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Immobilienkaufmann

Immobilienkaufleute verwalten, vermitteln und vermarkten Wohn- und Gewerbeimmobilien. Sie begleiten Kunden beim Kauf, Verkauf und der Anmietung von Objekten und kümmern sich um alle kaufmännischen und rechtlichen Abläufe rund um Gebäude und Grundstücke. Der Beruf verbindet wirtschaftliches Denken mit Rechtskenntnis und persönlicher Beratungskompetenz – ideal für kommunikationsstarke Menschen mit Interesse an Architektur, Wirtschaft und Recht.

Ausbildungsdauer

3 Jahre

Azubi-Gehalt

620–900 €

pro Monat

Einstiegsgehalt

ab 2.600 €

nach der Ausbildung

Prüfung

IHK-Abschluss

Was machst du als Immobilienkaufmann?

Morgens beginnt der Arbeitstag häufig mit der Bearbeitung von E-Mails und der Vorbereitung von Besichtigungsterminen. In der Immobilienverwaltung werden Betriebskostenabrechnungen mit Software wie SAP RE, Domus 4000 oder WODIS Sigma erstellt, Mietverträge geprüft und Instandhaltungsaufträge an Handwerker vergeben. In der Vermittlung werden Exposés in Programmen wie FlowFact oder onOffice erstellt und Objekte auf Portalen wie ImmobilienScout24 oder ImmoWelt inseriert. Nachmittags finden Besichtigungstermine direkt in den Objekten statt – Wohnungen, Büroflächen oder Gewerbeimmobilien. Dabei werden Interessenten beraten und Fragen zu Ausstattung, Miethöhe oder Kaufpreis beantwortet. Zudem werden Bonitätsprüfungen von Mietinteressenten durchgeführt, Wohnungsübergabeprotokolle erstellt und Mängel dokumentiert. Die Arbeit findet teils im Büro, teils direkt an Immobilienobjekten statt. Enger Kontakt besteht zu Eigentümern, Mietern, Notaren, Hausverwaltungen, Banken und Handwerksbetrieben.

Wo arbeitest du?

Immobilienkaufleute arbeiten bei Immobilienmaklerbüros, Wohnungsbaugesellschaften (z. B. Vonovia, LEG, städtische Wohnungsbaugesellschaften), Hausverwaltungen, Immobilienabteilungen von Banken und Versicherungen sowie bei Projektentwicklern. Auch Immobilienfonds und Real-Estate-Abteilungen großer Konzerne beschäftigen ausgebildete Fachkräfte. Der Markt zeigt einen deutlichen Fachkräftemangel, besonders in der WEG-Verwaltung und der kaufmännischen Bestandsverwaltung.

Voraussetzungen

Immobilienunternehmen setzen bei ihren Azubis meist einen mittleren Schulabschluss voraus, da die Ausbildung viel Rechtswissen und kaufmännisches Rechnen verlangt. Deutsch ist wichtig für die Vertragskorrespondenz, Mathematik für Zinsrechnung und Betriebskostenabrechnungen, hinzu kommt das Fach Wirtschaft/Sozialkunde. Da der Beruf viel direkten Kundenkontakt mit sich bringt, sollten Bewerber kommunikationsstark und kundenorientiert auftreten. Beim Verwalten von Verträgen und Fristen zählen Sorgfalt und Zuverlässigkeit, ein Interesse an Architektur, Stadtentwicklung und rechtlichen Zusammenhängen rundet das passende Profil ab.

Was lernst du in der Ausbildung?

Im ersten Lehrjahr stehen Grundlagen des Immobilienwesens im Mittelpunkt: Grundbuchrecht, Arten von Immobilien (Wohn-, Gewerbe-, Sonderimmobilien), Grundlagen des Miet- und Kaufvertragsrechts sowie allgemeine kaufmännische Fertigkeiten wie Buchführung und Geschäftskorrespondenz. Außerdem wird die Nutzung immobilienwirtschaftlicher Software eingeführt. Im zweiten und dritten Lehrjahr vertiefen Auszubildende die Objektbewertung und Marktanalyse, das WEG-Recht (Wohnungseigentumsgesetz), Betriebskostenabrechnungen, Finanzierungsberatung und das Maklerwesen. Spezialisierungsthemen umfassen Gebäudemanagement, Projektentwicklung und nachhaltiges Bauen. Im Vergleich zur Ausbildung zum Kaufmann für Büromanagement liegt der Fokus klar auf immobilienwirtschaftlichen Rechtsfragen, Objektbewertung und Bestandsverwaltung statt auf allgemeiner Büroorganisation.

ImmobilienwirtschaftRechnungswesen/Betriebliches RechnungswesenRecht (Miet-, Kauf- und Grundstücksrecht)Wirtschafts- und SozialkundeDeutsch/Kommunikation

IHK-Prüfung & Abschluss

Mitten in der Ausbildung, meist im Frühjahr des zweiten Lehrjahres, findet die Zwischenprüfung statt: 90 Minuten schriftlich zu den Grundlagen der Immobilienwirtschaft, zum Mietrecht und zu kaufmännischen Abläufen. Sie dient nur der Standortbestimmung und zählt nicht zur Abschlussnote. Die eigentliche Abschlussprüfung am Ende des dritten Jahres umfasst fünf Bereiche: Immobilienwirtschaft (schriftlich, 90 Minuten, 30 Prozent), Kaufmännische Steuerung und Kontrolle (schriftlich, 60 Minuten, 20 Prozent), Wirtschafts- und Sozialkunde (schriftlich, 60 Minuten, 10 Prozent), Kundenberatung als mündliche beziehungsweise praktische Gesprächssimulation von maximal 20 Minuten (20 Prozent) sowie Beratung in der Immobilienwirtschaft mit fallbezogener Rechtsanwendung (schriftlich, 90 Minuten, 20 Prozent). Insgesamt sind mindestens 50 Punkte für das Bestehen nötig, und kein Bereich darf mit null Punkten abgeschlossen werden. Die Kundenberatung erfolgt dabei als situatives Fachgespräch auf Grundlage einer vorgegebenen Fallsituation.

Prüfungsthemen

  • Mietrecht und Mietvertrag (BGB, Betriebskostenverordnung)
  • Grundbuchrecht und Grundstücksrecht
  • Wohnungseigentumsgesetz (WEG)
  • Immobilienbewertung und Marktanalyse
  • Kaufmännische Steuerung und Betriebskostenabrechnung
  • Maklerrecht und Vermittlungsgeschäft
  • Finanzierung und Wirtschafts- und Sozialkunde

Karriere nach der Ausbildung

Nach der Ausbildung ist eine Weiterbildung zum Immobilienfachwirt (IHK) der häufigste Karriereschritt – er qualifiziert für Führungsaufgaben in Verwaltung und Vertrieb. Alternativ bietet sich der Zertifikatslehrgang zum Gebäudeenergieberater oder die Weiterbildung zum Sachverständigen für Immobilienbewertung an. Ein berufsbegleitendes Studium in Immobilienwirtschaft, Real Estate Management oder BWI (Bachelor of Arts) ist an Fachhochschulen wie der EBZ Business School möglich. Nach 5–10 Jahren sind Positionen wie Filialleiter einer Immobilienagentur, Abteilungsleiter Hausverwaltung oder Portfoliomanager in einem Wohnungsunternehmen realistisch. Das Bruttomonatsgehalt steigt dabei auf 3.500–5.500 EUR, in größeren Unternehmen deutlich höher.

Bewerbungstipps

Da Stellen in der Immobilienbranche früh besetzt werden, empfiehlt sich eine Bewerbung 12 bis 18 Monate vor dem meist zum 1. August oder 1. September liegenden Ausbildungsstart. Ein individuelles Anschreiben mit Bezug zum regionalen Immobilienmarkt, ein tabellarischer Lebenslauf und die aktuellen Schulzeugnisse bilden die Basis der Mappe. In manchen IHK-Bezirken wird zusätzlich ein Einstellungstest mit Aufgaben zu Textverständnis, kaufmännischem Rechnen und Rechtschreibung verlangt. Im Vorstellungsgespräch wird häufig nach der Motivation für die Immobilienbranche gefragt, wer aktuelle Mietmarktentwicklungen der eigenen Region kennt, punktet zusätzlich. Praktika bei Maklerbüros oder Hausverwaltungen zählen als deutliches Auswahlkriterium, während seriöses Auftreten, gepflegte Kleidung und eine strukturierte Kommunikation die Ausbilder überzeugen.

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Mehr Tipps: Bewerbung für die Ausbildung schreiben →

Ratgeber

Wer als Immobilienkaufmann arbeitet, erstellt Betriebskostenabrechnungen, gestaltet Exposés für Portale wie ImmobilienScout24 und führt Besichtigungstermine direkt im Objekt durch. Bonitätsprüfungen von Mietinteressenten und der Kontakt zu Notaren und Banken gehören ebenfalls dazu. Die dreijährige BBiG-Ausbildung wird mit 620 bis 900 Euro vergütet, der Einstieg liegt bei rund 2.600 Euro.

Häufige Fragen

Wie viel verdient man als Immobilienkaufmann in der Ausbildung?
Das Ausbildungsgehalt als Immobilienkaufmann liegt bei etwa 620–900 Euro pro Monat. Nach der Ausbildung liegt das Einstiegsgehalt bei etwa 2.600 Euro monatlich.
Wie lange dauert die Ausbildung zum Immobilienkaufmann?
Die duale Ausbildung zum Immobilienkaufmann dauert regulär 3 Jahre. In dieser Zeit wechselst du zwischen Berufsschule und Ausbildungsbetrieb.
Gibt es Spezialisierungen oder Fachrichtungen im Beruf des Immobilienkaufmanns?
Der Ausbildungsberuf Immobilienkaufmann ist nicht in offizielle Fachrichtungen unterteilt, jedoch unterscheiden sich die Tätigkeitsschwerpunkte je nach Arbeitgeber erheblich. In der Praxis kann man sich auf Bereiche wie Wohnimmobilien, Gewerbeimmobilien, Immobilienverwaltung oder Immobilienentwicklung spezialisieren. Diese Schwerpunkte ergeben sich meist durch den jeweiligen Ausbildungsbetrieb.
Welchen Schulabschluss braucht man für die Ausbildung zum Immobilienkaufmann?
Gesetzlich vorgeschrieben ist kein bestimmter Schulabschluss, jedoch bevorzugen die meisten Ausbildungsbetriebe Bewerber mit mittlerem Schulabschluss (Realschule) oder Abitur. In Einzelfällen werden auch Hauptschulabsolventen mit sehr guten Noten berücksichtigt. Da kaufmännisches Verständnis und Kommunikationsfähigkeit wichtig sind, werden gute Leistungen in Mathematik und Deutsch erwartet.
In welchen Branchen und bei welchen Arbeitgebern arbeiten Immobilienkaufleute?
Immobilienkaufleute finden Beschäftigung bei Wohnungsbaugesellschaften, privaten Immobilienunternehmen, Maklerbüros, Hausverwaltungen sowie bei Banken und Versicherungen mit eigenen Immobilienabteilungen. Auch Kommunen, gemeinnützige Wohnungsunternehmen und große Konzerne mit eigenem Immobilienmanagement bilden aus. Der Arbeitsmarkt ist grundsätzlich stabil, da Immobilien dauerhaft verwaltet, vermietet und vermarktet werden müssen.
Welche Weiterbildungs- und Studienmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung?
Nach der Ausbildung besteht die Möglichkeit, sich zum Immobilienfachwirt (IHK) oder zum geprüften Immobilienökonom weiterzubilden. Mit Fachhochschulreife oder Abitur ist auch ein Studium im Bereich Immobilienwirtschaft, Betriebswirtschaft oder Stadtplanung möglich. Über die Begabtenförderung des Bundes kann zudem auch ohne klassische Hochschulzugangsberechtigung nach bestandener Ausbildung studiert werden.

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