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Eisenbahner in der Zugverkehrssteuerung

Eisenbahner in der Zugverkehrssteuerung koordinieren und sichern den sicheren Bahnbetrieb im Stellwerk und Betriebszentrum. Sie steuern Zugfahrten, stellen Fahrstraßen und Weichen und sorgen dafür, dass Tausende von Zügen täglich pünktlich und kollisionsfrei fahren. Der Beruf eignet sich für technisch interessierte, verantwortungsbewusste Menschen mit hoher Konzentrationsfähigkeit und Freude an komplexen Abläufen.

Ausbildungsdauer

3 Jahre

Azubi-Gehalt

1.000–1.200 €

pro Monat

Einstiegsgehalt

ab 2.600 €

nach der Ausbildung

Prüfung

IHK-Abschluss

Was machst du als Eisenbahner in der Zugverkehrssteuerung?

Der Arbeitsalltag findet überwiegend in Stellwerken oder modernen Betriebszentralen statt – im Schichtbetrieb rund um die Uhr, auch an Wochenenden und Feiertagen. Morgens übernimmst du die Schicht, prüfst aktuelle Fahrpläne, Streckenbesonderheiten und Baustellen im Bildschirmstellwerk (ESTW) oder am elektronischen Stelltisch. Du stellst Fahrstraßen frei, schaltest Signale wie Hauptsignale und Vorsignale und koordinierst via Zugfunk oder Fernsprechanlage mit Triebfahrzeugführern, Fahrdienstleitern benachbarter Stellwerke und dem Netzleitsystem. Nachmittags dokumentierst du Unregelmäßigkeiten im Betriebsbuch, meldest Störungen an Weichen oder Gleisfreimeldeanlagen und koordinierst Sperrfahrten für Gleisunterhaltung. Zwei typische Aufgaben: Das Einleiten von Gegenmaßnahmen bei Verspätungskaskaden durch Koordination mit der Dispositionszentrale sowie das Schalten von Langsamfahrstellen (Lf-Signale) bei Baustellen. Die Arbeit erfordert höchste Konzentration, da Fehler schwerwiegende Folgen haben können.

Wo arbeitest du?

Hauptarbeitgeber ist die DB Netz AG (Deutsche Bahn AG) mit hunderten Stellwerken und modernen Betriebszentralen bundesweit. Daneben kommen nichtbundeseigene Eisenbahnen (NE-Bahnen) wie Bayerische Oberlandbahn, SWEG, Transdev oder Stadtbahnen (S-Bahn Hamburg, Berliner S-Bahn) sowie private Eisenbahninfrastrukturunternehmen in Frage. Es herrscht erheblicher Fachkräftemangel: Die Deutsche Bahn allein sucht jährlich mehrere tausend neue Eisenbahner in der Zugverkehrssteuerung, da viele erfahrene Kräfte in den Ruhestand wechseln.

Voraussetzungen

Mindestens ein mittlerer Schulabschluss wird für diese Ausbildung empfohlen, da die Regelwerke und technischen Zusammenhänge gutes Leseverständnis und logisches Denken verlangen. Mathematik ist wichtig für Berechnungen zu Streckenkapazität und Zeiten, Deutsch für Regelwerklektüre und Dokumentation, Physik für Bremswege und Kräfte. Konzentrationsfähigkeit unter Stress, hohe Zuverlässigkeit und räumliches Vorstellungsvermögen gehören zu den persönlichen Voraussetzungen, ebenso Teamfähigkeit für die Schichtkommunikation und die Bereitschaft zum Schichtdienst an Nächten, Wochenenden und Feiertagen. Gute Sehfähigkeit und Farbtüchtigkeit für Signalfarben werden betriebsärztlich geprüft.

Was lernst du in der Ausbildung?

Im ersten Lehrjahr lernst du die Grundlagen des Eisenbahnwesens: Signalwesen (Hl- und Ks-System), Grundbegriffe der Fahrdienstvorschrift (FV/FDV), Aufbau von Gleisanlagen sowie Sicherungstechnik (Streckenblock, Bahnübergangssicherung). Du machst dich mit dem Betriebsregelwerk der DB Netz AG oder EVU-spezifischen Vorschriften vertraut und übst erste Handlungen am Simulationsstellwerk. Im zweiten und dritten Lehrjahr vertiefst du die Bedienung elektronischer Stellwerke (ESTW), Zugmeldeverfahren, Störungsmanagement und das Handling von außergewöhnlichen Ereignissen wie Notbremsungen oder Fahrzeugbränden. Du lernst das Zugfolgesystem, Langsamfahrstellen einzurichten und Bauzugkoordination durchzuführen. Im Vergleich zur Ausbildung zum Lokomotivführer liegt der Schwerpunkt nicht auf Fahrtechnik, sondern auf Disposition, Regelwerken und technischer Sicherungstechnik.

Zugverkehrssteuerung und BetriebsdurchführungLeit- und SicherungstechnikKommunikation und ArbeitsorganisationWirtschafts- und Sozialkunde

IHK-Prüfung & Abschluss

Zur Mitte des zweiten Ausbildungsjahres, etwa zum 18. Monat, findet die Zwischenprüfung statt: ein schriftlicher Teil zu eisenbahnspezifischen Grundlagen wie Signalwesen, Regelwerken und Sicherungstechnik von 120 Minuten sowie eine praktische Aufgabe am Simulator oder Stellwerk von rund 60 Minuten. Die Abschlussprüfung Teil 2 am Ende des dritten Ausbildungsjahres gliedert sich in Zugverkehrssteuerung und Betrieb als praktische Arbeitsaufgabe am Stellwerk von 150 Minuten (50 Prozent), Eisenbahnbetrieb und Technik (schriftlich, 90 Minuten, 20 Prozent), Wirtschafts- und Sozialkunde (schriftlich, 60 Minuten, 10 Prozent) sowie Kommunikation und Arbeitsorganisation (schriftlich, 60 Minuten, 20 Prozent). An die praktische Arbeitsaufgabe schließt sich ein Fachgespräch von rund 15 Minuten an. Zum Bestehen müssen alle Prüfungsbereiche mit mindestens 50 Punkten, also ausreichend, abgeschlossen werden, kein Bereich darf unter 30 Punkte fallen.

Prüfungsthemen

  • Signalwesen (Hl-System, Ks-System, Lf-Signale)
  • Fahrdienstvorschrift (FV) und Betriebsregelwerk
  • Elektronische Stellwerkstechnik (ESTW) und Bedienoberflächen
  • Zugmeldeverfahren und Streckenblock
  • Bahnübergangssicherung und Gleisfreimeldeanlagen
  • Störungsmanagement und außergewöhnliche Ereignisse
  • Wirtschafts- und Sozialkunde

Karriere nach der Ausbildung

Nach der Ausbildung sind folgende Weiterbildungswege realistisch: Fahrdienstleiter mit erweiterter Streckenkenntnis, Ausbilder für Nachwuchskräfte im Stellwerk sowie Triebfahrzeugführer (mit zusätzlicher Ausbildung nach TfV). Mittelfristig bieten sich an: Verkehrsmeister Eisenbahn (IHK), Techniker Fachrichtung Verkehr oder ein berufsbegleitender Bachelor-Studiengang Verkehrsbetrieb/Bahnsystemingenieurwesen (z. B. TH Brandenburg, Hochschule Heilbronn). Nach 5–10 Jahren sind Positionen als Schichtleiter in der Betriebszentrale, Bezirksleiter Bahnbetrieb oder Projektleiter in der Leit- und Sicherungstechnik möglich. Das Bruttogehalt steigt von ca. 2.600 EUR im Einstieg auf über 3.800 EUR in Leitungsfunktionen. Spezialisierungen: ETCS/ERTMS-Systeme, Digitales Stellwerk (DSTW).

Bewerbungstipps

Weil die Auswahl bei der Deutschen Bahn oder NE-Bahnen mehrstufig ist, sollte man sich 9 bis 12 Monate vor dem gewünschten Ausbildungsstart bewerben. Anschreiben mit Bezug auf Eisenbahn und Technikinteresse, tabellarischer Lebenslauf, letztes Schulzeugnis und gegebenenfalls Praktikumsnachweise gehören in die Mappe. Der Auswahlprozess bei DB Ausbildung umfasst einen Online-Eignungstest zu Konzentration, Logik, technischem Verständnis und Reaktionszeit, ein telefonisches oder persönliches Vorstellungsgespräch sowie einen medizinischen und psychologischen Eignungstest. Ausbilder überzeugen sich besonders von Bewerbern, die Kenntnisse über den Eisenbahnbetrieb wie Signalsysteme und Fahrbetrieb, Zuverlässigkeit im Schichtdienst und Interesse an sicherheitskritischen Aufgaben mitbringen. Praktika bei DB-Betriebsstellen oder Schnuppertage sind ein klarer Vorteil.

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Mehr Tipps: Bewerbung für die Ausbildung schreiben →

Ratgeber

In Stellwerken und Betriebszentralen stellen Eisenbahner in der Zugverkehrssteuerung Fahrstraßen frei, schalten Signale und koordinieren per Zugfunk mit Triebfahrzeugführern und benachbarten Stellwerken – im Schichtbetrieb rund um die Uhr. Die dreijährige BBiG-Ausbildung wird mit 1000 bis 1200 Euro vergütet, der Einstieg danach liegt bei etwa 2600 Euro. Höchste Konzentration ist gefordert, da Fehler schwerwiegende Folgen haben können.

Häufige Fragen

Wie viel verdient man als Eisenbahner in der Zugverkehrssteuerung in der Ausbildung?
Das Ausbildungsgehalt als Eisenbahner in der Zugverkehrssteuerung liegt bei etwa 1.000–1.200 Euro pro Monat. Nach der Ausbildung liegt das Einstiegsgehalt bei etwa 2.600 Euro monatlich.
Wie lange dauert die Ausbildung zum Eisenbahner in der Zugverkehrssteuerung?
Die duale Ausbildung zum Eisenbahner in der Zugverkehrssteuerung dauert regulär 3 Jahre. In dieser Zeit wechselst du zwischen Berufsschule und Ausbildungsbetrieb.
Gibt es Spezialisierungen im Beruf Eisenbahner in der Zugverkehrssteuerung?
Der Beruf gliedert sich in zwei Fachrichtungen: Leit- und Sicherungstechnik sowie Fahrweg. In der Fachrichtung Leit- und Sicherungstechnik steuern Fachkräfte den Zugverkehr über Stellwerke und Leitzentralen, während die Fachrichtung Fahrweg stärker auf die Infrastruktur und den Betrieb von Gleisanlagen ausgerichtet ist. Die Spezialisierung erfolgt im Verlauf der Ausbildung.
Welcher Schulabschluss wird für die Ausbildung zum Eisenbahner in der Zugverkehrssteuerung benötigt?
Formal ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben, da die Berufszulassung nach BBiG geregelt ist. In der Praxis bevorzugen Ausbildungsbetriebe jedoch Bewerber mit mittlerem Schulabschluss (Realschule) oder Abitur. Aufgrund der technischen Anforderungen, insbesondere in Mathematik und Physik, sind solide Kenntnisse in diesen Fächern von Vorteil.
Bei welchen Arbeitgebern und in welchen Branchen kann man als Eisenbahner in der Zugverkehrssteuerung arbeiten?
Der wichtigste Arbeitgeber ist die Deutsche Bahn AG mit ihren verschiedenen Tochterunternehmen, insbesondere DB Netz und DB RegioNetz. Darüber hinaus bieten private Eisenbahninfrastrukturunternehmen sowie Verkehrsverbünde und Stadtbahnen Arbeitsplätze in diesem Beruf an. Auch Industriebahnen größerer Betriebe und internationale Eisenbahngesellschaften kommen als Arbeitgeber in Frage.
Welche Weiterbildungs- und Studienmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung?
Nach der Ausbildung können Fachkräfte sich zum Fachwirt oder Meister im Eisenbahnbetrieb weiterqualifizieren. Mit entsprechender Hochschulzugangsberechtigung ist auch ein Studium in Bereichen wie Verkehrsbetriebswirtschaft, Bahntechnik oder Wirtschaftsingenieurwesen möglich. Manche Bundesländer ermöglichen zudem über eine berufliche Aufstiegsprüfung den Zugang zu Fachhochschulen ohne klassisches Abitur.

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