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FachwirtWirtschaft & VerwaltungBBiG §53,54

Fachagrarwirt Herdenmanagement

Früher: Fachagrarwirt

Der Fachagrarwirt ist eine IHK-Fachwirtfortbildung für Fachkräfte der Landwirtschaft und des Agribusiness. Sie befähigt zur Übernahme von Führungs- und Managementaufgaben in landwirtschaftlichen Betrieben, Agrarhandelsunternehmen und der Agrarwirtschaft. Der Abschluss ermöglicht Betriebsleitung, Ausbilderberechtigung und selbstständige Unternehmertätigkeit.

Aufbauend auf: Landwirt

Dauer

12 Monate

oder 24 Mon. Teilzeit

Lehrgangskosten

2.000–7.000 €

Gehalt danach

ab 2.950 €

nach Abschluss

Prüfung

Fachwirtprüfung

Was machst du als Fachagrarwirt Herdenmanagement?

Du übernimmst Führungsverantwortung in landwirtschaftlichen Betrieben oder Agrarhandelsunternehmen und leitest Mitarbeiter an. Du bist verantwortlich für Betriebsplanung, Wirtschaftlichkeit, Qualitätsmanagement und nachhaltige Bewirtschaftung. Du trainierst Auszubildende und begleitest deren Entwicklung. Du optimierst Produktionsprozesse und treibst Innovation in der Agrarwirtschaft voran.

Wo arbeitest du?

Landwirtschaftliche Betriebe unterschiedlicher Größe und Ausrichtung, Agrarhandelsunternehmen, Agrargenossenschaften, Verbände und Interessenvertreter der Landwirtschaft, Futtermittelhandel, Saatguthändler, Beratungsunternehmen im Agrarsektor, landwirtschaftliche Versicherungen und Finanzinstitutionen.

Voraussetzungen

Abgeschlossene Berufsausbildung in einem anerkannten Agrarberuf (z.B. Landwirt, Landwirtin) und mindestens 3 Jahre Berufspraxis in der Landwirtschaft oder verwandten Bereichen. Alternativ: 5 Jahre Berufspraxis ohne einschlägige Ausbildung. Die genauen Zugangsvoraussetzungen regelt die Prüfungsordnung der jeweiligen IHK.

Was lernst du in der Fortbildung?

Du erwirbst Fachwissen in Betriebswirtschaft, Rechnungswesen und Finanzmanagement für Agrarubetriebe. Du lernst Personalführung, Ausbildung und Teamentwicklung. Inhalte sind Marktanalyse, Vertrieb, digitale Technologien in der Landwirtschaft sowie Compliance, Arbeitssicherheit und Nachhaltigkeit. Du entwickelst Strategien für wirtschaftliche und ökologische Stabilität des Betriebs.

Fachwirtprüfung & Abschluss

Die IHK-Fachwirtprüfung Fachagrarwirt besteht aus mehreren Teilen: Schriftliche Prüfungsfächer zu Betriebswirtschaft und Agrarfachkompetenz, praktische Prüfungsleistung und mündliche Präsentation. Die Prüfung wird von der zuständigen IHK durchgeführt und ist bundesweit standardisiert.

Prüfungsthemen

  • Betriebswirtschaft und Finanzmanagement
  • Personalführung und Ausbildung
  • Agrarmarketing und Vertrieb
  • Nachhaltige Bewirtschaftung und digitale Technologien in der Landwirtschaft

Karriere nach der Fortbildung

Nach Abschluss kannst du Betriebsleiter eines landwirtschaftlichen Betriebs werden und Personalverantwortung übernehmen. Du darfst Auszubildende einstellen und ausbilden. Du kannst dich mit einem eigenen Agrarhandelsunternehmen oder als Pächter selbstständig machen. Du eröffnest Zugang zu Führungspositionen in Agrargenossenschaften, Verbänden und Agrarunternehmen.

Förderung

Fachagrarwirte sind förderungsfähig nach dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG, ehemals Meister-BAföG). Darlehen und Zuschüsse für Lehrgangs- und Prüfungsgebühren sind möglich.

Ratgeber

Der Fachagrarwirt ist eine Aufstiegsfortbildung nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG, §§ 53–54). Der Vollzeitlehrgang dauert 12 Monate, in Teilzeit rund 24 Monate; die Lehrgangskosten liegen zwischen 2.000 und 7.000 Euro. Nach bestandener Prüfung verdienen Fachagrarwirte durchschnittlich zwischen 2.950 und 3.925 Euro brutto monatlich.

Häufige Fragen

Welche Voraussetzungen muss ich für die Fortbildung zum Fachagrarwirt erfüllen?
Vorausgesetzt wird in der Regel eine abgeschlossene Berufsausbildung in einem anerkannten Agrarberuf, zum Beispiel als Landwirt oder Landwirtin, sowie mindestens drei Jahre einschlägige Berufspraxis. Wer keine entsprechende Ausbildung vorweisen kann, benötigt alternativ mindestens fünf Jahre nachgewiesene Berufspraxis in der Landwirtschaft oder einem verwandten Bereich. Die genauen Zugangsvoraussetzungen sind in der jeweiligen Prüfungsordnung der zuständigen Stelle geregelt.
Gibt es finanzielle Förderung für die Fortbildung zum Fachagrarwirt?
Die Fortbildung ist über das Aufstiegs-BAföG (früher Meister-BAföG) förderungsfähig, da es sich um eine Maßnahme nach BBiG §§ 53–54 handelt. Gefördert werden bis zu 15.000 Euro Lehrgangs- und Prüfungskosten, davon sind 50 Prozent als Zuschuss nicht rückzahlungspflichtig; der Rest kann als zinsgünstiges Darlehen beantragt werden. Der Antrag wird beim zuständigen Amt für Ausbildungsförderung gestellt.
Welche Karrieremöglichkeiten eröffnet der Abschluss als Fachagrarwirt?
Mit dem Abschluss kannst du die Leitung eines landwirtschaftlichen Betriebs übernehmen, Personalverantwortung tragen und Auszubildende ausbilden, da die Ausbildereignung in der Regel anerkannt wird. Eine Selbstständigkeit, etwa als Betriebspächter oder mit einem eigenen Agrarhandelsunternehmen, ist ebenfalls möglich. Darüber hinaus stehen Führungspositionen in landwirtschaftlichen Organisationen, Verbänden oder der Agrarwirtschaft offen.
Berechtigt der Fachagrarwirt-Abschluss zum Hochschulstudium?
Der Abschluss als Fachagrarwirt selbst verleiht keine allgemeine Hochschulzugangsberechtigung, kann jedoch in vielen Bundesländern als Zugangsvoraussetzung für ein fachgebundenes Studium anerkannt werden. Einige Hochschulen ermöglichen beruflich Qualifizierten mit einem solchen Fortbildungsabschluss und entsprechender Berufserfahrung den Zugang zu Studiengängen, insbesondere im Agrarbereich. Die genauen Regelungen variieren je nach Bundesland und Hochschule.