🧭AG
← Alle Berufe

Kaufmann für Mobilität und Verkehrsservice

Früher: Kaufmann für Verkehrsservice

Der Kaufmann für Verkehrsservice ist ein dreijähriger anerkannter Ausbildungsberuf nach BBiG im Bereich Verkehr und Öffentlicher Personennahverkehr. Ausgebildete Fachkräfte beraten Fahrgäste, verkaufen Tickets, bearbeiten Reklamationen und koordinieren Serviceleistungen im Personen- und Bahnverkehr. Der Beruf eignet sich für kommunikationsstarke Menschen, die gerne mit Menschen arbeiten und ein Interesse an Mobilität, Logistik und modernen Informationssystemen mitbringen.

ℹ️ Für diesen Beruf gilt seit dem 1.8.2026 eine neu geordnete Ausbildung — einzelne Angaben auf dieser Seite werden gerade aktualisiert.

Ausbildungsdauer

3 Jahre

Azubi-Gehalt

700–1.100 €

pro Monat

Einstiegsgehalt

ab 2.200 €

nach der Ausbildung

Prüfung

IHK-Abschluss

Was machst du als Kaufmann für Mobilität und Verkehrsservice?

Der Arbeitsalltag spielt sich überwiegend in Bahnhöfen, Reisezentren, Servicestellen oder Call-Centern von Verkehrsunternehmen ab. Morgens beginnt der Tag häufig mit der Vorbereitung des Serviceschalters: Kasse prüfen, Systeme wie das DB-eigene Verkaufssystem COBRA oder das Buchungssystem IVS hochfahren und aktuelle Fahrplanänderungen oder Streckenmeldungen lesen. Im Tagesverlauf werden Fahrkarten, Zeitkarten und Sparpreis-Tickets für Nah- und Fernverkehr verkauft, Reiseauskünfte über Verbindungen und Tarifzonen erteilt sowie Gruppenreisen geplant. Nachmittags stehen häufig Reklamationsbearbeitungen und Erstattungsanträge an, zum Beispiel bei Zugausfällen oder verspäteten Anschlüssen. Hinzu kommen administrative Aufgaben wie Tagesabrechnungen, das Aufladen von Chipkarten (z. B. NFC-Tickets) oder die Pflege von Kundendaten in CRM-Systemen. Zusammengearbeitet wird eng mit Zugpersonal, Sicherheitsdienst, Leitstellen sowie Kollegen aus dem Dispositionsbereich.

Wo arbeitest du?

Hauptarbeitgeber sind die Deutsche Bahn AG mit ihren Tochtergesellschaften (DB Regio, DB Fernverkehr, DB Station & Service), regionale Verkehrsverbünde (z. B. MVV, VRR, HVV), Stadtwerke mit Nahverkehrsbetrieb sowie private Busunternehmen und Fernbusanbieter wie FlixBus. Einsatzorte sind Bahnhöfe, Reisezentren, Servicecenter und Call-Center. Im öffentlichen Personennahverkehr herrscht ein spürbarer Fachkräftemangel, insbesondere in ländlichen Regionen.

Voraussetzungen

Mindestens ein mittlerer Schulabschluss wird für diese Ausbildung empfohlen, da Tarifsysteme, Buchungssoftware und kaufmännische Abrechnung ein gutes Verständnis von Mathematik und Deutsch voraussetzen. Wichtig sind Mathematik für Prozent- und Zinsrechnung, Deutsch für schriftliche und mündliche Kommunikation sowie Englisch für internationale Fahrgäste. Ausgeprägte Kommunikationsfähigkeit und Stressresistenz in Stoßzeiten gehören zu den persönlichen Stärken, ebenso Freude am Umgang mit Menschen unterschiedlicher Herkunft, Zuverlässigkeit und serviceorientiertes Denken.

Was lernst du in der Ausbildung?

Im ersten Lehrjahr stehen Grundlagen des öffentlichen Personennahverkehrs und Fernverkehrs im Mittelpunkt: Tarifsysteme (VDV-Tarife, DB-Tarif), Grundlagen der Verkehrsgeografie, betriebswirtschaftliche Basiskenntnisse sowie einfache Kundenberatung und Ticketverkauf. Außerdem werden Grundlagen der Kassenführung und des Zahlungsverkehrs gelehrt. Im zweiten Lehrjahr folgen vertiefte Kenntnisse in Fahrplan- und Auskunftssystemen, Reisekostenabrechnung, Beschwerdemanagement und rechtliche Grundlagen des Personenbeförderungsgesetzes (PBefG). Das dritte Lehrjahr widmet sich der Spezialisierung: komplexe Reiseplanung, Gruppenreisen, Marketing im Verkehrsbereich, Qualitätssicherung und das Managen von Störungssituationen. Im Vergleich zum Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistung liegt der Fokus klar auf dem direkten Kundenkontakt im Personenverkehr statt auf Gütertransport und Frachtpapieren.

Serviceleistungen im VerkehrKaufmännische Steuerung und KontrolleWirtschafts- und SozialkundeDeutsch/KommunikationEnglisch im Verkehrsservice

IHK-Prüfung & Abschluss

Zur Mitte des zweiten Ausbildungsjahres, meist im Frühjahr, findet die Zwischenprüfung statt und prüft schriftlich die bis dahin erworbenen Grundkenntnisse in Serviceleistungen im Verkehr sowie Wirtschafts- und Sozialkunde, jeweils rund 60 Minuten. Die Abschlussprüfung Teil 2 am Ende des dritten Lehrjahres besteht aus Serviceleistungen im Verkehr mit dem größten Anteil von 50 Prozent und rund 150 Minuten, Kaufmännische Steuerung und Kontrolle (20 Prozent, rund 60 Minuten) sowie Wirtschafts- und Sozialkunde (10 Prozent, rund 60 Minuten). Dazu kommt eine praktische Arbeitsaufgabe, ein Kundenberatungsgespräch als Rollenspiel oder eine fallbezogene Aufgabe, mit anschließendem Fachgespräch von etwa 20 Minuten (20 Prozent). Zum Bestehen müssen im Gesamtergebnis mindestens 50 von 100 Punkten erreicht werden, kein Einzelbereich darf ungenügend bewertet sein.

Prüfungsthemen

  • Tarifsysteme und Verkaufsabwicklung (DB-Tarif, VDV-Tarife, Verbundtarife)
  • Kundenberatung und Beschwerdemanagement
  • Fahrplan- und Verbindungsauskunft (HAFAS, IVS)
  • Rechtliche Grundlagen (PBefG, Fahrgastrechte, EU-Fahrgastrechteverordnung)
  • Kaufmännische Steuerung und Kassenführung
  • Wirtschafts- und Sozialkunde
  • Qualitätssicherung und Servicestandards im Verkehrsbereich

Karriere nach der Ausbildung

Nach der Ausbildung besteht die Möglichkeit zur Weiterbildung zum Fachwirt für den öffentlichen Dienst (IHK) oder zum Verkehrsfachwirt (IHK), der gezielt auf Führungspositionen im Verkehrsbereich vorbereitet. Ein Aufstieg zum Teamleiter Service oder Stationsleiter ist nach drei bis fünf Berufsjahren realistisch. Für Karriereinteressierte mit Hochschulzugangsberechtigung bieten sich Studiengänge wie Verkehrsbetriebswirtschaft, Transport- und Logistikmanagement oder Business Administration an. Gehaltlich entwickelt sich das Bruttomonatsgehalt von rund 2.200 EUR beim Berufsstart auf bis zu 3.500 EUR in gehobenen Positionen. Spezialisierungen sind im Bereich Barrierefreiheit und Fahrgastrechte, Veranstaltungsverkehr oder im internationalen Fernverkehr möglich.

Bewerbungstipps

Weil große Unternehmen wie die Deutsche Bahn ihre Auswahlverfahren weit im Voraus durchführen, sollten Bewerbungen zwölf bis achtzehn Monate vor dem gewünschten Ausbildungsstart, idealerweise bereits im Herbst des Vorjahres, eingereicht werden. Ein Anschreiben mit konkretem Bezug auf den Verkehrsservice gehört in die Mappe, dazu tabellarischer Lebenslauf, aktuelles Schulzeugnis und gegebenenfalls Praktikumsnachweise. Typisch ist ein mehrstufiges Auswahlverfahren: zuerst ein Online-Bewerbungstest zu Sprachverständnis, Mathematik und logischem Denken, danach ein Vorstellungsgespräch mit Situationsrollenspielen zur Kundenberatung. Ausbilder überzeugt, wer echtes Interesse am ÖPNV zeigt, Kenntnisse über Tarife und Verbundnetze mitbringt, sicher und freundlich kommuniziert und Erfahrungen aus dem Servicebereich, etwa durch Praktika oder Nebenjobs, vorweisen kann.

Werbung
Professionelle Bewerbungsunterlagen erstellen lassen -- Die Bewerbungsschreiber

Mehr Tipps: Bewerbung für die Ausbildung schreiben →

Ratgeber

Fahrkarten und Zeitkarten verkaufen, Reiseauskünfte zu Verbindungen und Tarifzonen erteilen sowie Reklamationen bei Zugausfällen oder verspäteten Anschlüssen bearbeiten – das prägt den Alltag im Kundenservice von Bahnhöfen, Reisezentren und Servicestellen. Die Ausbildung zum Kaufmann für Mobilität und Verkehrsservice dauert 3 Jahre nach BBiG, vergütet mit 700 bis 1.100 Euro, der Berufseinstieg liegt bei etwa 2.200 Euro.

Häufige Fragen

Wie viel verdient man als Kaufmann für Mobilität und Verkehrsservice in der Ausbildung?
Das Ausbildungsgehalt als Kaufmann für Mobilität und Verkehrsservice liegt bei etwa 700–1.100 Euro pro Monat. Nach der Ausbildung liegt das Einstiegsgehalt bei etwa 2.200 Euro monatlich.
Wie lange dauert die Ausbildung zum Kaufmann für Mobilität und Verkehrsservice?
Die duale Ausbildung zum Kaufmann für Mobilität und Verkehrsservice dauert regulär 3 Jahre. In dieser Zeit wechselst du zwischen Berufsschule und Ausbildungsbetrieb.
Gibt es Spezialisierungen im Beruf Kaufmann für Verkehrsservice?
Der Beruf selbst ist nicht in offizielle Fachrichtungen unterteilt, bietet jedoch durch unterschiedliche Einsatzbereiche wie Personenbeförderung, Luftverkehr oder Bahnbetrieb eine faktische Spezialisierung. Je nach Ausbildungsbetrieb liegen die Schwerpunkte beispielsweise im Flughafenbereich, im öffentlichen Nahverkehr oder bei Reiseveranstaltern.
Welcher Schulabschluss wird für die Ausbildung zum Kaufmann für Verkehrsservice benötigt?
Gesetzlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. In der Praxis stellen die meisten Ausbildungsbetriebe jedoch Bewerber mit einem mittleren Schulabschluss (Realschulabschluss) ein. Bewerber mit Hauptschulabschluss haben ebenfalls Chancen, insbesondere wenn sie gute Noten in Deutsch, Mathematik und Englisch vorweisen können.
In welchen Branchen und bei welchen Arbeitgebern kann man als Kaufmann für Verkehrsservice arbeiten?
Typische Arbeitgeber sind Bahnunternehmen wie die Deutsche Bahn, Flughafenbetreiber, Busunternehmen, Reedereien sowie Unternehmen des öffentlichen Personennahverkehrs. Einsatzorte sind unter anderem Bahnhöfe, Flughäfen, Reisezentren und Kundendienststellen. Die Branche umfasst sowohl öffentliche als auch private Verkehrsunternehmen.
Welche Weiterbildungs- und Studienmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung?
Nach der Ausbildung besteht die Möglichkeit, sich zum Verkehrsfachwirt (IHK) weiterzubilden oder Führungspositionen im Verkehrsbereich anzustreben. Mit der Ausbildung und entsprechender Berufserfahrung kann über die Meisterschule oder Fachschule auch ein Studium an einer Fachhochschule aufgenommen werden, etwa in den Bereichen Logistik, Verkehrswirtschaft oder Betriebswirtschaft.

Ähnliche Berufe in Verkehr, Transport und Logistik

Servicefahrer

Servicefahrer/-innen transportieren Waren, Güter oder Personen und übernehmen dabei auch Kundenkontakt, einfache Montage- oder Servicetätigkeiten direkt beim Empfänger. Der Beruf verbindet Fahrpraxis mit Kundenservice und logistischen Aufgaben. Er eignet sich für Menschen mit Freude am Fahren, Organisationstalent und einem sicheren, freundlichen Auftreten gegenüber Kunden.

3 Jahre →

Fachkraft im Fahrbetrieb

Fachkräfte im Fahrbetrieb steuern Busse und Straßenbahnen im öffentlichen Personennahverkehr und organisieren den sicheren Betriebsablauf. Der Beruf verbindet handwerklich-technische Fahrzeugkenntnisse mit Kundenservice und betriebswirtschaftlichem Denken. Er eignet sich für Menschen, die gern eigenverantwortlich arbeiten, Freude am Umgang mit Fahrgästen haben und technisches Interesse mitbringen.

3 Jahre →

Berufskraftfahrer

Berufskraftfahrer transportieren Güter oder Personen sicher und termingerecht auf nationalen und internationalen Routen. Der Beruf verbindet technisches Fahrzeugwissen mit Logistikkenntnissen, Verantwortungsbewusstsein und eigenständiger Arbeitsorganisation. Er eignet sich besonders für Menschen, die gerne alleine arbeiten, Technik mögen und eine große Affinität zu Fahrzeugen und dem Straßenverkehr mitbringen.

3 Jahre →

Eisenbahner in der Zugverkehrssteuerung

Eisenbahner in der Zugverkehrssteuerung koordinieren und sichern den sicheren Bahnbetrieb im Stellwerk und Betriebszentrum. Sie steuern Zugfahrten, stellen Fahrstraßen und Weichen und sorgen dafür, dass Tausende von Zügen täglich pünktlich und kollisionsfrei fahren. Der Beruf eignet sich für technisch interessierte, verantwortungsbewusste Menschen mit hoher Konzentrationsfähigkeit und Freude an komplexen Abläufen.

3 Jahre →