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Chirurgiemechanikermeister

Der Chirurgiemechanikermeister ist eine Handwerksmeister-Fortbildung für qualifizierte Chirurgiemechaniker, die sich auf Führungs- und Unternehmertätigkeiten vorbereitet. Sie befähigt zur Betriebsführung, Ausbildung von Lehrlingen und zur Gründung eines eigenen Handwerksbetriebs im Bereich der chirurgischen Instrumente und Medizinprodukte.

Aufbauend auf: Chirurgiemechaniker

Dauer

12 Monate

oder 30 Mon. Teilzeit

Lehrgangskosten

3.500–5.500 €

Gehalt danach

ab 4.000 €

nach Abschluss

Prüfung

Meisterprüfung

Was machst du als Chirurgiemechanikermeister?

Als Chirurgiemechanikermeister leitest du einen Handwerksbetrieb oder eine Abteilung und trägst Verantwortung für Qualität, Personal und Rentabilität. Du bildest Lehrlinge aus, entwickelst Geschäftsstrategien, optimierst Produktionsprozesse und stellst sicher, dass alle medizinischen und handwerklichen Standards eingehalten werden. Du berätst Kunden bei der Anfertigung spezialisierter chirurgischer Instrumente und dirigierst die technische Umsetzung anspruchsvoller Projekte.

Wo arbeitest du?

Spezialisierte Chirurgiemechaniker-Handwerksbetriebe, Medizintechnik- und Besteckhersteller, Zahnlabore mit Instrumentenfertigung, Universitätskliniken und Krankenhauswerkstätten, Dentalfachhandel, Implantathersteller sowie innovative Medizinprodukte-Startups und -Mittelstand.

Voraussetzungen

Abgeschlossene Berufsausbildung zum Chirurgiemechaniker und mindestens zwei Jahre Berufserfahrung in Vollzeit (oder vier Jahre in Teilzeitbeschäftigung). Alternativ können Meister oder ähnlich qualifizierte Fachkräfte unter bestimmten Bedingungen zugelassen werden. Die Anmeldung erfolgt bei der zuständigen Handwerkskammer.

Was lernst du in der Fortbildung?

Die Fortbildung vermittelt Fachwissen in Konstruktion und Fertigung von Spezialinstrumenten, Materialwissenschaften und Oberflächenbehandlung sowie Qualitätskontrolle nach medizinischen Normen. Du erwirbst Kenntnisse in Betriebswirtschaft, Personalführung, Arbeitsrecht und Ausbildungspädagogik. Zudem lernst du Managementtechniken, Kundenbeziehungsmanagement und die Einhaltung von Medizinprodukte- und Hygienerichtlinien.

Meisterprüfung & Abschluss

Die Meisterprüfung ist eine Prüfung der Handwerkskammer und besteht aus vier Teilen: Teil I (Fachpraxis) und Teil II (Fachtheorie) prüfen handwerkliche Fertigkeiten und Kenntnisse in Konstruktion, Fertigung und Qualitätssicherung. Teil III (Betriebswirtschaft) und Teil IV (Berufsausbildung und Recht) prüfen Management-, Führungs- und Ausbilderkompetenzen.

Prüfungsthemen

  • Konstruktion und Anfertigung spezialisierter chirurgischer Instrumente
  • Materialwissenschaften, Oberflächenbehandlung und Qualitätskontrolle
  • Betriebswirtschaft und Unternehmensführung
  • Personalführung, Arbeitsrecht und Ausbildungspädagogik

Karriere nach der Fortbildung

Nach Abschluss kannst du einen eigenen Handwerksbetrieb gründen oder übernehmen und bist dazu berechtigt. Du erhältst die Ausbilderberechtigung und kannst Lehrlinge ausbilden. Als Betriebsführer steigst du in Führungspositionen bei größeren Medizintechnik- oder Handwerksbetrieben auf. Die Meisterqualifikation eröffnet dir Wege in Projektleitung, Qualitätsmanagement oder technische Leitung.

Förderung

Die Fortbildung ist nach dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG/Meister-BAföG) förderfähig. Du kannst Darlehen und Zuschüsse erhalten, die teilweise nicht zurückzahlen werden müssen.

Ratgeber

Der Chirurgiemechanikermeister ist eine Aufstiegsfortbildung nach der Handwerksordnung (HwO). Der Vollzeitlehrgang dauert etwa 12 Monate, in Teilzeit rund 30 Monate, die Lehrgangskosten liegen bei 3.500 bis 5.500 Euro. Nach bestandener Meisterprüfung verdienen Chirurgiemechanikermeister durchschnittlich zwischen 4.000 und 4.700 Euro brutto monatlich.

Häufige Fragen

Welche Voraussetzungen muss ich erfüllen, um zur Meisterprüfung im Chirurgiemechanikerhandwerk zugelassen zu werden?
Voraussetzung ist in der Regel eine abgeschlossene Berufsausbildung zum Chirurgiemechaniker sowie mindestens zwei Jahre einschlägige Berufserfahrung in Vollzeit, beziehungsweise vier Jahre bei Teilzeitbeschäftigung. Alternativ können Personen mit einer gleichwertigen Qualifikation, etwa einem anderen Meisterabschluss in einem verwandten Handwerk, unter bestimmten Bedingungen zugelassen werden. Die Zulassung zur Prüfung erfolgt bei der zuständigen Handwerkskammer.
Welche Fördermöglichkeiten gibt es für die Meisterausbildung zum Chirurgiemechanikermeister?
Die Fortbildung kann über das Aufstiegs-BAföG (früher: Meister-BAföG) nach dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG) gefördert werden. Dabei sind Zuschüsse von bis zu 50 Prozent der Lehrgangs- und Prüfungskosten möglich, der Rest kann als zinsgünstiges Darlehen beantragt werden. Bei Bestehen der Prüfung werden zudem 50 Prozent des noch offenen Darlehenssaldos erlassen. Die Förderung ist einkommensunabhängig und kann unabhängig vom Alter beantragt werden.
Welche Karrieremöglichkeiten eröffnen sich nach dem Abschluss als Chirurgiemechanikermeister?
Mit dem Meisterbrief bist du berechtigt, einen eigenen Handwerksbetrieb im zulassungspflichtigen Chirurgiemechanikerhandwerk zu gründen oder zu übernehmen und dich selbstständig zu machen. Du erhältst die Ausbildereignung und kannst Auszubildende im Betrieb ausbilden. Darüber hinaus stehen dir Führungspositionen als Betriebsleiter oder Werkstattleiter in Medizintechnik- oder Handwerksbetrieben offen.
Kann ich mit dem Chirurgiemechanikermeister studieren oder einen Hochschulzugang erwerben?
Ja, der Meisterabschluss ist in Deutschland dem Abitur gleichgestellt und berechtigt bundesweit zum Studium an Fachhochschulen und Universitäten, ohne dass ein zusätzliches Abitur erforderlich ist. Dies ist seit der Gleichwertigkeitsfeststellung durch die Kultusministerkonferenz (KMK) anerkannt. Besonders naheliegend sind Studiengänge in den Bereichen Medizintechnik, Ingenieurwesen oder Betriebswirtschaft.