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Fassadenmonteur

Fassadenmonteure planen und montieren vorgehängte hinterlüftete Fassaden, Glasfassaden sowie Fenster- und Türelemente an Gebäuden. Sie arbeiten mit Aluminium-, Stahl- und Glaskonstruktionen sowie Dämmmaterialien. Der Beruf eignet sich für handwerklich geschickte Menschen mit Höhentauglichkeit, technischem Verständnis und Freude an präziser Montagearbeit im Außenbereich.

Ausbildungsdauer

3 Jahre

Azubi-Gehalt

700–1.050 €

pro Monat

Einstiegsgehalt

ab 2.800 €

nach der Ausbildung

Prüfung

IHK-Abschluss

Was machst du als Fassadenmonteur?

Morgens beginnt der Arbeitstag auf der Baustelle mit der Überprüfung der Montagepläne und der Einrichtung des Arbeitsbereichs inklusive Gerüst- oder Hubarbeitsbühnenkontrolle. Anschließend werden Unterkonstruktionen aus Aluminium- oder Stahlprofilen nach Aufmaßzeichnungen an der Rohbaufassade befestigt. Dazu kommen Bohrmaschinen, Winkelschleifer, Nietzangen, Drehmomentschlüssel und Messgeräte wie Wasserwaage und Lasermessgerät zum Einsatz. Nachmittags werden Fassadenplatten aus Naturstein, Keramik, Faserzement oder Verbundwerkstoffen eingepasst, befestigt und Fugen mit dauerelastischen Dichtstoffen versiegelt. Bei Glasfassaden werden Structural-Glazing-Verbindungen und Klemmkonstruktionen montiert. Man arbeitet eng mit Bauleitern, Statikerinnen, anderen Gewerken wie Gerüstbauern und dem Auftraggeber zusammen. Beispielaufgaben: Einbau einer Pfosten-Riegel-Fassade aus Aluminiumstrangpressprofilen inklusive Wärmedämmung sowie Montage einer vorgehängten Steinwolldämmung mit Metallunterkonstruktion und Faserzementverkleidung.

Wo arbeitest du?

Fassadenmonteure arbeiten überwiegend bei spezialisierten Fassadenbauunternehmen und Metallbaubetrieben, die im Hochbau tätig sind. Typische Arbeitgeber sind Unternehmen wie Schüco, Jansen AG, Wicona (Hydro Building Systems), Metallbau Schmitt sowie regionale Fachbetriebe für vorgehängte hinterlüftete Fassaden. Auch Generalunternehmer im Schlüsselfertigbau beschäftigen eigene Fassadenteams. Es besteht ein deutlicher Fachkräftemangel, besonders bei erfahrenen Fachkräften mit Kenntnissen in Brandschutz und Structural Glazing.

Voraussetzungen

Ein Hauptschulabschluss reicht formal, besser ist ein mittlerer Schulabschluss, da technische Zeichnungen, Maßberechnungen und Normenwerke solide Mathematik- und Physikkenntnisse erfordern. Mathematik, Physik und Werken beziehungsweise Technik zählen zu den wichtigen Schulfächern. Schwindelfreiheit und körperliche Belastbarkeit sind unverzichtbar, da die Arbeit auf Gerüsten und Hubarbeitsbühnen bis in große Höhen stattfindet. Technisches Verständnis, Präzision, Teamfähigkeit und Zuverlässigkeit sind ebenso entscheidend wie ein ausgeprägtes Sicherheitsbewusstsein.

Was lernst du in der Ausbildung?

Im ersten Lehrjahr werden handwerkliche Grundlagen vermittelt: Messen und Anreißen, Sägen, Feilen, Bohren und Schleifen von Metallen, Lesen technischer Zeichnungen und Grundlagen der Arbeitssicherheit beim Arbeiten in der Höhe. Grundkenntnisse in Werkstoffkunde (Aluminium, Stahl, Glas, Kunststoff) und Befestigungstechnik stehen im Vordergrund. Im zweiten Lehrjahr vertiefen Auszubildende die Montage von Unterkonstruktionen, lernen Wärme- und Schallschutznormen (EnEV/GEG) sowie Abdichtungs- und Dichtungstechnik. Im dritten Lehrjahr spezialisieren sie sich auf komplexe Systeme wie Structural-Glazing-Fassaden, Brandschutzglaselemente, Rollläden- und Sonnenschutzmontage sowie bauphysikalische Zusammenhänge. Im Vergleich zum Trockenbaumonteur liegt der Fokus klar auf Außenhülle, Metalltechnik und Glasverarbeitung statt auf Innenwandkonstruktionen.

Fassadentechnik und MontageTechnisches Zeichnen und CADWerkstoffkunde Metall und GlasTechnische MathematikWirtschafts- und Sozialkunde

IHK-Prüfung & Abschluss

Die Zwischenprüfung findet im zweiten Lehrjahr statt, etwa zur Mitte des Ausbildungsjahres, mit einem praktischen Teil von rund 210 Minuten Montageaufgabe sowie einem 120-minütigen schriftlichen Teil zu Technologie, Technischer Mathematik und Wirtschafts- und Sozialkunde. Die Abschlussprüfung als Teil 2 besteht aus dem praktischen Bereich Montageaufgabe, bei dem eine komplexe Fassadenmontage in etwa 7 Stunden durchgeführt wird und der mit 50 Prozent gewichtet ist, dem schriftlichen Bereich Montage- und Systemtechnik (150 Minuten, 30 Prozent) sowie Wirtschafts- und Sozialkunde (60 Minuten, 20 Prozent). Zum Bestehen müssen in jedem Bereich mindestens 50 von 100 Punkten erreicht werden, ein Fachgespräch zur praktischen Montageaufgabe von rund 15 bis 20 Minuten ist ebenfalls Bestandteil der Abschlussprüfung.

Prüfungsthemen

  • Montage von Unterkonstruktionen aus Aluminium- und Stahlprofilen
  • Fassadensysteme und Befestigungstechnik (Dübel, Ankerschienen, Haltekonstruktionen)
  • Wärme- und Feuchteschutz nach GEG und DIN-Normen
  • Glasverarbeitung und Structural Glazing
  • Arbeitssicherheit und Unfallverhütung beim Arbeiten in der Höhe
  • Technische Mathematik: Flächenberechnung, Gewichtskräfte, Maßtoleranzen
  • Wirtschafts- und Sozialkunde

Karriere nach der Ausbildung

Nach der Ausbildung bietet sich der Industriemeister Fachrichtung Metall (IHK) oder der Meister im Metallbauerhandwerk (HwO) an, um in Führungspositionen wie Kolonnenführer, Bauleiter oder Werkstattleiter aufzusteigen. Der staatlich geprüfte Techniker Fachrichtung Bautechnik oder Metallbautechnik eröffnet Tätigkeiten in der Konstruktion und Planung. Ein Studium zum Bachelor of Engineering in Bauingenieurwesen oder Architektur ist über den zweiten Bildungsweg möglich. Spezialisierungen auf Brandschutzfassaden, Photovoltaik-Integration in Fassaden (BIPV) oder Structural Glazing sind gefragte Nischen. Nach 5–10 Jahren sind Positionen als Projektleiter mit Gehaltsrahmen von 3.800–5.500 EUR brutto monatlich realistisch.

Bewerbungstipps

Bewerbungen sollten 12 bis 18 Monate vor Ausbildungsbeginn im September eingereicht werden, also spätestens im Herbst des Vorjahres. Die Bewerbungsmappe enthält Anschreiben, Lebenslauf, letztes Schulzeugnis und gegebenenfalls Praktikumsnachweise aus dem Bauhandwerk oder der Metallverarbeitung. Im Vorstellungsgespräch werden Schwindel- und Höhentauglichkeit sowie handwerkliches Interesse konkret abgefragt, manche Betriebe verlangen einen IHK-Einstellungstest mit Mathematik, technischem Verständnis und Raumvorstellung. Bewerber punkten mit Nachweisen aus Schülerferienarbeiten auf dem Bau, Kenntnissen in Technischem Zeichnen und der glaubhaften Bereitschaft, auch bei Witterung im Freien zu arbeiten.

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Ratgeber

Auf dem Gerüst befestigen Fassadenmonteure Unterkonstruktionen aus Aluminium- oder Stahlprofilen an Rohbaufassaden und montieren anschließend Platten aus Naturstein, Faserzement oder Glas, deren Fugen sie dauerelastisch versiegeln. Die dreijährige Ausbildung nach BBiG wird mit 700 bis 1.050 Euro vergütet, der Einstieg ins Berufsleben liegt bei etwa 2.800 Euro monatlich. Bei Glasfassaden montieren sie zudem Structural-Glazing-Verbindungen und Klemmkonstruktionen.

Häufige Fragen

Wie viel verdient man als Fassadenmonteur in der Ausbildung?
Das Ausbildungsgehalt als Fassadenmonteur liegt bei etwa 700–1.050 Euro pro Monat. Nach der Ausbildung liegt das Einstiegsgehalt bei etwa 2.800 Euro monatlich.
Wie lange dauert die Ausbildung zum Fassadenmonteur?
Die duale Ausbildung zum Fassadenmonteur dauert regulär 3 Jahre. In dieser Zeit wechselst du zwischen Berufsschule und Ausbildungsbetrieb.
Gibt es Spezialisierungen im Beruf des Fassadenmonteurs?
Im Beruf des Fassadenmonteurs gibt es verschiedene Schwerpunkte, etwa Elementfassaden, Pfosten-Riegel-Konstruktionen oder vorgehängte hinterlüftete Fassaden. In der Praxis spezialisieren sich viele Fachkräfte auf bestimmte Materialien wie Aluminium, Stahl oder Glas. Die genaue Ausrichtung hängt meist vom jeweiligen Ausbildungsbetrieb ab.
Welcher Schulabschluss ist für die Ausbildung zum Fassadenmonteur erforderlich?
Gesetzlich vorgeschrieben ist kein bestimmter Schulabschluss, jedoch bevorzugen viele Betriebe Bewerber mit einem Hauptschul- oder Realschulabschluss. Gute Kenntnisse in Mathematik und Technik sind von Vorteil. Auch Bewerber mit Hauptschulabschluss haben bei entsprechender Eignung gute Chancen auf einen Ausbildungsplatz.
In welchen Branchen und bei welchen Arbeitgebern arbeiten Fassadenmonteure?
Fassadenmonteure sind vor allem in Fassadenbau- und Metallbauunternehmen sowie in spezialisierten Baubetrieben tätig. Auch Hersteller von Fassadensystemen und große Baukonzerne beschäftigen ausgebildete Fachkräfte. Die Einsatzgebiete reichen vom Wohnungsbau über Gewerbeimmobilien bis hin zu Industrie- und Großbauprojekten.
Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung zum Fassadenmonteur?
Nach der Ausbildung können Fassadenmonteure beispielsweise den Meisterabschluss im Metallbauerhandwerk oder im Fassadenbereich anstreben. Auch eine Weiterbildung zum Techniker im Bereich Bautechnik oder Metallbautechnik ist möglich. Über den zweiten Bildungsweg oder mit Meisterbrief besteht zudem die Möglichkeit, ein einschlägiges Studium aufzunehmen.

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