Elektrotechnischer Assistent (ETA)
Der Elektrotechnische Assistent (ETA) ist ein zweijähriger Ausbildungsberuf an der Schnittstelle zwischen Elektrotechnik und kaufmännisch-technischer Assistenz. Absolventen installieren, warten und prüfen elektrotechnische Anlagen, Baugruppen und Steuerungssysteme. Der Beruf eignet sich besonders für technisch interessierte Personen mit gutem Verständnis für Schaltpläne, Messtechnik und digitale Systeme, die schnell in die Berufspraxis einsteigen möchten.
Ausbildungsdauer
2 Jahre
Azubi-Gehalt
550–850 €
pro Monat
Einstiegsgehalt
ab 2.300 €
nach der Ausbildung
Prüfung
Staatliche Prüfung
Was machst du als Elektrotechnischer Assistent (ETA)?
Morgens beginnt der Arbeitstag häufig mit der Überprüfung und Inbetriebnahme von elektrischen Anlagen und Schaltschränken. Mithilfe von Multimetern, Oszilloskopen und Prüfgeräten wie dem Fluke 1664 FC werden Isolationswiderstände, Spannungen und Ströme gemessen und Protokolle nach DIN VDE 0100 erstellt. In der Werkstatt oder im Elektrolabor werden Schaltpläne mit Software wie EPLAN Electric P8 oder AutoCAD Electrical ausgewertet und Verdrahtungen an SPS-Steuerungen (z. B. Siemens SIMATIC S7) durchgeführt. Nachmittags stehen häufig Wartungsarbeiten an Maschinen und Förderanlagen an: Baugruppen werden ausgetauscht, Fehler im Stromlaufplan gesucht und Reparaturen dokumentiert. Dabei arbeitet man eng mit Elektrotechnikern, Mechatronikern und Produktionsleitern zusammen. Typische Beispielaufgaben sind das Parametrieren eines Frequenzumrichters sowie das Erstellen eines Fehlerberichts nach einer Störungsdiagnose an einer automatisierten Fertigungsanlage. Die Arbeitsumgebung wechselt zwischen Werkstatt, Produktionshalle und gelegentlichen Außeneinsätzen beim Kunden.
Wo arbeitest du?
Elektrotechnische Assistenten finden Beschäftigung in industriellen Fertigungs- und Produktionsbetrieben, im Maschinen- und Anlagenbau sowie bei Unternehmen der Automatisierungs- und Gebäudetechnik. Bekannte Arbeitgeber sind Siemens, Bosch, ABB, Festo und mittelständische Elektroanlagenbauer. Auch technische Berufsschulen und Ausbildungszentren beschäftigen ETAs als Laborassistenten. In der Instandhaltung produzierender Unternehmen herrscht deutlicher Fachkräftemangel, was die Beschäftigungschancen erheblich verbessert.
Voraussetzungen
Auch für den elektrotechnischen Assistenten wird mindestens ein Realschulabschluss empfohlen, weil fundierte Kenntnisse in Mathematik und Physik vorausgesetzt werden. Besonders gute Noten sollten in Mathematik für Berechnungen von Strom, Spannung und Widerstand, in Physik für elektrische Felder und Magnetismus sowie in Informatik für logische Grundschaltungen und erste Schritte der SPS-Programmierung vorliegen. Persönlich zählen technisches Verständnis, räumliches Vorstellungsvermögen und handwerkliches Geschick beim Verdrahten und Löten zu den wichtigsten Eigenschaften. Da Fehler in Elektroanlagen sicherheitsrelevant sein können, ist eine sorgfältige und gewissenhafte Arbeitsweise unverzichtbar, ergänzt durch Teamfähigkeit und echte technische Neugier.
Was lernst du in der Ausbildung?
Im ersten Lehrjahr werden elektrotechnische Grundlagen vermittelt: Gleich- und Wechselstromtechnik, Grundschaltungen (Reihen-, Parallel-, Brückenschaltung), Lesen und Zeichnen von Schaltplänen sowie der sichere Umgang mit Werkzeug und Messgeräten. Erste Installationsarbeiten nach DIN VDE und Sicherheitsvorschriften der BGV A3 stehen im Vordergrund. Im zweiten Lehrjahr vertiefen Auszubildende ihr Wissen in der Steuerungs- und Automatisierungstechnik, darunter speicherprogrammierbare Steuerungen (SPS), Antriebstechnik mit Frequenzumrichtern sowie Grundlagen der Digitaltechnik und Netzwerktechnik. Hinzu kommen Aspekte der Betriebstechnik, Qualitätssicherung und technischen Dokumentation. Im Vergleich zum Elektroniker für Betriebstechnik liegt der Fokus stärker auf Assistenzaufgaben, technischer Kommunikation und praxisnaher Fehlerdiagnose als auf vertiefter Montage und Großanlagentechnik.
Staatliche Prüfung & Abschluss
Weil es sich beim elektrotechnischen Assistenten um einen schulisch geprägten Assistenzberuf handelt, organisiert je nach Bundesland die zuständige Berufsschule oder Berufsfachschule die Abschlussprüfung, die aus einem schriftlichen und einem praktischen Teil besteht. Schriftlich geprüft werden Elektrotechnische Systeme (120 Minuten, 40 Prozent), Steuerungs- und Automatisierungstechnik (90 Minuten, 35 Prozent) und Wirtschafts- und Sozialkunde (60 Minuten, 25 Prozent). Der praktische Teil besteht aus einer Projektarbeit beziehungsweise fachpraktischen Aufgabe von 240 bis 360 Minuten, bei der eine reale Schaltungsaufgabe oder Fehlerdiagnose selbstständig zu lösen ist, ergänzt durch ein 15- bis 20-minütiges Fachgespräch über die erbrachte Leistung. Bestanden ist die Prüfung, wenn in jedem Bereich mindestens 50 von 100 Punkten erreicht werden, wobei eine mangelhafte Leistung in einem Bereich durch eine sehr gute Leistung in einem anderen ausgeglichen werden kann, solange das Gesamtergebnis ausreichend bleibt.
Prüfungsthemen
- Elektrotechnische Grundlagen (Strom, Spannung, Widerstand, Ohmsches Gesetz)
- Schaltungstechnik und Schaltplananalyse
- Steuerungs- und Automatisierungstechnik (SPS, Frequenzumrichter)
- Messtechnik und Fehlerdiagnose
- Digitaltechnik und Grundlagen der Netzwerktechnik
- Sicherheitsvorschriften und Normen (DIN VDE, BGV A3)
- Wirtschafts- und Sozialkunde
Karriere nach der Ausbildung
Elektrotechnische Assistenten können ihre Qualifikation durch eine verkürzte Anschlussausbildung zum Elektroniker für Betriebstechnik oder Mechatroniker erweitern, da Teile der Ausbildung angerechnet werden. Als formale Weiterbildung bieten sich der Staatlich geprüfte Techniker – Fachrichtung Elektrotechnik oder der Industriemeister Elektrotechnik IHK an. Mit Fachhochschulreife ist ein Studium der Elektrotechnik, Automatisierungstechnik oder des Wirtschaftsingenieurwesens möglich. Nach 5–10 Jahren Berufserfahrung sind Positionen als Teamleiter Instandhaltung, Projektleiter für Automatisierungsprojekte oder technischer Serviceleiter realistisch. Das Einstiegsgehalt liegt bei ca. 2.200–2.700 EUR brutto monatlich, mit Weiterbildung sind 3.500–4.500 EUR erreichbar. Spezialisierungen in Gebäudeautomation, Antriebstechnik oder Energiemanagement sind besonders gefragt.
Bewerbungstipps
Weil der Ausbildungsstart im September liegt, sollte die Bewerbung 9 bis 12 Monate vorher eingereicht werden, da viele Betriebe und Berufsschulen früh planen. In die Mappe gehören ein Anschreiben mit klarem Technikbezug, der tabellarische Lebenslauf, das letzte Schulzeugnis sowie Nachweise über Praktika oder technische Hobbys wie Elektronikbasteln oder Robotik-AGs. Im Vorstellungsgespräch werden häufig technische Grundlagen abgefragt, etwa der Unterschied zwischen Gleich- und Wechselstrom oder das Lesen eines Schaltplans. Manche Betriebe setzen zusätzlich einen IHK-Einstellungstest oder einen betriebseigenen Eignungstest mit technischen Aufgaben und Matheaufgaben ein. Wer Eigeninitiative zeigt, bereits mit einfachen Schaltungen oder Elektronik-Bausätzen gearbeitet hat und ein Bewusstsein für den sicheren Umgang mit elektrischem Strom mitbringt, überzeugt Ausbilder besonders.
Ratgeber
Wer die schulische Ausbildung zum Elektrotechnischen Assistenten durchläuft, prüft Schaltschränke, misst Isolationswiderstände nach DIN VDE 0100 und verdrahtet SPS-Steuerungen in Werkstatt und Elektrolabor, bevor er Wartungsarbeiten an Maschinen und Förderanlagen dokumentiert. Die zweijährige Ausbildung an der Berufsfachschule ist landesrechtlich geregelt und wird mit 550 bis 850 Euro vergütet; der Einstieg danach liegt bei etwa 2.300 Euro. Die Arbeitsumgebung wechselt zwischen Werkstatt, Produktionshalle und Außeneinsätzen beim Kunden.
Häufige Fragen
Wie viel verdient man als Elektrotechnischer Assistent (ETA) in der Ausbildung?
Wie lange dauert die Ausbildung zum Elektrotechnischer Assistent (ETA)?
Gibt es beim Elektrotechnischen Assistenten verschiedene Fachrichtungen oder Spezialisierungen?
Welcher Schulabschluss wird für die Ausbildung zum Elektrotechnischen Assistenten vorausgesetzt?
In welchen Branchen und bei welchen Arbeitgebern kann man als Elektrotechnischer Assistent arbeiten?
Welche Weiterbildungs- oder Studienmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung zum Elektrotechnischen Assistenten?
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