Schauwerbegestalter
Schauwerbegestalter entwickeln und realisieren Werbe- und Präsentationsflächen im stationären Handel, auf Messen und in öffentlichen Räumen. Sie gestalten Schaufenster, Verkaufsräume und Ausstellungsbereiche mit dem Ziel, Produkte visuell wirkungsvoll in Szene zu setzen. Der Beruf verbindet handwerkliches Geschick mit kreativem Gestaltungswillen und eignet sich für Menschen mit Sinn für Ästhetik, Farbe und Raumwirkung.
Ausbildungsdauer
3 Jahre
Azubi-Gehalt
480–750 €
pro Monat
Einstiegsgehalt
ab 2.200 €
nach der Ausbildung
Prüfung
IHK-Abschluss
Was machst du als Schauwerbegestalter?
Der Arbeitsalltag beginnt morgens häufig mit der Planung und Vorbereitung von Schaufensterdekorationen oder Instore-Displays: Skizzen werden mit Grafiksoftware wie Adobe Illustrator oder InDesign ausgearbeitet, Materialien wie Karton, Styropor, Stoffe, Folien und Beleuchtungselemente werden gesichtet und vorbereitet. Anschließend werden Schaufensterpuppen aufgebaut, Warenträger positioniert und Preisschilder sowie Werbebeschriftungen mit Plottern oder per Hand gestaltet. Nachmittags steht häufig die Umsetzung größerer Dekorationskonzepte im Vordergrund: Stellwände werden aufgebaut, Lichtinstallationen mit LED-Systemen montiert und Saisonkampagnen umgesetzt. Man arbeitet eng mit dem Einkauf, dem Marketing und dem Verkaufspersonal zusammen. Typische Beispielaufgaben sind die komplette Neugestaltung eines Schaufensters für eine Frühjahrskollektion inklusive Hintergrundkulisse und Farbschema sowie die Montage und Beschriftung von Messeständen mit Bannern, Roll-ups und Regaldekorationen. Die Arbeitsumgebung wechselt zwischen Werkstatt, Verkaufsräumen, Schaufenstern und Messehallen.
Wo arbeitest du?
Schauwerbegestalter arbeiten vor allem in Kaufhäusern und Einzelhandelsketten (z. B. Galeria, H&M, Zara, dm), in Schaufenster- und Dekorationsstudios sowie in Messebauunternehmen. Weitere Arbeitgeber sind Werbeagenturen mit Schwerpunkt POS-Marketing, Möbelhäuser wie IKEA sowie Event-Dienstleister. Viele Fachkräfte sind auch in kleinen handwerklichen Dekorationsbetrieben oder selbstständig tätig. In der Branche besteht ein deutlicher Fachkräftemangel, insbesondere im Einzelhandel und im Messebau.
Voraussetzungen
Ein mittlerer Schulabschluss ist die übliche Eintrittskarte in diesen Beruf, da Konzeptionspläne, Kalkulationen und die schriftlichen Prüfungsteile ein solides Verständnisniveau voraussetzen. Kunst und Gestaltung, Mathematik für Maßberechnungen und Kalkulation sowie Deutsch zählen zu den relevanten Schulfächern. Angehende Schauwerbegestalter sollten ausgeprägte Kreativität sowie ein feines Gespür für Farbe, Form und Raumwirkung mitbringen. Handwerkliches Geschick und Sorgfalt bei der Umsetzung sind ebenso wichtig wie Organisationstalent für die Planung von Dekoprojekten und Kommunikationsstärke im Austausch mit Kunden und Verkaufsteams.
Was lernst du in der Ausbildung?
Im ersten Lehrjahr stehen grundlegende Gestaltungsprinzipien im Mittelpunkt: Farblehre, Kompositionsregeln, Schriftgestaltung von Hand und mit Grafiksoftware sowie der sichere Umgang mit Werkzeugen wie Cuttermesser, Heißklebepistole, Stichsäge und Plotter. Außerdem lernen Auszubildende, einfache Dekorationselemente aus Holz, Pappe und Kunststoff herzustellen. Im zweiten und dritten Lehrjahr vertiefen sich die Inhalte in Richtung Konzeption und Projektmanagement: Raumgestaltung mit Licht und Dekorelementen, digitale Visualisierung mit CAD- und Bildbearbeitungsprogrammen (Adobe Photoshop, Illustrator), Warenpräsentation nach Marketingvorgaben sowie Kalkulation und Angebotserstellung. Im Vergleich zu verwandten Berufen wie Mediengestalter oder Dekorateur liegt der Schwerpunkt klar auf der dreidimensionalen, realen Raumgestaltung und Warenpräsentation, nicht auf rein digitalen Medien.
IHK-Prüfung & Abschluss
Im zweiten Ausbildungsjahr, meist gegen März oder April, steht die Zwischenprüfung an: In rund 90 Minuten werden schriftlich Gestaltungsgrundlagen, Materialkunde und einfache Dekorationsplanung abgefragt. Die Abschlussprüfung besteht aus einer praktischen Arbeitsaufgabe von sieben bis acht Stunden, bei der eine vollständige Dekorationskonzeption für ein Schaufenster oder einen Ausstellungsbereich geplant und umgesetzt wird, gefolgt von einem 15- bis 20-minütigen Fachgespräch zu den getroffenen Entscheidungen; dieser Teil zählt 20 Prozent. Schriftlich kommen drei weitere Bereiche hinzu: Gestaltung und Konzeption mit 120 Minuten und 30 Prozent Gewichtung, Dekorationstechnik und Materialien mit 90 Minuten und ebenfalls 30 Prozent sowie Wirtschafts- und Sozialkunde mit 60 Minuten und 20 Prozent. In jedem Bereich müssen mindestens 50 von 100 Punkten erreicht werden, damit die Prüfung als bestanden gilt.
Prüfungsthemen
- Gestaltungskonzeption und Entwurfsplanung
- Farblehre, Komposition und visuelle Wirkung
- Dekorationstechnik und Materialverarbeitung (Holz, Kunststoff, Textil)
- Warenpräsentation und Visual Merchandising
- Licht- und Beleuchtungsgestaltung
- Digitale Gestaltung mit Grafiksoftware (Illustrator, Photoshop)
- Kalkulation, Angebotserstellung und Wirtschaftskunde
Karriere nach der Ausbildung
Nach der Ausbildung bieten sich mehrere Weiterbildungswege: Der Gestalter für visuelles Marketing (IHK) ist eine direkte Aufstiegsfortbildung mit Prüfung in Konzeption, Realisation und Projektmanagement. Alternativ ist der Meister im Schauwerbegestalter-Handwerk (HwK) möglich, der zur selbstständigen Betriebsführung berechtigt. Über den zweiten Bildungsweg oder ein Fachabitur ist ein Studium in Kommunikationsdesign, Innenarchitektur oder Visual Merchandising Management möglich. Nach 5–10 Jahren sind Positionen als Head of Visual Merchandising in Handelsketten, Art Director für Messe- und Eventdesign oder selbstständiger Dekorationsgestalter mit eigenem Atelier realistisch. Das Bruttogehalt steigt mit Berufserfahrung auf 2.800–3.800 EUR/Monat.
Bewerbungstipps
Bewerbungen sollten 12 bis 18 Monate vor dem Ausbildungsstart im August oder September eingereicht werden, also spätestens im Herbst des Vorjahres. Neben Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnissen ist ein kreatives Portfolio das entscheidende Unterscheidungsmerkmal: eigene Zeichnungen, Fotos selbst gestalteter Dekorationen oder digitale Entwürfe zeigen, was jemand tatsächlich kann. Im Vorstellungsgespräch werden häufig kleine praktische Aufgaben gestellt, etwa das spontane Skizzieren einer Schaufensteridee oder die Farbauswahl passend zu einer Jahreszeit. Wer nachweisbares gestalterisches Talent zeigt, sich für aktuelle Trends im Handel und Retail Design begeistert und handwerkliches Grundverständnis mitbringt, überzeugt Ausbilder. Erste Erfahrungen mit Photoshop oder Illustrator sind ein klarer Zusatzvorteil.
Ratgeber
Schauwerbegestalterinnen und Schauwerbegestalter planen Schaufensterdekorationen und Instore-Displays am Grafikprogramm, bauen Puppen und Warenträger auf und montieren Lichtinstallationen für Saisonkampagnen, Messestände und Verkaufsräume. Sie arbeiten dabei eng mit Einkauf, Marketing und Verkaufspersonal zusammen. Die dreijährige BBiG-Ausbildung wird mit 480 bis 750 Euro vergütet, der Einstieg liegt bei rund 2.200 Euro.
Häufige Fragen
Wie viel verdient man als Schauwerbegestalter in der Ausbildung?
Wie lange dauert die Ausbildung zum Schauwerbegestalter?
Gibt es Spezialisierungen oder Fachrichtungen im Beruf Schauwerbegestalter?
Welcher Schulabschluss wird für die Ausbildung zum Schauwerbegestalter benötigt?
In welchen Branchen und bei welchen Arbeitgebern arbeiten Schauwerbegestalter?
Welche Weiterbildungs- oder Studienmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung?
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