🧭AG
← Alle Berufe

Steinmetz und Steinbildhauer

Früher: Steinmetz

Steinmetze bearbeiten Naturstein wie Granit, Marmor, Sandstein und Kalkstein zu Bauelementen, Denkmälern und Fassadenverkleidungen. Der Beruf verbindet traditionelles Handwerk mit modernem CNC-Maschineneinsatz. Er eignet sich für Menschen mit Sinn für Präzision, räumlichem Vorstellungsvermögen und Freude an der Verbindung von Gestaltung und Materialverarbeitung.

Ausbildungsdauer

3 Jahre

Azubi-Gehalt

620–900 €

pro Monat

Einstiegsgehalt

ab 2.400 €

nach der Ausbildung

Prüfung

IHK-Abschluss

Was machst du als Steinmetz und Steinbildhauer?

Morgens beginnt der Arbeitstag in der Werkstatt oder auf der Baustelle mit dem Lesen von Werkzeichnungen und Aufmaßplänen. Du richtest Maschinen wie Sägen, Schleifmaschinen, Fräsen und CNC-Bearbeitungszentren ein und wählst geeignete Steinarten für den jeweiligen Auftrag aus. Mithilfe von Winkelschleifern, Meißeln, Schlageisen und Flämmbrennern formst du Natursteinstücke zu Treppenstufen, Fensterbänken, Grabmälern oder Fassadenplatten. Am Nachmittag werden Bauteile an Gebäuden oder Denkmälern versetzt, mit Anker- und Dübelsystemen befestigt und mit hydraulischem Mörtel verfugt. Regelmäßig wirst du mit der Restaurierung historischer Steinbauwerke betraut: Du analysierst Verwitterungsschäden, trägst Steinergänzungsmassen auf oder ersetzt schadhafte Werkstücke. Du arbeitest eng mit Architekten, Bauleitern und Denkmalpflegern zusammen. Arbeitsumgebungen wechseln zwischen Werkstatt, Baustelle und denkmalgeschützten Gebäuden.

Wo arbeitest du?

Steinmetze arbeiten überwiegend in Handwerksbetrieben: Steinmetz- und Steinbildhauerbetrieben, Baustoffhandel mit eigenem Bearbeitungszentrum sowie Restaurierungswerkstätten. Größere Industrieunternehmen wie Schindler, Rathscheck Schiefer oder regionale Natursteinwerke beschäftigen ebenfalls Fachkräfte. Daneben gibt es Stellen bei Kirchenbauämtern, Landesdenkmalämtern und kommunalen Bauverwaltungen. In der Branche besteht ein spürbarer Fachkräftemangel, besonders bei qualifizierten Restaurierungsspezialisten.

Voraussetzungen

Der Hauptschulabschluss reicht formal, in der Praxis bevorzugen viele Betriebe den Realschulabschluss. Mathematik mit Geometrie und Maßberechnung, Physik für Materialkunde, Werken beziehungsweise Kunst sowie Chemie für Gesteinskunde und Reinigungsmittel zählen zu den wichtigen Schulfächern. Handwerkliches Geschick und Freude an der Arbeit mit Naturmaterialien sollten mitgebracht werden, ebenso räumliches Vorstellungsvermögen, da regelmäßig dreidimensionale Werkstücke aus technischen Zeichnungen umgesetzt werden. Körperliche Belastbarkeit, Sorgfalt, Geduld beim Bearbeiten harter Materialien und ein ausgeprägtes ästhetisches Empfinden für Formen und Oberflächen sind weitere wichtige Stärken.

Was lernst du in der Ausbildung?

Im 1. Lehrjahr stehen Grundlagen der Steinbearbeitung im Mittelpunkt: Kennenlernen von Gesteinsarten (magmatisch, sedimentär, metamorph), Handhabung von Handwerkzeugen wie Zahneisen, Spitzeisen und Fimmel sowie Grundübungen im Sägen, Spalten und Schleifen. Du lernst Sicherheitsvorschriften, Arbeitshygiene beim Umgang mit Steinstaub und erste zeichnerische Grundlagen. Im 2. Lehrjahr folgt die Vertiefung der Maschinenarbeit, CNC-Programmierung und Oberflächenbearbeitung (Stocken, Bossieren, Polieren, Sandstrahlen). Du fertigst erste komplexe Werkstücke nach Zeichnung. Im 3. Lehrjahr spezialisierst du dich auf Denkmalpflege und Restaurierung, die Verarbeitung verschiedener Natursteine für Fassaden und Innenausbau sowie die selbstständige Planung und Umsetzung von Kundenprojekten. Im Vergleich zur Ausbildung zum Fliesen-, Platten- und Mosaikleger liegt der Schwerpunkt klar auf der handwerklichen Steinbearbeitung und -formgebung statt auf der Verlegung.

Fachkunde Steinbearbeitung und GesteinskundeTechnisches Zeichnen und CADBautechnik und BaustoffkundeMathematik (Flächen-, Volumen- und Masseberechnung)Wirtschafts- und Sozialkunde

IHK-Prüfung & Abschluss

Teil 1, die Zwischenprüfung, findet im zweiten Lehrjahr statt, üblicherweise im Frühjahr zwischen Februar und März: Geprüft werden praktische Fertigkeiten in der Steinbearbeitung an einem vorgegebenen Werkstück (rund 6 Stunden) sowie schriftliche Kenntnisse zu Gesteinskunde, Werkzeugeinsatz und Arbeitsschutz (120 Minuten). Teil 2 folgt im dritten Lehrjahr gegen Ende der Ausbildung mit der praktischen Arbeitsaufgabe, bei der ein Werkstück nach Auftragsskizze und Zeichnung angefertigt wird (rund 8 Stunden, 50 Prozent), der schriftlichen Prüfung Fachkunde und Technische Mathematik (120 Minuten, 25 Prozent), Wirtschafts- und Sozialkunde (60 Minuten, 10 Prozent) sowie einem Fachgespräch über die ausgeführte Arbeitsaufgabe (rund 15 Minuten, 15 Prozent). Zum Bestehen sind in allen Prüfungsbereichen mindestens ausreichende Leistungen von 50 Punkten erforderlich, in keinem Bereich darf eine ungenügende Leistung erzielt werden.

Prüfungsthemen

  • Gesteinskunde und Mineralbestimmung (magmatische, sedimentäre, metamorphe Gesteine)
  • Werkzeug- und Maschinenkunde (Handwerkzeuge, CNC-Bearbeitungszentren, Schleifmaschinen)
  • Oberflächenbearbeitung (Stocken, Polieren, Sandstrahlen, Bossieren, Flämmen)
  • Technisches Zeichnen und Aufmaß (Werkzeichnungen, Schnittdarstellungen, Maßpläne)
  • Restaurierung und Denkmalpflege (Schadensdiagnose, Steinergänzungsmassen, historische Bautechniken)
  • Befestigungs- und Versetzungstechnik (Anker, Dübel, Mörtel, Abdichtung)
  • Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz (Staubschutz, PSA, Lärmschutz)

Karriere nach der Ausbildung

Nach der Gesellenprüfung stehen mehrere Wege offen. Mit einigen Jahren Berufserfahrung ist die Meisterprüfung Steinmetz und Steinbildhauer (HwO) möglich, die zur selbstständigen Betriebsführung und Ausbildungsleitung berechtigt. Als staatlich geprüfter Techniker Fachrichtung Bautechnik oder Restaurierung lassen sich Planungs- und Leitungsaufgaben übernehmen. Einschlägige Studiengänge sind Denkmalpflege, Restaurierung, Bauingenieurwesen oder Architektur (FH/Universität). Spezialisierungen bieten sich in der Denkmalpflege, dem Grabmaldesign, der Fassadentechnik oder im CNC-gestützten Steindesign. Nach 5–10 Jahren Berufserfahrung sind Positionen als Werkstattleiter, Obermonteur oder Projektleiter realistisch. Das Gehalt steigt mit Meistertitel und Verantwortung deutlich an.

Bewerbungstipps

Am besten bewirbt man sich 9 bis 12 Monate vor dem meist im August oder September liegenden Ausbildungsstart, also idealerweise im Herbst des Vorjahres. Zur Bewerbungsmappe gehören Anschreiben, Lebenslauf, die letzten zwei Schulzeugnisse und ein Praktikumszeugnis, Fotos eigener Bastelarbeiten oder Kunstprojekte zeigen zusätzlich Interesse und Talent. Im Vorstellungsgespräch werden oft Grundkenntnisse in Geometrie und Kenntnisse über Steinarten abgefragt, manche Betriebe setzen einen Praxistest ein, der handwerkliches Geschick und räumliches Vorstellungsvermögen prüft. Wer ein Praktikum in einem Steinmetzbetrieb vorweisen kann, hat deutliche Vorteile. Begeisterung für Naturstein, Denkmalpflege oder Gestaltung sowie Pünktlichkeit, Sorgfalt und körperliche Belastbarkeit überzeugen Ausbilder zusätzlich.

Werbung
Professionelle Bewerbungsunterlagen erstellen lassen -- Die Bewerbungsschreiber

Mehr Tipps: Bewerbung für die Ausbildung schreiben →

Ratgeber

Natursteine zu Treppenstufen, Fensterbänken oder Fassadenplatten zu formen gehört zum Kern der Arbeit als Steinmetz und Steinbildhauer, ebenso wie das Versetzen und Verfugen von Bauteilen an Gebäuden und Denkmälern. Bei der Restaurierung historischer Bauwerke werden Verwitterungsschäden analysiert und ausgebessert. Die Ausbildung nach BBiG dauert 3 Jahre und wird mit 620 bis 900 Euro vergütet, der Einstieg danach liegt bei etwa 2.400 Euro.

Häufige Fragen

Wie viel verdient man als Steinmetz und Steinbildhauer in der Ausbildung?
Das Ausbildungsgehalt als Steinmetz und Steinbildhauer liegt bei etwa 620–900 Euro pro Monat. Nach der Ausbildung liegt das Einstiegsgehalt bei etwa 2.400 Euro monatlich.
Wie lange dauert die Ausbildung zum Steinmetz und Steinbildhauer?
Die duale Ausbildung zum Steinmetz und Steinbildhauer dauert regulär 3 Jahre. In dieser Zeit wechselst du zwischen Berufsschule und Ausbildungsbetrieb.
Welche Fachrichtungen gibt es in der Steinmetzausbildung?
Die Ausbildung zum Steinmetz gliedert sich in die beiden Fachrichtungen Steinmetzarbeiten und Steinbildhauerarbeiten. Im Bereich Steinmetzarbeiten liegt der Schwerpunkt auf der Be- und Verarbeitung von Naturstein für Bauwerke, Denkmäler und Grabmale. Die Fachrichtung Steinbildhauerarbeiten konzentriert sich stärker auf künstlerisch-gestalterische Arbeiten wie das Herstellen von Skulpturen und Reliefs.
Welchen Schulabschluss braucht man für die Ausbildung zum Steinmetz?
Gesetzlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. In der Praxis stellen viele Betriebe Auszubildende mit Hauptschulabschluss oder Realschulabschluss ein. Da handwerkliches Geschick, räumliches Vorstellungsvermögen und Kenntnisse in Mathematik gefragt sind, kann ein guter Realschulabschluss die Bewerbungschancen verbessern.
In welchen Branchen und bei welchen Arbeitgebern arbeiten Steinmetze?
Steinmetze finden Beschäftigung hauptsächlich in Steinmetzbetrieben und Steinbildhauereien sowie bei Bau- und Renovierungsunternehmen, die auf Naturstein spezialisiert sind. Weitere Arbeitgeber sind Denkmalpflegebehörden, kirchliche Einrichtungen sowie Unternehmen der Friedhofs- und Grabmalbranche. Auch in der Restaurierung historischer Gebäude und Kunstwerke werden ausgebildete Steinmetze eingesetzt.
Welche Weiterbildungs- und Studienmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung?
Nach der Ausbildung kann man sich zum Steinmetz- und Steinbildhauermeister weiterqualifizieren, was auch den Weg in die Selbstständigkeit eröffnet. Über den Meistertitel oder die Fachhochschulreife ist zudem ein Studium in Bereichen wie Architektur, Restaurierung oder Kunstgeschichte möglich. Darüber hinaus bieten Handwerkskammern Fortbildungen in Restaurierung, Denkmalpflege oder Betriebswirtschaft an.

Ähnliche Berufe in Bauberufe

Tiefbaufacharbeiter

Tiefbaufacharbeiter arbeiten unterhalb der Erdoberfläche und erschließen die Infrastruktur unserer Gesellschaft: Sie verlegen Rohrleitungen, bauen Kanäle, errichten Fundamente und gestalten Verkehrswege. Der Beruf eignet sich für technikinteressierte Menschen mit körperlicher Belastbarkeit, die gerne im Freien arbeiten und handwerkliches Geschick mit Maschinenführung verbinden möchten. Die zweijährige Ausbildung bildet die Grundlage für zahlreiche Fachrichtungen im Tief- und Straßenbau.

2 Jahre →

Wasserbauer

Wasserbauer errichten, unterhalten und sanieren wasserbauliche Anlagen wie Deiche, Schleusen, Staudämme, Uferbefestigungen und Kanäle. Der Beruf verbindet Tiefbau mit Umwelt- und Gewässerschutz und erfordert körperliche Belastbarkeit sowie technisches Verständnis. Er eignet sich für Menschen, die gerne im Freien arbeiten, sich für Gewässer und Naturschutz interessieren und handwerkliche Stärken mitbringen.

3 Jahre →

Maurer

Maurer errichten Mauerwerk aus Ziegeln, Kalksandsteinen, Porenbetonsteinen und Betonfertigteilen und sind damit tragende Kraft im Rohbau. Der Beruf vereint handwerkliches Geschick mit technischem Verständnis für statische Zusammenhänge, Baustoffe und Planlesekunde. Er eignet sich für körperlich belastbare Menschen, die gerne im Freien arbeiten und sichtbare Ergebnisse ihrer Arbeit schätzen.

3 Jahre →

Spezialtiefbauer

Spezialtiefbauer arbeiten an unsichtbaren, aber tragenden Fundamenten der Baubranche: Sie bohren Tiefpfähle, errichten Schlitzwände, verpassen Böden mit Injektionen und sichern Baugruben. Der Beruf verbindet schwere Maschinentechnik mit geologischem Verständnis und statischen Grundkenntnissen. Er eignet sich für technisch interessierte, körperlich belastbare Menschen, die komplexe Bauprojekte in der Tiefe des Erdreichs realisieren wollen.

3 Jahre →