Technische Systemplaner erstellen technische Zeichnungen, Pläne und Dokumentationen mithilfe von CAD-Software für Anlagen aus den Bereichen Elektrotechnik, Stahl- und Metallbautechnik oder Versorgungs- und Ausrüstungstechnik. Der Beruf verbindet technisches Verständnis mit zeichnerisch-planerischen Fähigkeiten und ist unverzichtbar in Ingenieurbüros und Industrieunternehmen. Er eignet sich besonders für Menschen mit räumlichem Vorstellungsvermögen, Präzision und Interesse an technischen Systemen.
Ausbildungsdauer
3.5 Jahre
Azubi-Gehalt
550–900 €
pro Monat
Einstiegsgehalt
ab 2.500 €
nach der Ausbildung
Prüfung
IHK-Abschluss
Der Arbeitsalltag findet überwiegend im Büro statt, vor allem am CAD-Arbeitsplatz mit Software wie AutoCAD, EPLAN, Revit MEP oder SolidWorks. Morgens werden Auftragsmappen gesichtet, Konstruktionsunterlagen geprüft und neue Zeichnungsaufgaben koordiniert. Dabei stimmt man sich eng mit Ingenieuren, Projektleitern und Montagetechnikern ab. Vormittags werden beispielsweise Schaltpläne für elektrische Anlagen in EPLAN Electric P8 erstellt oder Rohrleitungsisometrien für Versorgungssysteme gezeichnet. Nachmittags folgen häufig Revisionsänderungen an bestehenden Plänen, die Erstellung von Stücklisten und Materialauszügen sowie die Ablage und Versionskontrolle in einem DMS (Dokumentenmanagementsystem). Außerdem werden 3D-Modelle von Tragkonstruktionen in Stahl- und Metallbautechnik modelliert und Kollisionsprüfungen durchgeführt. Gelegentlich besucht man Baustellen oder Produktionsstätten, um Aufmaß zu nehmen oder Bestandspläne zu aktualisieren. Die Zusammenarbeit mit Lieferanten zur Klärung technischer Daten gehört ebenfalls zum Alltag.
Technische Systemplaner arbeiten überwiegend in Ingenieurbüros für Technische Gebäudeausrüstung (TGA), Elektroplanung oder Stahlbau sowie bei Industrieunternehmen des Anlagen- und Maschinenbaus. Bekannte Arbeitgeber sind Unternehmen wie Siemens, Bosch, Bilfinger, Schüco, Hochtief oder mittelständische Planungsbüros. Auch Energieversorger und Stadtwerke stellen aus. Fachkräftemangel ist deutlich spürbar, besonders in den Bereichen BIM-Planung und EPLAN-Projektierung, was die Berufsaussichten sehr gut macht.
Empfohlen wird mindestens ein mittlerer Bildungsabschluss (Realschulabschluss), da die Ausbildung mathematisch-technische Inhalte und abstraktes Denken in CAD-Umgebungen erfordert. Abitur erhöht die Chancen auf Ausbildungsplätze in Ingenieurbüros deutlich. Wichtige Schulfächer sind Mathematik (Trigonometrie, Geometrie), Physik, Technik/Werken und Informatik. Persönliche Stärken sollten sein: räumliches Vorstellungsvermögen, Präzision und Sorgfalt beim Zeichnen, Konzentrationsfähigkeit bei Detailarbeiten, strukturiertes Arbeiten sowie Teamfähigkeit und Kommunikationsbereitschaft im Umgang mit Ingenieuren und Montageteams.
Im ersten Lehrjahr werden Grundlagen des technischen Zeichnens, der Normung (DIN, ISO) und der Werkstoffkunde vermittelt. Die Auszubildenden lernen den Umgang mit CAD-Grundfunktionen, erstellen einfache 2D-Zeichnungen und erarbeiten sich Kenntnisse in Mathematik, Physik und Elektrotechnik. Ab dem zweiten Lehrjahr vertiefen sich die Inhalte je nach gewählter Fachrichtung: In der Fachrichtung Elektrotechnische Systeme werden Schaltpläne, Klemmenpläne und SPS-Dokumentationen erarbeitet. In der Fachrichtung Stahl- und Metallbautechnik stehen Tragwerkszeichnungen und Verbindungsdetails im Fokus. In der Fachrichtung Versorgungs- und Ausrüstungstechnik werden Rohrleitungs- und Anlagenschemata (RI-Fließbilder) erstellt. Im dritten Lehrjahr kommen Projektplanung, Kostenabschätzung, Normen des Brandschutzes sowie komplexe 3D-Modellierungen und BIM-Grundlagen (Building Information Modeling) hinzu. Im Unterschied zum Technischen Produktdesigner liegt der Schwerpunkt auf gebäude- und anlagentechnischen Systemen statt auf Produktentwicklung.
Die Abschlussprüfung Teil 1 findet am Ende des zweiten Ausbildungsjahres (ca. Frühjahr, nach 18 Monaten) statt und prüft Grundlagen des technischen Zeichnens sowie CAD-Kenntnisse praktisch (ca. 3,5 Stunden) und schriftlich (ca. 120 Minuten). Sie wird mit 30 % der Gesamtnote gewichtet. Die Abschlussprüfung Teil 2 findet im vierten Halbjahr (Frühjahr oder Herbst des dritten Lehrjahres) statt. Sie umfasst folgende Prüfungsbereiche: - Arbeitsaufgabe (praktische CAD-Konstruktionsaufgabe): 14 Stunden, Gewichtung 35 % - Systemplanung (schriftlich): 120 Minuten, Gewichtung 14 % - Technische Kommunikation (schriftlich): 90 Minuten, Gewichtung 14 % - Wirtschafts- und Sozialkunde (schriftlich): 60 Minuten, Gewichtung 7 % Zum Bestehen müssen im Gesamtergebnis mindestens 50 Punkte erreicht werden; kein Prüfungsbereich darf mit 0 Punkten abschließen. Die praktische Arbeitsaufgabe beinhaltet ein anschließendes Fachgespräch von ca. 20 Minuten.
Prüfungsthemen
Nach der Ausbildung bieten sich folgende Weiterbildungswege an: Staatlich geprüfter Techniker (Fachrichtung Maschinenbau, Elektrotechnik oder Versorgungstechnik) an einer Fachschule in 2 Jahren Vollzeit oder 4 Jahren berufsbegleitend. Alternativ ist der IHK-Fachwirt Technischer Betriebswirt möglich. Mit Fachabitur oder Hochschulzugangsberechtigung eignen sich Studiengänge wie Bauingenieurwesen, Elektrotechnik oder Versorgungstechnik (B.Eng.). Nach 5–10 Jahren sind Positionen als Projektleiter CAD-Abteilung, BIM-Koordinator oder Abteilungsleiter Technische Dokumentation realistisch. Gehaltlich entwickelt sich das Bruttoeinkommen von ca. 2.400 EUR auf 3.500–4.500 EUR bei Meister- oder Technikerniveau. Spezialisierungen auf EPLAN, Revit oder Navisworks sind besonders gefragt.
Bewerbungen sollten 12–18 Monate vor Ausbildungsbeginn (August/September) eingereicht werden, also ab Herbst des Vorjahres. Die Bewerbungsmappe sollte ein Anschreiben mit Bezug zur gewünschten Fachrichtung (z. B. Elektrotechnische Systeme), einen tabellarischen Lebenslauf, das letzte Zeugnis sowie ggf. ein Praktikumszeugnis enthalten. Einige Unternehmen setzen IHK-Einstellungstests mit Schwerpunkten auf Mathematik, räumliches Denken und technisches Verständnis ein. Im Vorstellungsgespräch werden oft einfache Zeichenaufgaben oder Fragen zu geometrischen Grundkenntnissen gestellt. Überzeugen können Bewerber mit Kenntnissen in AutoCAD oder SketchUp (auch autodidaktisch), einem Schulprojekt mit technischem Bezug sowie nachweisbarem Interesse an Technikzeichnungen und Modellbau.
Ratgeber
Der Technische Systemplaner ist ein 3,5-jähriger anerkannter Ausbildungsberuf nach BBiG. Das Ausbildungsgehalt liegt je nach Betrieb und Lehrjahr zwischen 550 und 900 Euro monatlich. Nach der Ausbildung verdienen Berufseinsteiger durchschnittlich ab 2.500 Euro brutto monatlich.
Werkfeuerwehrmann
Werkfeuerwehrmänner und -frauen schützen Industriebetriebe, Flughäfen und Großunternehmen vor Bränden, Chemikalienunfällen und anderen Gefahrensituationen. Im Gegensatz zur kommunalen Feuerwehr liegt der Fokus auf den spezifischen Risiken des jeweiligen Betriebs, etwa Chemikalien, Druckbehälter oder Gefahrguttransporte. Der Beruf eignet sich für technisch interessierte Menschen mit körperlicher Fitness, Teamgeist und der Bereitschaft zu Schichtarbeit.
3 Jahre →
Bauzeichner
Bauzeichner erstellen technische Zeichnungen und Pläne für Hochbau, Tiefbau oder Ingenieurbau mithilfe von CAD-Software wie AutoCAD oder Revit. Sie übersetzen die Ideen von Architekten und Ingenieuren in maßstabsgerechte Werkpläne, Grundrisse und Schnittdarstellungen. Der Beruf eignet sich für Menschen mit räumlichem Vorstellungsvermögen, Präzisionsdenken und Interesse an Bautechnik und Architektur.
3 Jahre →
Technischer Zeichner
Technische Zeichner erstellen präzise technische Zeichnungen, Pläne und 3D-Modelle für Maschinen, Bauteile oder Gebäude mithilfe von CAD-Software wie AutoCAD, CATIA oder SolidWorks. Der Beruf verbindet technisches Verständnis mit räumlichem Vorstellungsvermögen und zeichnerischer Genauigkeit. Er eignet sich für Menschen, die gerne am Computer arbeiten, technische Zusammenhänge verstehen wollen und ein Auge für Details haben. Je nach Fachrichtung (Maschinen- und Anlagentechnik, Heizungs-, Klima- und Sanitärtechnik oder Stahl- und Metallbautechnik) sind die Einsatzgebiete sehr unterschiedlich.
3 Jahre →
Technischer Produktdesigner
Technische Produktdesigner entwickeln und konstruieren technische Bauteile, Baugruppen und Produkte mithilfe moderner CAD-Software wie CATIA, SolidWorks oder Inventor. Sie erstellen normgerechte technische Zeichnungen und 3D-Modelle, die als Grundlage für die Fertigung dienen. Der Beruf eignet sich für Menschen mit räumlichem Vorstellungsvermögen, technischem Interesse und Präzisionsdenken, die gerne am Computer konstruieren und technische Probleme lösen.
3.5 Jahre →