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Produktgestalter-Textil

Früher: Produktgestalter Textil

Produktgestalter Textil entwickeln und gestalten textile Flächenerzeugnisse wie Gewebe, Gestricke, Gewirke oder technische Textilien. Sie arbeiten an der Schnittstelle zwischen Kreativität und Technik und setzen Designideen mit industriellen Web-, Strick- und Wirktechnologien um. Der Beruf eignet sich für Menschen mit einem Sinn für Farbe, Struktur und Materialien sowie technischem Verständnis für Maschinen und Produktionsprozesse.

Ausbildungsdauer

3 Jahre

Azubi-Gehalt

480–750 €

pro Monat

Einstiegsgehalt

ab 2.200 €

nach der Ausbildung

Prüfung

IHK-Abschluss

Was machst du als Produktgestalter-Textil?

Der Arbeitsalltag findet in Textilbetrieben, Designstudios oder Produktionsabteilungen statt. Morgens analysieren Produktgestalter Textil Auftragsunterlagen und Kundenwünsche, wählen geeignete Garne und Fasern aus und richten Web-, Strick- oder Wirkmaschinen ein. Sie programmieren computergestützte Jacquard-Webmaschinen oder elektronische Flachstrickmaschinen mithilfe von Software wie EAT DesignScope Victor oder Stoll-M1plus. Außerdem erstellen sie Musterbindungen, Bindungsanalysen und Patronen am CAD-System. Nachmittags werden Testmuster auf Maschinen wie Raschel- oder Kettenwirkmaschinen produziert und anschließend visuell sowie messtechnisch auf Eigenschaften wie Fadendichte, Flächengewicht und Maßhaltigkeit geprüft. Sie arbeiten eng mit Produktionstechnikern, Designern und Qualitätssicherungsmitarbeitern zusammen. Konkrete Beispielaufgaben: Entwicklung eines Strukturgewebes für ein Möbelunternehmen inklusive Bindungskonstruktion und Maschinenprogrammierung sowie die Optimierung eines Strickmusters nach Kundenmusterfreigabe durch Änderung von Fadenzug und Maschendichte.

Wo arbeitest du?

Produktgestalter Textil arbeiten überwiegend in mittelständischen und größeren Textilunternehmen der Heim- und Möbeltextilbranche (z. B. Delius, Zimmer+Rohde), der Bekleidungstextilindustrie sowie der technischen Textilindustrie (Autositzbezüge, Medizintextilien, Geotextilien, z. B. bei Freudenberg, Aunde oder Müller Textil). Auch Garnhersteller und Textilmaschinenbauer beschäftigen Produktgestalter. Es besteht ein deutlicher Fachkräftemangel, insbesondere in der technischen Textilindustrie.

Voraussetzungen

Für die Ausbildung zum Produktgestalter Textil wird ein mittlerer Schulabschluss empfohlen, da technisches Verständnis für Maschinenprogrammierung und Qualitätsprüfung ebenso gefragt ist wie gestalterische Kompetenz. Mathematik für Flächenberechnungen, Fadendichte und Kalkulation, Physik für Materialeigenschaften, Chemie für Färbeprozesse und Faserchemie sowie Kunst oder Werken für Farbgestaltung und Musterentwicklung zählen zu den wichtigen Schulfächern. Räumliches Vorstellungsvermögen und ein Sinn für Farbe und Strukturen sind entscheidend, ebenso eine sorgfältige und präzise Arbeitsweise. Technisches Interesse und Geduld beim Einrichten von Maschinen runden das Profil ab.

Was lernst du in der Ausbildung?

Im 1. Lehrjahr werden textile Grundlagen vermittelt: Faserkunde (Baumwolle, Polyester, Wolle, Synthetikfasern), Garnaufbau, einfache Bindungslehre (Leinwand-, Köper-, Atlasbindung) sowie Grundbedienung von Web- und Strickmaschinen. Außerdem stehen Farblehre, Musterzeichnen und erste CAD-Übungen auf dem Lehrplan. Im 2. Lehrjahr vertiefen Auszubildende die Maschinentechnik, erlernen komplexere Bindungskonstruktionen, Jacquardtechnik und die Programmierung elektronischer Mustermaschinen. Qualitätsprüfung nach DIN-Normen sowie Materialkalkulation werden eingeführt. Im 3. Lehrjahr folgt die Spezialisierung auf Gewebe, Gestricke/Gewirke oder technische Textilien: Konstruktion technischer Textilien für Automobil- oder Medizinbereich, eigenständige Produktentwicklung und Projektarbeit. Im Vergleich zur Ausbildung als Maschinen- und Anlagenführer Textil liegt der Fokus auf gestalterischer Produktentwicklung und weniger auf reiner Maschinenführung.

TextiltechnologieProdukt- und ProzessgestaltungTextilchemie und VeredlungBetriebswirtschaft und KalkulationFarb- und Formgestaltung

IHK-Prüfung & Abschluss

Teil 1 der gestreckten Abschlussprüfung liegt Mitte des zweiten Lehrjahres: praktisch wird in etwa vier Stunden eine Maschine eingerichtet und ein Muster hergestellt, schriftlich folgen 90 Minuten zu Technologie und Gestaltung. Teil 2 findet am Ende des dritten Lehrjahres statt und gliedert sich in vier Bereiche: Textiltechnologie schriftlich mit 120 Minuten und 30 Prozent, Produkt- und Prozessgestaltung schriftlich mit ebenfalls 120 Minuten und 30 Prozent, eine praktische Arbeitsaufgabe mit Fachgespräch von rund sieben Stunden plus 20 Minuten und 30 Prozent Gewichtung sowie Wirtschafts- und Sozialkunde schriftlich mit 60 Minuten und 10 Prozent. Das praktische Prüfungsstück ist ein eigenständig entwickeltes und gefertigtes Textilprodukt mit Dokumentation. Für das Bestehen sind in Teil 2 insgesamt mindestens 50 Punkte sowie in der praktischen Arbeitsaufgabe mindestens ausreichende Leistungen nötig.

Prüfungsthemen

  • Bindungslehre und Patronenkonstruktion (Leinwand, Köper, Atlas, Jacquard)
  • Faserkunde und Garnaufbau (Naturfasern, Chemiefasern, Mischgewebe)
  • Maschinenkunde Web-, Strick- und Wirktechnik
  • CAD-gestützte Musterentwicklung und Maschinenprogrammierung
  • Qualitätsprüfung textiler Flächen (Fadendichte, Flächengewicht, Reißfestigkeit)
  • Kalkulation und Produktionsplanung
  • Wirtschafts- und Sozialkunde

Karriere nach der Ausbildung

Nach der Ausbildung bieten sich folgende Weiterbildungswege an: Techniker (staatlich geprüfter Textiltechniker an Fachschulen für Textiltechnik, z. B. Münchberg oder Krefeld), Industriemeister Textil (IHK) oder Industriemeister Mechatronik. Mit Abitur oder Fachhochschulreife eignen sich Studiengänge wie Textiltechnik B. Eng., Textildesign B. A. oder Bekleidungstechnik. Nach 5–10 Jahren Berufserfahrung sind Positionen als Produktentwicklungsleiter, Musterungsleiter, technischer Einkäufer oder Betriebsleiter in Textilunternehmen realistisch. Das Gehalt steigt von ca. 2.200 EUR brutto im Einstieg auf 3.000–4.500 EUR als Techniker oder Meister. Spezialisierungen in technischen Textilien (Automotive, Medizin) sind besonders gefragt.

Aufstiegsfortbildung nach der Ausbildung

Bewerbungstipps

Bewerbungen sollten 12 bis 18 Monate vor Ausbildungsbeginn, also im September oder Oktober des Vorjahres, eingereicht werden, da viele Textilbetriebe frühzeitig planen. Ein Anschreiben mit konkretem Bezug auf Textil oder Design, Lebenslauf, aktuelles Zeugnis und möglichst eine Mappe mit eigenen Designarbeiten oder Handarbeitsprojekten gehören dazu. Im Vorstellungsgespräch werden oft Fragen zu Farbgestaltung, Materialkenntnis und technischem Interesse gestellt; manche Betriebe setzen einen Einstellungstest zu Mathematik, räumlichem Denken und Farbwahrnehmung ein. Ausbilder überzeugt, wer Kenntnisse über textile Materialien mitbringt, handwerkliches Geschick etwa durch Stricken, Weben oder Nähen als Hobby nachweisen kann und die Verbindung aus Design und Technik authentisch vermittelt.

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Mehr Tipps: Bewerbung für die Ausbildung schreiben →

Ratgeber

Produktgestalterinnen und Produktgestalter Textil programmieren Jacquard-Webmaschinen und Flachstrickmaschinen, entwerfen Bindungen und Patronen am CAD-System und prüfen Testmuster auf Fadendichte, Flächengewicht und Maßhaltigkeit. Eine typische Aufgabe ist die Entwicklung eines Strukturgewebes für die Möbelindustrie inklusive Bindungskonstruktion und Maschinenprogrammierung. Die dreijährige BBiG-Ausbildung wird mit 480 bis 750 Euro vergütet, der Einstieg danach liegt bei etwa 2.200 Euro.

Häufige Fragen

Wie viel verdient man als Produktgestalter-Textil in der Ausbildung?
Das Ausbildungsgehalt als Produktgestalter-Textil liegt bei etwa 480–750 Euro pro Monat. Nach der Ausbildung liegt das Einstiegsgehalt bei etwa 2.200 Euro monatlich.
Wie lange dauert die Ausbildung zum Produktgestalter-Textil?
Die duale Ausbildung zum Produktgestalter-Textil dauert regulär 3 Jahre. In dieser Zeit wechselst du zwischen Berufsschule und Ausbildungsbetrieb.
Gibt es Spezialisierungen oder Fachrichtungen im Beruf Produktgestalter Textil?
Ja, der Ausbildungsberuf Produktgestalter Textil kann in verschiedene Fachrichtungen unterteilt sein, etwa Weberei, Strickerei, Vliesstoff oder Konfektionstextilien. Die genauen Schwerpunkte hängen vom Ausbildungsbetrieb und dessen Produktionsschwerpunkt ab. Somit variieren die erlernten Fertigkeiten je nach Betrieb erheblich.
Welcher Schulabschluss wird für die Ausbildung zum Produktgestalter Textil benötigt?
Gesetzlich vorgeschrieben ist kein bestimmter Schulabschluss. In der Praxis stellen viele Betriebe Bewerber mit einem Hauptschulabschluss oder Realschulabschluss ein. Gute Kenntnisse in Mathematik und technischem Verständnis sind jedoch von Vorteil.
In welchen Branchen und bei welchen Arbeitgebern kann man als Produktgestalter Textil arbeiten?
Produktgestalter Textil arbeiten vor allem in der Textilindustrie, beispielsweise bei Herstellern von Heimtextilien, technischen Textilien, Bekleidungsstoffen oder Vliesstoffen. Auch Betriebe der Automobilindustrie, die technische Textilien verarbeiten, sowie Modeunternehmen kommen als Arbeitgeber in Frage. Die Branche ist mittelständisch geprägt, wobei Standorte vor allem in traditionellen Textilregionen wie dem Münsterland oder Sachsen zu finden sind.
Welche Weiterbildungs- oder Studienmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung zum Produktgestalter Textil?
Nach der Ausbildung sind Weiterbildungen zum Textiltechniker oder Meister im Textilgewerbe möglich, die zu Führungsaufgaben im Betrieb qualifizieren. Mit entsprechender Berufserfahrung und Zusatzqualifikationen besteht auch die Möglichkeit, über ein Studium an einer Fachhochschule in Fachbereichen wie Textiltechnik oder Textildesign einzusteigen. Einige Bundesländer ermöglichen zudem über die Meisterprüfung den Hochschulzugang.

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