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Florist

Floristen gestalten Blumensträuße, Kränze, Gestecke und florale Dekorationen für Privatkunden, Hochzeiten, Trauerfeiern und Events. Der Beruf verbindet handwerkliches Geschick mit kreativem Designverständnis und botanischem Fachwissen. Er eignet sich für Menschen mit ausgeprägtem Sinn für Ästhetik, Freude an Naturmaterialien und Interesse an Pflanzen- und Farbenlehre.

Ausbildungsdauer

3 Jahre

Azubi-Gehalt

500–800 €

pro Monat

Einstiegsgehalt

ab 1.850 €

nach der Ausbildung

Prüfung

IHK-Abschluss

Was machst du als Florist?

Der Arbeitstag beginnt früh, oft zwischen 6 und 7 Uhr, mit der Warenannahme und Qualitätskontrolle frischer Schnittblumen wie Rosen, Tulpen, Gerbera oder Lilien. Blumen werden angeschnitten, entdornt und in Kühlräumen bei 5–8 °C gelagert. Anschließend folgt die Vorbereitung des Verkaufsraums: Eimerwechsel, Aufbau von Displays und Schaufensterdekoration mit Saisonblumen und Topfpflanzen. Vormittags und nachmittags stehen Kundenberatung und die handwerkliche Produktion im Mittelpunkt. Mit Floristmesser, Bindedraht, Florex-Steckschaum (Oasis) und Sisalband werden Sträuße gebunden, Trauergestecke auf Kränzrahmen gesteckt oder Tischdekorationen für Hochzeiten montiert. Für Brautpaare werden Brautsträuße in bestimmten Bindetechniken wie dem Biedermeier oder dem freien Strauß angefertigt. Nachmittags bereitet man oft Folgelieferungen vor, pflegt Topfpflanzen mit Flüssigdünger und Erde, reinigt Arbeitsflächen und Werkzeuge und erstellt Angebote für Veranstaltungsdekorationen. Die Arbeit erfolgt im Blumengeschäft, Atelier oder bei externen Kunden vor Ort.

Wo arbeitest du?

Floristen arbeiten überwiegend in inhabergeführten Blumenfachgeschäften und Blumenketten wie Blume 2000 oder Fleurop-Partnerbetrieben. Weitere Arbeitgeber sind Gartencenters (Dehner, Hagebau), Supermarktketten mit Blumenabteilung (Edeka, Rewe), Eventagenturen, Hotels, Krematorien und Friedhofsgärtnereien sowie Messe- und Veranstaltungsdienstleister. Es überwiegen kleine Handwerksbetriebe. In Deutschland herrscht regional spürbarer Fachkräftemangel, besonders in ländlichen Gebieten.

Voraussetzungen

Ein Hauptschulabschluss reicht formal, in der Praxis bevorzugen viele Betriebe jedoch Bewerber mit Realschulabschluss. Aus der Schule zählen Biologie für die Pflanzenkunde, Kunst für Farb- und Formenlehre sowie Mathematik für Kalkulation und Maßangaben. Wer diesen Beruf wählt, sollte kreativ sein und ein gutes Auge für Farben, Formen und Proportionen mitbringen. Handgeschick, Sorgfalt und Freude an handwerklicher Arbeit zählen genauso wie Kunden- und Serviceorientierung; da viel im Stehen und mit feuchten Materialien gearbeitet wird, sollte auch keine Pollenallergie vorliegen.

Was lernst du in der Ausbildung?

Im ersten Lehrjahr stehen botanische Grundlagen im Mittelpunkt: Pflanzensystematik, Pflanzenkunde (Familien, Gattungen, Arten), Blumenpflege und -lagerung, Umgang mit Schnittblumen und Topfpflanzen sowie grundlegende Bindestechniken wie einfaches Sträußebinden und Gestecke mit Steckschaum. Im zweiten Lehrjahr werden Gestaltungsgrundlagen vertieft: Farblehre nach Itten, Kompositionsprinzipien (symmetrisch, asymmetrisch, vegetativ), Trauerfloristik mit Kränzen und Kissenmotiven sowie Hochzeitsfloristik. Hinzu kommen betriebswirtschaftliche Grundlagen wie Kalkulation und Warenannahme. Im dritten Lehrjahr folgen Spezialisierungen in Eventdekoration, Raumgestaltung, stilkundliche Stile (klassisch, modern, natürlich) sowie vertieftes Kundenmanagement und Verkaufsgespräche. Im Vergleich zu Gärtnern konzentriert sich die Ausbildung weniger auf Anbau und Pflanzenkultivierung und stärker auf Gestaltung, Kreativität und direkten Kundenkontakt.

Pflanzenkunde und BotanikFloristik und GestaltungslehreBetriebslehre und WirtschaftFarb- und FormenlehreFachrechnen und Kalkulation

IHK-Prüfung & Abschluss

Die Zwischenprüfung findet Mitte des zweiten Lehrjahres statt, etwa im 18. Ausbildungsmonat: eine 90-minütige praktische Arbeitsprobe sowie ein 60-minütiger schriftlicher Teil zu Pflanzenkunde und Gestaltungsgrundlagen. Die Abschlussprüfung gliedert sich in eine praktische Arbeitsaufgabe - das Herstellen von drei bis vier floralen Erzeugnissen wie Trauergesteck, Hochzeitsstrauß und Raumschmuck in 300 Minuten (50 Prozent) -, eine schriftliche Prüfung zu Gestaltung und Pflanzenkunde (90 Minuten, 20 Prozent), eine schriftliche Prüfung zu Betriebsorganisation und Wirtschaft (60 Minuten, 20 Prozent) sowie ein Fachgespräch zur praktischen Aufgabe (15 Minuten, 10 Prozent). In jedem Bereich sind mindestens 50 von 100 Punkten nötig, ein Ausgleich zwischen den Bereichen ist nur begrenzt möglich.

Prüfungsthemen

  • Pflanzenkunde und Botanik (Schnittblumen, Topfpflanzen, Gehölze)
  • Gestaltungslehre (Farblehre, Formen, Stilrichtungen)
  • Trauerfloristik (Kränze, Gestecke, Kissengestecke)
  • Hochzeits- und Eventfloristik (Brautstrauß, Tischdekoration)
  • Pflanzenpflege und Warenkunde (Lagerung, Qualitätskontrolle)
  • Betriebswirtschaft und Kalkulation (Preiskalkulation, Warenannahme)
  • Bindestechniken und Materialverarbeitung (Steckschaum, Draht, Kleber)

Karriere nach der Ausbildung

Nach der Ausbildung bieten sich mehrere Weiterbildungswege an. Der Floristermeister (HwK/IHK) ermöglicht die Selbstständigkeit und die Ausbildereignung; die Meisterprüfung dauert in Vollzeit 6–12 Monate. Alternativ gibt es den Floristikmeister über Fachschulen mit dem Abschluss Staatlich geprüfter Gestalter/in für floristisches Design. Mit Hochschulzugangsberechtigung ist ein Studium in Innenarchitektur, Produktdesign oder Landschaftsarchitektur möglich. Nach 5–10 Jahren Berufserfahrung sind Positionen als Filialleiter eines Blumenfachgeschäfts, Eventflorist für Großveranstaltungen oder selbstständiger Betriebsinhaber realistisch. Das Bruttogehalt steigt von ca. 1.800 EUR (Berufseinsteiger) auf 2.400–3.200 EUR (Meister/Führung). Spezialisierungen sind möglich in Hochzeitsfloristik, Trauerfloristik, Eventdekoration und Interior-Floristics.

Bewerbungstipps

Weil viele kleine Betriebe früh entscheiden, sollte die Bewerbung 10 bis 12 Monate vor dem Start im August oder September raus. Anschreiben, Lebenslauf, letztes Zeugnis und ein Foto gehören in die Mappe - besonders wirkungsvoll ist ein kreatives Element wie das Foto eines selbst gebundenen Straußes oder ein kleines Portfolio. Im Gespräch wird häufig nach Pflanzenkenntnissen, Lieblingspflanzen und Praktikumserfahrung gefragt; ein formaler Eignungstest ist selten, stattdessen folgt oft direkt eine kleine praktische Aufgabe wie das Binden eines Sträußchens. Sauberkeit am Arbeitsplatz, Pünktlichkeit und echte Begeisterung für saisonale Trends und florale Gestaltung überzeugen Ausbilder.

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Ratgeber

Schnittblumen wie Rosen und Gerbera prägen den Arbeitsalltag von Floristen, die sie anschneiden, entdornen und mit Steckschaum und Bindedraht zu Sträußen, Trauergestecken oder Brautbindungen verarbeiten. Auch Schaufensterdekoration und Kundenberatung gehören dazu. Die dreijährige BBiG-Ausbildung wird mit 500 bis 800 Euro vergütet, der Einstieg liegt bei etwa 1.850 Euro.

Häufige Fragen

Wie viel verdient man als Florist in der Ausbildung?
Das Ausbildungsgehalt als Florist liegt bei etwa 500–800 Euro pro Monat. Nach der Ausbildung liegt das Einstiegsgehalt bei etwa 1.850 Euro monatlich.
Wie lange dauert die Ausbildung zum Florist?
Die duale Ausbildung zum Florist dauert regulär 3 Jahre. In dieser Zeit wechselst du zwischen Berufsschule und Ausbildungsbetrieb.
Gibt es beim Floristen verschiedene Spezialisierungen oder Fachrichtungen?
Der Floristberuf ist nicht in offizielle Fachrichtungen unterteilt, bietet aber in der Praxis unterschiedliche Schwerpunkte. Floristen können sich zum Beispiel auf Hochzeits- und Eventfloristik, Trauerfloristik, Dekoration oder Pflanzenpflege spezialisieren. Diese Schwerpunkte entwickeln sich häufig durch die Wahl des Ausbildungsbetriebes.
Welchen Schulabschluss braucht man für die Ausbildung zum Floristen?
Gesetzlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben, in der Praxis stellen viele Betriebe jedoch Bewerber mit Hauptschulabschluss oder Realschulabschluss ein. Ein Abitur ist nicht erforderlich. Wichtiger als der Abschluss sind oft handwerkliches Geschick, Kreativität und ein Gespür für Farben und Formen.
In welchen Branchen und bei welchen Arbeitgebern arbeiten Floristen?
Floristen arbeiten hauptsächlich in Floristikfachbetrieben und Blumengeschäften. Weitere Arbeitgeber sind Gartencenter, Supermärkte mit Blumenabteilung, Eventagenturen, Hotels sowie Friedhofsgärtnereien. Auch eine selbstständige Tätigkeit als Inhaber eines Blumengeschäfts ist ein klassischer Karriereweg.
Welche Weiterbildungs- und Studienmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung zum Floristen?
Nach der Ausbildung können Floristen die Meisterprüfung im Floristenhandwerk ablegen und sich damit für leitende Positionen oder eine Selbstständigkeit qualifizieren. Alternativ ist eine Weiterbildung zum Floristmeister oder Fachlehrer für Floristik möglich. Mit entsprechender Berufserfahrung oder dem Meistertitel besteht zudem die Möglichkeit, an Fachhochschulen etwa in den Bereichen Landschaftsarchitektur oder Design zu studieren.

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