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Gärtner

Gärtner ist ein vielseitiger Ausbildungsberuf im Grünen Sektor mit sieben Fachrichtungen, darunter Garten- und Landschaftsbau, Zierpflanzenbau, Gemüsebau und Baumschule. Die Ausbildung verbindet biologisches Fachwissen mit handwerklichen Fertigkeiten und modernem Maschineneinsatz. Besonders geeignet ist der Beruf für Menschen mit Naturverbundenheit, körperlicher Belastbarkeit und Freude an gestalterischen Tätigkeiten im Freien oder unter Glas.

Ausbildungsdauer

3 Jahre

Azubi-Gehalt

620–900 €

pro Monat

Einstiegsgehalt

ab 1.950 €

nach der Ausbildung

Prüfung

IHK-Abschluss

Was machst du als Gärtner?

Der Arbeitsalltag eines Gärtners beginnt meist früh morgens – oft zwischen 6:00 und 7:00 Uhr – mit der Kontrolle der Pflanzenbestände, dem Bewässern mit Tröpfchenbewässerungsanlagen oder Beregnungscomputern sowie der Vorbereitung von Saatgut und Pflanzenmaterial. In Gärtnereien werden Pflanzenschutzmittel nach Vorschrift dosiert und ausgebracht, Substrate in Erden-Mischmaschinen angesetzt und Aussaaten in Saatgutmaschinen durchgeführt. Nachmittags stehen je nach Fachrichtung unterschiedliche Aufgaben an: Im Garten- und Landschaftsbau werden Bagger, Radlader, Pflasterverlegeplatten und Rasenmäher eingesetzt, um Außenanlagen nach CAD-Plänen zu gestalten. Im Zierpflanzenbau arbeitet man mit Klimasteuerungssystemen in Gewächshäusern und veredelt Pflanzen per Okulieren oder Pfropfen. Typische Beispielaufgaben sind das Anlegen eines Steingartens mit Natursteinpflaster inklusive Wegebau sowie die Diagnose und Bekämpfung von Schädlingsbefall mit Pflanzenschutzspritze oder Nützlingseinsatz. Zusammengearbeitet wird mit Landschaftsarchitekten, Betriebsleitern, Lkw-Fahrern für Pflanzentransporte und Kunden vor Ort.

Wo arbeitest du?

Gärtner finden Stellen in Garten- und Landschaftsbaubetrieben (z. B. Lieken Garten- und Landschaftsbau, Heinrich Wiethölter), Zierpflanzen- und Gemüsegärtnereien, kommunalen Grünflächenämtern und Stadtgärtnereien, botanischen Gärten, Baumschulen (z. B. Lorenz von Ehren, Baumschule Bruns) sowie bei Wohnungsbaugesellschaften. Überwiegend sind es mittelständische Handwerksbetriebe. In Deutschland besteht ein deutlicher Fachkräftemangel, besonders im Garten- und Landschaftsbau sowie im Gemüsebau.

Voraussetzungen

Ein Hauptschulabschluss genügt formal, für technisch anspruchsvollere Fachrichtungen wie Garten- und Landschaftsbau ist ein Realschulabschluss aber von Vorteil. Wichtig sind Biologie für Pflanzenkunde und Ökologie, Mathematik für Flächenberechnungen und Kalkulation sowie Chemie für Dünger und Pflanzenschutzmittel. Da die Arbeit meist draußen bei jedem Wetter stattfindet, ist körperliche Belastbarkeit gefragt. Handwerkliches Geschick, Sinn für Ästhetik und Gestaltung, Ausdauer sowie ein verantwortungsvoller Umgang mit Lebewesen und Umwelt runden das Profil ab.

Was lernst du in der Ausbildung?

Im ersten Lehrjahr erwerben Auszubildende grundlegende Kenntnisse der Pflanzenkunde (Botanik, Pflanzensystematik), Bodenkunde und einfachen Pflegemaßnahmen wie Schneiden, Umtopfen und Düngen. Grundlegende Kenntnisse im Umgang mit Handwerkzeug (Spaten, Hacke, Schere) und kleinen Maschinen wie Rasenmähern und Motorhacken werden vermittelt. Im zweiten und dritten Lehrjahr vertiefen Azubis ihr Wissen in der jeweiligen Fachrichtung: Im Garten- und Landschaftsbau lernen sie die Kalkulation von Auftragskosten, den Umgang mit Baumaschinen, Entwässerungssystemen und Pflasterarbeiten. Im Zierpflanzen- oder Gemüsebau stehen Gewächshaustechnik, Kulturplanung, Düngungsberechnung und Vermarktung im Vordergrund. Berufsschulfächer wie Pflanzenproduktion, Betriebslehre und Wirtschaftskunde ergänzen die praktische Ausbildung. Gegenüber ähnlichen Berufen wie Florist oder Forstwirt liegt der Schwerpunkt stärker auf Produktion, Pflanzenpflege und baulicher Gestaltung.

Pflanzenproduktion und PflanzenpflegeBetriebslehre und KalkulationNatur- und UmweltschutzWirtschafts- und SozialkundeFachtheorie der gewählten Fachrichtung

IHK-Prüfung & Abschluss

Teil 1 der Abschlussprüfung, die frühere Zwischenprüfung, findet im zweiten Ausbildungsjahr statt, meist im Oktober oder November: eine rund 2,5-stündige praktische Arbeitsaufgabe zu Grundfertigkeiten wie Pflanzenschnitt, Aussaat oder einfacher Pflasterarbeit. Teil 2 folgt am Ende des dritten Jahres im Sommer und umfasst schriftlich Pflanzenproduktion und -pflege (120 Minuten, 30 Prozent) sowie je 60 Minuten Natur- und Umweltschutz und Wirtschafts- und Sozialkunde (je 10 Prozent). Praktisch kommen eine betriebliche Arbeitsaufgabe von 300 bis 360 Minuten (40 Prozent) und ein 20-minütiges Fachgespräch (10 Prozent) hinzu. In jedem Bereich sind mindestens 50 von 100 Punkten erforderlich, wobei Schwächen in einem schriftlichen Bereich durch bessere Ergebnisse in anderen ausgeglichen werden können.

Prüfungsthemen

  • Pflanzenproduktion und Pflanzenpflege (Düngung, Schnitt, Bewässerung)
  • Pflanzenschutz und integrierter Pflanzenbau
  • Bodenkunde und Substrate
  • Maschinen- und Gerätetechnik im Gartenbau
  • Naturschutz, Umweltschutz und ökologische Zusammenhänge
  • Betriebswirtschaft, Kalkulation und Auftragsabwicklung
  • Wirtschafts- und Sozialkunde

Karriere nach der Ausbildung

Nach der Ausbildung stehen zahlreiche Weiterbildungswege offen: Als Meister im Gärtnerhandwerk (Gärtnermeister HwK) können Fachkräfte nach 3–5 Jahren eigene Betriebe leiten oder Ausbilder werden. Alternativ bietet der staatlich geprüfte Techniker für Gartenbau eine vertiefende Fachausbildung. Wer studieren möchte, kann Landschaftsarchitektur (B.Sc.), Gartenbau oder Landschaftsplanung an Fachhochschulen belegen. Mit 5–10 Jahren Berufserfahrung sind Positionen als Vorarbeiter, Bauleiter im Landschaftsbau, Betriebsleiter in Gärtnereien oder Lehrkraft an Berufsschulen realistisch. Gehaltsentwicklung: Einstieg ca. 1.900–2.200 EUR brutto, Meister/Techniker ca. 2.800–3.500 EUR, Betriebsleiter bis 4.500 EUR monatlich.

Bewerbungstipps

Zwischen September und Januar, also 12 bis 18 Monate vor Ausbildungsstart, sollte die Bewerbung raus, da viele Betriebe früh planen. Anschreiben mit Bezug zur eigenen Gartenerfahrung oder Pflanzenkunde, tabellarischer Lebenslauf, die letzten zwei Zeugnisse und eventuelle Praktikumsnachweise aus Gärtnereien oder von Baustellen gehören in die Mappe. Im Gespräch werden oft Grundkenntnisse zu Pflanzen, Jahreszeiten und Arbeitsabläufen abgefragt, manche Betriebe setzen zusätzlich einen Einstellungstest zu Flächenberechnung, Biologie und Allgemeinwissen ein. Eigeninitiative beim eigenen Gärtnern, glaubwürdige körperliche Belastbarkeit und ein Praktikum im Wunschbetrieb überzeugen Ausbilder besonders.

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Ratgeber

Bagger, Pflasterplatten und Beregnungscomputer prägen je nach Fachrichtung den Arbeitsalltag von Gärtnern, die im Garten- und Landschaftsbau Außenanlagen gestalten oder im Zierpflanzenbau durch Okulieren und Pfropfen veredeln. Pflanzenschutz und Bewässerung gehören ebenfalls dazu. Die dreijährige BBiG-Ausbildung wird mit 620 bis 900 Euro vergütet, der Einstieg liegt bei rund 1.950 Euro.

Häufige Fragen

Wie viel verdient man als Gärtner in der Ausbildung?
Das Ausbildungsgehalt als Gärtner liegt bei etwa 620–900 Euro pro Monat. Nach der Ausbildung liegt das Einstiegsgehalt bei etwa 1.950 Euro monatlich.
Wie lange dauert die Ausbildung zum Gärtner?
Die duale Ausbildung zum Gärtner dauert regulär 3 Jahre. In dieser Zeit wechselst du zwischen Berufsschule und Ausbildungsbetrieb.
Welche Fachrichtungen gibt es bei der Gärtnerausbildung?
Die Ausbildung zum Gärtner wird in sieben Fachrichtungen angeboten: Baumschule, Friedhofsgärtnerei, Garten- und Landschaftsbau, Gemüsebau, Obstbau, Staudengärtnerei sowie Zierpflanzenbau. Die Wahl der Fachrichtung erfolgt zu Beginn der Ausbildung und bestimmt den inhaltlichen Schwerpunkt des Betriebes und der Berufsschule.
Welcher Schulabschluss wird für die Ausbildung zum Gärtner benötigt?
Für die Ausbildung zum Gärtner ist gesetzlich kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. In der Praxis stellen viele Betriebe Bewerber mit Hauptschul- oder Realschulabschluss ein. Kenntnisse in Biologie, Chemie und Mathematik sind von Vorteil.
In welchen Branchen und bei welchen Arbeitgebern können Gärtner arbeiten?
Gärtner arbeiten je nach Fachrichtung in Gartenbaubetrieben, Baumschulen, Friedhofsverwaltungen, kommunalen Grünflächenämtern sowie im Garten- und Landschaftsbau. Auch botanische Gärten, Schloss- und Parkanlagen sowie die Landwirtschaft und der Einzelhandel mit Pflanzenwaren kommen als Arbeitgeber infrage.
Welche Weiterbildungs- und Studienmöglichkeiten gibt es nach der Gärtnerausbildung?
Nach der Ausbildung kann man sich zum Gärtnermeister oder zum staatlich geprüften Techniker der Fachrichtung Gartenbau weiterqualifizieren. Mit entsprechender Berufserfahrung oder Meisterabschluss ist auch ein Studium an einer Fachhochschule, etwa in Gartenbau, Landschaftsarchitektur oder Agrarwissenschaften, möglich. Der Meisterabschluss berechtigt zudem zur Ausbildung eigener Lehrlinge.

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