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Fachkraft für Lagerlogistik

Früher: Fachkraft für Lagerwirtschaft

Die Fachkraft für Lagerlogistik ist verantwortlich für den gesamten Warenfluss im Lager – von der Annahme über die Einlagerung bis zur Kommissionierung und den Versand. Der Beruf verbindet körperliche Arbeit mit dem Bedienen moderner Lagerverwaltungssoftware und Flurförderfahrzeugen. Er eignet sich für Menschen mit Organisationstalent, technischem Interesse und Freude an strukturierten Abläufen in einem dynamischen Umfeld.

Ausbildungsdauer

3 Jahre

Azubi-Gehalt

620–950 €

pro Monat

Einstiegsgehalt

ab 2.300 €

nach der Ausbildung

Prüfung

IHK-Abschluss

Was machst du als Fachkraft für Lagerlogistik?

Der Arbeitstag beginnt typischerweise morgens mit der Warenannahme: Lieferungen werden mithilfe von Handscannern (z. B. Zebra-Geräten) erfasst, auf Vollständigkeit und Schäden geprüft und im Lagerverwaltungssystem (LVS) wie SAP EWM oder Microsoft Dynamics gebucht. Anschließend werden Paletten mit Gabelstaplern (Frontstapler, Schmalgangstapler) oder Hochregalstaplern an die entsprechenden Lagerplätze verbracht. Nachmittags stehen häufig Kommissionieraufgaben an: Kundenaufträge werden anhand von Picklisten oder per Voice-Picking-System zusammengestellt, Waren verpackt, etikettiert und für den Versand bereitgestellt. Es wird eng mit Spediteuren, Einkauf, Disposition und Qualitätssicherung zusammengearbeitet. Typische Aufgaben umfassen außerdem die Inventurdurchführung mit Zählgeräten sowie die Durchführung von Bestandskontrollen im Warenwirtschaftssystem. Die Arbeitsumgebung ist meist ein Hallenlager mit Hochregalen, Kühlbereichen oder Außenlagern.

Wo arbeitest du?

Fachkräfte für Lagerlogistik arbeiten bei Logistikdienstleistern wie DHL, DB Schenker, Rhenus Logistics oder Kühne+Nagel, im Einzelhandel (Zentrallager von Edeka, Rewe, Zalando) sowie in Industrie- und Produktionsunternehmen mit eigenen Werkslagern. Auch der Onlinehandel (Amazon, Otto) ist ein bedeutender Arbeitgeber. Es besteht ein deutlicher Fachkräftemangel, besonders in der Nacht- und Schichtlogistik sowie in der Gefahrgut- und Pharmalogistik.

Voraussetzungen

Ein mittlerer Schulabschluss wird für diese Ausbildung empfohlen, da die kaufmännischen und logistischen Inhalte ein grundlegendes Verständnis für Mathematik, Deutsch und Wirtschaft erfordern. Mathematik ist wichtig für Mengenberechnungen und Kostenkalkulation, Deutsch für Dokumentation und Kommunikation, dazu kommt Wirtschaftskunde. Sorgfalt und Genauigkeit beim Erfassen von Warenbeständen sind entscheidend, ebenso körperliche Belastbarkeit, räumliches Vorstellungsvermögen und Teamfähigkeit. Interesse an digitalen Lagerverwaltungssystemen und strukturierten Prozessabläufen rundet das passende Profil ab.

Was lernst du in der Ausbildung?

Im ersten Lehrjahr werden Grundlagen der Lagerlogistik vermittelt: Güter annehmen und prüfen, einfache Lagertätigkeiten, Grundlagen des Gabelstaplerfahrens, Arbeitssicherheit nach DGUV-Vorschriften sowie erste Einblicke in Lagerverwaltungssysteme. Außerdem werden Verpackungsarten, Gefahrgutgrundlagen (ADR) und Bestandserfassung behandelt. Im zweiten und dritten Lehrjahr folgen Vertiefungen: Tourenplanung, Versandabwicklung, Zollgrundlagen, optimierte Kommissionierverfahren (Batch-Picking, Zone-Picking), Qualitätssicherung im Lager, Kennzahlen (KPI) wie Lagerumschlagshäufigkeit und Fehlerquote sowie vertieftes Arbeiten mit ERP-Systemen. Im Vergleich zum Fachlageristen (2-jährig) umfasst die Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik deutlich mehr betriebswirtschaftliche, planerische und kaufmännische Inhalte wie Kostenkontrolle und Angebotsvergleiche.

Lagerlogistik (Fachtheorie)Kaufmännische Steuerung und KontrolleEnglisch für LogistikWirtschafts- und SozialkundeSport/Gesundheitsförderung

IHK-Prüfung & Abschluss

Teil 1 der Abschlussprüfung findet gegen Ende des ersten Ausbildungsjahres statt, etwa zum 12. Monat, und besteht aus einer praktischen Arbeitsaufgabe von 90 Minuten, zum Beispiel Warenannahme und -einlagerung, sowie einem schriftlichen Prüfungsbereich von 60 Minuten zu Grundlagen der Lagerlogistik. Teil 2 folgt im dritten Lehrjahr mit den Bereichen Auftragsbearbeitung und Bestandsführung (schriftlich, 90 Minuten, 25 Prozent), Güterbewegung und Lagerorganisation (schriftlich, 60 Minuten, 20 Prozent), Kaufmännische und logistische Steuerung (schriftlich, 60 Minuten, 20 Prozent) sowie Wirtschafts- und Sozialkunde (schriftlich, 45 Minuten, 10 Prozent). Teil 1 fließt mit 25 Prozent in die Gesamtnote ein. Zum Bestehen müssen im Gesamtergebnis mindestens 50 Punkte erreicht werden, kein Prüfungsbereich darf unzureichend, also unter 30 Punkten, abschneiden.

Prüfungsthemen

  • Warenannahme, Wareneingangskontrolle und Einlagerung
  • Kommissionierung und Versandvorbereitung
  • Lagerverwaltungssysteme (z. B. SAP EWM) und Bestandsführung
  • Güterbewegung, Transportmittel und Flurförderzeuge
  • Gefahrgutvorschriften (ADR-Grundlagen)
  • Kaufmännische Steuerung, Lagerkosten und Kennzahlen
  • Wirtschafts- und Sozialkunde

Karriere nach der Ausbildung

Nach der Ausbildung bieten sich zahlreiche Weiterbildungswege: Der Abschluss zum Geprüften Logistikmeister (IHK) oder Lagermeister (IHK) ermöglicht Führungsaufgaben als Schicht- oder Lagerleiter. Der staatlich geprüfte Techniker Fachrichtung Logistik vertieft technische Kompetenz. Wer eine akademische Laufbahn anstrebt, kann Studiengänge wie Logistikmanagement (B.A./B.Sc.) oder Supply Chain Management belegen. Nach 5–10 Jahren Berufserfahrung sind Positionen wie Lagerleiterin, Logistikkoordinatorin oder Supply-Chain-Managerin realistisch. Gehälter steigen von ca. 2.300 EUR brutto (Einstieg) auf 3.500–4.500 EUR brutto in Führungspositionen. Spezialisierungen in Gefahrgutlogistik, Zollabwicklung oder Kühlkettenlogistik sind gefragt.

Aufstiegsfortbildung nach der Ausbildung

Bewerbungstipps

Die Bewerbung sollte 9 bis 12 Monate vor dem meist im September liegenden Ausbildungsbeginn eingereicht werden, also ab Oktober des Vorjahres. Anschreiben, tabellarischer Lebenslauf, aktuelles Schulzeugnis und gegebenenfalls Praktikumsnachweise gehören in die Mappe. Im Vorstellungsgespräch werden oft situative Fragen zu Teamarbeit und Stresssituationen gestellt sowie Grundkenntnisse in Mathematik, etwa Mengenberechnungen, abgefragt. Manche Arbeitgeber führen einen IHK-Einstellungstest oder einen eigenen Eignungstest mit Grundrechenarten, Konzentration und räumlichem Denken durch. Besonders überzeugen Bewerber, die Erfahrungen aus Praktika im Lager oder Handel vorweisen können, einen Staplerschein anstreben oder Interesse an digitalen Systemen zeigen.

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Mehr Tipps: Bewerbung für die Ausbildung schreiben →

Ratgeber

Wer als Fachkraft für Lagerlogistik arbeitet, erfasst Wareneingänge per Handscanner im Lagerverwaltungssystem wie SAP EWM, transportiert Paletten mit Gabel- oder Hochregalstaplern und stellt Kundenaufträge per Voice-Picking oder Pickliste zusammen. Die dreijährige BBiG-Ausbildung wird mit 620 bis 950 Euro vergütet, der Einstiegsverdienst liegt bei rund 2.300 Euro. Die Arbeitsumgebung ist meist ein Hallenlager mit Hochregalen oder Kühlbereichen.

Häufige Fragen

Wie viel verdient man als Fachkraft für Lagerlogistik in der Ausbildung?
Das Ausbildungsgehalt als Fachkraft für Lagerlogistik liegt bei etwa 620–950 Euro pro Monat. Nach der Ausbildung liegt das Einstiegsgehalt bei etwa 2.300 Euro monatlich.
Wie lange dauert die Ausbildung zum Fachkraft für Lagerlogistik?
Die duale Ausbildung zum Fachkraft für Lagerlogistik dauert regulär 3 Jahre. In dieser Zeit wechselst du zwischen Berufsschule und Ausbildungsbetrieb.
Gibt es Spezialisierungen innerhalb der Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik?
Die Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik sieht keine formalen Fachrichtungen vor, bietet jedoch je nach Ausbildungsbetrieb unterschiedliche Schwerpunkte. So können Azubis in der Praxis Erfahrungen in Bereichen wie Gefahrgutlagerung, Kühllogistik oder Gefahrstoffhandling sammeln. Betriebsabhängig wird auch der Umgang mit speziellen Lagerverwaltungssystemen oder automatisierten Förderanlagen vertieft.
Welchen Schulabschluss braucht man für die Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik?
Gesetzlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. In der Praxis stellen viele Betriebe Bewerber mit Hauptschulabschluss oder Realschulabschluss ein. Ein guter Hauptschulabschluss reicht in der Regel aus, wobei Kenntnisse in Mathematik und Deutsch von Vorteil sind.
In welchen Branchen und bei welchen Arbeitgebern arbeiten Fachkräfte für Lagerlogistik?
Fachkräfte für Lagerlogistik sind in nahezu allen Wirtschaftszweigen gefragt, da fast jedes Unternehmen Lagerhaltung betreibt. Typische Arbeitgeber sind Logistik- und Speditionsunternehmen, der Einzel- und Großhandel, Industrie- und Produktionsbetriebe sowie E-Commerce-Unternehmen mit eigenen Warenlagern. Auch Lebensmittelhandel, Pharmaunternehmen und öffentliche Einrichtungen beschäftigen diese Fachkräfte.
Welche Weiterbildungs- und Studienmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung?
Nach der Ausbildung kann man sich zum Geprüften Logistikmeister oder zum Geprüften Fachwirt für Güterverkehr und Logistik weiterbilden. Auch der Weg zum Betriebswirt über die IHK steht offen. Mit der Ausbildung und Berufserfahrung ist in vielen Bundesländern zudem der Zugang zu einem Studium, etwa im Bereich Logistikmanagement oder Supply Chain Management, möglich.

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