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Fachkraft für Lagerwirtschaft

Die Fachkraft für Lagerwirtschaft ist verantwortlich für den reibungslosen Warenfluss in Lagern und Logistikzentren – vom Wareneingang über die fachgerechte Lagerung bis zum Versand. Besonders ist die Kombination aus körperlicher Arbeit und dem Umgang mit modernen Lagerverwaltungssystemen wie SAP oder WMS. Der Beruf eignet sich für Menschen, die strukturiert und zuverlässig arbeiten, Freude an Teamarbeit haben und kein Problem mit Schicht- und körperlicher Tätigkeit haben.

Diese Berufsbezeichnung ist offiziell nicht mehr aktuell — der Ausbildungsberuf heißt heute Fachkraft für Lagerlogistik

Ausbildungsdauer

3 Jahre

Azubi-Gehalt

650–950 €

pro Monat

Einstiegsgehalt

ab 2.200 €

nach der Ausbildung

Prüfung

IHK-Abschluss

Was machst du als Fachkraft für Lagerwirtschaft?

Der Arbeitstag einer Fachkraft für Lagerwirtschaft beginnt häufig in der Frühschicht um 6:00 Uhr mit der Übernahme laufender Aufträge und dem Check des Lagerverwaltungssystems (z. B. SAP EWM oder Jungheinrich WMS). Morgens steht meist der Wareneingang im Vordergrund: Lieferungen werden entladen, mit Lieferscheinen und Bestellungen abgeglichen, auf Schäden kontrolliert und eingebucht. Dann folgt die Einlagerung mit Gabelstapler, Ameise oder Hochregalstapler – immer nach festgelegten Lagerplätzen und FIFO-Prinzip. Nachmittags dominieren Kommissionieraufgaben: Mithilfe von Picklisten oder Scan-Systemen werden Waren zusammengestellt, verpackt, etikettiert und für den Versand bereitgestellt. Dazwischen liegen Bestandskontrollen, Inventurarbeiten und die Pflege der Lagerdokumentation. Man arbeitet eng mit Kollegen im Lager, dem Einkauf, der Disposition und externen Speditionen zusammen.

Wo arbeitest du?

Fachkräfte für Lagerwirtschaft arbeiten in Handels-, Industrie- und Logistikunternehmen. Bekannte Arbeitgeber sind Amazon, DHL, DB Schenker, Lidl, Rewe, Bosch, BMW oder mittelständische Großhändler. Auch Krankenhäuser und der öffentliche Sektor benötigen Lagerfachkräfte für Materiallager und Versorgungszentren. Der Arbeitsmarkt ist deutlich von Fachkräftemangel geprägt: In vielen Regionen übersteigt die Nachfrage das Angebot deutlich, was die Einstiegschancen erheblich verbessert.

Voraussetzungen

Ein mittlerer Schulabschluss wird für diese Ausbildung empfohlen, da kaufmännische und technische Inhalte kombiniert werden. Gute Kenntnisse in Mathematik sind wichtig für Bestandsberechnungen, Inventurauswertungen und Flächenplanungen, Deutschkenntnisse helfen bei der Dokumentation und der Kommunikation mit Lieferanten. Körperliche Belastbarkeit, Zuverlässigkeit und Teamfähigkeit gehören zu den persönlichen Voraussetzungen. Räumliches Vorstellungsvermögen, Sorgfalt bei der Einlagerung sowie ein Grundinteresse an Logistik und Arbeitsprozessen sind entscheidend, Erfahrungen aus Praktika in Lager oder Industrie sind ein klares Plus.

Was lernst du in der Ausbildung?

Im ersten Lehrjahr stehen Grundlagen der Lagerwirtschaft im Vordergrund: Wareneingang und -ausgang, Lagerkennziffern, Verpackungsvorschriften sowie erste Einblicke in Lagerverwaltungssoftware. Außerdem werden Sicherheitsvorschriften, Arbeitschutz und der Umgang mit Flurförderzeugen (Staplerschein) vermittelt. Im zweiten Lehrjahr vertieft sich das Wissen um Lagersysteme (Hochregallager, Umlauflager, Chaotische Lagerung), Bestandscontrolling, Reklamationsbearbeitung und Grundlagen der Betriebslogistik. Zusätzlich kommen kaufmännische Inhalte wie Lieferscheine, Rechnungsprüfung und Grundzüge des Transportrechts hinzu. Im dritten Lehrjahr liegt der Fokus auf der Optimierung von Lagerstrukturen, Qualitätssicherung, Inventurplanung und dem selbstständigen Umgang mit Warenwirtschaftssystemen. Im Vergleich zur dreijährigen Ausbildung zum Fachlageristen konzentriert sich die Fachkraft für Lagerwirtschaft stärker auf dispositive und koordinierende Aufgaben.

LagerlogistikWarenwirtschaft und BestandsverwaltungBetriebswirtschaft und SicherheitInformationstechnik und Lagerverwaltungssysteme

IHK-Prüfung & Abschluss

Die zuständige IHK nimmt die Abschlussprüfung zweiteilig ab. Prüfungsteil 1 findet nach etwa 18 Monaten zur Mitte des zweiten Ausbildungsjahres statt und prüft die Lernfelder Güter annehmen und kontrollieren, einlagern sowie Lagerbestände führen in einer 90-minütigen schriftlichen Prüfung. Prüfungsteil 2 folgt am Ende der Ausbildung nach 36 Monaten und besteht aus Lagerprozesse (schriftlich, 150 Minuten, 40 Prozent), Güterbewegung (schriftlich, 60 Minuten, 10 Prozent) sowie einer praktischen Aufgabe mit anschließendem Fachgespräch von rund 60 Minuten (40 Prozent). Prüfungsteil 1 geht mit 10 Prozent in die Gesamtnote ein. Zum Bestehen darf in keinem Prüfungsbereich die Note ungenügend erreicht werden, insgesamt muss mindestens die Note ausreichend erzielt werden. Im Fachgespräch werden reale Lagerszenarien besprochen und eigene Entscheidungen begründet.

Prüfungsthemen

  • Wareneingang und Warenprüfung
  • Lagerverwaltung und Bestandskontrolle
  • Kommissionierung und Versand
  • Lagertechnik und Gerätehandhabung
  • Qualitätssicherung und Dokumentation

Karriere nach der Ausbildung

Nach der Ausbildung sind Fachkräfte für Lagerwirtschaft häufig zunächst als Lagermitarbeiter oder Schichtführer tätig. Schon nach wenigen Jahren Berufserfahrung kann man den 'Geprüften Logistikmeister (IHK)' oder den 'Geprüften Fachwirt für Güterverkehr und Logistik (IHK)' anstreben. Eine andere Option ist die Weiterbildung zum 'Geprüften Meister für Lagerwirtschaft'. Für Studieninteressierte bieten sich Bachelorstudiengänge in Logistik, Supply Chain Management oder Betriebswirtschaft an – viele Hochschulen erkennen die Berufsausbildung als Zulassungsvoraussetzung an. Nach 5–10 Jahren Berufserfahrung sind Positionen wie Lagerleiter, Logistikkoordinator oder Standortleiter realistisch. Das Gehalt kann auf 3.000–4.000 €/Monat und mehr steigen.

Bewerbungstipps

Da vor allem große Logistikkonzerne früh planen, sollten Bewerbungen 12 bis 18 Monate vor dem gewünschten Ausbildungsstart eingereicht werden. Anschreiben mit konkretem Bezug auf Lagerarbeit oder Logistik, tabellarischer Lebenslauf, aktuelles Schulzeugnis und gegebenenfalls Praktikumsnachweise gehören in die Mappe. Im Vorstellungsgespräch werden Belastbarkeit, Zuverlässigkeit und Teamgeist explizit hinterfragt, etwa durch Situationsfragen wie den Umgang mit einer Falschlieferung. Einige Unternehmen wie DHL oder Lidl setzen einen Einstellungstest mit Mathematik, Merkfähigkeit und Sprachverständnis ein. Wer Praktika im Lager vorweisen kann und den Staplerschein bereits besitzt oder Interesse daran zeigt, überzeugt Ausbilder besonders.

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Mehr Tipps: Bewerbung für die Ausbildung schreiben →

Ratgeber

Nach dem FIFO-Prinzip lagern Fachkräfte für Lagerwirtschaft Wareneingänge mit Gabelstapler oder Hochregalstapler ein und kommissionieren Aufträge anhand von Picklisten oder Scan-Systemen, bevor sie Waren verpacken und für den Versand etikettieren. Die dreijährige Ausbildung nach BBiG wird mit 650 bis 950 Euro vergütet, der Einstieg danach liegt bei etwa 2.200 Euro. Dazwischen liegen regelmäßige Bestandskontrollen und Inventurarbeiten im Lager.

Häufige Fragen

Wie viel verdient man als Fachkraft für Lagerwirtschaft in der Ausbildung?
Das Ausbildungsgehalt als Fachkraft für Lagerwirtschaft liegt bei etwa 650–950 Euro pro Monat. Nach der Ausbildung liegt das Einstiegsgehalt bei etwa 2.200 Euro monatlich.
Wie lange dauert die Ausbildung zum Fachkraft für Lagerwirtschaft?
Die duale Ausbildung zum Fachkraft für Lagerwirtschaft dauert regulär 3 Jahre. In dieser Zeit wechselst du zwischen Berufsschule und Ausbildungsbetrieb.
Gibt es Spezialisierungen oder Fachrichtungen in der Ausbildung zur Fachkraft für Lagerwirtschaft?
Die Ausbildung zur Fachkraft für Lagerwirtschaft ist nicht in offizielle Fachrichtungen unterteilt. In der Praxis können sich Auszubildende jedoch je nach Betrieb auf bestimmte Bereiche konzentrieren, etwa Gefahrgutlagerung, Kühllogistik oder automatisierte Lagersysteme.
Welcher Schulabschluss wird für die Ausbildung zur Fachkraft für Lagerwirtschaft benötigt?
Gesetzlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. In der Praxis stellen viele Betriebe Bewerber mit Hauptschul- oder Realschulabschluss ein. Grundlegende Kenntnisse in Mathematik sowie körperliche Belastbarkeit sind jedoch von Vorteil.
In welchen Branchen und bei welchen Arbeitgebern kann man als Fachkraft für Lagerwirtschaft arbeiten?
Fachkräfte für Lagerwirtschaft sind in nahezu allen Wirtschaftsbereichen gefragt, da fast jedes Unternehmen Lagerhaltung betreibt. Typische Arbeitgeber sind Logistik- und Speditionsunternehmen, Industrie- und Handelsbetriebe, der Einzel- und Großhandel sowie öffentliche Einrichtungen und E-Commerce-Unternehmen.
Welche Weiterbildungs- oder Studienmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung?
Nach der Ausbildung stehen verschiedene Weiterbildungswege offen, etwa zum Logistikmeister oder zur Fachkraft für Lagerlogistik auf Meisterebene. Über den Berufsweg kann auch das Fachabitur erworben werden, das ein anschließendes Studium in Betriebswirtschaft, Logistik oder Supply-Chain-Management ermöglicht.

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