Metallbauer
Metallbauer fertigen und montieren Konstruktionen aus Stahl, Aluminium und anderen Metallen – von Treppen und Geländern über Fassaden bis hin zu Maschinenbauteilen. Der Beruf verbindet handwerkliches Geschick mit technischem Verständnis und ist in drei Fachrichtungen unterteilt: Konstruktionstechnik, Metallgestaltung und Nutzfahrzeugbau. Er eignet sich für Menschen mit Freude an präziser Metallverarbeitung, räumlichem Denken und körperlicher Arbeit.
Ausbildungsdauer
3 Jahre
Azubi-Gehalt
620–900 €
pro Monat
Einstiegsgehalt
ab 2.400 €
nach der Ausbildung
Prüfung
IHK-Abschluss
Was machst du als Metallbauer?
Morgens beginnt der Arbeitstag in der Werkstatt mit der Materialbeschaffung und dem Einrichten von Maschinen wie Schweißgeräten (MIG/MAG, WIG), Winkelschleifern, Plasmabrennern und Abkantpressen. Anhand technischer Zeichnungen, die mit CAD-Software wie AutoCAD oder SolidWorks erstellt wurden, werden Werkstücke aus Stahl- oder Aluminiumblechen angerissen, zugeschnitten, gebogen und zusammengeschweißt. Vormittags stehen häufig Zuschnitt- und Fügearbeiten im Vordergrund – etwa das Schweißen eines Treppengeländers aus Vierkantrohr. Nachmittags erfolgen Montagearbeiten auf der Baustelle: Metallbauer befestigen Stahlkonstruktionen, richten Fassadenelemente aus oder montieren Tore und Türen. Dabei arbeiten sie eng mit Architekten, Bauleitern und anderen Gewerken zusammen. Qualitätsprüfungen mit Messschiebern, Winkeln und Wasserwaagen gehören ebenso zum Alltag wie die Dokumentation geleisteter Arbeiten. Typische Aufgaben sind das Anfertigen einer Stahltreppe nach Maßplan oder die Montage von Aluminiumfassadenprofilen an einem Neubau.
Wo arbeitest du?
Metallbauer arbeiten überwiegend in kleinen und mittleren Handwerksbetrieben des Metallbauer- und Stahlbaugewerbes. Typische Arbeitgeber sind Schlossereien, Stahl- und Metallbauunternehmen, Fassadenbauer sowie Hersteller von Nutzfahrzeugaufbauten (z. B. Schmitz Cargobull, Kögel). Im Bereich Metallgestaltung finden sich Stellen in kunsthandwerklichen Schmiedebetrieben. Es herrscht ausgeprägter Fachkräftemangel, besonders in der Konstruktionstechnik und im Nutzfahrzeugbau.
Voraussetzungen
Ein Hauptschulabschluss wird vorausgesetzt, idealerweise ein mittlerer Bildungsabschluss, da Mathematik, Physik und Technisches Zeichnen eine wichtige Rolle spielen. Besonders relevant sind Mathematik mit Geometrie und Maßberechnung sowie Physik mit Werkstoffeigenschaften und Statik. Handwerkliches Geschick und Freude an präziser Arbeit sollten Bewerber mitbringen, ebenso räumliches Vorstellungsvermögen für das Lesen technischer Zeichnungen. Körperliche Belastbarkeit, da viel im Stehen und auf Baustellen gearbeitet wird, sowie Zuverlässigkeit und Teamfähigkeit runden das Profil ab.
Was lernst du in der Ausbildung?
Im 1. Lehrjahr stehen metallverarbeitende Grundtechniken im Mittelpunkt: Feilen, Sägen, Bohren, Messen mit Schublehre und Mikrometerschraube sowie erste Kenntnisse in der Werkstoffkunde (Stahl, Edelstahl, Aluminium). Grundlagen des Schweißens (MAG) und Lesen technischer Zeichnungen werden eingeführt. Im 2. Lehrjahr vertiefen Auszubildende ihre Schweißkenntnisse (WIG, Elektro), lernen den Umgang mit CNC-gesteuertem Brennschneiden und Abkantpressen sowie Oberflächenbehandlung durch Schleifen, Beizen und Grundieren. Die Fachrichtung wird gewählt. Im 3. Lehrjahr erfolgt die fachrichtungsspezifische Spezialisierung: In der Konstruktionstechnik werden komplexe Stahlbaukonstruktionen geplant und gefertigt; in der Metallgestaltung künstlerisch-gestalterische Techniken wie Schmieden vertieft; im Nutzfahrzeugbau Aufbau und Reparatur von Fahrzeugaufbauten. Im Vergleich zum Industriemechaniker liegt der Fokus stärker auf Baustellenmontage und handwerklicher Fertigung.
IHK-Prüfung & Abschluss
Teil 1, die Zwischenprüfung, findet am Ende des zweiten Ausbildungsjahres meist im Januar oder Februar statt: eine rund fünfstündige praktische Arbeitsaufgabe zur Fertigung eines vorgegebenen Metallbauteils inklusive Schweißen und Messen sowie ein 60-minütiger schriftlicher Teil zu Grundlagen der Metallverarbeitung. Teil 2 im dritten Lehrjahr, im Sommer oder Winter, besteht aus der praktischen Arbeitsaufgabe - einem Kundenauftrag, der gefertigt und montiert wird, etwa acht Stunden, 50 Prozent -, Wirtschafts- und Sozialkunde schriftlich (60 Minuten, 10 Prozent), Technischer Kommunikation und Werkstoffkunde schriftlich (120 Minuten, 20 Prozent) sowie fachrichtungsspezifischen Aufgaben schriftlich (90 Minuten, 20 Prozent). Im Gesamtergebnis und in der praktischen Arbeitsaufgabe sind jeweils mindestens 50 Punkte nötig; bei knappem Bestehen kann ein rund 15-minütiges Fachgespräch hinzugezogen werden.
Prüfungsthemen
- Technische Kommunikation und Zeichnungslesen
- Werkstoffkunde (Stahl, Edelstahl, Aluminium, NE-Metalle)
- Fügetechnik (Schweißen MAG/WIG, Löten, Schrauben)
- Fertigungstechnik (Trennen, Umformen, Abkanten)
- Konstruktion und Statik von Metallbaukonstruktionen
- Oberflächenbehandlung und Korrosionsschutz
- Wirtschafts- und Sozialkunde
Karriere nach der Ausbildung
Nach der Ausbildung sind folgende Weiterbildungen möglich: - **Metallbauermeister HwO**: Voraussetzung für die Selbstständigkeit und Führungsaufgaben im Handwerksbetrieb - **Techniker Fachrichtung Metall- oder Stahltechnik**: staatlich geprüft, 2 Jahre Vollzeit oder berufsbegleitend - **Industriemeister Metall (IHK)**: für den industriellen Bereich - **Bachelor of Engineering** (Maschinenbau, Stahlbau, Konstruktionstechnik) über Abendstudium oder Duales Studium Nach 5–10 Jahren sind Positionen als Werkstattleiter, Montageleiter, Kalkulator oder Projektleiter im Metallbaubetrieb realistisch. Gehälter steigen von rund 2.400 € (Einstieg) auf 3.500–4.500 € als Meister oder Techniker. Spezialisierungen im Bereich Brandschutz, Fassadenbau oder Fahrzeugaufbau erhöhen die Nachfrage.
Aufstiegsfortbildung nach der Ausbildung
Bewerbungstipps
Ab Herbst des Vorjahres, also 12 bis 18 Monate vor dem meist im August oder September liegenden Start, sollte die Bewerbung eingereicht werden. In die Mappe gehören ein Anschreiben mit Bezug auf konkrete Tätigkeiten wie Schweißen oder Konstruktion, Lebenslauf, letztes Schulzeugnis und gegebenenfalls Praktikumsnachweise. Im Vorstellungsgespräch werden häufig technisches Grundverständnis und Motivation abgefragt, viele Betriebe setzen einen internen Eignungstest mit Mathematikaufgaben wie Bruchrechnung und Geometrie, handwerklichen Grundkenntnissen und räumlichem Denken ein. Ein vorheriges Praktikum im Metallbau- oder Schlossereibetrieb ist ein starkes Argument; am meisten überzeugen Bewerber, die technische Zeichnungen kennen, bereits geschraubt oder gelötet haben und Sorgfalt sowie Pünktlichkeit zeigen.
Ratgeber
Wer als Metallbauer arbeitet, schweißt und biegt Werkstücke aus Stahl- oder Aluminiumblechen nach CAD-Zeichnung und montiert anschließend Treppen, Tore, Fassadenelemente oder Geländer direkt auf der Baustelle, in enger Abstimmung mit Architekten und Bauleitern. Die dreijährige BBiG-Ausbildung wird mit 620 bis 900 Euro vergütet, der Einstieg danach liegt bei rund 2.400 Euro.
Häufige Fragen
Wie viel verdient man als Metallbauer in der Ausbildung?
Wie lange dauert die Ausbildung zum Metallbauer?
Welche Fachrichtungen gibt es beim Metallbauer?
Welcher Schulabschluss wird für die Ausbildung zum Metallbauer benötigt?
In welchen Branchen und bei welchen Arbeitgebern können Metallbauer arbeiten?
Welche Weiterbildungs- und Studienmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung?
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