Fotograf
Fotografen gestalten Bilder für Werbung, Presse, Mode, Architektur oder Porträtfotografie. Sie beherrschen sowohl die technische Steuerung von Kameras und Lichtsystemen als auch die digitale Bildbearbeitung. Der Beruf eignet sich für kreative Menschen mit ausgeprägtem Auge für Komposition, Licht und Bildgestaltung, die handwerkliches Können mit künstlerischem Ausdruck verbinden möchten.
Ausbildungsdauer
3 Jahre
Azubi-Gehalt
420–700 €
pro Monat
Einstiegsgehalt
ab 1.900 €
nach der Ausbildung
Prüfung
IHK-Abschluss
Was machst du als Fotograf?
Morgens beginnt der Arbeitstag mit der Planung und Vorbereitung von Fotoaufnahmen: Studioausstattung aufbauen, Blitzanlagen und Dauerlichtquellen wie Elinchrom- oder Broncolor-Systeme einrichten, Hintergründe und Requisiten positionieren. Bei Außenaufnahmen wird das Kameraequipment – etwa Canon EOS- oder Nikon Z-Kameras, Stative, Reflektoren und tragbare Blitze – vorbereitet und transportiert. Im Laufe des Vormittags finden häufig Shootings statt: Porträts für Unternehmenskunden, Produktfotografie für E-Commerce-Kataloge oder Reportagen für Zeitschriften. Nachmittags steht die digitale Nachbearbeitung im Vordergrund: In Adobe Lightroom werden Belichtung, Weißabgleich und Farben korrigiert, komplexere Bildmontagen entstehen in Adobe Photoshop. Außerdem werden Kundenpräsentationen vorbereitet, Datensicherungen durchgeführt und Auftragskalkulationen erstellt. Fotografen arbeiten eng mit Art Direktoren, Stylisten, Maskenbildnern und Kunden zusammen. Zwei typische Alltagsaufgaben: das präzise Einmessen eines Lichtsystems per Belichtungsmesser (Sekonic) für ein Produktshooting sowie die Farbprofilierung von Monitor und Drucker für farbtreue Prints.
Wo arbeitest du?
Fotografen arbeiten in Fotostudios, Werbeagenturen, Verlagshäusern, Zeitungsredaktionen, Eventfotografie-Dienstleistern und bei Onlinehändlern mit eigener Bildproduktion (z. B. Zalando, Otto). Auch Krankenhäuser, Hochschulen und Behörden beschäftigen Fotografen. Viele arbeiten selbstständig oder als Freiberufler. Der Markt ist wettbewerbsintensiv, jedoch besteht in der spezialisierten Werbe- und Industriefotografie ein spürbarer Fachkräftebedarf.
Voraussetzungen
Empfohlen wird mindestens ein mittlerer Schulabschluss, da Farbtheorie, Physik mit Optik und Lichttechnik sowie betriebswirtschaftliche Kalkulation solide Grundkenntnisse erfordern - Physik, Kunst, Mathematik und Informatik sind die relevanten Fächer. Wer Fotograf werden möchte, sollte ein ausgeprägtes visuelles Gespür für Bildkomposition und Licht mitbringen, geduldig und detailverliebt sein sowie kommunikationsstark gegenüber Kunden und Modellen auftreten. Technisches Interesse an Kamerasystemen und digitaler Bildbearbeitung sowie Eigeninitiative für kreative Projekte sind entscheidend.
Was lernst du in der Ausbildung?
Im ersten Lehrjahr werden fotografische Grundlagen vermittelt: Kameratechnik, Belichtungssteuerung (Blende, Zeit, ISO), Brennweiten und Perspektive, grundlegende Lichtsetzung sowie erste Schritte in der digitalen Bildbearbeitung mit Lightroom. Dazu kommen Betriebswirtschaft, Arbeitssicherheit und rechtliche Grundlagen wie Urheberrecht und Persönlichkeitsrechte am Bild. Im zweiten Lehrjahr vertiefen sich Lichttechnik (Aufhellung, Blitzanlagen, Dauerlicht), Farbmanagement und Compositing in Photoshop. Es beginnt die Spezialisierung auf ein fotografisches Fachgebiet wie Werbe-, Porträt- oder Architekturfotografie. Im dritten Lehrjahr stehen eigenständige Projektarbeit, professionelle Bildplanung, Auftragsabwicklung, Kalkulation sowie Präsentationstechniken im Vordergrund. Im Vergleich zu Mediengestaltern liegt der Fokus nicht auf Layoutsoftware, sondern auf fotografischer Bildproduktion und Lichttechnik.
IHK-Prüfung & Abschluss
Die Zwischenprüfung (Teil 1) findet Mitte des zweiten Ausbildungsjahres statt: Geprüft werden fotografisches Grundwissen, Kameratechnik und Bildgestaltung schriftlich in 90 Minuten sowie eine praktische Aufgabe, bei der eine einfache Aufnahme mit definierter Lichtführung angefertigt wird (rund 60 Minuten). Die Abschlussprüfung (Teil 2) gliedert sich in vier Bereiche: eine praktische Arbeitsaufgabe als eigenständig geplantes und realisiertes Fotoprojekt inklusive Bildbearbeitung und Präsentation (50 Prozent), ein rund 15-minütiges Fachgespräch über das Projekt und fotografische Zusammenhänge (10 Prozent), eine schriftliche Prüfung im Bereich Gestaltung und Technik (120 Minuten, 25 Prozent) sowie eine schriftliche Prüfung in Wirtschafts- und Sozialkunde (60 Minuten, 15 Prozent). Zum Bestehen muss in jedem Prüfungsbereich mindestens 50 von 100 Punkten erreicht werden; ungenügende Ergebnisse in einem schriftlichen Bereich können durch andere Bereiche ausgeglichen werden, sofern das Gesamtergebnis ausreicht.
Prüfungsthemen
- Kameratechnik und Optik (Brennweite, Blende, Verschlusszeit, ISO)
- Lichttechnik und Lichtführung (Blitzanlage, Dauerlicht, Reflektoren)
- Digitale Bildbearbeitung (Adobe Lightroom, Adobe Photoshop)
- Bildgestaltung und Komposition (Goldener Schnitt, Perspektive, Farblehre)
- Farbmanagement und Druckvorstufe
- Urheberrecht, Nutzungsrechte und Persönlichkeitsrechte am Bild
- Auftragsplanung, Kalkulation und Kundenberatung
Karriere nach der Ausbildung
Nach der Ausbildung ist eine Spezialisierung auf Bereiche wie Werbefotografie, Fotojournalismus, Architektur- oder Modefotografie möglich. Als formelle Weiterbildung bieten sich der Fotografenmeister (HwK) oder ein Studium an einer Kunsthochschule (z. B. Bachelor Fotografie an der Ostkreuzschule Berlin oder der Hochschule Hannover) an. Wer in die Medien- und Kommunikationsbranche wechseln möchte, kann einen Fachwirt Medien (IHK) ablegen. Nach 5–10 Jahren sind Positionen als leitender Studiofotograf, Cheffotograf in Medienunternehmen oder selbstständiger Fotograf realistisch. Freiberufler mit gutem Netzwerk und eigenem Kundenportfolio erzielen Tagessätze von 400–1.200 EUR.
Bewerbungstipps
Die Bewerbung sollte neun bis zwölf Monate vor dem meist im August oder September liegenden Start eingereicht werden, also ab Oktober des Vorjahres. Anschreiben, Lebenslauf, Zeugnisse und unbedingt ein kleines Portfolio mit eigenen Fotos - fünf bis zehn Bilder, auch Smartphone-Aufnahmen mit bewusstem Bildaufbau zählen - gehören in die Mappe. Im Vorstellungsgespräch werden häufig eigene Bilder besprochen und Fragen zu Motivation, Lieblingsbildern und Kenntnissen in Bildbearbeitung gestellt; technische Eignungstests sind seltener, dafür prüfen manche Betriebe in einem Probearbeitstag. Ausbilder überzeugt, wer erkennbares Interesse an Bildgestaltung zeigt, eigene Fotoprojekte vorlegen kann und grundlegende Kenntnisse über Blende, Verschlusszeit und ISO-Wert mitbringt.
Ratgeber
Wer als Fotograf arbeitet, baut Studioausstattung und Blitzanlagen auf, fotografiert Porträts oder Produkte und bearbeitet die Aufnahmen anschließend in Lightroom und Photoshop. Kundenpräsentationen und Auftragskalkulationen runden den Tag ab. Die dreijährige BBiG-Ausbildung wird mit 420 bis 700 Euro vergütet, der Einstieg liegt bei etwa 1.900 Euro.
Häufige Fragen
Wie viel verdient man als Fotograf in der Ausbildung?
Wie lange dauert die Ausbildung zum Fotograf?
Gibt es beim Fotografen verschiedene Fachrichtungen oder Spezialisierungen?
Welcher Schulabschluss wird für die Ausbildung zum Fotografen benötigt?
In welchen Branchen und bei welchen Arbeitgebern können Fotografen arbeiten?
Welche Weiterbildungs- und Studienmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung zum Fotografen?
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