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Büchsenmachermeister

Der Büchsenmachermeister ist eine Handwerksmeister-Fortbildung für qualifizierte Büchsenmacher, die Führungsverantwortung übernehmen und einen eigenen Betrieb gründen möchten. Die Fortbildung vermittelt umfassendes Fachwissen in Waffenfertigung, Reparatur, Instandhaltung sowie betriebswirtschaftliche und rechtliche Kompetenzen. Mit diesem Abschluss sind Absolventen berechtigt, Lehrlinge auszubilden und als Meister tätig zu sein.

Aufbauend auf: Büchsenmacher

Dauer

12 Monate

oder 30 Mon. Teilzeit

Lehrgangskosten

4.760–10.000 €

Gehalt danach

ab 3.500 €

nach Abschluss

Prüfung

Meisterprüfung

Was machst du als Büchsenmachermeister?

Als Büchsenmachermeister führst du einen eigenen Handwerksbetrieb oder übernimmst Führungsaufgaben in etablierten Betrieben der Büchsenmacherei. Du verantwortest die fachgerechte Herstellung und Reparatur von Schusswaffen, die Qualitätskontrolle aller Arbeitsschritte sowie die kaufmännische Betriebsführung. Zudem bist du berechtigt und verpflichtet, Lehrling auszubilden und deren fachliche Entwicklung zu fördern.

Wo arbeitest du?

Spezialisierte Büchsenmachereien und Waffenmanufakturen, Jagdausrüstungsbetriebe, Waffenhandlungen mit eigener Werkstatt, historische Waffensammlungen und Museen mit Restaurierungswerkstätten, Betriebe der Schießsportindustrie sowie Selbstständigkeit als Einzelunternehmer oder als Betriebsinhaber.

Voraussetzungen

Erfolgreicher Abschluss einer mindestens dreijährigen einschlägigen Berufsausbildung als Büchsenmacher oder gleichwertiger Berufsausbildung. Anschließend ist mindestens ein Jahr Berufserfahrung in einem Handwerksbetrieb erforderlich. Alternativ kann eine fünfjährige praktische Betriebstätigkeit im Handwerk die Ausbildung ersetzen.

Was lernst du in der Fortbildung?

Du vertiefst dein Fachwissen in Waffenkunde, Konstruktion und Fertigung von Schusswaffen sowie deren Reparatur und Instandhaltung nach geltenden Waffengesetzen. Gleichzeitig erwerbst du Kompetenzen in Betriebsführung, Kalkulation, Personalmanagement, Arbeitssicherheit und Rechtskunde. Die Fortbildung umfasst auch moderne Fertigungstechniken und die Ausbildereignung.

Meisterprüfung & Abschluss

Die Büchsenmachermeisterprüfung wird von der Handwerkskammer durchgeführt und besteht aus vier Teilen: Teil I (Praktische Meisterprüfung) mit Anfertigung von Werkstücken, Teil II (Fachtheorie) mit schriftlichen Prüfungen, Teil III (Betriebsführung und Betriebswirtschaft) sowie Teil IV (Ausbildereignungsprüfung). Die Prüfung ist modular aufgebaut und kann bei Nichtbestehen teilweise wiederholt werden.

Prüfungsthemen

  • Waffenkonstruktion und -fertigung sowie Eigenschaften von Schusswaffen
  • Reparatur, Restaurierung und Instandhaltung von Waffen
  • Anwendung des Waffengesetzes und einschlägiger Sicherheitsbestimmungen
  • Betriebswirtschaft, Kalkulation, Personalführung und Ausbildung von Lehrlingen

Karriere nach der Fortbildung

Nach bestandener Meisterprüfung kannst du dich selbstständig machen und einen eigenen Betrieb gründen oder übernehmen. Du darfst Lehrlinge ausbilden und bist Ansprechpartner für qualifizierte Fachkräfte. Der Meister eröffnet dir Führungspositionen in größeren Betrieben, Aufstiegschancen in Branchenverbänden und die Möglichkeit, spezialisierte Dienstleistungen anzubieten. Weitere Fortbildungen (Betriebswirt, Techniker) sind möglich.

Förderung

Der Büchsenmachermeister ist förderungsfähig nach dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG, "Meister-BAföG"). Abhängig von Einkommen und Vermögen können bis zu 70% der Lehrgangsgebühren und 100% der Prüfungsgebühren übernommen werden; ein Darlehen deckt weitere Kosten.

Ratgeber

Der Büchsenmachermeister ist eine Aufstiegsfortbildung nach der Handwerksordnung (HwO). Der Vollzeitlehrgang dauert etwa 12 Monate, in Teilzeit rund 30 Monate; die Lehrgangskosten liegen zwischen 4.760 und 10.000 Euro. Nach bestandener Meisterprüfung verdienen Büchsenmachermeister durchschnittlich zwischen 3.500 und 4.500 Euro brutto monatlich.

Häufige Fragen

Welche Voraussetzungen muss ich erfüllen, um die Büchsenmachermeister-Prüfung ablegen zu dürfen?
Voraussetzung ist in der Regel ein erfolgreicher Abschluss einer mindestens dreijährigen einschlägigen Berufsausbildung, typischerweise als Büchsenmacher, gefolgt von mindestens einem Jahr Berufserfahrung in einem Handwerksbetrieb. Alternativ kann eine fünfjährige praktische Betriebstätigkeit im Handwerk als Zugangsvoraussetzung anerkannt werden. Die genauen Anforderungen regelt die zuständige Handwerkskammer.
Welche finanzielle Förderung gibt es für die Büchsenmachermeister-Fortbildung?
Die Fortbildung kann über das Aufstiegs-BAföG (früher Meister-BAföG) nach dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG) gefördert werden. Dabei sind bis zu 15.000 Euro als Maßnahmenbeitrag möglich, wovon ein Teil als Zuschuss und der Rest als zinsgünstiges Darlehen gewährt wird. Bei erfolgreichem Abschluss werden zudem 50 Prozent des noch offenen Darlehens erlassen. Die Förderung ist einkommens- und vermögensabhängig und kann bei der zuständigen Behörde beantragt werden.
Welche Karrieremöglichkeiten eröffnet der Büchsenmachermeister?
Mit dem Büchsenmachermeister kannst du einen eigenen Betrieb gründen oder einen bestehenden Betrieb übernehmen, da der Meistertitel die Eintragung in die Handwerksrolle ermöglicht. Darüber hinaus erhältst du die Ausbildungsberechtigung und kannst Lehrlinge im Büchsenmacherhandwerk ausbilden. In größeren Unternehmen oder Branchenverbänden stehen dir Führungspositionen und Aufstiegschancen in leitende Funktionen offen.
Kann ich mit dem Büchsenmachermeister studieren oder erhalte ich damit eine Hochschulzugangsberechtigung?
Ja, der Meisterabschluss ist in Deutschland der Hochschulzugangsberechtigung gleichgestellt. Inhaber eines Meisterbriefs können in der Regel ohne zusätzliche Aufnahmeprüfung an Fachhochschulen und in vielen Bundesländern auch an Universitäten studieren. Dies ermöglicht etwa ein Studium in technischen oder betriebswirtschaftlichen Fachrichtungen, beispielsweise Ingenieurwesen oder Betriebswirtschaftslehre.