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FachwirtWirtschaft & VerwaltungBBiG §53,54

Fachwirt für die Alten- und Krankenpflege

Der Fachwirt für die Alten- und Krankenpflege (IHK) ist eine Aufstiegsfortbildung, die Fachkräfte aus der Gesundheits- und Pflegebranche zur Übernahme von Führungs- und Managementaufgaben befähigt. Absolventen sind in der Lage, Pflegeteams zu leiten, Qualitätsstandards zu etablieren und Einrichtungen wirtschaftlich zu führen.

Dauer

12 Monate

oder 22 Mon. Teilzeit

Lehrgangskosten

2.000–4.500 €

Gehalt danach

ab 3.200 €

nach Abschluss

Prüfung

Fachwirtprüfung

Was machst du als Fachwirt für die Alten- und Krankenpflege?

Nach Abschluss übernimmst du Führungsverantwortung als Stationsleiter, Bereichsleiter oder Pflegedienstleitung in Krankenhäusern, Altenheimen oder ambulanten Pflegediensten. Du koordinierst Pflegepersonal, planst Schichten, sicherst Qualitätsstandards, managst das Budget deines Bereichs und fungierst als Schnittstelle zwischen Pflegeteam und Geschäftsführung. Zudem übernimmst du Verantwortung für Ausbildung, Personalentwicklung und die Umsetzung von Hygienestandards.

Wo arbeitest du?

Allgemeine und spezialisierte Krankenhäuser, stationäre Altenheim- und Pflegeeinrichtungen, ambulante Pflegedienste, Rehabilitationskliniken, Hospize, Behindertenwerkstätten und Tagespflegeeinrichtungen. Auch Gesundheitsämter und Krankenkassen beschäftigen Fachwirte in koordinierender Funktion.

Voraussetzungen

Zulassungsvoraussetzung ist eine erfolgreich abgeschlossene dreijährige Berufsausbildung in der Krankenpflege, Altenpflege oder ähnlichen Berufen des Gesundheitswesens sowie anschließend mindestens ein Jahr Berufspraxis in der Pflege. Alternativ ist auch eine spezialisierte Berufsausbildung im Gesundheitswesen mit zwei Jahren Berufspraxis zulässig. Die genauen Zulassungsvoraussetzungen bestimmt die zuständige IHK.

Was lernst du in der Fortbildung?

Die Fortbildung vermittelt Managementkompetenzen speziell für das Gesundheitswesen: Betriebswirtschaft, Personalmanagement, Qualitätsmanagement in der Pflege, Recht im Gesundheitswesen und Arbeitsschutz. Du lernst Prozessoptimierung, Budgetplanung, Kommunikation mit Patienten und Angehörigen sowie evidenzbasierte Pflege auf konzeptioneller Ebene. Gleichzeitig vertiefst du pflegefachliche Kenntnisse unter Management-Perspektive.

Fachwirtprüfung & Abschluss

Die IHK-Fachwirtprüfung besteht aus schriftlichen und mündlichen Prüfungsteilen. Typischerweise gibt es Prüfungsbereiche in Form von schriftlichen Klausuren (ca. 4-5 Stunden) und eine mündliche Fallstudie oder Präsentation. Die Prüfung wird von der zuständigen Industrie- und Handelskammer durchgeführt.

Prüfungsthemen

  • Betriebswirtschaft und Personalmanagement
  • Qualitätsmanagement und Prozessoptimierung in der Pflege
  • Recht und Arbeitsschutz im Gesundheitswesen
  • Pflegefachliche Konzepte und evidenzbasierte Praxis

Karriere nach der Fortbildung

Nach dem Fachwirtabschluss kannst du als Stationsleitung, Pflegedienstleitung oder Bereichsleiter in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen aufsteigen. Du erhältst die Berechtigung zur Ausbildung von Pflegefachkräften. Mit einem Fachwirtabschluss ist der Weg zu weiteren Qualifikationen wie Betriebswirtschaftsstudium oder Fachstudium Pflegemanagement eröffnet. Selbstständigkeit im Sinne der Betriebsgründung (z.B. ambulanter Pflegedienst) ist nach Erfüllung zusätzlicher Anforderungen möglich.

Förderung

Der Fachwirt-Abschluss ist förderfähig durch das Aufstiegs-BAföG ("Meister-BAföG"), das bis zu 75% der Lehrgangskosten und Prüfungsgebühren übernimmt. Bei bestandener Prüfung wird ein Bonus von 1.500 Euro gewährt.

Ratgeber

Der Fachwirt für die Alten- und Krankenpflege ist eine Aufstiegsfortbildung nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG, §§ 53, 54). Der Vollzeitlehrgang dauert 12 Monate, in Teilzeit rund 22 Monate, die Lehrgangskosten liegen bei 2.000 bis 4.500 Euro. Nach bestandener Prüfung verdienen Fachwirte für die Alten- und Krankenpflege durchschnittlich zwischen 3.200 und 3.900 Euro brutto monatlich.

Häufige Fragen

Welche Voraussetzungen muss ich für die Zulassung zum Fachwirt für die Alten- und Krankenpflege erfüllen?
Voraussetzung ist eine erfolgreich abgeschlossene mindestens dreijährige Berufsausbildung in der Kranken-, Alten- oder Gesundheitspflege sowie anschließend mindestens ein Jahr einschlägige Berufspraxis in der Pflege. Alternativ kann auch eine spezialisierte Berufsausbildung im Gesundheitswesen mit entsprechender Berufserfahrung zur Zulassung berechtigen. Die genauen Zulassungsbedingungen regeln die jeweiligen IHK-Prüfungsordnungen.
Gibt es finanzielle Förderung für die Fortbildung zum Fachwirt für die Alten- und Krankenpflege?
Die Fortbildung ist über das Aufstiegs-BAföG (früher Meister-BAföG) förderungsfähig, da es sich um eine anerkannte Fortbildung nach BBiG handelt. Gefördert werden bis zu 15.000 Euro der Lehrgangs- und Prüfungskosten, davon werden 50 % als Zuschuss und bis zu 50 % als zinsgünstiges Darlehen gewährt. Zusätzlich besteht die Möglichkeit eines Einkommenszuschusses bei Vollzeitfortbildung. Anträge werden beim zuständigen Amt für Ausbildungsförderung gestellt.
Welche Karrieremöglichkeiten eröffnet der Abschluss als Fachwirt für die Alten- und Krankenpflege?
Mit dem Fachwirtabschluss qualifiziert man sich für Führungspositionen wie Stationsleitung, Pflegedienstleitung oder Bereichsleitung in Krankenhäusern, Pflegeheimen und ambulanten Pflegediensten. Darüber hinaus erhält man die formale Berechtigung zur Ausbildung von Pflegefachkräften (Ausbildereignung). Der Abschluss bildet zudem eine anerkannte Grundlage für weiterführende Qualifikationen wie den Betriebswirt im Gesundheitswesen.
Kann ich mit dem Fachwirt für die Alten- und Krankenpflege studieren oder erhalte ich einen Hochschulzugang?
Ein bestandener IHK-Fachwirt nach BBiG §§ 53, 54 berechtigt in allen Bundesländern zum Studium an Fachhochschulen und in vielen Ländern auch an Universitäten, ohne dass ein schulisches Abitur erforderlich ist. Dies ist bundesgesetzlich durch die Kultusministerkonferenz anerkannt. Interessierte können damit beispielsweise ein Studium im Pflegemanagement, Gesundheitsmanagement oder Sozialwesen aufnehmen.