Systemelektroniker
Systemelektroniker und Systemelektronikerinnen entwickeln, installieren und warten komplexe elektronische Systeme und Baugruppen – von Steuerungsanlagen über Kommunikationssysteme bis hin zu industriellen Mess- und Regelungstechniksystemen. Der Beruf vereint tiefes Elektronikwissen mit IT-Kompetenz und handwerklichem Geschick. Er eignet sich für technikbegeisterte Menschen mit ausgeprägtem analytischen Denkvermögen und Interesse an präziser Fehlerdiagnose.
Ausbildungsdauer
3.5 Jahre
Azubi-Gehalt
620–1.050 €
pro Monat
Einstiegsgehalt
ab 2.800 €
nach der Ausbildung
Prüfung
IHK-Abschluss
Was machst du als Systemelektroniker?
Morgens beginnt der Arbeitstag meist mit der Sichtung von Aufträgen und Fehlerberichten aus der Produktion oder vom Kundendienst. Systemelektroniker lesen technische Schaltpläne und Stromlaufpläne in CAD-Systemen wie EPLAN Electric P8, um Fehler in Steuerungssystemen zu lokalisieren. Mit Multimetern, Oszilloskopen und Logikanalysatoren messen und prüfen sie Spannungen, Ströme und Signalverläufe an elektronischen Baugruppen und SPS-Anlagen (z. B. Siemens SIMATIC S7). Nachmittags werden häufig Baugruppen auf SMD-Bestückungsplatten gelötet, Platinen auf Funktionsfähigkeit geprüft oder Steuerungssoftware mithilfe von TIA Portal oder Codesys programmiert und in Betrieb genommen. Systemelektroniker arbeiten eng mit Elektroingenieuren, Softwareentwicklern und Produktionstechnikern zusammen. Typische Aufgaben sind etwa das Einrichten einer speicherprogrammierbaren Steuerung für eine Fertigungsanlage oder die systematische Fehlereingrenzung an einem ausgefallenen Frequenzumrichter in einer Antriebsanlage.
Wo arbeitest du?
Systemelektroniker werden vor allem von Industrieunternehmen aus der Automatisierungs-, Mess- und Steuerungstechnik beschäftigt, z. B. Siemens, Bosch, Rohde & Schwarz, Endress+Hauser oder Hella. Auch Hersteller von Medizintechnik (Dräger, Philips Healthcare), Luft- und Raumfahrttechnik (Airbus, Diehl Aviation) sowie mittelständische Elektronikunternehmen suchen diese Fachkräfte. Der Fachkräftemangel in diesem Bereich ist erheblich – qualifizierte Systemelektroniker erhalten häufig noch während der Ausbildung Übernahmeangebote.
Voraussetzungen
Vorausgesetzt wird in der Regel ein mittlerer Schulabschluss, da Mathematik, Physik und IT in dieser Ausbildung anspruchsvoll behandelt werden. Gute Noten in Mathematik, etwa bei Trigonometrie, Algebra und Einheitenrechnung, sowie in Physik zu Elektrodynamik und Optik sind hilfreich, ebenso Grundkenntnisse in Informatik. Ausgeprägte analytische Fähigkeiten, Konzentrationsvermögen und Geduld bei der Fehlersuche zählen zu den wichtigsten persönlichen Stärken. Handwerkliches Geschick für Feinlöt- und Montagearbeiten, Teamfähigkeit sowie echtes technisches Interesse an Schaltungstechnik und IT runden das Profil ab.
Was lernst du in der Ausbildung?
Im ersten Lehrjahr stehen elektrotechnische Grundlagen im Vordergrund: Gleich- und Wechselstromtechnik, Grundschaltungen, der sichere Umgang mit Mess- und Prüfgeräten sowie die Grundlagen der Werkstoffkunde und Löttechnik. Außerdem werden Sicherheitsvorschriften nach DIN VDE und BGV A3 sowie einfache Schaltplanerstellung vermittelt. Im zweiten Lehrjahr vertiefen die Auszubildenden die Elektronik: analoge und digitale Schaltungstechnik, Mikroprozessortechnik, Sensortechnik und Kommunikationstechnik. Netzwerktechnologie (TCP/IP, Feldbussysteme wie PROFIBUS und PROFINET) sowie Grundlagen der SPS-Programmierung kommen hinzu. Im dritten Lehrjahr liegt der Fokus auf Systemintegration, komplexer Inbetriebnahme, Programmierung von Automatisierungssystemen und strukturierter Fehlerdiagnose. Im Vergleich zum Elektroniker für Betriebstechnik liegt der Schwerpunkt weniger auf Gebäudeinstallation, sondern klar auf elektronischen Systemen und Baugruppen.
IHK-Prüfung & Abschluss
Auch beim Systemelektroniker handelt es sich um ein gestrecktes Prüfungsverfahren mit zwei Teilen. Teil 1 liegt am Ende des zweiten Ausbildungsjahres, ungefähr im 18. Monat, und besteht aus einer rund siebenstündigen praktischen Arbeitsaufgabe zum Herstellen und Inbetriebnehmen einer elektronischen Baugruppe sowie einem 90-minütigen schriftlichen Teil zu elektrotechnischen Grundlagen; er macht 30 Prozent der Gesamtbewertung aus. Teil 2 folgt am Ende des dritten Lehrjahres mit den schriftlichen Bereichen Systementwurf (120 Minuten, 10 Prozent), Funktions- und Systemanalyse (120 Minuten, 10 Prozent) und Wirtschafts- und Sozialkunde (60 Minuten, 10 Prozent), dazu der praktischen Arbeitsaufgabe Systemintegration mit Dokumentation und 30-minütigem Fachgespräch, die insgesamt rund 14 Stunden dauert und mit 40 Prozent am stärksten zählt. Bestanden ist die Prüfung, wenn alle Bereiche mindestens ausreichend, also 50 Punkte, erreichen, wobei ein unzureichender schriftlicher Bereich unter bestimmten Bedingungen ausgeglichen werden kann.
Prüfungsthemen
- Analoge und digitale Schaltungstechnik
- SPS-Programmierung (STEP 7, TIA Portal, Codesys)
- Kommunikations- und Netzwerktechnik (PROFIBUS, PROFINET, TCP/IP)
- Elektrotechnische Grundlagen und Messtechnik
- Fehlerdiagnose und Systemanalyse an elektronischen Baugruppen
- Inbetriebnahme und Integration elektronischer Systeme
- Wirtschafts- und Sozialkunde
Karriere nach der Ausbildung
Nach der Ausbildung bieten sich zahlreiche Weiterbildungswege: Der Industriemeister Elektrotechnik IHK oder der staatlich geprüfte Techniker Fachrichtung Elektrotechnik eröffnen Führungspositionen als Schichtleiter, Teamleiter oder Wartungsleiter. Mit dem Techniker kann auch ein ingenieurnahes Studium (B.Eng. Elektrotechnik, Automatisierungstechnik oder Mechatronik) aufgenommen werden. Spezialisierungen sind möglich in den Bereichen industrielle Automatisierungstechnik, Hochfrequenztechnik, Medizinelektronik oder Informations- und Kommunikationstechnik. Führungspositionen wie Abteilungsleiter Instandhaltung oder technischer Projektleiter sind nach 7–10 Jahren realistisch. Das Bruttomonatsgehalt steigt mit Berufserfahrung von rund 2.800 EUR auf 4.500 EUR und mehr.
Bewerbungstipps
Da viele Industrieunternehmen früh planen, sollte die Bewerbung 12 bis 18 Monate vor dem meist im September oder Oktober liegenden Ausbildungsstart eingereicht werden. Die Mappe enthält Anschreiben, tabellarischen Lebenslauf, aktuelle Schulzeugnisse und gegebenenfalls Praktikumsnachweise aus technischen Berufen. Viele Unternehmen setzen einen IHK-Einstellungstest oder eigene Eignungstests ein, die technisches Verständnis, Mathematik wie Dreisatz, Prozentrechnung und einfache Physikaufgaben sowie Konzentrationsfähigkeit prüfen. Im Vorstellungsgespräch werden häufig praktische Denkaufgaben gestellt, etwa zum Umgang mit einem Multimeter oder zu einfacher Schaltungslogik. Wer nachweislich eigenes Interesse an Elektronik zeigt, sei es durch Hobbyprojekte, Arduino oder Raspberry Pi, klare Motivation für den Beruf mitbringt und ein sorgfältiges, fehlerfreies Anschreiben verfasst, überzeugt Ausbilder am ehesten.
Ratgeber
Im Mittelpunkt der Tätigkeit als Systemelektroniker steht die Fehlersuche an Steuerungssystemen: Mit Multimeter, Oszilloskop und Logikanalysator werden Baugruppen und SPS-Anlagen geprüft, Platinen gelötet und Steuerungssoftware etwa in TIA Portal programmiert. Die Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre nach BBiG, vergütet mit 620 bis 1.050 Euro; der Einstieg danach liegt bei rund 2.800 Euro.
Häufige Fragen
Wie viel verdient man als Systemelektroniker in der Ausbildung?
Wie lange dauert die Ausbildung zum Systemelektroniker?
Gibt es Spezialisierungen oder Fachrichtungen beim Systemelektroniker?
Welcher Schulabschluss ist für die Ausbildung zum Systemelektroniker erforderlich?
In welchen Branchen und bei welchen Arbeitgebern arbeiten Systemelektroniker?
Welche Weiterbildungs- und Studienmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung?
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