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Gestalter für visuelles Marketing

Früher: Schauwerbegestalter

Gestalter für visuelles Marketing gestalten Schaufenster, Verkaufsflächen und Messeauftritte, um Produkte wirkungsvoll in Szene zu setzen. Sie verbinden handwerkliche Fähigkeiten mit kreativem Gespür für Farbe, Licht und Raumgestaltung. Der Beruf eignet sich für Menschen mit ausgeprägtem ästhetischem Empfinden, handwerklichem Geschick und Interesse an Mode, Dekoration sowie Marketingstrategien.

Ausbildungsdauer

3 Jahre

Azubi-Gehalt

500–850 €

pro Monat

Einstiegsgehalt

ab 2.100 €

nach der Ausbildung

Prüfung

IHK-Abschluss

Was machst du als Gestalter für visuelles Marketing?

Der Arbeitsalltag findet überwiegend im Einzelhandel, in Kaufhäusern, Schaufenstern oder auf Messen statt – oft sowohl auf der Verkaufsfläche als auch im Lager und im Büro. Morgens beginnt der Tag häufig mit der Planung und Vorbereitung einer neuen Schaufensterdekoration: Skizzen werden überprüft, Requisiten und Materialien wie Styropor, Draht, Stoff, Acrylfarben und Dekoelemente werden bereitgestellt. Anschließend wird die Fensterfläche demontiert und neu aufgebaut – dazu gehören das Arrangieren von Schaufensterpuppen, das Befestigen von Hintergründen und das Setzen von Beleuchtung mit LED-Spots oder Halogenschienen. Nachmittags werden Preisschilder, Beschriftungen und POS-Materialien (Point of Sale) gestaltet, Verkaufstische nach Saisonthemen umdekoriert oder Präsentationssysteme wie Warenträger und Gondelköpfe umgebaut. Enge Zusammenarbeit besteht mit Einkäufern, Filial- und Abteilungsleitern sowie dem Marketing. Konkrete Aufgaben sind beispielsweise das Erstellen eines Mood-Boards für eine Weihnachtsdekoration und das Umsetzen einer Aktionsfläche für eine neue Kollektion inklusive Lichtplanung.

Wo arbeitest du?

Gestalter für visuelles Marketing arbeiten vor allem in Filialen und Zentralen des Einzelhandels, in Kaufhäusern wie Galeria, bei Modeketten wie H&M, Zara oder C&A sowie bei Einrichtungshäusern wie IKEA oder Depot. Auch Messebauunternehmen, Dekorationsagenturen und Schaufensterstudios sind typische Arbeitgeber. Es überwiegen mittelständische und große Handelsunternehmen. In der Branche besteht ein spürbarer Fachkräftemangel, besonders in ländlichen Regionen und bei spezialisierten Dekorationsagenturen.

Voraussetzungen

Für diese Ausbildung wird mindestens ein mittlerer Schulabschluss empfohlen, da Konzeptentwicklung, schriftliche Dokumentation und betriebswirtschaftliche Grundkenntnisse vorausgesetzt werden. Kunst, Mathematik für Maße, Proportionen und Kalkulation sowie Deutsch zählen zu den wichtigen Schulfächern. Wer Schaufenster und Verkaufsflächen gestalten möchte, sollte einen ausgeprägten Sinn für Ästhetik sowie Farb- und Formgefühl mitbringen, dazu handwerkliches Geschick und Kreativität. Teamfähigkeit ist wichtig, da die Zusammenarbeit mit Einkauf und Marketing zum Alltag gehört, ebenso körperliche Belastbarkeit für Heben, Stehen und Arbeiten auf Leitern sowie Eigeninitiative und Selbstorganisation.

Was lernst du in der Ausbildung?

Im ersten Lehrjahr werden grundlegende Kenntnisse in Farb- und Formenlehre, Dekorationstechnik, Materialkunde (Stoffe, Papier, Kunststoffe, Naturmaterialien) sowie Grundlagen der Typografie und Beschriftung vermittelt. Azubis lernen, einfache Dekorationen aufzubauen und Werkzeuge wie Heißklebepistolen, Schneidematten und Skalpelle sicher einzusetzen. Im zweiten Lehrjahr stehen Schaufenstergestaltung, Lichtplanung, Warenträger- und Raumkonzepte sowie erste Kenntnisse in Grafikprogrammen wie Adobe Illustrator oder Photoshop im Vordergrund. Im dritten Lehrjahr erfolgt die Spezialisierung auf Konzeptentwicklung, Messebau, Budgetplanung und eigenständige Projektdurchführung. Im Vergleich zum Kaufmann im Einzelhandel liegt der Fokus nicht auf betriebswirtschaftlichen Abläufen, sondern gezielt auf kreativ-gestalterischen und handwerklichen Kompetenzen sowie Marketingwirkung am Point of Sale.

Gestaltungslehre und DekorationstechnikVisuelle Kommunikation und TypografieWarenwirtschaft und BetriebslehreWirtschafts- und SozialkundeWerkstoffkunde

IHK-Prüfung & Abschluss

Die Zwischenprüfung liegt am Ende des zweiten Ausbildungsjahres, meist im Januar oder Februar: schriftlich werden in rund 120 Minuten Gestaltungsgrundlagen, Werkzeug- und Materialkunde sowie wirtschaftliche Grundkenntnisse geprüft. Die Abschlussprüfung, Teil 2, findet im Frühjahr des dritten Lehrjahres statt. Die praktische Arbeitsaufgabe, die Durchführung einer vollständigen Dekorationssituation, dauert etwa sieben Stunden und wird durch ein Fachgespräch von 15 bis 20 Minuten ergänzt; zusammen zählt dieser Teil 50 Prozent. Schriftlich werden Visuelle Kommunikation mit 90 Minuten und 20 Prozent sowie Warenpräsentation und Verkaufsraumgestaltung mit ebenfalls 90 Minuten und 20 Prozent geprüft, dazu Wirtschafts- und Sozialkunde mit 60 Minuten und 10 Prozent. Für das Bestehen darf kein Prüfungsbereich unter 30 von 100 Punkten liegen, und der Gesamtdurchschnitt muss mindestens ausreichend, also 50 Punkte, betragen.

Prüfungsthemen

  • Farb-, Form- und Kompositionslehre
  • Schaufenster- und Verkaufsraumgestaltung
  • Licht- und Beleuchtungstechnik
  • Warenpräsentation und POS-Marketing
  • Materialkunde und Dekorationstechniken
  • Typografie und visuelle Kommunikation
  • Wirtschafts- und Sozialkunde

Karriere nach der Ausbildung

Nach der Ausbildung sind Weiterbildungen zum Visual Merchandiser (IHK-Zertifikat) oder zum Gestalter/Dekorateur mit Spezialisierung auf Messebau möglich. Der Meisterabschluss im Dekorationsfach (Handwerkskammer) eröffnet die Möglichkeit zur Selbstständigkeit. Mit einem Fachwirt für Vertrieb (IHK) oder einem Studium in Kommunikationsdesign, Modedesign oder Retail Design (B.A.) kann man sich Richtung Konzeptentwicklung oder Art Direction weiterentwickeln. Nach 5–10 Jahren sind Positionen als Visual Merchandising Manager, Flächendisponent oder Head of Visual Marketing in Handelskonzernen realistisch. Das Bruttogehalt steigt dabei von ca. 2.200 EUR auf 3.500–4.500 EUR monatlich. Spezialisierungen sind Messe- und Eventdekoration, Luxusretail oder Corporate Interior Design.

Bewerbungstipps

Bewerbungen sollten 12 bis 18 Monate vor dem Ausbildungsstart im August oder September eingereicht werden, idealerweise ab Herbst des Vorjahres. Neben Anschreiben und Lebenslauf entscheidet häufig ein kreatives Portfolio mit eigenen Fotos, Dekorations- oder Gestaltungsarbeiten, Skizzen oder Schulprojekten über Einladung oder Absage. Im Vorstellungsgespräch werden Fragen zu Trendthemen, Lieblingsfarben und Gestaltungsideen gestellt, teils ergänzt durch einen kurzen praktischen Test wie das Arrangieren einer Tischdekoration. Einen standardisierten IHK-Einstellungstest gibt es nicht, manche Handelsketten nutzen jedoch eigene Eignungsverfahren. Ausbilder überzeugt, wer eigene Ideen präsentiert, aktuelle Trends etwa aus Instagram, Pinterest oder Fachmagazinen kennt und handwerkliches Engagement zeigt.

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Mehr Tipps: Bewerbung für die Ausbildung schreiben →

Ratgeber

Schaufensterpuppen, Requisiten und LED-Beleuchtung prägen den Arbeitsalltag von Gestaltern für visuelles Marketing, die Schaufenster und Verkaufsflächen saisonal umdekorieren und Preisauszeichnungen sowie POS-Materialien gestalten. Die Arbeit findet im Einzelhandel und auf Messen statt. Die dreijährige BBiG-Ausbildung wird mit 500 bis 850 Euro vergütet, der Einstieg liegt bei etwa 2.100 Euro.

Häufige Fragen

Wie viel verdient man als Gestalter für visuelles Marketing in der Ausbildung?
Das Ausbildungsgehalt als Gestalter für visuelles Marketing liegt bei etwa 500–850 Euro pro Monat. Nach der Ausbildung liegt das Einstiegsgehalt bei etwa 2.100 Euro monatlich.
Wie lange dauert die Ausbildung zum Gestalter für visuelles Marketing?
Die duale Ausbildung zum Gestalter für visuelles Marketing dauert regulär 3 Jahre. In dieser Zeit wechselst du zwischen Berufsschule und Ausbildungsbetrieb.
Gibt es Spezialisierungen im Beruf Gestalter für visuelles Marketing?
Eine formale Fachrichtungsteilung gibt es in diesem Beruf nicht. In der Praxis spezialisieren sich Gestalter für visuelles Marketing jedoch oft auf bestimmte Bereiche wie Schaufenstergestaltung, Messebau, Innenraumgestaltung im Einzelhandel oder Event-Dekoration. Die Schwerpunkte hängen stark vom jeweiligen Ausbildungsbetrieb und der Branche ab.
Welcher Schulabschluss wird für die Ausbildung zum Gestalter für visuelles Marketing benötigt?
Gesetzlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. In der Praxis bevorzugen viele Betriebe Bewerber mit einem mittleren Schulabschluss (Realschulabschluss). Grundsätzlich können sich jedoch auch Hauptschulabsolventen bewerben, wenn sie handwerkliches Geschick, räumliches Denkvermögen und ein ausgeprägtes Gespür für Ästhetik mitbringen.
In welchen Branchen und bei welchen Arbeitgebern arbeiten Gestalter für visuelles Marketing?
Gestalter für visuelles Marketing sind vor allem im Einzelhandel tätig, etwa in Kaufhäusern, Modeketten und Einrichtungshäusern. Weitere Arbeitgeber sind Werbeagenturen, Messebauunternehmen, Eventdienstleister und Schaufensterdekoration-Firmen. Auch Einkaufszentren und Markenhersteller beschäftigen Fachkräfte dieser Ausbildung für ihre Verkaufsraumgestaltung.
Welche Weiterbildungs- und Studienmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung?
Nach der Ausbildung können Absolventen die Aufstiegsfortbildung zum Gestalter für visuelles Marketing – Meister oder zum staatlich geprüften Gestalter absolvieren. Mit der Gesellenprüfung und Berufserfahrung ist zudem ein Studium an Fachhochschulen möglich, etwa in Design, Innenarchitektur oder Marketing. Einige Bundesländer ermöglichen über die Begabtenprüfung auch ohne Abitur einen direkten Hochschulzugang.

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