kreatives Gestalten mit technischem Know-how in Bildbearbeitung, Satz und Druckvorstufe. Der Beruf eignet sich für Menschen mit ausgeprägtem Sinn für Ästhetik, Farbe und Typografie, die gleichzeitig strukturiert und softwareaffin arbeiten.
Ausbildungsdauer
3 Jahre
Azubi-Gehalt
450–750 €
pro Monat
Einstiegsgehalt
ab 2.100 €
nach der Ausbildung
Prüfung
Staatliche Prüfung
Was machst du als Gestaltungstechnischer Assistent?
Der Arbeitstag beginnt meist am Computerarbeitsplatz mit der Sichtung aktueller Aufträge und Kundenbriefings. Morgens werden häufig Layouts in Adobe InDesign erstellt, Bildmaterial in Adobe Photoshop freigestellt und farbkorrigiert sowie Vektorgrafiken in Adobe Illustrator angepasst. Dabei prüft man Druckdaten auf korrekte Farbprofile (CMYK, ICC-Profile), Auflösung (mindestens 300 dpi für Druck) und Anschnitt. Nachmittags stehen oft Aufgaben wie das Reinzeichnen von Logos, die Erstellung von Flyern, Broschüren oder Verpackungsdesigns sowie die Vorbereitung von Digitalmedien für Web und Social Media an. Man arbeitet eng mit Grafikdesignern, Drucktechnikern und Kunden zusammen. Beispielaufgabe 1: Erstellung einer sechsseitigen Produktbroschüre inklusive Bildauswahl, Textsatz und Druckdatenkontrolle via Preflight in Adobe Acrobat. Beispielaufgabe 2: Aufbereitung von Reinzeichnungen für den Offsetdruck mit korrekter Farbauszugserstellung und Schriftkonvertierung. Die Arbeitsumgebung ist primär ein Designstudio oder eine Medienproduktionsabteilung.
Wo arbeitest du?
Gestaltungstechnische Assistenten arbeiten in Werbeagenturen, Grafikstudios, Druckereien und Verlagen sowie in der Marketingabteilung von Industrie- und Handelsunternehmen. Bekannte Arbeitgebertypen sind mittelständische Druckereien (z. B. Flyeralarm, SAXOPRINT), Medienhäuser, Werbeagenturen sowie Inhouse-Designabteilungen von Handelsunternehmen wie Rewe oder Zalando. Es besteht ein deutlicher Fachkräftebedarf, besonders für Spezialisten mit fundierten Kenntnissen in Druckvorstufe und digitaler Medienproduktion.
Voraussetzungen
Angehende Gestaltungstechnische Assistenten bringen in der Regel mindestens einen Realschulabschluss mit, da die Ausbildung technisches Verständnis mit Medienkunde verknüpft. In der Schule sind Kunst für das Farb- und Formgefühl, Mathematik für Skalierungen, Flächenberechnungen und Druckformate, Informatik für die Softwarebedienung sowie Deutsch für Textsatz und den Austausch mit Kunden von Bedeutung. Persönlich gefragt sind ein ausgeprägtes ästhetisches Empfinden, Detailgenauigkeit und Geduld bei präzisen Reinzeichnungsarbeiten. Wer zudem Kreativität innerhalb vorgegebener Corporate-Design-Richtlinien entfalten kann und bereit ist, sich fortlaufend in neue Software und Gestaltungstrends einzuarbeiten, bringt gute Voraussetzungen mit.
Was lernst du in der Ausbildung?
Im 1. Lehrjahr stehen Grundlagen der Gestaltung im Vordergrund: Farblehre (RGB, CMYK, Pantone), Typografie, Kompositionsprinzipien sowie die Einführung in Adobe Creative Cloud (Photoshop, Illustrator, InDesign). Außerdem lernt man Grundbegriffe der Drucktechnik, Papierarten und Druckverfahren wie Offset-, Digital- und Siebdruck. Im 2. Lehrjahr vertiefen sich die Kenntnisse in Reinzeichnung, Bildretusche, Layouterstellung und Druckvorstufe. Hinzu kommen Grundkenntnisse in Webdesign (HTML/CSS-Basics, Bildoptimierung für Bildschirm) und Grundlagen der Fotografie. Im 3. Lehrjahr erfolgt die Spezialisierung: komplexe Druckdatenerstellung, Verpackungsdesign, Corporate-Design-Anwendungen und projektbezogene Arbeiten. Im Unterschied zum Mediengestalter Digital und Print liegt der Schwerpunkt stärker auf der technisch-assistierenden Umsetzung als auf konzeptioneller Eigenverantwortung.
Staatliche Prüfung & Abschluss
Zu Beginn des dritten Lehrjahres, also etwa zur Ausbildungsmitte, steht eine Zwischenprüfung an: eine rund 120-minütige schriftliche Prüfung zu Gestaltungsgrundlagen, Drucktechnik und Medienproduktion, die zur Lernstandskontrolle dient und nicht in die Abschlussnote einfließt. Die eigentliche Abschlussprüfung setzt sich aus mehreren Bausteinen zusammen: Den größten Anteil bildet die praktische Prüfung mit rund 300–360 Minuten, in der eine komplexe Druckdatei oder ein Gestaltungsprojekt entsteht (etwa 50 % Gewichtung), ergänzt um ein 15–20-minütiges Fachgespräch dazu (etwa 10 %). Hinzu kommen die schriftlichen Bereiche Gestaltung und Medienproduktion mit 120 Minuten (etwa 25 %) sowie Wirtschafts- und Sozialkunde mit 60 Minuten (etwa 15 %). Für das Bestehen sind in jedem Prüfungsbereich mindestens 50 von 100 Punkten nötig, wobei ein ungenügender Bereich unter bestimmten Voraussetzungen ausgeglichen werden kann. Da dieser Beruf landesrechtlich geregelt ist, können die genauen Prüfungsmodalitäten je nach Bundesland leicht variieren.
Prüfungsthemen
- Druckvorstufe und Druckdatenerstellung (Preflight, Farbprofile, Auflösung)
- Typografie und Schriftgestaltung
- Bildbearbeitung und Retusche (Adobe Photoshop)
- Layout und Satz (Adobe InDesign)
- Druckverfahren und Drucktechnik (Offset, Digital, Siebdruck)
- Grundlagen Webdesign und digitale Medien
- Wirtschafts- und Sozialkunde
Karriere nach der Ausbildung
Nach der Ausbildung bieten sich folgende Weiterbildungswege an: Staatlich geprüfter Gestalter für visuelles Marketing (Fachschule), Mediengestalter Digital und Print (IHK-Umschulung oder Anpassungsqualifizierung), Kommunikationsdesigner (B.A. an Fachhochschulen), oder Medienfachwirt IHK. Mit 3–5 Jahren Berufserfahrung sind Positionen als Senior-Mediengestalter, Art Director oder Druckvorlagenspezialist realistisch. In größeren Agenturen oder Verlagen kann die Entwicklung zum Teamleiter Prepress oder Produktionsleiter Medien erfolgen. Gehaltlich ist nach 5 Jahren mit 2.400–3.200 EUR brutto monatlich zu rechnen. Spezialisierungen bieten sich in Verpackungsdesign, digitale Medienproduktion oder Corporate-Design-Management an.
Bewerbungstipps
Da der Ausbildungsstart meist im August oder September liegt, sollte die Bewerbung rund 12–18 Monate vorher, also bereits im Herbst des Vorjahres, verschickt werden. Neben Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnissen gehört unbedingt eine Mappe mit eigenen Gestaltungsarbeiten dazu, wobei auch digitale Projekte, eine gestaltete Schülerzeitung oder private Design-Experimente willkommen sind. Im Vorstellungsgespräch stellen Betriebe häufig kleine praktische Aufgaben, etwa ein mitgebrachtes Layout zu beschreiben oder eine Idee spontan zu skizzieren, und manche setzen zusätzlich einen IHK-Einstellungstest oder einen hausinternen Kreativtest ein. Überzeugen kann, wer bereits mit der Adobe Creative Suite gearbeitet hat, Photoshop-Grundkenntnisse mitbringt, farbsicher und sorgfältig arbeitet und eine strukturierte, detailorientierte Arbeitsweise zeigt. Ein vorheriges Praktikum im Bereich Gestaltung wird dringend empfohlen.
Ratgeber
Gestaltungstechnische Assistenten erstellen Layouts in InDesign, korrigieren Bilder in Photoshop und bereiten Reinzeichnungen für den Offsetdruck inklusive Farbauszug vor. Broschüren, Flyer und Verpackungsdesigns entstehen dabei ebenso wie Grafiken für Web und Social Media. Die dreijährige schulische Ausbildung nach Landesrecht wird mit 450 bis 750 Euro vergütet, der Einstieg liegt bei etwa 2.100 Euro.
Häufige Fragen
Wie viel verdient man als Gestaltungstechnischer Assistent in der Ausbildung?
Wie lange dauert die Ausbildung zum Gestaltungstechnischer Assistent?
Welche Fachrichtungen oder Schwerpunkte gibt es beim Gestaltungstechnischen Assistenten?
Welcher Schulabschluss wird für die Ausbildung zum Gestaltungstechnischen Assistenten vorausgesetzt?
In welchen Branchen und bei welchen Arbeitgebern kann man als Gestaltungstechnischer Assistent arbeiten?
Welche Weiterbildungs- und Studienmöglichkeiten bestehen nach der Ausbildung?
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