Friseur
Friseure schneiden, färben, tönen und stylen Haare und beraten Kunden zu Pflege und Gestaltung ihres Erscheinungsbildes. Der Beruf verbindet handwerkliches Geschick mit Kreativität, Chemiekenntnissen für Colorationen und Dauerwellen sowie intensivem Kundenkontakt. Er eignet sich für Menschen mit einem Gespür für Ästhetik, Trends und Freude an täglicher Kommunikation.
Ausbildungsdauer
3 Jahre
Azubi-Gehalt
620–800 €
pro Monat
Einstiegsgehalt
ab 1.900 €
nach der Ausbildung
Prüfung
IHK-Abschluss
Was machst du als Friseur?
Der Arbeitstag beginnt morgens mit dem Vorbereiten des Arbeitsplatzes: Werkzeuge wie Scheren, Haarschneidemaschinen (z. B. Wahl oder Moser), Lockenwickler und Kämme werden desinfiziert und bereitgelegt, Farb- und Pflegemittel (z. B. von Wella, Schwarzkopf oder L'Oréal) werden vorbereitet. Dann folgt die Kundenberatung: Wünsche werden besprochen, Haartyp und -struktur analysiert, passende Schnitt- oder Färbetechniken empfohlen. Zum Schneiden werden Nass- und Trockenschnitttechniken eingesetzt, beim Colorieren werden Oxidationsfarben, Tönungen oder Blondierungen angemischt und aufgetragen. Nachmittags kommen häufig aufwändigere Behandlungen wie Dauerwellen mit Wickeltechnik, Glättungsbehandlungen oder Hochsteckfrisuren für besondere Anlässe. Außerdem werden Kassenabrechnungen erledigt und Produktvorräte kontrolliert. Man arbeitet eng mit Kollegen, dem Saloninhaber und direkt mit Kunden zusammen. Ein typischer Beispieltag umfasst etwa acht Kundentermine mit unterschiedlichen Leistungen wie Haarschnitt, Ansatzcolorierung oder Pflegekur.
Wo arbeitest du?
Friseure arbeiten überwiegend in inhabergeführten Friseursalons des Handwerks, aber auch in Filialbetrieben großer Ketten wie Klier, Hairkiller oder Supercuts. Weitere Arbeitgeber sind Kosmetikstudios, Hotels mit eigenem Spa-Bereich sowie Theater und Filmproduktionen (Kostümabteilung). In Deutschland besteht in vielen Regionen ein deutlicher Fachkräftemangel, sodass die Einstiegschancen nach der Gesellenprüfung sehr gut sind.
Voraussetzungen
Für die Ausbildung zum Friseur genügt formal ein Hauptschulabschluss, wobei viele Betriebe den mittleren Bildungsabschluss bevorzugen. Chemie ist wichtig für Colorationen und Dauerwellen, Biologie für Haarstruktur und Kopfhaut, Deutsch für die Kundenberatung. Angehende Friseure sollten handwerkliches Geschick, ein gutes Gespür für Ästhetik und aktuelle Trends sowie Kommunikationsfreude und Einfühlungsvermögen im Kundenkontakt mitbringen. Körperliche Belastbarkeit für langes Stehen und Sorgfalt im Umgang mit Chemikalien sind ebenfalls wichtig.
Was lernst du in der Ausbildung?
Im ersten Lehrjahr stehen Grundlagen im Vordergrund: Haar- und Kopfhautdiagnose, einfache Haarschnitte (Stufenschnitt, Präzisionsschnitt), Haarwäsche mit Massagetechniken, Grundlagen der Farbenlehre sowie hygienische Anforderungen und Arbeitssicherheit. Außerdem lernen Auszubildende den Umgang mit Chemikalien und ersten Töne- und Colorationsprodukten. Im zweiten und dritten Lehrjahr vertiefen sich die Inhalte: komplexe Schnitttechniken wie Undercut, Fade und texturierte Schnitte, Colortechniken wie Balayage, Strähnentechniken und Intensivtönungen, Dauerwelle und Haarglättung sowie Frisieren und Hochstecken. Hinzu kommen Kundenberatung und Verkauf von Pflegeprodukten, betriebswirtschaftliche Grundlagen und Kassieraufgaben. Im Vergleich zu Kosmetikern liegt der Schwerpunkt eindeutig auf Haarbehandlung statt Gesichtspflege.
IHK-Prüfung & Abschluss
Die Gesellenprüfung im Friseurhandwerk ist zweigeteilt. Teil 1 findet am Ende des zweiten Ausbildungsjahres, meist im Frühjahr, statt: ein praktischer Haarschnitt von rund 45 Minuten sowie eine etwa 90-minütige schriftliche Prüfung zu Grundlagen der Haarbehandlung und Chemie. Teil 2 folgt am Ende des dritten Jahres im Sommer mit einer rund sechsstündigen praktischen Prüfung in fünf Bereichen: Haare schneiden (30 %), Haare und Kopfhaut pflegen beziehungsweise Farbe (25 %), Haare umformen (15 %), dazu schriftlich Gestaltung und Pflege (20 %) sowie Wirtschaft und Sozialkunde (10 %). Zum Bestehen müssen in jedem Prüfungsbereich mindestens 30 von 100 Punkten erreicht werden, der Gesamtdurchschnitt muss mindestens 50 Punkte betragen. Ein Fachgespräch mit dem Prüfer zur Begründung der gewählten Techniken rundet die Abschlussprüfung ab.
Prüfungsthemen
- Haarschnitttechniken (Stufenschnitt, Präzisionsschnitt, Undercut, Fade)
- Colorations- und Tönungstechniken (Oxidationsfarben, Balayage, Blondierung)
- Haarumformung (Dauerwelle, Glättungsbehandlung)
- Haar- und Kopfhautdiagnose sowie Pflegebehandlungen
- Frisieren und Hochsteckfrisuren
- Farbenlehre und Chemie der Haarkosmetik
- Wirtschaft, Sozialkunde und Betriebsorganisation
Karriere nach der Ausbildung
Nach der Gesellenprüfung stehen verschiedene Weiterbildungswege offen: Der Meister im Friseurhandwerk (HwO) ermöglicht die Selbstständigkeit und Ausbildungsbefugnis (Vorbereitungszeit ca. 1 Jahr). Alternativ bietet sich die Ausbildung zum Kosmetiker oder Visagisten an. Mit Fachhochschulreife sind Studiengänge wie Design, Modedesign oder Kosmetikmanagement möglich. Nach 5–10 Jahren Berufserfahrung sind Positionen als Salonleiter, Filialleiter in einer Kette (z. B. Klier, Hairkiller) oder Trainer/Educator für Produkthersteller (z. B. Wella, Schwarzkopf) realistisch. Spezialisierungen sind möglich in den Bereichen Colorist, Barber oder Brautfrisur. Das Gehalt als Geselle steigt mit Erfahrung und Verantwortung deutlich.
Aufstiegsfortbildung nach der Ausbildung
Bewerbungstipps
Für einen Ausbildungsstart im August oder September sollte die Bewerbung schon im Herbst oder Winter davor, also 6–12 Monate vorher, eingereicht werden. Zur Mappe gehören Anschreiben, Lebenslauf, letztes Schulzeugnis sowie gegebenenfalls ein Praktikumsnachweis aus einem Salon. Im Vorstellungsgespräch wird nach Motivation, Kenntnissen aktueller Frisurentrends und Kreativität gefragt, und einige Betriebe verlangen einen praktischen Eignungstest, etwa eine einfache Flechtübung oder das Anmischen einer Farbe. Ausbilder überzeugt man besonders durch Interesse an Haartrends und Styling, ein gepflegtes Äußeres, ein mitgebrachtes Lookbook oder Pinterest-Board mit Lieblingsfriseuren sowie Nachweise über Schulpraktika im Friseursalon.
Ratgeber
Zwischen Kundenberatung und handwerklicher Umsetzung bewegt sich der Arbeitsalltag von Friseuren: Nach der Analyse von Haartyp und Wunschfrisur folgen Schnitt-, Färbe- oder Dauerwellentechniken, oft an 8 oder mehr Kundenterminen pro Tag. Die dreijährige BBiG-Ausbildung wird mit 620 bis 800 Euro vergütet, der Einstieg liegt bei etwa 1.900 Euro.
Häufige Fragen
Wie viel verdient man als Friseur in der Ausbildung?
Wie lange dauert die Ausbildung zum Friseur?
Gibt es Spezialisierungen im Friseurberuf?
Welchen Schulabschluss braucht man für die Ausbildung zum Friseur?
In welchen Branchen und bei welchen Arbeitgebern arbeiten Friseure?
Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung zum Friseur?
Ähnliche Berufe in Gesundheit, Körperpflege, Soziales
Operationstechnischer Assistent
Operationstechnische Assistenten (OTA) sind spezialisierte Fachkräfte, die chirurgische Teams im Operationssaal unterstützen. Sie bereiten sterile Instrumente vor, assistieren bei Operationen direkt am Tisch und übernehmen organisatorische Aufgaben im OP-Bereich. Der Beruf eignet sich für Menschen mit hoher Belastbarkeit, technischem Interesse an medizinischen Geräten und ausgeprägtem Verantwortungsbewusstsein.
3 Jahre →
Medizinischer Technologe für Funktionsdiagnostik
Medizinische Technologen für Funktionsdiagnostik untersuchen Patienten mit Hilfe medizinischer Geräte in den vier Hauptgebieten Neurologie, Kardiologie, Audiometrie und Pulmologie. Der Beruf ist einer von vier Nachfolgeberufen des früheren medizinisch-technischen Assistenten (MTA) und eignet sich für Menschen mit Interesse an Medizintechnik, Präzision und direktem Patientenkontakt.
3 Jahre →
Physiotherapeut
Physiotherapeuten behandeln Menschen mit Bewegungseinschränkungen, Schmerzen oder nach Operationen durch gezielte manuelle und apparative Therapien. Der Beruf verbindet medizinisches Fachwissen mit handwerklichem Geschick und intensivem Patientenkontakt. Er eignet sich für Personen mit naturwissenschaftlichem Interesse, Einfühlungsvermögen und körperlicher Belastbarkeit, die im Gesundheitswesen direkt am Menschen arbeiten möchten.
3 Jahre →
Heilerziehungspfleger
Heilerziehungspfleger begleiten und unterstützen Menschen mit geistigen, körperlichen oder mehrfachen Behinderungen in allen Lebensbereichen. Sie fördern Selbstständigkeit, soziale Teilhabe und Lebensqualität durch pädagogische und pflegerische Maßnahmen. Der Beruf vereint soziale Arbeit, Pädagogik und Pflege und eignet sich für Menschen mit hoher Empathie, Geduld und Freude an der täglichen Beziehungsarbeit.
3 Jahre →