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Sport- und Fitnesskaufmann

Sport- und Fitnesskaufleute organisieren den kaufmännischen Betrieb von Sportstätten, Fitnessstudios, Vereinen und Sportverbänden. Sie verbinden betriebswirtschaftliches Know-how mit einer Leidenschaft für Sport und Gesundheit. Der Beruf eignet sich für Menschen, die gern mit Kunden kommunizieren, Veranstaltungen planen und gleichzeitig kaufmännische Prozesse wie Buchhaltung und Marketing gestalten möchten.

Ausbildungsdauer

3 Jahre

Azubi-Gehalt

600–900 €

pro Monat

Einstiegsgehalt

ab 2.100 €

nach der Ausbildung

Prüfung

IHK-Abschluss

Was machst du als Sport- und Fitnesskaufmann?

Morgens beginnt der Arbeitstag typischerweise mit der Bearbeitung von E-Mails, der Pflege von Mitgliederverwaltungssoftware wie EasyVerein oder ACTIFIT und der Auswertung von Belegungsplänen für Kursräume, Schwimmbahnen oder Tennisplätze. Mitgliederanfragen werden telefonisch oder persönlich beantwortet, Verträge für neue Mitgliedschaften angelegt und bestehende Abonnements verwaltet. Zu den regelmäßigen Aufgaben gehört außerdem die Kassenführung, das Erstellen von Ausgangsrechnungen und das Überwachen von Zahlungseingängen mit Buchhaltungssoftware wie DATEV oder Lexware. Nachmittags stehen häufig Veranstaltungsplanung und Marketingaufgaben auf dem Programm: Erstellung von Flyern mit Adobe InDesign, Pflege der Social-Media-Kanäle (Instagram, Facebook) und Koordination von Kooperationen mit lokalen Unternehmen oder Sportvereinen. Außerdem werden Kurs- und Trainingspläne koordiniert, Honorarverträge für freie Trainer erstellt und Bestellungen für Sportgeräte, Nahrungsergänzungsmittel oder Büromaterial abgewickelt. Die Zusammenarbeit erfolgt eng mit Trainern, Physiotherapeuten, Haustechnik und der Geschäftsführung.

Wo arbeitest du?

Sport- und Fitnesskaufleute arbeiten in kommerziellen Fitnessketten (McFit, ELBGYM, FitX, Clever Fit), Sportvereinen und -verbänden (DFB, Landessportbünde, Tennisvereinen), kommunalen Sportzentren, Bäder- und Hallenbädern, Wellnesshotels sowie bei Sportveranstaltern und Eventagenturen mit Sportfokus. Fachkräftemangel ist in diesem Bereich zunehmend spürbar, insbesondere in wachsenden Fitnessstudioketten und bei gemeinnützigen Sportorganisationen, die qualifiziertes kaufmännisches Personal suchen.

Voraussetzungen

Für die Ausbildung zum Sport- und Fitnesskaufmann wird meist ein mittlerer Schulabschluss erwartet, da kaufmännisches Rechnen, Textverständnis und strukturiertes Arbeiten zentrale Anforderungen sind. Mathematik hilft bei Kalkulation und Buchhaltung, Deutsch bei schriftlicher Kommunikation und Verträgen, Englisch wird für internationale Sportverbände und Softwaremenüs gebraucht. Freude am Kundenkontakt und an der Beratung sollte ebenso vorhanden sein wie eine organisierte, zuverlässige Arbeitsweise und echtes Interesse an Sport und Fitness. Teamfähigkeit, kommunikative Stärke und ein gepflegtes Auftreten gegenüber Mitgliedern und Geschäftspartnern zählen genauso zum Profil wie Affinität zu digitalen Tools und Social Media.

Was lernst du in der Ausbildung?

Im ersten Lehrjahr werden kaufmännische Grundlagen vermittelt: Buchführung mit Soll-Haben-Prinzip, einfache Geschäftsprozesse, Grundlagen des Vertragsrechts sowie ein Überblick über verschiedene Sportorganisationen (Vereine, Verbände, kommerzielle Anbieter). Außerdem werden Kommunikation mit Kunden und Mitgliederverwaltung eingeführt. Im zweiten und dritten Lehrjahr erfolgt die Vertiefung in Controlling und Kosten-Leistungs-Rechnung, Personalwirtschaft, Marketingstrategien für Sport- und Fitnessunternehmen sowie Veranstaltungsmanagement. Zentrale Lernfelder sind Sportanlagenmanagement, Mitgliederbetreuung, Sponsoring und Förderungswesen. Im Vergleich zur Ausbildung zum Kaufmann für Büromanagement liegt der Fokus klar auf sportspezifischen Dienstleistungen, Vereinsrecht und der Besonderheit gemeinnütziger Organisationen. Außerdem wird das Qualitätsmanagement im Sportbetrieb und die Auswertung betrieblicher Kennzahlen (Auslastungsquoten, Mitgliederentwicklung) gelehrt.

SportbetriebslehreRechnungswesen und ControllingMarketing und KommunikationWirtschafts- und SozialkundeDatenverarbeitung und digitale Medien

IHK-Prüfung & Abschluss

Gegen Ende des zweiten Ausbildungsjahres, im vierten Halbjahr, findet die Zwischenprüfung statt: rund 90 Minuten schriftlich zu kaufmännischen Grundlagen und sportbetrieblichen Prozessen. Die Abschlussprüfung am Ende der dreijährigen Ausbildung besteht aus den Bereichen Sportbetriebliche Prozesse (schriftlich, 90 Minuten, 30 Prozent), Kaufmännische Steuerung und Kontrolle (schriftlich, 90 Minuten, 25 Prozent), Wirtschafts- und Sozialkunde (schriftlich, 60 Minuten, 15 Prozent), Kundenorientierte Dienstleistung (schriftlich, 90 Minuten, 20 Prozent) sowie einem betrieblichen Auftrag mit anschließendem Fachgespräch von etwa 15 Minuten (10 Prozent), bei dem ein Projekt aus dem Ausbildungsbetrieb präsentiert wird. In jedem schriftlichen Prüfungsbereich müssen mindestens 50 von 100 Punkten erreicht werden, kein Bereich darf mit ungenügend abschließen.

Prüfungsthemen

  • Sportbetriebliche Prozesse (Planung, Steuerung, Auswertung)
  • Kaufmännische Steuerung und Kontrolle (Kostenrechnung, Jahresabschluss)
  • Mitgliederbetreuung und Kundenorientierung
  • Marketing und Öffentlichkeitsarbeit im Sport
  • Veranstaltungsmanagement und Sportanlagenbetrieb
  • Wirtschafts- und Sozialkunde (Arbeitsrecht, Sozialversicherung)
  • Sponsoring, Fördermittel und Vereinsrecht

Karriere nach der Ausbildung

Nach der Ausbildung sind folgende Weiterbildungen besonders relevant: Geprüfter Sportfachwirt IHK (Vollzeit ca. 1 Jahr, berufsbegleitend 2 Jahre), Sportbetriebswirt (IHK-Zertifikat), Fachwirt für Fitness (DFLV) oder Kaufmännischer Fachwirt IHK. An Hochschulen eignen sich Studiengänge wie Sportmanagement (B.A.), Sportökonomie, Freizeitmanagement oder Business Administration. Nach 5–10 Berufsjahren sind Positionen wie Studioleiter, Vereinsgeschäftsführer, Eventmanager in Sportverbänden oder Marketingleiter eines Fitnessketten-Standorts realistisch. Gehaltlich sind nach der Ausbildung ca. 2.000–2.400 EUR brutto möglich, mit Weiterbildung und Führungsverantwortung bis zu 3.500–4.500 EUR brutto monatlich. Spezialisierungen sind u. a. Sporttourismus, E-Sport-Management oder Gesundheitsmanagement.

Aufstiegsfortbildung nach der Ausbildung

Bewerbungstipps

Weil beliebte Studios und Verbände frühzeitig auswählen, sollte die Bewerbung 12 bis 18 Monate vor dem meist im August oder September liegenden Ausbildungsstart eingereicht werden. Anschreiben, tabellarischer Lebenslauf, letztes Schulzeugnis und gegebenenfalls Nachweise über Sportvereinsengagement oder kaufmännische Praktika gehören in die Mappe. Viele Arbeitgeber führen einen IHK-Einstellungstest oder einen eigenen schriftlichen Test mit Mathematik, Textverständnis und logischem Denken durch. Im Vorstellungsgespräch werden typischerweise Fragen zur Vereins- oder Fitnesswelt, zu Kommunikationssituationen mit schwierigen Kunden und zur eigenen Motivation gestellt. Besonders überzeugend wirken Bewerber, die selbst sportlich aktiv sind, Vereinsmitglied waren, erste Kassenerfahrung mitbringen oder Social-Media-Kenntnisse nachweisen können.

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Mehr Tipps: Bewerbung für die Ausbildung schreiben →

Ratgeber

Zwischen Mitgliederverwaltung, Vertragsabschluss und Kursplanung bewegt sich der Alltag von Sport- und Fitnesskaufleuten: Sie betreuen Mitglieder, führen die Kasse, organisieren Veranstaltungen und pflegen Social-Media-Kanäle von Fitnessstudios oder Sportvereinen. Die Ausbildung nach BBiG dauert 3 Jahre und wird mit 600 bis 900 Euro vergütet, der Berufseinstieg liegt bei etwa 2.100 Euro monatlich.

Häufige Fragen

Wie viel verdient man als Sport- und Fitnesskaufmann in der Ausbildung?
Das Ausbildungsgehalt als Sport- und Fitnesskaufmann liegt bei etwa 600–900 Euro pro Monat. Nach der Ausbildung liegt das Einstiegsgehalt bei etwa 2.100 Euro monatlich.
Wie lange dauert die Ausbildung zum Sport- und Fitnesskaufmann?
Die duale Ausbildung zum Sport- und Fitnesskaufmann dauert regulär 3 Jahre. In dieser Zeit wechselst du zwischen Berufsschule und Ausbildungsbetrieb.
Gibt es Spezialisierungen oder Fachrichtungen im Beruf Sport- und Fitnesskaufmann?
Der Ausbildungsberuf ist nicht in offizielle Fachrichtungen unterteilt, jedoch können sich Auszubildende durch die Wahl ihres Ausbildungsbetriebs inhaltlich spezialisieren. Je nach Betrieb liegt der Schwerpunkt auf Fitnessstudios, Sportverbänden, Sportvereinen oder kommerziellen Sportdienstleistern. Wahlqualifikationen im Rahmen der Ausbildung ermöglichen zudem individuelle inhaltliche Schwerpunkte.
Welcher Schulabschluss ist für die Ausbildung zum Sport- und Fitnesskaufmann erforderlich?
Gesetzlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. In der Praxis bevorzugen viele Ausbildungsbetriebe Bewerber mit mittlerem Schulabschluss (Realschule) oder Abitur. Einzelne Betriebe bilden auch Hauptschulabsolventen aus, wenn diese ihre Eignung überzeugend nachweisen können.
In welchen Branchen und bei welchen Arbeitgebern arbeiten Sport- und Fitnesskaufleute?
Sport- und Fitnesskaufleute arbeiten in Fitnessstudios und Sportanlagen, bei Sportvereinen und -verbänden, in Wellnesszentren sowie bei kommerziellen Sportdienstleistern und Veranstaltern. Auch Sportartikelunternehmen, Schwimmbäder und kommunale Sporteinrichtungen kommen als Arbeitgeber infrage. Die Branche ist durch einen wachsenden Gesundheits- und Fitnessmarkt geprägt.
Welche Weiterbildungs- und Studienmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung?
Nach der Ausbildung können Sport- und Fitnesskaufleute die Fortbildung zum Fachwirt für Fitness (IHK) absolvieren oder sich zum Betriebswirt weiterqualifizieren. Mit Abitur oder Fachhochschulreife ist auch ein Studium im Bereich Sportmanagement, Betriebswirtschaft oder Sportwissenschaft möglich. Einige Hochschulen rechnen die Berufsausbildung auf ein Studium an.

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