🧭AG
← Alle Berufe

Fertigungsmechaniker

Fertigungsmechaniker stellen in der industriellen Serienfertigung mechanische Bauteile und Baugruppen her, montieren diese und kontrollieren die Qualität. Der Beruf verbindet manuelle Metallbearbeitung mit dem Bedienen von CNC-gesteuerten Maschinen und Fertigungsanlagen. Er eignet sich besonders für technisch interessierte Menschen mit handwerklichem Geschick und einem Auge für Präzision und Maßgenauigkeit.

Ausbildungsdauer

3 Jahre

Azubi-Gehalt

620–950 €

pro Monat

Einstiegsgehalt

ab 2.600 €

nach der Ausbildung

Prüfung

IHK-Abschluss

Was machst du als Fertigungsmechaniker?

Morgens beginnt der Arbeitstag in der Fertigungshalle mit der Übergabe aus der Frühschicht und dem Einrichten von CNC-Dreh- oder Fräsmaschinen (z. B. DMG Mori, Mazak). Du spannst Werkstücke aus Stahl, Aluminium oder Gusseisen in Vorrichtungen ein, rufst NC-Programme auf und überwachst den automatisierten Zerspanungsprozess. Dabei misst du regelmäßig Maße mit Messschieber, Bügelmessschraube oder 3D-Messgerät und dokumentierst die Ergebnisse im Prüfprotokoll. Nachmittags stehen häufig Montagetätigkeiten an: Du fügst vorgefertigte Einzelteile zu Baugruppen zusammen, verschraubst, verstiftest oder pressst Wellen und Lager. Außerdem führst du einfache Wartungen an den Fertigungsmaschinen durch, tauschst Schneidwerkzeuge (Wendeschneidplatten, Bohrer) aus und meldest Abweichungen an den Schichtführer. Du arbeitest eng mit Qualitätsprüfern, Einrichtern und Produktionsplanern zusammen und nutzt betriebliche ERP-Systeme wie SAP zur Rückmeldung abgeschlossener Fertigungsaufträge.

Wo arbeitest du?

Fertigungsmechaniker arbeiten überwiegend in der metallverarbeitenden und elektrotechnischen Industrie: Automobilzulieferer (z. B. Bosch, ZF, Continental), Maschinenbauunternehmen (Trumpf, KUKA, Festo), Luft- und Raumfahrtbetriebe sowie Anlagen- und Gerätehersteller. Typische Arbeitgeber sind mittelständische Serienfertigungsbetriebe und Großkonzerne mit eigener Fertigung. In der Region Baden-Württemberg und Bayern ist die Nachfrage besonders hoch. Fachkräftemangel besteht vor allem bei erfahrenen CNC-Fachkräften mit Montagekenntnissen; die Übernahmequoten nach der Ausbildung sind entsprechend hoch.

Voraussetzungen

Ein guter Hauptschulabschluss wird empfohlen, viele Betriebe entscheiden sich jedoch für Bewerber mit mittlerem Schulabschluss. Besonders wichtig sind gute Noten in Mathematik für Toleranzen und Passungen, in Physik für Mechanik und Werkstoffe sowie im Fach Technik. Wer mit handwerklichem Geschick, räumlichem Vorstellungsvermögen und Konzentrationsfähigkeit für präzises, maßgenaues Arbeiten überzeugt, bringt gute Voraussetzungen mit. In der getakteten Serienproduktion sind Sorgfalt, Zuverlässigkeit und Teamfähigkeit unverzichtbar, ebenso grundlegendes technisches Verständnis und Interesse an Maschinen und Fertigungsprozessen.

Was lernst du in der Ausbildung?

Im 1. Lehrjahr erwirbst du grundlegende Metallbearbeitungstechniken: manuelles Feilen, Sägen, Bohren, Gewindeschneiden und Anreißen. Du lernst den sicheren Umgang mit handgeführten Werkzeugen und konventionellen Werkzeugmaschinen sowie das Lesen technischer Zeichnungen und Stücklisten. Im 2. Lehrjahr vertiefst du die spanende Fertigung an CNC-Dreh- und Fräsmaschinen, lernst die Grundlagen der CNC-Programmierung (DIN/ISO, Siemens Sinumerik) und führst einfache Qualitätsprüfungen mit Mess- und Prüfmitteln durch. Hinzu kommen Grundlagen der Montagetechnik und Fügetechnologien. Im 3. Lehrjahr spezialisierst du dich auf die Serienproduktion, optimierst Rüstvorgänge, übernimmst Fehleranalysen bei Maßabweichungen und arbeitest mit statistischer Prozesskontrolle (SPC). Im Vergleich zum Zerspanungsmechaniker liegt der Fokus stärker auf der Montage von Baugruppen und dem Zusammenspiel im Fertigungssystem als auf der reinen Zerspanung.

FertigungstechnikTechnische MathematikTechnisches Zeichnen / CADQualitätssicherungWirtschafts- und Sozialkunde

IHK-Prüfung & Abschluss

Nach der Ausbildungsordnung des BBiG gliedert sich die Prüfung in zwei Teile. Teil 1 findet im zweiten Ausbildungsjahr, etwa im 18. Monat, statt: eine dreistündige praktische Arbeitsaufgabe zur Fertigung eines Werkstücks nach Zeichnung sowie ein 60-minütiger schriftlicher Teil zu technologischen Grundlagen. Am Ende des dritten Lehrjahres folgt Teil 2 mit der praktischen Arbeitsaufgabe - Herstellen und Montieren einer Baugruppe in sieben Stunden (50 Prozent) -, dazu Fertigungstechnik schriftlich (120 Minuten, 20 Prozent), Fertigungsplanung und -steuerung schriftlich (60 Minuten, 10 Prozent), Wirtschafts- und Sozialkunde schriftlich (60 Minuten, 10 Prozent) sowie einem rund 20-minütigen Fachgespräch (10 Prozent). Im Gesamtergebnis müssen mindestens 50 von 100 Punkten erreicht werden, wobei die praktische Arbeitsaufgabe nicht unter 30 Punkte fallen darf.

Prüfungsthemen

  • Spanende Fertigungsverfahren (Drehen, Fräsen, Bohren)
  • CNC-Programmierung (DIN/ISO, Siemens Sinumerik)
  • Lesen und Anwenden technischer Zeichnungen und Toleranzangaben
  • Montage von Baugruppen und Fügetechnologien
  • Qualitätsprüfung und Mess- und Prüfmittelkunde
  • Fertigungsplanung und Arbeitsorganisation
  • Wirtschafts- und Sozialkunde

Karriere nach der Ausbildung

Nach der Ausbildung bieten sich mehrere Weiterbildungswege an. Der klassische Aufstieg führt über den Industriemeister Metall (IHK), der Führungsaufgaben in der Produktion ermöglicht (Schichtleiter, Fertigungsleiter). Alternativ ist der staatlich geprüfte Techniker Fachrichtung Maschinentechnik möglich, der den Einstieg in die technische Planung eröffnet. Mit Fachhochschulreife ist ein Studium Maschinenbau, Produktionstechnik oder Industrial Engineering (Bachelor of Engineering) umsetzbar. Nach 5–10 Jahren Berufserfahrung sind Positionen als Produktionsleiter, Qualitätsingenieur oder Prozessplaner realistisch. Das Bruttomonatsgehalt steigt von ca. 2.500 EUR beim Einstieg auf 3.500–4.500 EUR als Meister oder Techniker. Spezialisierungen in Robotik, Lean Production oder Qualitätsmanagement (Six Sigma) erhöhen die Chancen deutlich.

Bewerbungstipps

Am besten bewirbst du dich rund 12 Monate im Voraus, also ab September oder Oktober des Vorjahres. Die Bewerbungsmappe sollte ein individuelles Anschreiben mit Bezug auf den konkreten Betrieb und dessen Produkte, einen tabellarischen Lebenslauf, das letzte Schulzeugnis sowie Praktikumsnachweise enthalten. Viele Industriebetriebe setzen einen IHK-Einstellungstest oder einen eigenen Eignungstest ein, der Mathematik wie Prozentrechnung und Geometrie, technisches Verständnis und räumliches Denken prüft; im Vorstellungsgespräch geht es häufig um technische Interessen und Fertigungsprozesse. Besonders überzeugend wirkt, wer erste Kenntnisse aus einem Technikpraktikum mitbringt, Interesse an CNC-Maschinen zeigt und durch präzises, gewissenhaftes Arbeiten punktet - auch Hinweise auf Modellbau, Fahrradsport oder ähnliche handwerkliche Hobbys kommen gut an.

Werbung
Professionelle Bewerbungsunterlagen erstellen lassen -- Die Bewerbungsschreiber

Mehr Tipps: Bewerbung für die Ausbildung schreiben →

Ratgeber

An CNC-Dreh- und Fräsmaschinen richten Fertigungsmechaniker Werkstücke aus Stahl oder Aluminium ein, überwachen automatisierte Zerspanungsprozesse und fügen vorgefertigte Einzelteile durch Verschrauben, Verstiften oder Verpressen zu Baugruppen zusammen. Die dreijährige Ausbildung nach BBiG wird mit 620 bis 950 Euro vergütet, der Einstieg liegt bei rund 2.600 Euro monatlich. Abweichungen werden dabei an den Schichtführer gemeldet und im ERP-System dokumentiert.

Häufige Fragen

Wie viel verdient man als Fertigungsmechaniker in der Ausbildung?
Das Ausbildungsgehalt als Fertigungsmechaniker liegt bei etwa 620–950 Euro pro Monat. Nach der Ausbildung liegt das Einstiegsgehalt bei etwa 2.600 Euro monatlich.
Wie lange dauert die Ausbildung zum Fertigungsmechaniker?
Die duale Ausbildung zum Fertigungsmechaniker dauert regulär 3 Jahre. In dieser Zeit wechselst du zwischen Berufsschule und Ausbildungsbetrieb.
Gibt es beim Fertigungsmechaniker verschiedene Fachrichtungen oder Spezialisierungen?
Der Ausbildungsberuf Fertigungsmechaniker ist nicht in offizielle Fachrichtungen unterteilt, jedoch können Betriebe inhaltliche Schwerpunkte setzen, etwa in der Serienfertigung, Montagetechnik oder Qualitätsprüfung. Je nach Unternehmen und Branche variiert der konkrete Einsatzbereich deutlich.
Welchen Schulabschluss braucht man für die Ausbildung zum Fertigungsmechaniker?
Gesetzlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. In der Praxis stellen viele Betriebe Bewerber mit Hauptschul- oder Realschulabschluss ein. Gute Noten in Mathematik und Physik sowie handwerkliches Geschick sind von Vorteil.
In welchen Branchen und bei welchen Arbeitgebern können Fertigungsmechaniker arbeiten?
Fertigungsmechaniker sind vor allem in der metallverarbeitenden Industrie, im Maschinenbau, in der Automobilindustrie sowie bei Zulieferbetrieben beschäftigt. Auch in der Luft- und Raumfahrttechnik sowie in der Elektrotechnikbranche gibt es Einsatzmöglichkeiten. Arbeitgeber reichen von kleinen Handwerksbetrieben bis zu großen Industrieunternehmen.
Welche Weiterbildungs- oder Studienmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung zum Fertigungsmechaniker?
Nach der Ausbildung können Fertigungsmechaniker sich zum Industriemeister Metall oder zum Techniker weiterbilden. Mit der Fachhochschulreife oder dem Erwerb der Zugangsberechtigung über die Begabtenprüfung ist auch ein Studium, etwa im Maschinenbau oder in der Produktionstechnik, möglich. Zusätzlich bieten Kammern und Bildungsträger Qualifizierungen in Bereichen wie CNC-Technik oder Qualitätsmanagement an.

Ähnliche Berufe in Metallberufe

Hufschmied

Hufschmiede fertigen, formen und befestigen Hufeisen für Pferde, Esel und andere Equiden und sorgen so für die Gesundheit und Bewegungsfähigkeit der Tiere. Der Beruf verbindet traditionelles Schmiedehandwerk mit veterinärmedizinischem Grundwissen und direktem Umgang mit Tieren. Er eignet sich für Menschen, die Metallverarbeitung und Pferde gleichermaßen lieben und körperliche Arbeit schätzen.

3 Jahre →

Edelsteingraveur

Edelsteingraveure gestalten kunstvolle Reliefs, Muster und Inschriften in Edelsteine, Halbedelsteine und Glas mithilfe von Kupfer-, Stahl- und Gummischeiben an der Graviermaschine. Der Beruf verbindet handwerkliche Präzision mit künstlerischer Gestaltungskraft und hat eine jahrhundertealte Tradition in der Schmuck- und Luxusgüterbranche. Er eignet sich für Menschen mit ausgeprägtem Feingefühl, zeichnerischem Talent und Geduld für kleinstteilige, konzentrierte Handarbeit.

3 Jahre →

Kraftfahrzeugmechatroniker

Kraftfahrzeugmechatroniker kombinieren mechanisches und elektronisches Fachwissen, um moderne Fahrzeuge zu warten, zu reparieren und zu diagnostizieren. Der Beruf vereint klassische Metallbearbeitung mit komplexer Fahrzeugelektronik und digitaler Diagnosetechnik. Er eignet sich für technisch interessierte Menschen, die gerne mit Händen arbeiten und gleichzeitig mit computergestützten Systemen umgehen möchten.

3.5 Jahre →

Fahrzeuglackierer

Fahrzeuglackierer bereiten Fahrzeugoberflächen vor, tragen Lacksysteme auf und führen Karosserie-Reparaturlackierungen durch. Der Beruf verbindet handwerkliches Geschick mit chemisch-technischem Verständnis für Lacksysteme, Farbmischung und Oberflächenbehandlung. Er eignet sich für Menschen mit Auge für Details, Farbgefühl und Interesse an Automobilen oder anderen Fahrzeugen.

3 Jahre →